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Weibersbrunn

Gemeinde im Landkreis Aschaffenburg in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Weibersbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg mitten im Spessart.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Weibersbrunn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weibersbrunn hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 56′ N,  22′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 354 m ü. NHN
Fläche: 2,89 km²
Einwohner: 1806 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 625 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63879
Vorwahl: 06094
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 157
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Jakob-Gross-Str. 20
63879 Weibersbrunn
Website: weibersbrunn.de
Erster Bürgermeister: Paul Schäfer (Weibersbrunner Liste)
Lage der Gemeinde Weibersbrunn im Landkreis Aschaffenburg
KarteAlzenauKahl am MainKarlstein am MainKleinostheimStockstadt am MainGroßostheimMainaschaffMömbrisJohannesberg (Bayern)GlattbachWiesener ForstForst Hain im SpessartHeinrichsthaler ForstHeinrichsthaler ForstWaldaschaffer ForstSchöllkrippener ForstSailaufer ForstRohrbrunner ForstRothenbucher ForstDammbachDammbachGoldbach (Unterfranken)GeiselbachWesterngrundSchöllkrippenKleinkahlWiesen (Unterfranken)Krombach (Unterfranken)SommerkahlBlankenbachHösbachSailaufHaibach (Unterfranken)HeigenbrückenHeinrichsthalLaufachWeibersbrunnRothenbuchWaldaschaffBessenbachMespelbrunnHeimbuchenthalDammbachWeibersbrunnAschaffenburgHessenLandkreis MiltenbergLandkreis Main-Spessart
Karte
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Gemeindegebiet mit Gemeindeteilen von Weibersbrunn

Geografie

Lage

Die Gemeinde liegt in der Region Bayerischer Untermain im westlichen Franken auf halber Strecke zwischen Würzburg und Frankfurt am Main. Die nächstgelegenen Städte sind Aschaffenburg, Marktheidenfeld und Lohr am Main. Das Gemeindegebiet besteht aus dem Ort Weibersbrunn mit Umgebung und zwei Enklaven im gemeindefreien Gebiet Rohrbrunner Forst, in denen sich jeweils ein weiterer Gemeindeteil befindet. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde liegt mit 504 m ü. NHN (Lage) südöstlich von Rohrbrunn, an den Hängen des Geiersberges, der niedrigste östlich von Weibersbrunn am Steinbach auf 303 m ü. NHN (Lage).

Gemeindegliederung

Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):[2][3]

Die östlich gelegene Stampfmühle ist kein offizieller Gemeindeteil.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Rohrbrunner Forst (Gemarkungsteil 1) und Weibersbrunn.[4] Die Gemarkung Weibersbrunn hat eine Fläche von 2,348 km². Sie ist in 2530 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 928,23 m² haben.[5][6]

Nachbargemeinden

Waldaschaffer Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Rothenbucher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Rothenbuch
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Rohrbrunner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Geschichte

Ortsname

Der Name Weibersbrunn geht auf die Quelle des Weibersbaches zurück, an der der Ort gegründet wurde. 1713 war das Dorf als am Weibersbron in Landkarten eingetragen. Das mittelhochdeutsche Grundwort brunne bedeutet Quelle. Die Bedeutung des Bestimmungswortes geht vermutlich auf den Namen Wibert zurück.[7]

Bis zur Gemeindegründung

Der Ort Weibersbrunn wurde 1706 gegründet als Standort eines neuen Betriebes der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur, die bereits Glashütten in Lohr und Rechtenbach unterhielt. 1717 entstand die „Weibersbrunner Spiegelhütte“. Im Jahre 1746 beantragten die Arbeiter der Hütte den Bau einer eigenen Pfarrkirche oder zumindest einer Kapelle.

Durch die Fertigung von Barockkelchen und Barockpokalen aus Glas wurde Weibersbrunn weithin bekannt, durch das später hier produzierte „Mondglas“, halbkreisförmiges Scheibenglas, wurde der Ort international berühmt.

Verwaltungsgeschichte

Das kurmainzische Gebiet im Hochspessart wurde 1803 dem Fürstentum Aschaffenburg zugeschlagen und 1810 ein Teil des Großherzogtums Frankfurt. Dort lag Weibersbrunn im Jahr 1812 mit der Glashütte, der Steinmühle und den Post-, Jäger- und Försterhäusern des Weilers Rohrbrunn als eine Mairie mit insgesamt 96 Feuerstellen und 459 Einwohnern auf dem Gebiet der Districtsmairie Rothenbuch des Departements Aschaffenburg. Maire, Zöllner und Accisor war Georg Adam Rung. Seine Adjunkte hießen Balthasar und Jacob Roth. Schullehrer war Alois Stahl und der Hüttenmeister hieß Amrhein. 1814 kam Weibersbrunn mit der Districtsmairie Rothenbuch über Österreich an Bayern, wo es auf dem Gebiet des Landgerichts älterer Ordnung Rothenbuch lag. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Am 1. Juli 1862 wurde aus den Landgerichten älterer Ordnung Rothenbuch und Aschaffenburg das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Weibersbrunn lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Weibersbrunn war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

20. und 21. Jahrhundert

Vom 1. Mai 1978 bis 31. Dezember 1979 gehörte Weibersbrunn der Verwaltungsgemeinschaft Waldaschaff an.[8] Die weiteren Mitgliedsgemeinden Waldaschaff und Rothenbuch waren noch bis 31. Dezember 1993 verbunden; zum 1. Januar 1994 wurde die Verwaltungsgemeinschaft aufgelöst.

Im Jahr 2006 beging die Gemeinde die 300-Jahr-Feier mit einem großen Fest.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
18260721
18520960
18590817
19701817
19871934
19912060
19952137
20002146
20052109
20101994
20152041
2024 2047[9]
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Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1963 auf 2030 um 67 Einwohner bzw. um 3,4 %. 1999 hatte die Gemeinde 2146 Einwohner. (Quelle: BayLfStat)

Bis 2024 nahm sie nach einem Tiefstand von 2010 wieder zu.[10]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 14 Ratsmitgliedern. Das ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000.[11] Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der erste Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl vom 8. März 2026 ergab das folgende Ergebnis:[12]

Weitere Informationen Partei, Anzahl Sitze ...
Partei  Anzahl Sitze  Veränderung
CSU40
SPD4−1
Weibersbrunner Liste6+1
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Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Paul Schäfer von der Weibersbrunner Liste. Er setzte sich bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 mit 77 % der Stimmen gegen Melissa Salg von der SPD.[13] Er folgt auf Walther Schreck, der von 2014 bis 2026 Bürgermeister von Weibersbrunn war und nicht mehr zur Wahl antrat[14], von 2002 bis 2014 Herbert Rüppel (SPD) und davor Erich Noll (SPD). Als eine Besonderheit der Kommunalwahl wurde Paul Schäfer wurde mit 25 Jahren der jüngste Bürgermeister bei der Kommunalwahl 2026 im Freistaat Bayern. (Stand 9. März 2026)

Der 2. Bürgermeister der Gemeinde Weibersbrunn ist Martin Noll von der Christlich Sozialen Union (CSU).

Wappen

Blasonierung:Geteilt; oben gespalten von Rot und Schwarz, vorne ein sechsspeichiges silbernes Rad, hinten ein silberner Spiegel in goldenem Rahmen; unten ein gemauerter silberner Brunnen mit offenem Brunnentor über gewelltem blauem Wasser.“[15]
Wappenbegründung: Das Wappen zeigt oben im ersten Viertel das sechsspeichige silberne Rad (Mainzer Rad) des Erzstifts Mainz, zu dem die Gemeinde bis zum Ende des alten Reichs 1803 gehörte. Im zweiten Viertel ist ein Spiegel zu sehen. Er symbolisiert die 1698 im Gemeindegebiet entstandenen Spiegelmanufakturen in der ehemaligen Glashütte in Rechtenbach und in Lohr am Main. Erzbischof Lothar Franz von Schönborn hatte dafür französische Glasmacher angeworben. Ihre Manufakturen stellten Flachglas für Spiegel her. Die Glasfertigung wurde zwischen 1801 und 1803 in Rechtenbach und Lohr am Main eingestellt, in Weibersbrunn erst 1864. Der Brunnen steht redend für den Ortsnamenteil „brunn“.

Die Gemeinde führt das Wappen seit dem 14. Juni 1971.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Die Glashütte Weibersbrunn, ein 1706 gegründeter Betrieb der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur, bildete die Keimzelle der Gemeinde

2017 gab es in der Gemeinde 336 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 922 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 586 Personen größer als die der Einpendler. 40 Einwohner waren arbeitslos. 2016 erfasste die Statistik lediglich einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Gemeindesteuern

2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1749 T€, davon waren 401 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen und 1112 T€ Einkommensteuerbeteiligung.

Bildung

2018 gab es folgende Einrichtungen:

Verkehr

Weibersbrunn ist auf Grund seiner guten Verkehrsanbindung an die Region Würzburg und das Rhein/Main-Gebiet zu einem attraktiven Wohnort im inneren Spessart geworden (Anschlussstelle Weibersbrunn an der Bundesautobahn 3 und Anbindung an die Bundesstraße 26). Durch den Ort führt die Staatsstraße 2308. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Hösbach, Heigenbrücken und Lohr am Main. Der nächste Hafen ist der Bayernhafen Aschaffenburg. Der öffentliche Personennahverkehr ist durch eine Buslinie nach Aschaffenburg sichergestellt.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Impressionen des Ortes

Kugelpanorama der Kindertagesstätte „Regenbogenland“, der Karl-Benz-Grundschule (rechts) und der Mehrzweckhalle (2025)
Als Kugelpanorama anzeigen
Kugelpanorama in der Hauskapelle „St. Christophorus“ hinter dem Hotel Brunnenhof (2025)
Als Kugelpanorama anzeigen
Kugelpanorama in der Gartenanlage hinter dem Hotel Jägerhof (2025) – weitere Kugelpanoramen siehe Commons
Als Kugelpanorama anzeigen

Literatur

  • Johann Ludwig Klauprecht: Forstliche Statistik des Spessarts. Daniel Knode, Aschaffenburg 1826 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek)
  • Rudolf Virchow: Die Noth im Spessart: eine medicinisch-geographisch-historische Skizze; vorgetragen in der Physicalisch-Medicinischen Gesellschaft in Würzburg am 6. und 13. März 1852. Separatdruck aus den Verhandlungen der Physicalisch-medizinischen Gesellschaft Dritter Band, Stahel’sche Buchhandlung, Würzburg 1852 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek)
  • Kurt Jeßberger, Manfred Schneider: Rohrbrunn und der Hochspessart: wo die Eichen trotzig ragen ...; Erinnerungen an e. verlorene Einöde. Selbstverlag, Marktheidenfeld und Kreuzwertheim 1985 (Neuaufl. 1987)
  • Julia Hecht, Klaus Reder: Die Landgerichte Aschaffenburg und Rothenbuch um 1860: Amtsärzte berichten. Universität, Würzburg 2002

Einzelnachweise

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