War for Talents
Konzept im Personalwesen
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War for Talents (im Englischen war for talent) bezeichnet den verschärften Konkurrenzkampf von Unternehmen um qualifizierte Arbeitskräfte.
Begriffsgeschichte
1998 veröffentlichten Elizabeth Chambers, Mark Foulon, Helen Handfield-Jones, Steven Hankin, and Ed Michaels den Artikel War for Talent im McKinsey Quarterly, der eine im Jahr zuvor von McKinsey & Company durchgeführte Studie beschrieb. Eingeleitet mit den Worten „Better talent is worth fighting for“ legte der Artikel Erkenntnisse der Untersuchungen zu Strategien, Praktiken und Herausforderungen beim Aufbau von Talenten in großen US-amerikanischen Unternehmen dar und beschrieb den verschärften Wettbewerb, qualifizierte Arbeitskräfte anzuwerben und zu halten, angesichts der durch den demographischen Wandel in vielen westlichen Ländern sinkenden Zahl an Arbeitnehmenden. Ihre Thesen griffen die McKinsey-Berater Ed Michaels, Helen Handfield-Jones und Beth Axelrod in ihrem 2001 veröffentlichten Buch The War for Talent auf.[1][2][3][4][5]
Jeffrey Pfeffer wandte sich 2001 in seinem Artikel Fighting the War for Talent is Hazardous to Your Organization’s Health gegen die von McKinsey postulierten Thesen, mit dem – in seinem Buch Hidden Value: How Great Companies Achieve Extraordinary Results with Ordinary People formulierten – Argument, dass Organisationen sich auf den Aufbau gut funktionierender Teams fokussieren sollten, anstatt nach individuellen, überbezahlten Talenten zu jagen.[5.1] Ähnlich Kritik äußerte auch Malcolm Gladwell 2002 in The Talent Myth.[6]
Die im Deutschen gebräuchlichere Pluralformulierung „War for Talents“ wurde unter anderem 2007 durch Dietrich von der Oelsnitz, Volker Stein und Martin Hahmann entwickelt.[7.1][3.1]
Während der Weltfinanzkrise 2007–2008 wurde in Veröffentlichungen darüber spekuliert, ob durch die Rezession der „War for Talents“ beendet sei,[8][9] durch den anschließenden wirtschaftlichen Aufschwung kam die Debatte um Arbeitnehmerknappheit jedoch wieder zurück.[10.1][11]
Ökonomische und soziokulturelle Entwicklungen
Maßgeblicher Hintergrund des „War for Talents“ ist der demografische Wandel in der westlichen Welt und die damit verbundene sinkende Zahl an Arbeitnehmenden.[10.2] Auch der Wandel zur Wissensgesellschaft[7.2] und steigende Qualifikationsanforderungen[12.1] sowie die zunehmende Globalisierung und damit verbundene Mobilität von Arbeitnehmenden führen zu einem verschärften Konkurrenzkampf um qualifiziertes Personal.[10.3][12.2]
Strategien
Als Strategien für Unternehmen zum Gewinnen und Halten von qualifizierten Personal (Talentmanagement) werden unter anderem Employer Branding,[13.1][14] verbesserte Recruitingprozesse[13.2][15] und attraktive Work-Life-Management[3.2][16] genannt. Auch eine Erhöhung der Frauenerwerbsquote[10.4] oder der Nettozuwanderung von ausländischen Fachkräften[3.3][17] könne helfen.
Literatur
- Elizabeth Chambers, Mark Foulon, Helen Handfield-Jones, Steven Hankin, Ed Michaels: The war for talent. In: McKinsey & Company (Hrsg.): McKinsey Quarterly. Nr. 3. 33, Seattle 1998, S. 44–57.
- Ed Michaels, Helen Handfield-Jones, Beth Axelrod: The war for talent. Harvard Business School Press, Boston 2001, ISBN 978-1-57851-459-5.
- Dietrich von der Oelsnitz, Volker Stein, Martin Hahmann: Der Talente-Krieg: Personalstrategie und Bildung im globalen Kampf um Hochqualifizierte. 1. Auflage. Haupt Verlag, Bern 2007, ISBN 978-3-258-07245-6.
- Matthias Busold (Hrsg.): War for Talents: Erfolgsfaktoren im Kampf um die Besten. 2. Auflage. Springer Gabler, Berlin 2019, ISBN 978-3-662-57481-2.
- Hermann A. Richter: Im War for Talents bestehen: New Leadership, New Work und Innovative Unternehmensführung. De Gruyter, Berlin 2025, ISBN 978-3-11-137433-8.