Woom

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Woom ist ein österreichisch-US-amerikanischer Hersteller und Händler von Kinderfahrrädern mit Sitz in Wien, Österreich.[4]

Schnelle Fakten
Woom
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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 2013 (österreichische GmbH)
2021 (Holding)
Sitz Wien, Österreich
Mitarbeiterzahl ca. 250 (2023)[1]
Umsatz > 100 Mio. EUR (2022)[2][3]
Branche Fahrradhersteller
Website https://www.woom.com
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Geschichte

Um 2009 begannen der Wiener Industriedesigner und Medizintechniker[5] Christian Bezdeka und der Industriedesigner Sebastian Rahs[6][7] mit der Entwicklung von Fahrrädern speziell für Kinder.[8] Sie entwarfen das „Woom Performance Kinderrad-System“ mit fünf Radgrößen vom Laufrad bis zum Allround-Bike, ein Rücknahmekonzept für gebrauchte Fahrräder und die Herstellermarke Woom. Das Austria Wirtschaftsservice unterstützte Bezdeka und Rahs 2009 bei der Gründung im Rahmen der Impulse-XL-Wirtschaftsförderung.[6][8]

Im März 2013 präsentierte Rahs auf dem unternehmenseigenen Facebook-Kanal das erste montierte Serienrad.[9] Produktgruppe, Konzept und Design waren serientauglich. Die Räder wurden „handgeschweißt in Europa und in Wien montiert“,[6] die Endmontage erfolgte in einer Garage im 14. Wiener Gemeindebezirk.[10]

Als Herstellerunternehmen wurde die Polyphem GmbH gegründet.[11] Marcus Ihlenfeld, damals Marketingleiter beim Automobilhersteller Opel Österreich,[12][13] stieg neben Bezdeka als zweiter Geschäftsführer in das Unternehmen ein. Sebastian Rahs wurde Gesellschafter.[11]

Die ersten beiden Tranchen der Fahrräder waren in kürzester Zeit ausverkauft.[14] 2014 wurde Ihlenfelds Bruder, Mathias Ihlenfeld, Generalimporteur für den amerikanischen Markt und gründete die Woombikes USA, LLC in Austin, Texas.[15][16]

2015 wurde der Platz am Wiener Standort zu klein und die Unternehmenszentrale übersiedelte nach Klosterneuburg in Niederösterreich.[17] Das Unternehmen wurde von Polyphem GmbH in Woom GmbH umbenannt.[11]

2019 erzielte der Generalimporteur in den Vereinigten Staaten ein Drittel des Umsatzes der Woom GmbH.[18] Im selben Jahr wurde das Produktportfolio durch die Bekleidungslinie Worn To Be Wild ergänzt.[19][20] Woom wurde in weniger als zehn Jahren zu einer der beliebtesten Kinderfahrrad-Marken der Welt.[21]

2020 wurde Guido Dohm Co-Geschäftsführer. Das Unternehmen „reagierte“ damit auf Lieferkettenprobleme während der COVID-19-Pandemie und Berichte über „miserable Arbeitsbedingungen“ in einem Werk in Kambodscha.[22][23][24] Eine Prüfkommission der EU hatte dort „schwerwiegende Verletzungen gegen Prinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO“ festgestellt.[23] Unter Dohm wurde eine zusätzliche Produktionsstätte in Świebodzin in Polen eröffnet.[25]

Im Jahr 2021 verkaufte das Unternehmen rund 290.000 Fahrräder weltweit. Die Gesamtzahl der erzeugten Fahrräder betrug damit 500.000 Stück, was einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 50 Prozent entspricht.[26] Im selben Jahr wurden die Woom GmbH und Woombikes USA, LLC unter einer Holding vereint.[27] Die Holding trägt den Namen Onewoom GmbH und hat ihren Sitz in Wien.[17][28] Vor dem Zusammenschluss holte das Unternehmen mehrere Investoren an Bord. Darunter die Investorengruppe Bregal Investments, Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner sowie den Unternehmer Stefan Kalteis. Bezdeka und Ihlenfeld behielten die Mehrheit der Unternehmensanteile.[29]

2022 übernahmen Mathias Ihlenfeld, Paul Fattinger und Martin Bartmann die Geschäftsführung als Trio. Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld zogen sich aus der Leitung zurück. Sie verblieben im Beirat des Unternehmens.[30][31]

Anfang 2023 beteiligte sich die international agierende Jebsen Group via Jebsen Capital mit rund 15 Prozent am Unternehmen.[32] Der dänische Manager Kasper Rorsted trat dem Beirat bei.[33] 2024 übersiedelte das Unternehmen mit 155 Mitarbeitern zurück nach Wien, nur sieben Mitarbeiter und Lagerflächen verblieben in Klosterneuburg.[34] Obwohl während der COVID-19-Pandemie der Radverkauf boomte, normalisierte sich der Verkauf ab 2023 wieder und Woom „kämpfte […] mit Überkapazitäten“. Das Unternehmen schrieb Verluste und baute Personal ab.[35][36]

Im Oktober 2024 übernahm Bernd Hake die Geschäftsführung.[37]

Produkte

Das Produktportfolio von Woom besteht aus verschiedenen Radmodellen für Kinder und Jugendliche, Fahrradzubehör und Bekleidung.[38]

Modelle

  • Woom Explore (Allroundbike für Kinder)
  • Woom Explore E (Allround-E-Bike)
  • Woom Go (Laufrad, Alltagsfahrrad)
  • Woom Now (City-Bike, Urban Cargo)
  • Woom Off (Mountainbike mit Starrgabel)
  • Woom Off Air (Mountainbike mit Federgabel)
  • Woom Pop Kinderfahrradkorb
  • Woom Ready Kinderhelm
  • Woom Up (E-Mountainbike)
  • Woom Wow (Laufrad für Kinder)

Innovation und Bedeutung

Die Räder des Unternehmens zählen zu den leichtesten Kinderfahrrädern am Markt.[39][40][41] Rahmen, Kurbeln, Lenker und Anbauteile wie Bremshebel werden eigens für Kinder entwickelt.[42][43] Der Lenkerdurchmesser ist beispielsweise klein genug, um vollständig von Kinderhänden umfasst werden zu können.[44]

2022 wurde daher ein Exemplar in die Designsammlung des Museums für angewandte Kunst (MAK) in Wien aufgenommen.[45] Ein weiteres Exemplar befindet sich in der Dauerausstellung des Technischen Museums Wien (TMW). Es steht laut TMW-Direktor Peter Aufreiter für die „Emanzipation des Kinderfahrrads als eigenständiges Produkt, das mehr ist als bloß ein ‚verkleinertes‘ Erwachsenenfahrrad.“[46]

Entwicklung, Produktion

Das Design und die Entwicklung der Produkte finden in der Unternehmenszentrale in Wien statt.[47][34] Produzieren lässt Woom von Partnerunternehmen in Kambodscha, Bangladesch und Vietnam.[48] Für den europäischen Markt wird seit 2021 ein Großteil der Räder in einem Werk des deutschen Unternehmens Sprick Cycle GmbH in Świebodzin, Polen, assembliert.[25]

Auszeichnungen, Preise (Auswahl)

  • Österreichischer Staatspreis Marketing 2024 (Woom GmbH)[49]
  • Red Dot Brands & Communication Design Award 2023 (Woom GmbH)[50]
  • iF Design Award 2022 (Woom Now)[51]
  • German Design Award 2021 Special Mention (Woom Off Air)[52]
  • German Innovation Award 2021 (Woom Up)[53]
  • Bicycling USA Bike Award 2020 (Woom Off)[54]
  • Red Dot Product Design Award 2020 (Woom Off)[55]
  • Eurobike Award 2018 (Woom Fahrradhelm)[56]
  • German Design Award 2018 (Woom Original)[57]
  • Good Design Award 2018 (Woom Fahrradhelm)[58]
  • iF Design Award 2018 (Woom Fahrradhelm)[59]
  • iF Design Award 2018 (Woom Original)[59]
  • Red Dot Product Design Award 2017 (Woom Original)[60]

Bibliografie

  • Mück, Anne: Strategie und Praxis ergonomischer Formgebung am Beispiel eines Kinder-Fahrradsattels. Masterarbeit. FH Campus Wien. 2018.
  • Svoboda, Jakub: The importance of gender specific advertising design in the consumer decision making process. Masterarbeit. FH Wien. 2021.

Einzelnachweise

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