Diedersdorf (Vierlinden)
Ortsteil der Gemeinde Vierlinden
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Diedersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Vierlinden im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Der Ortsteil besteht heute aus den bewohnten Gemeindeteilen Diedersdorf und Waldsiedlung.
Diedersdorf Gemeinde Vierlinden | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 52° 31′ N, 14° 20′ O | |
| Höhe: | 43 m | |
| Fläche: | 11,94 km² | |
| Einwohner: | 312 (2008)[Ohne Beleg] | |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 | |
| Postleitzahl: | 15306 | |
| Vorwahl: | 03346 | |
Lage von Diedersdorf in Brandenburg | ||
Geographische Lage und Topographie

Der Ort liegt an der Bundesstraße 1 südwestlich von Seelow, die Berlin mit der Polnischen Grenze verbindet. Der Ort liegt im Landschaftsschutzgebiet Seenkette des Platkower Mühlenfließes / Heidelandschaft Worin, der Platkower Mühlenfließ, hier zumeist nur Fließ genannt, durchströmt den Ort. Er durchfließt im Ort den Halbesee und ist über Gräben auch mit dem Weinbergsee verbunden.
Geschichte

Der Ort wurde 1253 erstmals urkundlich als Villam Didriksdorf erwähnt. 1412 werden die von Pfuel mit dem Ort durch Friedrich I. belehnt.[1] 1598 gab es im Dorf eine Kirche, drei Rittersitz-Güter und auch eine Wassermühle. 1748 kaufte Kriegsrat Carl Gottlob von Cuno (versch. Schreibweisen) das Rittergut in Diedersdorf und wurde ebenso Patron der Kirchengemeinde.[2] 1792 verkaufte er es an den Amtsrat Carl Friedrich Lehmann, Generalpächter des Amtes Wollup, für 72.000 Taler.
Im Jahre 1876 kaufte der Fabrikbesitzer Ludwig Seidel aus Berlin das 920-ha-Rittergut.[3] Bald wurde Seidel zum Amtsvorsteher-Stellvertreter ernannt.[4] Während Seidel regionalpolitisch aktiv wurde, sogar die Deutsche Versuchs-Anstalt für Handfeuerwaffen unterstützt,[5] standesgemäß zur Jagd einlud und in mehreren Fachverbänden Mitglied wurde, unterstützte seine Ehefrau Margarete geb. Veit die Einrichtung eines Wöchnerinnenheims im südwestafrikanischen Windhoek.[6] 1898 wurde Ludwig Seidel-Diedersdorf Politiker und in den Preußischen Landtag gewählt.[7] 1909 wurde Seidel, zu Berlin, in den Preußischen Adelsstand erhoben.[8]
Um 1914 betrug die Fläche des Rittergutes Diedersdorf mit den Vorwerken Albertinenhof, Hedwigshof und Margaretenhof 1341 ha. Hinzu kam an Besitz das dazugehörigen Rittergut Obergörsdorf mit 325 ha sowie Einzelflächen von 28 ha. Verwalter war damals Hr. Redlich.[9] 1928 hieß der Gutsverwalter Bruno Siebner, Gesamtgröße 1078 ha, davon 536 ha Forsten. Der letzte Besitzer[10] ab 1933 bis 1945 war sein zweitjüngster Sohn, der 1886 geborene Major der Landwehr Hans Joachim von Seidel,[11] Ehrenritter[12] des Johanniterordens.
Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurden 38 Neubauernhäuser im Ort gebaut und das Gut enteignet. So erfolgte im Jahr 1953 die Gründung der LPG Diedersdorf / Neuentempel.[13]
Die ehemalige Gemeinde schloss sich am 26. Oktober 2003 mit den bis dahin selbständigen Gemeinden Friedersdorf, Marxdorf und Worin zur Gemeinde Vierlinden zusammen.[14]
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1875 | 1890 | 1910 | 1925 | 1933 | 1946 | 1993 | 2000 | 2006 |
| Einwohnerzahl[15] | 202 | 223 | 220 | 273 | 228 | 343 | 923 | 395 | 314 |
Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Vierlinden stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale des Ortes Diedersdorf. Dazu gehören:
- die Dorfkirche in Diedersdorf
- das Gutshaus und Gutspark
- an der B 1 ein Halbmeilenstein, bei km 23,3
- an der B 1 ein Viertelmeilenstein, bei km 21,4
- an der B 1 ein Viertelmeilenstein, bei km 25,2
Persönlichkeiten
- Hans-Georg von Seidel, 1891 in Diedersdorf geboren
Weblinks
Commons: Diedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Ehemalige Seite der Gemeinde Vierlinden – Diedersdorf ( vom 26. September 2011 im Internet Archive)
- Amt Seelow-Land – Diedersdorf
Literatur
- Theodor Goecke (Schriftleitung): Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 6,1: Wilhelm Jung, Friedrich Solger, Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lebus. Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Meisenbach Riffarth & Co., Berlin 1909, S. 39 ff. ZBC
- Marie Luise Rohde: Schloss Diedersdorf / Märkisch Oderland. In: Schlösser und Gärten der Mark. Heft 64, Hrsg. Sibylle Badstübner-Gröger, Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Deutsche Gesellschaft, Berlin 2004.
