Werner Zohlnhöfer
deutscher Wirtschaftswissenschaftler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Werner Georg Ferdinand Zohlnhöfer (* 19. November 1934 in Lichtenau; † 3. Februar 2026 in Mainz)[1] war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Leben
Werner Zohlnhöfer wuchs in Lichtenau in Mittelfranken auf und wurde protestantisch erzogen. Sein Vater, der Kaufmann Karl Zohlnhöfer, fiel 1943 im Krieg, sodass seine Mutter Pauline Zohlnhöfer, geborene Rogner, von da an bis 1954 das elterliche Geschäft allein führen musste. Er besuchte das Gymnasium Carolinum in Ansbach.[2] Sein 1954 begonnenes Studium der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten in München, Erlangen, Berlin und Freiburg im Breisgau schloss er 1958 als Diplom-Volkswirt an der Universität Freiburg ab. Ab 1959 studierte Zohlnhöfer Politische Wissenschaften an der Johns Hopkins School of Advanced International Studies im italienischen Bologna und erlangte 1966 an der University of North Carolina den Master of Arts in Political Science. Nach dem Abschluss kehrte er nach Freiburg zurück, wo er 1965 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde und, unterstützt von einem DFG-Stipendium, bis 1972 wissenschaftlicher Mitarbeiter blieb. Die Habilitation in Freiburg erfolgte 1972; ein Jahr später wechselte er zur Universität Dortmund.[3] Dort hatte er von 1973 bis 1980 den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, insbesondere Markt- und Wettbewerbsordnung inne und fungierte auch als Dekan und Prorektor. 1981 folgte er schließlich seiner 1980 ergangenen Berufung als ordentlicher Professor an den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik der Universität Mainz.[4] Er war dort zudem Vorstands-Mitglied des Forschungsinstituts für Wirtschaftspolitik.
Zohlnhöfer war Mitunterzeichner des eurokritischen Manifests Die währungspolitischen Beschlüsse von Maastricht: Eine Gefahr für Europa (1992).[5]
Werner Zolnhäfer war evangelisch, ab 1965 mit Ingeborg Zohlnhöfer, geborener Duday, verheiratet und hatte drei Kinder[2] (Burkhard, Dietlind und Reimut). Der 1972 in Freiburg geborene Reimut Zohlnhöfer wurde Politikwissenschaftler und ordentlicher Professor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Forschungsschwerpunkte
- Ordnungspolitik, insbesondere Theorie und Praxis der Politik gegen Wettbewerbsbeschränkungen
- Wirtschaftspolitische Willens- und Entscheidungsbildung in der repräsentativen Demokratie, insbesondere unter Verwendung des begrifflich-analytischen Instrumentariums der sog. Neuen Politischen Ökonomie
- Internationale Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere Probleme der Integration Westeuropas
Schriften (Auswahl)
- Wettbewerbspolitik im Oligopol. Erfahrungen der amerikanischen Antitrustpolitik. Kyklos-Verlag, Basel 1968.
- Wachstumsminderung und soziale Gerechtigkeit. 1982.
- Wirtschaftspolitik in der Demokratie. 1985.
- als Hrsg.: Zukunftsprobleme der Weltwirtschaftsordnung. Duncker & Humblot, Berlin 1996.
- als Hrsg.: Europa auf dem Wege zur politischen Union? Probleme und Perspektiven der europäischen Integration vor „Maastricht II“. Duncker & Humblot, Berlin 1996.
- als Hrsg.: Perspektiven der Osterweiterung und Reformbedarf der Europäischen Union. Duncker & Humblot, Berlin 1998.
- Die wirtschaftspolitische Willens- und Entscheidungsbildung in der Demokratie: Ansätze einer Theorie. Metropolis-Verlag, Marburg 1999.
Literatur
- Zohlnhöfer, Werner. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1391.