Wildrosenmoos
Moor in der Gemeinde Oberreute in Bayern und in Sulzberg, Vorarlberg
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Das Wildrosenmoos ist ein rund 21 ha großes Moorgebiet an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich.[1][2] Es gehört zu einer Landschaft am Nordrand der Alpen mit einem allmählichen Übergang ins Alpenvorland mit zahlreichen Moorkomplexen verzahnt mit anderen naturnahen Lebensräumen.




Lage
Geographische Lage
Der Moorkomplex liegt auf einem langgestreckten Hochplateau des Sulzbergs in den Allgäuer Voralpen westlich der Iller. Nach der SOIUSA gehört es noch zu den Alpen, nach der Naturräumlichen Gliederung zu den Nagelfluhhöhen und Senken zwischen Bodensee und Wertach. Regional zählt das Gebiet zum Westallgäu und zum Vorderen Bregenzerwald. Entwässert wird das Moor über den Eyenbach und die Rotach, die in die Bregenzer Ach mündet.
Politische Lage
Der Großteil des Moors gehört zur Gemeinde Oberreute, Landkreis Lindau, Bayern, Deutschland. Der kleinere Teil gehört zur Gemeinde Sulzberg, Bezirk Bregenz, Vorarlberg, Österreich.
Biologische Beschreibung
Trotz Torfgewinnung in der Vergangenheit hat sich das Moor gut regeneriert. Die Hochmoorflächen sind durch einen schmalen Feuchtstreifen entlang des die Staatsgrenze verbunden. Die Grenze bildet der naturnahe Schwarzenbach, der Oberlauf des Eyenbachs. Die Hochmooranteile sind teils locker und stufig bewaldet mit Fichten, Birken, Ebereschen und Spirken. Der Unterwuchs wird von Zwergsträuchern beherrscht. Die Schlenken des Gebietes sind typisch ausgeprägt mit lokalen Schwingrasenbildungen. Im nordöstlichen Hochmoorbereich liegt in einem alten Torfstich ein vegetationsfreier, L-förmiger Weiher mit dystrophem Wasser. Hier sowie im südwestlichen Hochmooranteil befinden sich durchziehende Hackschnitzel- und Holzplankenfußwege sowie Ruhebänke. Die Flachmoorbereiche sind ebenfalls zum größten Teil gut ausgebildet, sehr artenreich, mager und gut gepflegt. Es kommen keine Gräben vor.[1] Hier gedeihen Schwalbenwurz-Enzian, das Gefleckte Knabenkraut und viele andere Orchideenarten, der Eisenhut, die Heilpflanze Arnika und viele mehr.[3] Auch fleischfressende Pflanzen wie Fettkraut und Sonnentau wachsen in den moosigen Feuchtwiesen und Libellenarten wie die Hochmoor-Mosaikjungfer leben hier.[4]
Teilflächen des Biotops
Naturschutz
Der österreichische Teil liegt im grenzüberschreitenden Naturpark Nagelfluhkette. Die deutschen Biotopflächen sind zu 60 % offene Hoch- und Übergangsmoore, zu 20 % Flachmoore und Quellmoore, zu 10 % Moorwälder, zu 7 % Seggen- oder binsenreiche Nasswiesen und Sümpfe, zu 2 % feuchte und nasse Hochstaudenfluren und zu 1 % Ufergehölz naturnaher Fließgewässer. Alle diese Flächen stehen unter Schutz nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit Art. 23 Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG).[1] Im Jahr 2023 wurden zum Schutz des Moors Bäume gefällt, vor allem Fichten, da diese dem Moor zu viel Wasser entziehen. Das ist Teil des Moorrenaturierungsplans.[6]
Wandern
Es besteht ein strenges Wegegebot, da die die Moorflächen ökologisch sehr sensibel und trittempfindlich sind. Die Wanderwege sind Teil des Wandernetzwerks Westallgäuer Wasserwege: Wildrosenmoos-Hochsträß (Westallgäuer Wasserweg Nr. 11).[3] Der grenzüberschreitende Rundweg Grenzerpfad ist speziell für Familien konzipiert. Zehn Erlebnisstationen informieren über die verschiedenen Lebensräume und ihre Bewohner.[7][8]