Walthari-Klause

Wanderheim im Pfälzerwald From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Walthari-Klause ist ein ehemaliges Wanderheim im UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, das von 1978 bis 2022 bewirtschaftet wurde.

Schnelle Fakten
Walthari-Klause
Walthari-Klause im Oktober 2025
Walthari-Klause im Oktober 2025

Walthari-Klause im Oktober 2025

Lage Petersbächel; Rheinland-Pfalz
Gebirgsgruppe Pfälzerwald
Geographische Lage: 49° 3′ 56,2″ N,  41′ 59,9″ O
Höhenlage 250 m ü. NHN
Walthari-Klause (Rheinland-Pfalz)
Walthari-Klause (Rheinland-Pfalz)
Erbauer Land Rheinland-Pfalz
Besitzer Gemeinde Fischbach bei Dahn
Bautyp Wanderheim
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Lage und Entwicklung

SWR-Moderatoren Martin Seidler und Rainer Pleyer beim „Wanderspaß“ vor der Walthari-Klause am 30. August 2004

Das Haus steht am Ortsrand von Petersbächel, einem Ortsteil von Fischbach bei Dahn. Der Saar-Rhein-Weg sowie mehrere Wanderwege des Pfälzerwald-Vereines und auch kommunale Wanderrouten führen am Haus vorbei und erschließen Wanderziele in der Grenzregion Pfalz/Elsass/Lothringen. Gerade auch deshalb war die Walthari-Klause ein überregional bekannter Wanderer-Stützpunkt und Anlaufpunkt vieler Wandersleute aus der Pfalz und den benachbarten Regionen.

Die Aktion „Wanderspaß“ des SWR die 2004 an der Walthari-Klause Zwischenstation machte und darüber in ihrem Landesprogramm berichtete, bescherte der Walthari-Klause weitere Popularität.

Geschichte

Das im Eigentum der Ortsgemeinde Fischbach stehende ehemalige Schulhaus wurde in den Jahren 1958/59 erbaut und 1959 als „Walthari-Schule“ eingeweiht. Nach der rheinland-pfälzischen Schulreform in den 1970er Jahren stand das Gebäude leer und wurde vom 1977 gegründeten Pfälzerwald-Verein Petersbächel-Gebüg von der Ortsgemeinde gepachtet und zur Gaststätte umgebaut. An Ostern 1978 wurde die Gaststätte als „Wanderheim Walthari-Klause“ eröffnet und von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich bewirtschaftet.

Wegen Überalterung der aktiv mitwirkenden Vereinsmitglieder war eine Bewirtschaftung Anfang der 2010er Jahre nicht mehr möglich. Die Walthari-Klause wurde deshalb von einem privaten Pächter weiterbetrieben und von ihm im Frühjahr 2022 wegen Personalmangel geschlossen.

Die Gemeinde versuchte daraufhin einen neuen Pächter zu finden beziehungsweise das Gebäude zu verkaufen. Da sich für beide Varianten keine Bewerber fanden, steht das Haus seither leer.[1][2][3][4]

Namensgebung

Mosaik an der Walthari-Klause

In der mittelalterlichen Heldensage „Walthari-Lied“ wird die Geschichte des Königssohnes Walther von Aquitanien und der Königstochter Hildegunde von Burgund erzählt. In den dramatischen Schlussszenen, die sich im Wasgenwald abspielen, wird beschrieben, wie Walther die Übermacht des Frankenkönigs Gunther besiegt und schließlich auch gegen Gunther selbst und dessen Oheim Hagen von Tronje kämpft. Hagen verliert dabei ein Auge und wird dadurch zum „grimmigen Einäugigen“, wie man ihn aus dem Nibelungenlied kennt.

Bei der Einweihung der Petersbächler Schule 1959 war die Nähe zu dem vermuteten Kampfplatz ausschlaggebend für die Namenswahl „Walthari-Schule“. Auf Initiative des damaligen Schulleiters Karl Unold entstand an der Stirnseite der Schule ein Mosaik, das Walther, Hildegunde und ihr treues Pferd Leu bei der Rast im Schatten des Wasigensteines zeigt. Das Werk wurde von Richard Lenhard geschaffen, einem Maler und Bildhauer aus Dahn. Beim Umbau der Schule in eine Gaststätte wurde der Name in „Walthari-Klause“ umgeändert.

Literatur

  • Wolfgang Schultz: Petersbächel 1747 - 1997 (Dorfchronik von Petersbächel). Fischbach 1997

Einzelnachweise

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