Angela Summereder
österreichische Filmregisseurin
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Angela Summereder (* 1958 in Ort im Innkreis) ist eine österreichische Filmemacherin. In ihren Filmen arbeitet sie meist dokumentarisch und beschäftigte sich mit ihrer Heimat dem Innviertel.
Karriere
Summereder studierte Filmregie, Publizistik und Germanistik an den Universitäten Salzburg und Wien sowie an der Filmakademie Wien. Im Jahr 1992 schloss sie eine Promotion an der Universität Wien über die Filme von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet. Sie war von 1996 bis 2002 Waldorfschullehrerin für die Fächer Deutsch, Geschichte und Kunstgeschichte.[1]
Summereders erstes Werk ist der Kurzfilm Blut in der Spur von 1979, der eine Frau mit Menstruation im Bett und später durch den Schnee laufend zeigt. Er wurde ursprünglich auf Festivals in Wien, Berlin und Amsterdam gezeigt. Bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2026 war der Film Teil einer Reihe mit Werken des Sixpackfilm.[2] In ihrem ersten Langfilm Zechmeister von 1981 befasste sie sich mit dem Leben von Maria Zechmeister, die 1949 wegen angeblichen Meuchelmordes an ihrem Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Es gab weder Beweise noch ein Geständnis.[3][4] Der Film zeigt eine konflikthafte Zeit, in der nach dem Krieg selbstständig gewordene Frauen auf aus Kriegsgefangenschaft zurückkehrende Männer treffen. Im Interview sagte Summereder, dass sie bei dem Film versucht habe, echte Spielorte, Wortlaute aus Polizeiakten und teils fiktive Dialoge in einem Werk zu verbinden. Dadurch wollte sie ihren Film zwischen Dokumentarischem und Fiktionalem positionieren.[5]
Nach Zechmeister fehlte Summereder nach eigenen Angaben das Geld, um weiterhin in der Filmbranche zu arbeiten. Eine prekäre Tätigkeit wie das Filmemachen habe sie ihren beiden Kindern, die sie alleinerziehend großzog, nicht zumuten können.[5] In Vermischte Nachrichten von 2006 ging Summereder zusammen mit Michael Pilz im Stile des Cinéma vérité auf die Straßen des Innviertels und sammelte Alltagsgeschichten der Menschen ein. In Jobcenter von 2009 ging sie der Frage nach, was die Leistungsgesellschaft mit Menschen macht, die aus verschiedenen Gründen nicht arbeiten können. Sie fragte die Menschen etwa, woran sie außerhalb von Arbeit Freude haben. Das gezeigte Jobcenter in Ried im Innkreis verfolgte einen humaneren/offeneren Ansatz.[5]
Ihr Film B wie Bartleby feierte 2025 auf der Viennale Premiere und befasst sich mit den verschiedenen Deutungen der Erzählung Bartleby der Schreiber (1853) von Herman Melville. Dabei untersuchte Summereder, wie Menschen in unterschiedlichen Milieus den Satz „I would prefer not to“ (deutsch: Ich möchte lieber nicht.) verstehen. In einem Interview sagte sie, dass sie lieber nicht mit großen Stars und Produktionen zusammenarbeite und sich stattdessen auf langfristige Projekte konzentriere.[5]
Summereder produzierte eine Trilogie von Filmen über das Leben im Innviertel in Oberösterreich, bestehend aus Zechmeister (1981), Jobcenter (2010) und Aus dem Nichts (2015). Im Jahr 2025 zeigte die Viennale eine Retrospektive ihrer Arbeit.[5]
Summereder hat zwei Söhne.[6]
Filmografie (Auswahl)
- 1979: Blut in der Spur (Kurzfilm, Regie, Kamera)
- 1981: Zechmeister (Regie, Buch)
- 2004: Baustelle (Kurzfilm, Regie, Buch, Produktion)
- 2004: Ort-Ried. Momente einer Straße. (Regie, Buch, Produktion)
- 2006: RedRiverRinder (Videoinstallation mit Arthur Summereder)
- 2006: Vermischte Nachrichten (Regie, Buch, Produktion)
- 2008: Abendbrot (Kurzfilm, Regie)
- 2009: Jobcenter (Regie, Buch)
- 2013: Im Augenblick. Die Historie und das Offene (Kurzfilm, Regie, Buch)
- 2015: Aus dem Nichts (Regie, Buch)
- 2018: Die Tage wie das Jahr (Regie, Buch)
- 2025: B wie Bartleby (Regie, Buch)