ÖKK

Schweizer Versicherungsunternehmen mit Sitz in Landquart From Wikipedia, the free encyclopedia

ÖKK ist eine schweizweit tätige Kranken- und Unfallversicherung mit Sitz in Landquart im Kanton Graubünden. Das Unternehmen ist in einer Holdingstruktur organisiert, deren oberstes Organ eine Stiftung bildet. ÖKK betreut rund 237'000 Privatkunden und Privatkundinnen sowie etwa 12'600 Unternehmenskunden.[5]

Schnelle Fakten Stiftung ÖKK ...
Stiftung ÖKK
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Rechtsform Stiftung/Holding
Gründung 2000
Sitz Landquart, Schweiz
Leitung Simon Neuner (Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Peder Plaz (Präsident des Verwaltungsrates)[1][2][3]
Mitarbeiterzahl 455 plus rund 13 Lernende[4]
Umsatz 1,04 Mrd. CHF (Prämieneinnahmen 2025 nach Swiss GAAP FER)
Branche Versicherungen
Website www.oekk.ch
Stand: 1. Januar 2026
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Unternehmensstruktur

Die Stiftung ÖKK besitzt 100 Prozent des Aktienkapitals der ÖKK Holding AG. Diese hält als Konzern-Muttergesellschaft je 100 Prozent des Aktienkapitals der ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG und der ÖKK Versicherungen AG (Konzern-Tochtergesellschaften).

Hinzu kommen Minderheitsbeteiligungen an der Shubidu AG sowie an der Diventa AG. ÖKK hält Kapitalanlagen an der Centris AG sowie der MedidataAG. Zudem stellt ÖKK die Hälfte der Stiftungsratsmitglieder der ÖKK Beruflichen Vorsorge.[5]

Geschichte

Die historischen Wurzeln von ÖKK reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück.[6] Als eine der frühen Vorläuferorganisationen gilt der 1836 gegründete Krankenverein der Herren Gewerbetreibenden von Winterthur, der der sozialen Absicherung von Gewerbetreibenden diente.

Zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden im Kanton Graubünden zahlreiche lokale Hilfs- und Krankenkassen. Diese schlossen sich 1902 zum Kantonalverband Bündnerischer Krankenkassen zusammen, der der Koordination der regionalen Krankenkassen diente. Er bildete eine organisatorische Grundlage für spätere Zusammenschlüsse.

1942 wurde der Rückversicherungs-Verband Graubünden (RVG) gegründet, der die angeschlossenen Krankenkassen insbesondere bei der Finanzierung kostenintensiver Behandlungen unterstützte.

Im Zuge struktureller Veränderungen im Krankenversicherungssystem gründete der RVG 1993 die Stiftung ÖKK Graubünden. Ziel war die organisatorische Zusammenführung mehrerer regionaler Krankenkassen. Im Rahmen des Projekts «ÖKK 2000» schlossen sich in den folgenden Jahren 42 Bündner Krankenkassen zusammen.

Im Jahr 2000 entstand daraus die ÖKK Kranken- und Unfallversicherung AG. Der Zusammenschluss stand im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Schweizer Krankenversicherungsgesetzes (KVG),[7] das 1996 in Kraft trat.

In den folgenden Jahren weitete ÖKK ihre Tätigkeit über den Kanton Graubünden hinaus aus. 2005 wurde ÖKK Winterthur übernommen. 2007 kam es im Zusammenhang mit ÖKK Basel zu einer Neuordnung der Markenrechte; das Unternehmen trat in der Folge unter dem Namen Sympany auf[8][9]

Zwischen 2007 und 2018 übernahm ÖKK mehrere kleinere Krankenkassen, darunter Flaachtal, Hotela,[10] die kmu-Versicherung[11] und Turbenthal.

Seit den 2010er-Jahren wurden verschiedene Massnahmen zur Digitalisierung von Dienstleistungen und internen Prozessen umgesetzt, unter anderem durch den Ausbau digitaler Kunden- und Kommunikationsplattformen.

Der Name «ÖKK» (ursprünglich «Öffentliche Krankenkasse») hat heute keine spezifische Bedeutung mehr.

Im März 2026 erfolgte eine Markenweiterentwicklung mit einem neuen Markenauftritt.[12]

Geschäftstätigkeit

ÖKK ist eine in der Schweiz tätige Kranken- und Unfallversicherung. Das Unternehmen betreibt rund 30 Agenturen in mehreren Kantonen und bietet seine Dienstleistungen sowohl über regionale Geschäftsstellen als auch über digitale Kanäle an.

Ein Teil der Versicherten stammt aus dem Kanton Graubünden, der als historischer Schwerpunkt gilt. Gleichzeitig ist das Unternehmen auch in anderen Regionen der Schweiz tätig.

Das Unternehmen beschäftigt rund 460 Mitarbeitende und bildet Lernende in verschiedenen kaufmännischen und versicherungsbezogenen Berufen aus.

Geschäftsfeld Privatkunden

ÖKK bietet Leistungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach dem Schweizer Krankenversicherungsgesetz (KVG) sowie Zusatzversicherungen (VVG) an. Dazu gehören unter anderem Versicherungen für Spitalaufenthalte, Präventions- und Gesundheitsangebote sowie ergänzende Versicherungen, etwa für Alternativmedizin, Zahnbehandlungen oder Reisen. Zudem werden alternative Versicherungsmodelle der Grundversicherung angeboten, darunter Hausarzt-, Telmed- oder HMO-Modelle. Gemeinsam mit Partnern bietet ÖKK auch Rechtschutz- und Todesfall-Versicherungen an.

Ein Bonusprogramm für Versicherte wird über die 2024 neu eingeführte App „Simpla“ abgewickelt. Die Anwendung umfasst Angebote zur Förderung von Bewegung und allgemeinen Gesundheitsgewohnheiten sowie Informationsinhalte zu verschiedenen Gesundheitsthemen.

Geschäftsfeld Unternehmenskunden

Für Unternehmen und öffentliche Institutionen bietet ÖKK Lösungen in den Bereichen kollektive Kranken- und Unfallversicherung sowie berufliche Vorsorge an. Dazu zählen insbesondere Krankentaggeldversicherungen, Unfallversicherungen sowie Dienstleistungen im Bereich Case Management.

Im Geschäftsfeld Unternehmen arbeitet ÖKK mit einem breit abgestützten Netzwerk unabhängiger Schweizer Brokergesellschaften zusammen.

Geschäftsfeldentwicklung

Im Jahr 2026 (Stand: 1. Januar 2026) betreut ÖKK rund 237’000 Privatkunden und Privatkundinnen sowie 12’600 Unternehmen und Institutionen. Die Zahl der Grundversicherten entwickelte sich in den vorangegangenen Jahren von 192’700 im Jahr 2024 auf 229’000 im Jahr 2025.[5][13]

Die verdienten Prämien beliefen sich 2025 auf insgesamt 1,04 Milliarden Schweizer Franken. Davon entfielen 814,4 Millionen auf die Grundversicherung, 195,3 Millionen auf Zusatzversicherungen und 31,5 Millionen auf die Unfallversicherung.

Der Konzerngewinn lag 2025 bei 6,4 Millionen Schweizer Franken (2024: 22,5 Millionen). Als Gründe für den Rückgang werden unter anderem höhere Leistungsaufwendungen, gestiegene Rückstellungen sowie höhere Zahlungen in den Risikoausgleich genannt.

Im Zusammenhang mit dem Anstieg der Versichertenzahlen wird im Tagesanzeiger darauf hingewiesen, dass ein starkes Wachstum erhöhte Anforderungen an die Finanzreserven stellt. Die Solvenzquote von ÖKK lag laut Tagesanzeiger im Branchenvergleich unter dem Durchschnitt der grössten Krankenkassen, jedoch gemäss Medienbericht «nicht in einem Bereich, der Sorgen bereitet».[14]

Einzelnachweise

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