Wickede (Adelsgeschlecht)

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Wickede ist der Name eines ursprünglich aus Dortmund-Wickede stammenden Adelsgeschlechts, das im Lübecker Stadtpatriziat aufstieg und in dieser Stadt aus der exklusiven Zirkelgesellschaft heraus während 450 Jahren Ratszugehörigkeit seit 1326 fünfzehn Ratsherren und sechs Bürgermeister stellte. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Wappen derer von Wickede.

Geschichte

Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals 1230 mit Ludbertus von Wickede, Ratsherr der Reichs- und Hansestadt Dortmund.[1] Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts erscheint ein Zweig der Familie in Lübeck, wo Mitglieder dem Rat und der 1379 gegründeten patrizischen Zirkelgesellschaft angehörten. Dort beginnt die Stammreihe mit Hermann von Wickede (1294–1367) aus Dortmund, Herr auf dem Löwenhof bei Lübeck (heute Altlauerhof), Ratsherr und Bürgermeister der Stadt Lübeck.[2] Dessen Sohn Segebodo von Wickede, urkundlich am 15. August 1384,[3] wurde Ritter des Deutschen Ordens und Komtur in Reval. Im gleichen Jahr, am 1. September 1384, erscheint Everhard von Wickede unter Knappen mit ritterbürtigen Bürgern.[4]

Gottschalk Anton von Wickede auf Tolzin, Niegleve und Fredenhagen wurde 1702 in den mecklenburgischen Adel aufgenommen.

An die Familie Wickede erinnert heute die Wickedestraße im Lübecker Stadtteil St. Lorenz.

Wappen

Blasonierung laut GHdA: Das geteilte Wappen zeigt oben in Gold einen wachsenden schwarzen Adler, unten in Blau einen goldenen Sparren. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken zwei (nach vorn) gebogene schwarze Hörner (Gamskrucken), je belegt mit zwei goldenen Sparren.[5] (vergl. Schenken von Schenkenberg - Otto von Schenkenberg war auch im lübeckischen Rat - Schenken von Schenkenberg ein altes zähringisches Wappen mit Adler über Sparren).

Blasonierung nach Kneschke: Schild quer geteilt: oben in Gold ein rechtssehender, aufwachsender Adler, unten in Blau ein bis an die Teilungslinie reichender, goldener Sparren. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Spangenhelm, welcher zwei nebeneinanderstehende, oben nach links gekrümmte, mit zwei goldenen, untereinanderstehenden Sparren belegte, schwarze Stäbe trägt. Die Helmdecken sind blau und golden.[6]

Der Adler im Wappen ist ebenfalls im Wappen von Dortmund wiederzufinden.

Bedeutende Vertreter der Familie

Lübecker Ratslinie

Aus Dortmund zugewandert stellte die Familie von Wickede über 400 Jahre Ratsherren und Bürgermeister in der Hansestadt Lübeck:

Lübecker Domherren

Auch im Lübecker Domkapitel war die Familie über Jahrhunderte mit Domherren vertreten:

  • Johann von Wickede war Domherr seit 1598; er starb am 21. Juli 1599
  • Gottschalk von Wickede war Domherr seit dem 18. Juli 1674 und starb am 15. Februar 1721
  • Gotthard von Wickede, war Domherr seit dem 4. April 1683, starb am 29. Mai 1695
  • Johann von Wickede (1664–1732), stiftete 1722 als Domdekan den Altar der Dorfkirche Hamberge
  • Georg von Wickede war Domherr seit dem 11. September 1722 und verstarb 1723

Landadel, Beamte und Militär (und zwei Schriftsteller)

Nicolaus Otto von Wickede als Student in Göttingen (1779)

Die Familie drängte, wie andere Familien des Lübecker Patriziats auch, im Lauf der Zeit aus der Stadt und zog es vor, die zunächst nur unter dem Gesichtspunkt der Rentenanlage erworbenen Güter in Holstein und Mecklenburg selbst zu bewirtschaften.[7]

Andere Mitglieder der Familien schlugen einer alten Familientradition entsprechend eine militärische Laufbahn ein.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 13 Eintragungen von Töchtern der Familien von Wickede aus Tolzin, Gorschendorf, Güstrow und Rostock von 1700 bis 1863 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift.

Weitere

siehe Liste der Mitglieder der Zirkelgesellschaft

Besitzungen

  • Bliestorf 1656–1737
  • Rondeshagen 1479–1527 (geht über weibliche Linie im Erbgang an die von Tode)
  • Kastorf 1597–1745
  • Groß Steinrade vor 1478, 1679–1732
  • Niendorf am Schaalsee mit Goldensee (beides heute Ortsteile von Kittlitz (Lauenburg)) 1667–1710

Grabkapelle

Die Lübecker Grabkapelle der Familie von Wickede befindet sich im nördlichen Seitenschiff des Doms. Sie gehörte zunächst bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts der Ratsfamilie Schoneke[10] und wurde später von der Familie von Wickede erworben. Bei einer Aufteilung aller Begräbnisstätten der Familie ging die Wickede-Kapelle 1634 an die Familie von Calven, von der sie durch den Ratsherrn und späteren Bürgermeister Gottschalk von Wickede 1658 zurückgekauft wurde. Nach seinem Tode 1669 fiel die Wickede-Kapelle an seinen Schwiegersohn, den kaiserlichen Residenten Heinrich Adrian Müller, der sie allerdings schon 1672 an den Ratsherrn Thomas Heinrich von Wickede übertrug.[11]

Stiftungen

Literatur

Sekundärliteratur

Einzelnachweise

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