We Are the Flesh
Film von Emiliano Rocha Minter (2016)
From Wikipedia, the free encyclopedia
We Are the Flesh ist ein mexikanisch-französischer Horrorfilm von Emiliano Rocha Minter aus dem Jahr 2016.
| Film | |
| Titel | We Are the Flesh |
|---|---|
| Originaltitel | Tenemos la carne |
| Produktionsland | Mexiko, Frankreich |
| Originalsprache | Spanisch |
| Erscheinungsjahr | 2016 |
| Länge | 79 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | Piano Detalle Films, Sedna Films, Estudios Splendor Omnia Simplemente |
| Stab | |
| Regie | Emiliano Rocha Minter |
| Drehbuch | Emiliano Rocha Minter |
| Produktion |
|
| Musik | Esteban Aldrete |
| Kamera |
|
| Schnitt |
|
| Besetzung | |
| |
Handlung
Nach einer unbekannten Apokalypse ist die Erde karg und lebensfeindlich geworden. Der Einsiedler Mariano lebt in einem verfallenen Haus mit einer weitläufigen unterirdischen Höhle. Er ist scheinbar dem Wahnsinn verfallen und berauscht sich an einer selbst gebastelten Lösung, die Hungergefühle unterdrückt. Durch Zufall entdecken ihn die beiden Geschwister Fauna und Lucio. Er bietet ihnen Obdach, Schutz und Essen gegen gewisse Gefälligkeiten. Zunächst helfen die beiden ihm eine bizarre Konstruktion in dem Haus aufzubauen. Als Lucio ihm heimlich die Lösung entwendet, vergiftet er Fauna und zwingt den Vegetarierer Lucio Fleisch zu essen. Danach erst gibt er Fauna das Gegenmittel. Später zwingt er Lucio Sex mit seiner Schwester zu haben. Dabei masturbiert er vor ihnen. Als er einen Orgasmus hat, fällt er nach hinten um und verstirbt.
Fauna bringt ihn in sein Zimmer, wo sie ihn des Öfteren besucht und Sex mit seiner Leiche hat. Außerdem versucht sie weiter, ihren Bruder zu verführen. Unter anderem zwingt sie ihn, ihr Menstruationsblut zu trinken. Nach einigen Tagen ist die Leiche verschwunden. Fauna ist verzweifelt, doch Mariano ist wiedergeboren und erscheint als deutlich jüngere Variante. Im Anschluss töten sie einen mexikanischen Soldaten und lassen ihn ausbluten. Aus dem Blut gewinnen sie die Lösung, die keinen Hunger mehr macht.
Der Film endet mit einer Orgie, bei dem sich Mariano als Hauptspeise anbietet. Die anwesenden verspeisen ihn vollständig. Am nächsten Morgen wacht einer der Gäste auf und wankt schlaftrunken durch die belebten Straßen von Mexiko.
Hintergrund
Es handelt sich um das Langfilmdebüt des mexikanischen Regisseurs Emiliano Rocha Minter. Minter suchte als Hauptdarsteller echte Geschwister und versuchte Diego Damaliels echte Schwester für das Filmprojekt anzuheuern, entschied sich dann aber für María Evoli als weibliche Hauptrolle.[2][3]
Der Film ist ähnlich aufgebaut wie verschiedene Experimentalfilme extremer Filmemacher wie Gaspar Noé, mit dem Minter immer wieder verglichen wird und den er auch als Einfluss angibt, oder Alejandro Jodorowsky. Er bedient mehrere kontroverse Themen, darunter Inzest und Nekrophilie. Zudem soll es sich um echte Sex- und Masturbationszenen handeln. Hinzu kommen experimentelle Schnittfolgen, in denen sich mehrere Szenen überlagern, die vierte Wand sowie die 30-Grad-Regel werden mehrfach gebrochen.[4][5] Eine weitere Besonderheit stellt das Bildformat dar. So ist bei der Inzest-Szene der Sex zum Teil mit Wärmebildkamera im 4:3-Format gefilmt, während die Masturbationsszene im gängigen 16:9-Verhältnis gezeigt wird. Nach dem vorläufigen Tod des Hauptdarstellers wechselt der Film in Gänze ins CinemaScope-Breitbildformat.[5]
Veröffentlichung
Der Film erlebte seine Premiere am 2. Februar 2016 auf dem International Film Festival Rotterdam und lief auf weiteren Filmfestivals. In Deutschland lief er auf dem Fantasy Filmfest 2016. Im November 2016 erschien er in Deutschland außerdem als Blu-Ray-Veröffentlichung über die Labels Donau Film und Wicked Vision.[6]
Rezeption
Der Film wurde wohlwollend rezipiert und erreichte bei Rotten Tomatoes einen Tomatometer von 73 %[7] auf der Basis von 45 Rezensionen.
Das Lexikon des internationalen Films sah den Film kritisch: „Die Inszenierung stützt sich visuell auf surreale Farbspiele und nutzt Kamerafahrten, um Bedrohlichkeit zu suggerieren. Inhaltlich lässt der Film völlig offen, ob er drastisches Endzeitspektakel, drogengeschwängerter ‚Torture Porn‘ oder obszöne Fingerübung eines Regiedebütanten sein will.“[8]
Jan Ott schrieb auf Years of Terror: „We Are the Flesh wird mit absoluter Sicherheit nur einen kleinen Teil seiner Zuschauer für sich gewinnen, denn dieses Werk ist eigen, sehr eigen. Der Streifen agiert radikal, experimentell und zugleich ambivalent. So stellt sich hinter den Film ein imaginäres Fragezeichen. Gerade Arthaus-Fans kann ich diesen Streifen reinen Gewissens ans Herz legen, denn auch wenn der Film keiner spannenden und klar strukturierten Story folgt, so ist er aber vor allem in seiner visuellen Darstellung äußerst ansprechend und wird diejenigen, die sich von einer surrealen und experimentellen Bildsprache leiten lassen können und wollen, sofort in seinen unverwechselbaren Bann ziehen.“[9]
Auf Manifest – Das Filmmagazin schrieb Thorsten Hanisch: „Sein Film ist schlichtweg atemberaubend inszeniert und nutzt seine originelle, extrem starke Bildsprache und den fantastischen Einsatz der Tonspur zu einer Auflösung sämtlicher Wahrnehmungsfixpunkte: Parallel zu dem Geschwisterpaar wird auch dem Zuschauer immer weiter der Boden unter den Füßen weggezogen und das macht - vorausgesetzt man mag sich drauf einlassen - ausgesprochen viel Spaß. Oder anders, salopper formuliert: WE ARE THE FLESH ist der perfekte Mindfuck. Muss man auch können.“[10]
Auszeichnungen
Bei den Premio Ariel war der Film 2017 in drei Kategorien norminiert. Während er in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Noé Hernandez) und Beste Spezialeffekte (Adrían Durán) leer ausging, gewann Maria Evoli den Preis als beste Nachwuchsschauspielerin.[11]
Weblinks
- We Are the Flesh bei IMDb