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Werner Reichenbaum

deutscher Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Werner Reichenbaum (* 7. August 1934 in Ostrava; † 14. April 2026 in Berlin) war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Chile und Mexiko.

Leben

Reichenbaum wurde 1934 als Sohn jüdischer Eltern in Mährisch Ostrau in der Tschechoslowakischen Republik geboren. Sein Vater wurde nach Theresienstadt deportiert, in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht und im Konzentrationslager Dachau ermordet.[1]

Nach einem mit Erlangung des Doktorgrads abgeschlossenen Studiums der Rechtswissenschaft in Köln begann er 1964 in Bonn die Ausbildung für den höheren auswärtigen Dienst als Angehöriger des 19. Attachélehrgangs. Er wurde im Jahr 1966 zum Legationssekretär ernannt.[2]

Im Jahr 1967 wurde Reichenbaum unter Ernennung zum Legationsrat als Referent für Kultur an die Botschaft Bogota, Kolumbien, versetzt.[3] Von dort aus erfolgte 1970 seine Versetzung an die Botschaft Guatemala-Stadt, wo er zunächst als Geschäftsträger a. i. die Mission leitete und ab 1972 ständiger Vertreter des neuen Botschafters wurde. 1973 zum Botschaftsrat befördert,[4] wurde er in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn stellvertretender Leiter der für das Personal bei inter- und supranationalen Organisationen zuständigen Arbeitseinheit.

Die nächste Auslandsverwendung führte Reichenbaum im Jahr 1977 als Leiter der Wirtschaftsabteilung an die Botschaft Brasilia, wo er 1978 zum Botschaftsrat I. Klasse befördert wurde.[5] Bei Rückkehr in die Zentrale wurde ihm die Leitung des Referats für außenpolitische Grundsätze der Entwicklungspolitik und ab 1982 die Leitung des Referats für Grundsätze des Nord-Süd-Dialogs (Ref. 402) übertragen.[6]

1985 wurde Reichenbaum als ständiger Vertreter des Leiters an die Botschaft Ankara versetzt. Mit neuerlicher Rückkehr in die Zentrale erhielt er 1990 das Amt des Beauftragten für Nord-Süd-Verhandlungen und führte im Außenverhältnis die Amtsbezeichnung Botschafter. Er leitete in diesem Amt die Unterabteilung 40 des Auswärtigen Amts.[7]

Im Jahr 1993 wurde er als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Leiter der Botschaft Santiago de Chile.[8] 1997 wechselte er in gleicher Funktion als Leiter an die Botschaft Mexiko-Stadt. Von dort aus ging er im Jahr 1999 in den Ruhestand.

Botschafter a. D. Reichenbaum starb am 14. April 2026 im Alter von 91 Jahren in Berlin.[9]

Veröffentlichungen

  • Werner Reichenbaum: Grundrechte und soziale Gewalten. Köln 1962 (Dissertation).

Einzelnachweise

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