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Wilhelm von Arentschildt (General, 1840)

preußischer Generalleutnant From Wikipedia, the free encyclopedia

Wilhelm von Arentschildt (* 29. März 1840 in Hildesheim; † 8. Oktober 1911 in Hannover) war ein preußischer Generalleutnant.

Leben

Herkunft

Wilhelm entstammte dem Adelsgeschlecht von Arentschildt aus dem Herzogtum Bremen. Er war das älteste von sieben Kindern des Generalleutnants Alexander von Arentschildt (1806–1881) und dessen Ehefrau Sophie, geborene Herzog (1820–1897).

Militärkarriere

Nach seiner Erziehung im elterlichen Hause und dem Besuch des Kadettenkorps in Hannover trat Arentschildt am 1. April 1858 als Kadett in das 2. Jäger-Bataillon der Hannoverschen Armee in seiner Geburtsstadt ein. Bis Mitte Dezember 1858 avancierte er zum Sekondeleutnant, rückte Ende Mai 1863 zum Premierleutnant auf und war von Anfang November 1864 bis Ende März des Folgejahres zum Ingenieurkorps in Hannover kommandiert. Anschließend diente Arentschildt als Adjutant seines Bataillons und nahm in dieser Eigenschaft während des Krieges gegen Preußen 1866 an der Schlacht bei Langensalza teil.

Nach dem verlorenen Krieg und der Annexion des Königreichs Hannover, mit der die Auflösung der Armee verbunden war, trat Arentschildt in preußische Dienste. Er wurde am 9. März 1867 zunächst dem 3. Garde-Regiment zu Fuß aggregiert und Ende September 1867 in den Verband einrangiert. Zu Beginn des Krieges gegen Frankreich nahm er an der Schlacht bei St. Privat teil und wurde am 27. August 1870 unter Beförderung zum Hauptmann Chef der 3. Kompanie. Diese führte er im weiteren Kriegsverlauf bei Beaumont, Sedan und Le Bourget sowie der Belagerung von Paris. Für sein Wirken erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse.

Unter Beförderung zum überzähligen Major wurde Arentschildt Mitte Dezember 1879 seinem Regiment aggregiert und Ende März des Folgejahres einrangiert. Von Anfang August 1882 bis Ende März 1883 war er etatmäßiger Stabsoffizier, anschließend Kommandeur des II. Bataillons und am 6. Oktober 1884 übernahm er das Füsilier-Bataillon. Mit der Beförderung zum Oberstleutnant erfolgte am 22. März 1887 seine Versetzung als etatmäßiger Stabsoffizier in das 1. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 25 nach Straßburg. Nachdem das Regiment zum 1. April 1888 seine neue Garnison in Rastatt bezogen hatte, wurde Arentschildt am 30. August 1889 zur Vertretung des erkrankten Kommandeurs des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 nach Koblenz kommandiert. Unter Verleihung des Ranges eines Regimentskommandeurs erfolgte am 21. September seine Beförderung zum Oberst und kurz darauf am 15. Oktober 1889 die Ernennung zum Regimentskommandeur. Daran schloss sich ab dem 27. Januar 1893 eine Verwendung als Generalmajor und Kommandeur der 66. Infanterie-Brigade in Metz an. In dieser Eigenschaft erhielt er im Mai 1895 die Erlaubnis zur Annahme des Großoffizierkreuzes des Ordens des Heiligen Schatzes und im November verlieh ihm Wilhelm II. den Stern zum Kronen-Orden II. Klasse.[1][2]

In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Arentschild am 16. Juni 1896 unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant mit Pension zur Disposition gestellt. Nach seiner Verabschiedung würdigte ihn Wilhelm II. durch die Verleihung des Sterns zum Roten Adlerordens mit Eichenlaub und er erhielt am 19. Dezember 1903 anlässlich der 100-Jahr-Feier die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Hannoverschen Jäger-Bataillons Nr. 10.

Familie

Arentschildt verheiratete sich am 15. Oktober 1867 in Hildesheim mit Pauline von Schwarzkopf (1843–1927). Aus der Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor. Der älteste Sohn Alexander (1868–1914) fiel als preußischer Major bei Ypern und die Tochter Therese (1869–1908) heiratete 1897 den späteren preußischen Generalmajor Thilo von Linsingen (1862–1943).

Literatur

  • Offizier-Stammliste des Königlich Preussischen 3. Garde-Regiments zu Fuss. Von 1860 bis 1910. Gerhard Stalling, Oldenburg 1910, S. 3–4.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1908. Zweiter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 13. (Digitalisat)
  • Graßmann: Offizier-Stammliste des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 vom 1. Juli 1860 bis 1. Oktober 1902. Kindt & Meinardus, Koblenz 1902, S. 116.
  • Otto Zimmer-Vorhaus: 1813/1913 Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments von Lützow (1. Rheinisches) Nr. 25 und seines Stammes, des Kgl. Pr. von Lützowschen Freikorps. Otto Beckmann Verlag, Berlin 1913, S. 22–23.

Einzelnachweise

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