Walter Burmeister (Kriegsverbrecher)
Deutscher Kriegsverbrecher
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Walter Heinrich Wilhelm Burmeister (* 2. Mai 1906 in Ahlbeck; † 15. Juni 1974 in Flensburg[1]) war ein deutscher nationalsozialistischer Kriegsverbrecher.[2] Für seine Beteiligung an der systematischen Ermordung von 150.000 Juden, Sinti, Roma und anderen im Vernichtungslager Chelmno (Kulmhof) wurde Burmeister 1965 zu dreizehn Jahren Haft verurteilt.[3][4]
Leben
Walter Burmeister besuchte von 1912 bis 1920 die Volksschule und begann dann eine Lehre als Klempner, die er 1923 erfolgreich abschloss. Er arbeitete dann in diesem Beruf im Betrieb des Vaters bis 1939. 1932 legte er die Meisterprüfung ab. 1937 heiratete er in Ahlbeck, das Paar bekam einen Jungen im Folgejahr. In einem Aussageprotokoll vom 24. Januar 1961 fasst er seinen Lebensweg zusammen, allerdings noch ohne eine eigene Schuld zu gestehen:[5]
Im Jahr 1935 trat er in die SS ein und wurde nach zwei Jahren Rottenführer. Am 30. Mai 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.725.940).[6] Im Laufe des Weltkrieges wurde er zum Unterscharführer befördert. 1938 wurde er zu einer Ausbildung durch die SS in Jüterbog einberufen und erneut im September 1939 in Oranienburg. Nach einem Kriegseinsatz in Polen wurde er nach Dachau kommandiert, wo die SS-Totenkopf-Division aufgestellt wurde. Er arbeitete in Dachau als Koch und diente im Kriegseinsatz in Frankreich.
Im Spätherbst 1941 wurde er nach Posen zur Gestapo-Leitstelle kommandiert. Zuerst diente er als persönlicher Fahrer des SS-Hauptsturmführers Herbert Lange. Dieser wurde im Dezember 1941 mit der Errichtung und Kommandantur des Vernichtungslagers Chelmno beauftragt.[7] Beim dort stattfindenden systematischen Massenmord an Juden und Roma fungierte Burmeister als Fahrer der Gaswagen, in denen jeweils 50 Opfer eingepfercht wurden, um sie sodann durch die Einleitung von Motorabgasen zu töten. Unter dem Nachfolger Langes Hans Bothmann war Burmeister in gleicher Funktion an der Vernichtung beteiligt.[8] Nach der Schließung des Lagers wurde Burmeister im April 1943 zeitweise noch Angehöriger der SS-Division Prinz Eugen, die in Kroatien gegen Partisanen kämpfte, kehrte aber mit der Wiedereröffnung im März 1944 dorthin zurück. Er war wieder an der Ermordung der eingelieferten Juden aus dem Ghetto Litzmannstadt beteiligt und im Lager für die Aufsicht über das Häftlingskommando verantwortlich, das mit Suche nach und der Plünderung von Wertsachen der Opfer beschäftigt war.[3]
Kurz vor dem Kriegsende 1945 wurde er verwundet und vom Hospital in Flensburg in das Internierungslager Neuengamme überführt. Dort blieb er zweieinhalb Jahre, bevor er sich in Flensburg niederließ und wieder einen Klempnerbetrieb führte.
Prozess und Verurteilung
Burmeister konnte als einer von nur 33 Lagerarbeitern Anfang der 1960er Jahre identifiziert werden. Ihm und zehn anderen wurde nach einem ersten Verfahren 1963[9] im Juni 1965 der Prozess gemacht. Das Landgericht Bonn sah es als erwiesen an, dass Burmeister sich der Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord in mindestens 150.000 Fällen schuldig gemacht hatte und verurteilte ihn zu dreizehn Jahren Haft.[3][4][10]
Literatur
- Laurence Rees: Auschwitz: Geschichte eines Verbrechens. Ullstein Ebooks, 2011, ISBN 978-3-8437-0189-1 (google.de).
- Patrick Montague: Chelmno and the Holocaust: A History of Hitler's First Death Camp. Bloombury Academic, 2020, ISBN 978-1-350-16350-8.