Worin
Ortsteil der Gemeinde Vierlinden
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Worin ist ein Dorf im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und gehört seit dem 26. Oktober 2003 als Ortsteil zur Gemeinde Vierlinden. Zusammengeschlossen mit sechs weiteren Gemeinden werden die Amtsgeschäfte durch das Amt Seelow-Land getätigt.[3][4] Der Ortsteil hat entsprechend der Brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.[5][6]
Worin Gemeinde Vierlinden | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 52° 31′ N, 14° 16′ O | |
| Höhe: | 43 m | |
| Fläche: | 5,18 km²[1] | |
| Einwohner: | ca. 325 (15. Mai 2022) HW[2] | |
| Bevölkerungsdichte: | 63 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 | |
| Postleitzahl: | 15306 | |
| Vorwahl: | 033477 | |
Lage von Worin in Brandenburg | ||
Geschichte

Im Jahr 1253 gibt es die erste urkundliche Erwähnung Curiam Waryne. Worin stammt vom altslawischen Waryne ab. Bis 1398 gehörte der Ort Worin dem Augustinerorden. Später entwickelte sich ein Gutsbesitz am Ort, Gutsherren waren unter anderem die Familien von Beerfelde und Familie von Hohendorff, von denen zwei Epitaphe an der Dorfkirche zeugen. 1805 kaufte der Amtmann des Amtes Biegen Wilhelm Karbe das Rittergut Worin für 40.000 Taler.[7] 1864 stand Hermann Friedrich Erdmann Zachariae als Rittergutsbesitzer im Handelsregister, 1868 war dieser Schiedsmann einer Region im Kreis Lebus. Um 1880 war das kreistagsfähige Rittergut mit 444 ha Fläche ausgestattet, Eigentümer Werner Ferdinand Leberecht Zachariae. Zum Gut gehörte eine Ziegelei.[8] Vor 1900 hatte das Gut samt Stärkefabrik und Ziegelei einer Gutsherrin, die Witwe Marie Zachariae, auch Zachariä geschrieben. Als Pächter agierte die Familie Leyser.[9] Für 1914 ist Marie Zachariä geb. Demuth immer noch die Eigentümerin der 470 ha. davon 99 ha Forsten, Pächter Georg Leyser.[10] Um 1930 bestand das Rittergut nunmehr mit 470 ha. Der Eigentümer hieß Georg Leyser. Hinzu gab es im Dorf ein 20 ha-Hof von Gustav Fehrmann.[11]
Bis 1945 war Worin im Besitz der Familie von Gerloff (?). Das Gemüsehändlerpaar Paula und Arthur Schmidt holte 1943 die sieben Kinder der ungarisch-deutschen Familie Weber aus Berlin in ihr Haus, als diese als sogenannte Halbjuden gefährdet waren, 2018 wurden sie postum als Gerechte unter den Völkern geehrt.[12]
Schon im Jahre 1952 wurde hier die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in der DDR gegründet.[12] 29 Neubauern wurden zur LPG Thomas Müntzer zusammengeschlossen. 1961 wurden Alt-Rosenthal und Görlsdorf als Ortsteile mit Worin vereinigt. 1972 wurde die Polytechnische Oberschule POS Thomas Müntzer Worin eingeweiht.

Am 1. Januar 1962 wurden die Orte Alt Rosenthal und Görlsdorf eingemeindet.[13]
Die Gemeinde Vierlinden entstand am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Diedersdorf, Friedersdorf, Marxdorf und Worin.[14] Ortsvorsteher von Worin ist seit 2019 Robert Hahn.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1875 | 1890 | 1910 | 1925 | 1933 | 1946 | 1993 | 2000 | 2006 |
| Einwohnerzahl[15] | 174 | 193 | 178 | 164 | 133 | 284 | 752 | 694 | 344 |
Politik

Wappen
Der Ortsteil Worin führt das Wappen und die Flagge der ehemaligen Gemeinde Worin als Ortsteilsymbol weiter.
Blasonierung: „Von Gold und Schwarz gespalten, vorne pfahlweise zwei flammende, von je zwei schwarzen Pfeilen schrägkreuzweise durchbohrte rote Herzen und eine rote Rose mit goldenen Butzen, hinten ein halbes goldenes Mühlrad am Spalt.“[16]
Ortsteilflagge
Die Flagge besteht – bei Aufhängung an einem Querholz – aus zwei Längsstreifen in den Farben Schwarz – Gelb mit dem auf der Nahtstelle aufgelegten Wappen.


Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmale in Vierlinden stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale des Ortes Worin. Dazu gehören:
- die Dorfkirche Worin, eine Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert. Im Innenraum steht unter anderem ein Kanzelaltar aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der im Dehio-Handbuch als „schlicht“ bezeichnet wird.
- das Gutshaus, ein eingeschossiger Putzbau mit neun Achsen und Krüppelwalmdach aus dem 18. Jahrhundert
- die Wassermühle Worin, ein dreigeschossiges Mühlengebäude, das 1398 erstmals erwähnt wurde. Es dient im 21. Jahrhundert als Museum.
Persönlichkeiten
- Hans-Georg Leyser (1896–1980), in Worin geborener Offizier, zuletzt Generalmajor
Siehe auch
- Worin (Neuguinea), auf dem Inselstaat Papua-Neuguinea gibt es eine gleichnamige Ortschaft.
Literatur
- Worin, In: Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Verlag Adolph Müller, Brandenburg a. H. 1856, S. 237.
- Worin, In: Wilhelm Jung, Friedrich Solger, Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lebus. PDF, In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band VI, 1; Schriftleitung: Theodor Goecke. Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Meifenbach Kiffarth & Co., Berlin 1909, S. 294–295.
- Kirche Worin, In: Gerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2000, S. 1135.
Weblinks
- Amt Seelow-Land – Worin In: Amt Seelow-Land.
- Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 4. März 2012
