Zina Saro-Wiwa
britischer Künstlerin und Filmregisseurin
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Zina Saro-Wiwa (* 1976 in Port Harcourt) ist eine britisch-nigerianische Künstlerin und Filmemacherin.[1] Ihre Arbeiten befassen sich mit Themen wie Umwelt, Macht, Trauer und der Ogoni-Kultur.[2]
Leben
Saro-Wiwa wurde 1976 in Port Harcourt geboren, wuchs in Surrey in England auf und studierte an der University of Bristol.[1] Sie ist eine Tochter des nigerianischen Schriftstellers und Umweltschützers Ken Saro-Wiwa, der Ende 1995 mit acht weiteren Aktivisten nach Protesten gegen die Ausbeutung des Ogoni-Landes durch die Ölindustrie von der nigerianischen Regierung hingerichtet wurde.[2] In ihrer Kindheit besuchte sie mit ihren Geschwistern Nigeria in den Ferien; diese Aufenthalte endeten, als die Ölproteste im Nigerdelta zunahmen und sie und ihre Zwillingsschwester Noo Saro-Wiwa 14 Jahre alt waren.[2] Nach einem Auslandsjahr in Brasilien und dem Studium in Bristol arbeitete sie als Moderatorin und Programmmacherin beim BBC-Hörfunk und -Fernsehen.[2] Nach rund einem Jahrzehnt als Rundfunkjournalistin verlagerte sie ihren Schwerpunkt auf Film und bildende Kunst und zog in die Vereinigten Staaten.[2]
Wirken
Saro-Wiwas Dokumentarfilm This Is My Africa porträtiert die afrikanische Kultur, indem er Yinka Shonibare, John Akomfrah, Lupita Nyong’o, Chiwetel Ejiofor und Colin Firth zu Wort kommen lässt.[1] Sie gilt als Gründungsfigur des Alt-Nollywood, das Erzähl-, Stil- und Bildkonventionen des nigerianischen kommerziellen Kinos für subversive und politisch herausfordernde Zwecke nutzt.[1]
In der Videoinstallation Eaten by the Heart, die sie für die Ausstellung The Progress of Love konzipierte, produzierte und inszenierte, untersuchte sie, wie Kultur die Aufführung von Liebe beeinflusst.[3] In Mourning Class: Nollywood und Sarogua Mourning nutzte sie Nollywood-Bildsprache für Trauerarbeit um ihren Vater.[4]
Seit 2014 betreibt sie in den früheren Büros ihres Vaters in Port Harcourt den Kunstraum Boys’ Quarters Project Space.[5] In Karikpo Pipeline stellte sie 2015 einen traditionellen Ogoni-Tanz einer stillgelegten Förderstation gegenüber und machte damit auf Verlust, Ausbeutung und kulturelle Rückaneignung im Nigerdelta aufmerksam.[6] Die Serie Table Manners zeigt Menschen aus dem Nigerdelta beim Essen und macht aus alltäglichen Gesten eine intime Form dokumentarischer Porträtkunst.[7]
Im Jahr 2016 kuratierte sie in London The Pineapple Show, eine Ausstellung über die kulturellen, emotionalen und politischen Bedeutungen der Ananas.[8] 2017 erhielt sie eine Guggenheim Fellowship und wurde von Foreign Policy als eine der Global Thinkers des Jahres 2016 aufgezählt.[9] Ihre erste europäische Einzelausstellung The Turquoise Meat Inside wurde 2018 bei Tiwani Contemporary in London gezeigt.[5] 2025/2026 war ihre Arbeit Karikpo Pipeline in der deutschsprachig dokumentierten Ausstellung Sich verwandt machen im Humboldt Forum in Berlin vertreten.[10]
Weblinks
- Zina Saro-Wiwa bei IMDb