Wilhelm Neuber

Chemiker, Unternehmer und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Wilhelm Neuber (* 26. Januar 1839 in Gumpendorf (ab 1850 zur Stadt Wien gehörend)[2]; † 12. Februar 1917 in Baden[3]) war Fabrikbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[4]

Wilhelm Neuber
Wilhelm Neuber, Österreichische Illustrierte Zeitung vom 18. Februar 1917[1]
Grab der Familie Neuber am Perchtoldsdorfer Friedhof

Leben

Wilhelm Neuber war Sohn des Baumwollwarenhändlers Franz Neuber († 1867). Er besuchte eine Realschule in Wien und studierte danach Chemie am Polytechnikum Wien. Von 1856 bis 1859 machte er eine Handelslehre, danach war er bis 1862 Kommis in einer Material-, Spezereien- und Farbwarenhandlung in Wien. Von 1862 bis 1865 machte er eine weitere technische und kommerzielle Ausbildung in Wien und in Deutschland. Im Jahr 1865 kaufte er eine Gemischtwarenhandlung („zum Anker“, vor allem Farbwaren) in Wien-Gumpendorf, die er zu einem chemischen Großunternehmen (Erzeugung, Im- und Export von Farben, Bleich- und Waschmittel etc.) mit Fabriken in Niederösterreich (Brunn am Gebirge, Bezirk Mödling und Perchtoldsdorf, Bezirk Hietzing, heute Bezirk Mödling) und in Böhmen (Probstau im Bezirk Teplitz-Schönau) ausbaute. Im Jahr 1905 trat ein Schwiegersohn als Gesellschafter ein, ab 1913 hieß die Firma Wilhelm Neuber Ges.m.b.H. Das Unternehmen besteht noch heute (2025) als W. Neuber's Enkel in Gumpendorf.[5]

Er war ab 1878 Mitglied und von 1899 bis 1917 Direktor des Vereins der Ersten österreichischen Spar-Casse in Wien. Von 1882 bis 1885 und von 1886 bis 1889 war er auch Vizepräsident des Niederösterreichischen Gewerbevereins. Ab 1861 war er auch Mitglied, von 1881 bis 1883 Vizepräsident und letztlich von 1895 bis 1899 Präsident des Wiener Männergesang-Vereins. Von 1874 bis 1881 war er auch Gemeinderat von Wien. Außerdem wurden ihm die Titel Kaiserlicher Rat und k.k. Kommerzialrat verliehen und er war Ritter des kaiserlich österreichischen Ordens der Eisernen Krone III. Klasse und des kaiserlich-österreichischen Franz-Joseph-Ordens.[6]

Er starb am 12. Februar 1917 im Alter von 78 Jahren laut Sterbeeintrag an „Hirnblutung (Gehirnschlag) Lungenentzündung“.

Er war römisch-katholisch und ab 1869 verheiratet mit Marie Höberth, mit der er zwei Töchter und einen Sohn hatte, wobei der Sohn schon 1895 verstorben ist. Sein Schwager war der Journalist und Kunstkritiker Friedrich Stern (1848–1921).

Politische Funktionen

Wilhelm Neuber war vom 4. Dezember 1884 bis zum 23. April 1885 und vom 25. Januar 1888 bis zum 22. Januar 1897 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI., VII. und VIII. Legislaturperiode) und war dort während der VI. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Städte 6 Wien VI. Bezirk (Mariahilf) zuständig und während der VII. und VIII. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Handels- und Gewerbekammer Wien. Er war in der VI. Legislaturperiode der Nachfolger des Anfang 1884 zurückgetretenen Josef Kopp, verlor aber 1885 sein Mandat an den antisemitischen Kandidaten Robert Pattai. In der VII. Legislaturperiode wurde er der Nachfolger des Ende 1887 zurückgetretenen Gustav Ritter von Leon.

Klubmitgliedschaften

Wilhelm Neuber war ab 1888 Mitglied im Deutschösterreichischen Klub und ab dem 6. November 1888 bei den Vereinigten deutschen Linken.

Literatur

Commons: Wilhelm Neuber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI