Zechmeister (Film)
Film von Angela Summereder (1982)
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Zechmeister ist ein österreichischer dokumentarischer Spielfilm von Angela Summereder aus dem Jahr 1981. Der Film rekonstruiert den Fall der Oberösterreicherin Maria Zechmeister, die 1949 wegen Meuchelmordes an ihrem Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, obwohl weder ein Geständnis noch Beweise vorlagen.[1][2]
| Film | |
| Titel | Zechmeister |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Länge | 79 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Studio-Film |
| Stab | |
| Regie | Angela Summereder |
| Drehbuch | Angela Summereder |
| Produktion | Monika Maruschko |
| Musik | Christian Geerdes, Fritz Mikesch, Ursula Weck |
| Kamera | Hille Sagel |
| Schnitt | Dörte Völz |
| Besetzung | |
| |
Handlung und Form
Der Film geht von einem realen Gerichtsfall aus. Maria Zechmeister wurde beschuldigt, ihren Mann Anton Zechmeister vergiftet zu haben. Die gerichtlichen Ermittlungen stützten sich wesentlich auf Aussagen, Gerüchte, Protokolle, Befunde und Gutachten. Zechmeister macht daraus keine klassische Kriminalerzählung und keine nachträgliche Wiederaufnahme eines Justizfalls, sondern verbindet dokumentarisches Material, nachgestellte Szenen, Landschaftsbilder und Stimmen zu einer Untersuchung über Wahrheit, Vorurteil und Urteilsbildung.[3]
Die Viennale beschrieb den Film als Arbeit auf Grundlage von Prozessprotokollen, Anträgen, Aussagen und den Erinnerungen, die drei Jahrzehnte später von dem Fall geblieben waren. Maria Zechmeister selbst sowie mehrere Zeuginnen und Zeugen treten im Film als sie selbst auf; andere Rollen wurden mit Schauspielern oder Personen aus der Umgebung besetzt.
Produktion
Zechmeister entstand zwischen 1979 und 1981 in Österreich auf 16-mm-Film mit Magnetton. Angela Summereder schrieb das Drehbuch und führte Regie. In einem Gespräch zum Film hob Summereder besonders die Unterstützung durch Hille Sagel und Elfi Mikesch hervor.[3]
Elfi Mikesch wird in Summereders eigener Filmografie als Co-Regisseurin genannt. Weitere zentrale künstlerische und technische Positionen waren mit Hille Sagel an der Kamera, Dörte Völz im Schnitt und Monika Maruschko in der Produktionsleitung besetzt.[4]
Filmportal.de führt den Film als österreichischen Spielfilm von 1980/1981 mit einer Länge von 79 Minuten, im Format 16 mm und im Seitenverhältnis 1:1,33.[5]
Veröffentlichung
Der Film wurde 1981 bei der Viennale gezeigt. Die deutsche Uraufführung fand am 14. Februar 1982 im Internationalen Forum des Jungen Films in Berlin statt.[3]
Später wurde Zechmeister wiederholt im Kontext des österreichischen Autorenfilms gezeigt. Die Viennale präsentierte ihn 2020 in der Reihe „Austrian Auteurs“ und Florian Widegger bezeichnete ihn als „Schlüsselwerk aus der Stunde Null des neuen österreichischen Films“.[2][6] Das Filmarchiv Austria kündigte 2025 neue digitale Restaurierungen von Zechmeister und Blut in der Spur an und beschrieb Summereders Debüt als eine „verwegene Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm“.[7]
Rezeption
Der Filmdienst beschrieb Zechmeister als dokumentarischen Spielfilm, der eine historische Spurensuche betreibe und mit fremdartigen Spielszenen die Tatsachen rekonstruiere, die zur Verurteilung Maria Zechmeisters geführt hätten. In Landschaftsbildern beschwöre der Film eine Bedrohung durch Gerüchte und Vorurteile, die zum Indizienurteil beigetragen hätten.[8]
Im Katalogmaterial des Internationalen Forums des Jungen Films wurde der Bruch mit filmischen Konventionen hervorgehoben.[3] Die Spannung des Films entstehe nicht aus einer klassischen Gegenüberstellung von Argumenten, sondern aus der freien Betrachtung des Materials und aus einem besonderen Verhältnis von Bild und Ton. Das Filmarchiv Austria ordnete den Film rückblickend als eine in der österreichischen Filmlandschaft damals kaum vergleichbare Arbeit ein.[7]