Éditions Grasset & Fasquelle

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Die Éditions Grasset & Fasquelle (früher Éditions Bernard Grasset) ist ein 1907 von Bernard Grasset (1881–1955) gegründeter französischer Verlag in Paris (Rue des Saints-Pères). Er ist einer der bedeutendsten Literaturverlage Frankreichs.

Wegen seiner Bedeutung innerhalb der französischsprachigen Literatur (insbesondere als Verlag vieler Autoren, die den Prix Goncourt erhielten) wurde er schon mehrfach mit der Éditions Gallimard und der Éditions du Seuil verglichen und als Galligrasseuill karikiert.

Geschichte

Der Verlag wurde als Les Editions Nouvelles gegründet und veröffentlichte schon 1911 und 1912 Bücher von Preisträgern des Prix Goncourt. 1913 veröffentlichten sie Du côté de chez Swan des damals noch unbekannten Marcel Proust, dessen Manuskript zuvor von mehreren Verlagen zurückgewiesen worden war. Ab den 1920er Jahren kamen Autoren wie

dazu und 1921 wurde die Reihe Les Cahiers verts gegründet.

Weitere Autoren waren

Nach der Befreiung von Paris 1944 und dem Ende des Vichy-Regimes und der deutschen Besatzung musste Bernard Grasset vorübergehend die Verlagsleitung aufgeben, da die Commission consultative de l’épuration ihm Kollaboration mit den Besatzern vorwarf. Der Strafantrag vom 31. Oktober 1945 lautete auf lebenslanges Berufsverbot und Auflösung des Verlags. Grasset wurde 1949 wieder in seine Rechte eingesetzt und 1953 amnestiert.[1]

Grasset entdeckte Anfang der 1950er Jahre Hervé Bazin und Jacques Laurent. 1954 verkaufte er an Hachette Livre. Unter dem Neffen von Grasset, dem Schriftsteller Bernard Privat (1914–1985), wurde der Verlag neu organisiert und fusionierte 1967 mit dem Verlag Fasquelle.

Unter Privat kamen Autoren wie

und andere Vertreter der Nouvelle Philosophie hinzu.

Privat zog sich 1981 zurück und Jean-Claude Fasquelle (der auch Enkel des Verlegers von Émile Zola war) übernahm die Verlagsleitung. Zu den Autoren unter seiner Ägide gehörten

1983 gründete Fasquelle die Reihe Les Cahiers Rouge.

2000 übernahm Olivier Nora die Verlagsleitung. Zu den Autoren gehören ab den 2000er Jahren

Hinzu kommen klassische Autoren (unter anderem Hermann Hesse) und zum Beispiel Briefausgaben von berühmten Malern.

Mit Hachette gehörte Grasset & Fasquelle seit 1981 zur Groupe Lagardère. Mit der 2023 erfolgten Übernahme von Lagardère durch den Konzern von Vincent Bolloré wurde auch Grasset & Fasquelle Teil dieses Medienimperiums, dem vorgeworfen wird, eine Plattform für rechtskonservative und rechtspopulistische Einflüsse zu bieten. Nachdem Olivier Nora von Bolloré entlassen worden war, protestierten 140 Autoren[2], darunter Vanessa Springora, Bernard-Henri Lévy, Laurent Binet und Virginie Despentes, in einem offenen Brief gegen diesen Einfluss und kündigten an, den Verlag verlassen und die Rechte an bereits veröffentlichten Büchern zurückfordern zu wollen.[3][4]

2016 hatte Grasset & Fasquelle rund 5000 Titel im Katalog und veröffentlichen pro Jahr rund 170 neue Titel (Stand 2017).

Einzelnachweise

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