Yūhan Itō
japanischer Maler und Grafiker
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Yūhan Itō (japanisch 伊藤 雄半; * 1882 in Fukuoka; † 1951) war ein japanischer Maler und Grafiker, der vor allem für seine Landschaftsdarstellungen bekannt ist. Er war während der Shōwa-Zeit als Shin-Hanga-Künstler tätig. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Kunstrichtung, die traditionelle japanische Holzschnittkunst mit westlichen Einflüssen verband. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen gehörten unter anderem Grafikserien der 1930er Jahre, die vom Verleger Yosaku Nishinomiya veröffentlicht wurden.[1]

Leben
Yūhan Itō studierte zunächst traditionelle japanische Malerei (Nihonga), bevor er sich der westlichen Ölmalerei (Yōga) zuwandte. Diese doppelte Ausbildung prägte seinen künstlerischen Stil, der Elemente beider Richtungen vereinte. Seine Werke zeigen eine charakteristische Verbindung von japanischer Ästhetik und westlicher Farb- und Lichtbehandlung. Ein wesentlicher Einfluss auf Yuhans Kunst war der französische Impressionismus, insbesondere die Malerei Claude Monets. Wie Monet legte Yuhan Wert auf die Darstellung von Licht, Atmosphäre und Naturstimmungen. Seine Motive umfassten vor allem Landschaften, Stadtansichten und historische Orte Japans. Yūhan Itōs Grafiken zeichnen sich durch leuchtende Farbigkeit, weiche Tonabstufungen und eine malerische Wirkung aus. Charakteristisch ist das Fehlen eines schwarzen Umrissblocks, wodurch die Farben ohne harte Linien ineinander übergehen. Diese Technik verleiht seinen Drucken den Eindruck von Aquarellen und schafft eine ruhige, zeitlose Atmosphäre. Im Rahmen der Shin-Hanga-Bewegung trug Yūhan Itō zur Weiterentwicklung traditioneller Holzschnitttechniken bei. Er experimentierte mit neuen Materialien und Druckverfahren, um feinere Texturen und lebendigere Farbtöne zu erzielen. Seine Arbeiten zeigen eine Balance zwischen traditioneller Handwerkskunst und moderner künstlerischer Innovation. Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit wirkte Yuhan auch als Lehrer und Mentor. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Ōno Bakufu, der später als Grafiker bekannt wurde, und Matsumoto Shunsuke, der sich als Landschaftsmaler einen Namen machte. Yūhan Itō beteiligte sich an mehreren Ausstellungen im In- und Ausland und trug wesentlich dazu bei, die japanische Holzschnittkunst einem internationalen Publikum bekannt zu machen. Sein Wirken gilt als wichtiger Beitrag zur Verbreitung und Anerkennung der japanischen Druckgrafik im frühen 20. Jahrhundert.[1]
Kiyomizu-dera Tempel
Der Tempel Kiyomizu-dera in Kyōto zählt zu den bedeutendsten und ältesten buddhistischen Tempelanlagen Japans. Seine Gründung geht auf das Jahr 778 in der frühen Heian-Zeit zurück. Der Priester Enchin Shōnin aus Nara, der der Kita-Hossō-Schule des Buddhismus angehörte, soll durch eine Vision dazu inspiriert worden sein, den Tempel an der Stelle der heute noch als heilig geltenden Otowa-Quelle zu errichten. Diese Quelle gab dem Tempel seinen Namen. „Kiyomizu“ bedeutet wörtlich „reines“ oder „klares Wasser“ und bezieht sich auf das Wasser dieser Quelle. Im Jahr 798 wurde die Anlage durch den berühmten Shōgun Sakanoue no Tamuramaro erweitert und umgestaltet. Er ließ eine große Haupthalle errichten, die aus Teilen eines Palasts von Kaiser Kammu (regierte von 781 bis 806) wiederaufgebaut wurde. Kaiser Kammu hatte die alte Hauptstadt Nara verlassen, um sich dem übermäßigen Einfluss der dortigen buddhistischen Klöster zu entziehen und eine neue politische Ordnung zu schaffen. Aus diesem Schritt ging später die Gründung Kyotos hervor.
Die heutigen Gebäude des Kiyomizu-dera stammen jedoch aus einer späteren Epoche. Im Jahr 1633 ließ der Tokugawa-Shōgun Iemitsu den Tempel vollständig neu errichten. Bemerkenswert ist, dass für die gesamte Holzkonstruktion kein einziger Nagel verwendet wurde. Besonders berühmt ist die große, auf Stelzen errichtete Hauptterrasse, die über das Tal hinausragt und einen weiten Blick auf Kyoto bietet.
Literatur
- Kendall H. Brown: Impressions of Japan: Print Interactions East and West. In: Christine Javid (Hrsg.): Color Woodcut International. Japan, Britain, and America in the Early Twentieth Century. Chazen Museum of Art, Madison WI 2006.
- Kendall H. Brown, Hollis Goodall-Cristante: Shin-Hanga. New Prints in Modern Japan. Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles CA 1996.
- Helen Merritt, Nanako Yamada: Guide to Modern Japanese Woodblock Prints. 1900–1975. University of Hawaii Press, Honolulu HI 1995.