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Škoda Regiopanter

Markenbezeichnung für Baureihen niederfluriger elektrischer Triebzüge des tschechischen Herstellers Škoda From Wikipedia, the free encyclopedia

Škoda RegioPanter bezeichnet eine Plattform niederfluriger elektrischer Triebzüge des tschechischen Herstellers Škoda Vagonka.[3][4][5][6] Sie umfasst zwei- bis vierteilige Züge unterschiedlicher Ausführungen mit den herstellerseitigen Typenbezeichnungen 7Ev, 14Ev, 15Ev, 16Ev, 18Ev, 19Ev, 20Ev, 21Ev und 28Ev.[7]

Schnelle Fakten
Škoda RegioPanter
440/441 001 der ČD auf dem Versuchsring Velim (2009)
440/441 001 der ČD auf dem Versuchsring Velim (2009)
440/441 001 der ČD auf dem Versuchsring Velim (2009)
Hersteller: Škoda Vagonka, Ostrava
Baujahr(e): seit 2011
Achsfolge: Bo’2’+2’Bo’ (zweiteilig)
Bo’2’+Bo’2’+2’Bo’ (dreiteilig)
Bo’2’+Bo’2’+2’Bo’+2’Bo’ (vierteilig)[1]
Spurweite: 1435 / 1520 mm
Länge: Endwagen: 26 450 mm
Mittelwagen: 26 500 mm[2]
Länge über Kupplung: 52 900 mm (zweiteilig)[1][2]
79 400 mm (dreiteilig)[1][2]
105 900 mm (vierteilig)[1]
132 400 mm (fünfteilig)
158 900 mm (sechsteilig)
Breite: 2820 mm / 3430 mm
Höhe: 4260 mm[1][2]
Drehzapfenabstand: 19 000 mm[2]
Drehgestellachsstand: 2400 mm[2]
Raddurchmesser: 850/770 mm[2]
Leermasse: 102,8 t (zweiteilig, Zweisystem)[2]
152,5 t (dreiteilig, Zweisystem)[2]
144 t (dreiteilig, Gleichstrom)[2]
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h[1][2]
Dauerleistung: 1360 kW (zweiteilig)
2040 kW (dreiteilig)
2720 kW (vierteilig)
3400 kW (fünfteilig)[1]
Stundenzugkraft: 131 kN (zweiteilig)[2]
196,5 kN (dreiteilig)[2]
262,0 kN (vierteilig)
327,5 kN (fünfteilig)
Beschleunigung: 1,1 m/s²[1]
Stromsystem: 3 kV=,[1]
25 kV, 50 Hz~[1]
15 kV, 16,7 Hz~
Stromübertragung: Oberleitung
Fahrmotoren: 4 (zweiteilig)
6 (dreiteilig)
8 (vierteilig)[1]
Zugbremse: (Rückspeisung/Widerstände)
2205 kW/1695 kW(dreiteilig)[2]
1470 kW/1130 kW(dreiteilig)[2]
Kleinster Halbmesser: 90 m[2]
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung
Fußbodenhöhe: 580 / 800 mm
(nach Kundenwunsch)[2]
Niederfluranteil: 60–64 %
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Erstkunde für diese Fahrzeuge war das staatliche tschechische Eisenbahnverkehrsunternehmen České dráhy (ČD), das im Jahr 2011 insgesamt 19 Triebzüge verschiedener Konfiguration orderte. Die ersten beiden Prototypen wurden am 3. November 2011 am Stammsitz von Škoda in Plzeň der Öffentlichkeit präsentiert.[8]

RegioPanter in unterschiedlichen Längen wurden von verschiedenen Eigentümern und Betreibern in Tschechien, der Slowakei, Lettland, Estland, Usbekistan und Bulgarien bestellt und kommen sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr zum Einsatz. Die Fahrzeuge sind für unterschiedliche Bahnstromsysteme verfügbar und werden auch als Batteriefahrzeuge geliefert.

Technische Merkmale

Ausfahrt des 440 009 in Hradec Králové hlavní nádraží (2013)
Innenraum eines RegioPanters der ČD-Baureihe 650.0

Die kleinste betriebliche Einheit besteht aus zwei kurzgekuppelten Triebwagen, die jeweils an einem Ende einen Führerstand besitzen. Konfigurationen als zwei-, drei- und vierteilige Einheit wurden bisher geliefert. Als InterPanter wurden auch fünfteilige Einheiten gebaut. In einem Werbeprospekt werden außerdem sechsteilige Konfigurationen genannt.[9] 65 Prozent des Fahrgastraumes sind niederflurig ausgeführt. Die Einstiegshöhe der Niederflureinstiege ist auf 550 mm über Schienenoberkante bemessen. Für den Einsatz auf russischer Breitspur werden Versionen mit breiterem Wagenkasten angeboten, die das dortige Lichtraumprofil ausnutzen.

Der Wagenkasten besteht bis auf die Führerstände aus großflächig gezogenen Aluminiumprofilen. Jeder Triebwagen besitzt ein Trieb- und ein Laufdrehgestell.

Elektrischer Teil

Die Fahrzeuge für den Betrieb mit 25 kV verfügen über einen Siemenstransformator Typ EFAT6145(7EV), der eine Leistung von 2 × 640 kVA aufweist. Die Ausgangsspannung beträgt 1878 V, die Ausgangsstromstärke 341 A. Zusammen mit der Kühlflüssigkeit wiegt der Transformator 2,8 t. Die Drehstrom-Fahrmotoren vom Typ Škoda ML 3942 K/4 erreichen eine Leistung von je 340 kW. Die Rückspeisung von Bremsenergie in die Fahrleitung ist vorgesehen. Die elektrische und pneumatische Ausrüstung wurde auf dem Dach angeordnet.

Akkumulatortriebwagen

Für den Betrieb auf Strecken ohne elektrische Fahrleitung wurden Varianten mit zusätzlicher Traktionsbatterie geliefert. Darüber hinaus kann zur Reichweitenverlängerung zusätzlich ein Dieselmotor eingebaut werden.

Versionen und Einsatzgebiete

Tschechien

Typ 7Ev: erste Generation für den Regionalverkehr der ČD

Erster Kunde für die RegioPanter-Plattform war die ČD. Am 14. Januar 2011 orderten die ČD insgesamt 15 dreiteilige und 4 zweiteilige Züge des Typs 7Ev für 2,511 Milliarden Kč. Die Bestellung gliederte sich wie folgt:[10]

  • sieben dreiteilige Einsystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV, Baureihe 440) für den Einsatz in der Region Ústi (Strecken Litvínov – Ústí nad Labem sowie Kadaň – Most – Ústí nad Labem – Děčín)
  • fünf dreiteilige Einsystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV, Baureihe 440) für den Einsatz in den Regionen Pardubice und Hradec Králové (Strecke Pardubice – Hradec Králové – Jaroměř)
  • drei dreiteilige Zweisystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV und Wechselspannung 25 kV bei 50 Hz, Baureihe 640) für den Einsatz in der Region Olmütz (Strecken Šumperk – Zábřeh na Moravě und Olomouc – Prostějov – Nezamyslice)
  • vier zweiteilige Zweisystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV und Wechselspannung 25 kV bei 50 Hz, Baureihe 650) für den Einsatz in der Region Südböhmen (Strecke Strakonice – České Budějovice – České Velenice)

40 Prozent der Kaufsumme wurden über ein regionales Förderprogramm der Europäischen Union finanziert.[11][12] Das erste Fahrzeug wurde im November 2011 vorgestellt.[13] Die Fahrzeuge wurden im Zeitraum ab dem zweiten Halbjahr 2012 bis Ende 2014 an die ČD ausgeliefert. Im September 2012 wurde der Prototyp 440 001 auf der InnoTrans in Berlin ausgestellt. Seit dem Herbst 2012 kommen die Fahrzeuge auf der Linie U1 (Děčín hl. n. – Most) in der Region Ústi planmäßig zum Einsatz und ersetzten dort die bislang verkehrenden lokomotivbespannten Garnituren.

Die Triebzüge der Baureihe 440, die im Ústecký kraj eingesetzt werden, wurden 2021–2022 zu Zweisystemeinheiten der Baureihe 640.1 umgebaut. Begründet ist das vor allem mit der Elektrifizierung der Strecke Kadaň – Prunéřov – Kadaň mit Wechselspannung 25 kV und 50 Hz und dem schon länger geplanten Durchlauf der Züge von Děčín.[14]

Im September 2017 orderten die ČD weitere neun Einheiten des Typs 7Ev in Ausführung der zweiteiligen Baureihe 650, die seit Ende 2018 auf der Linie P1 auf der Strecke Plzeň – Horažďovice im Einsatz stehen.[15][16] Mit Dezember 2023 lief der Verkehrsvertrag der ČD auf dieser Strecke aus. In der Folgeausschreibung für diese Verkehre wurde verlangt, dass der Gewinner diese – aus EU-Fördermitteln mitfinanzierten und daher an dieses Einsatzgebiet gebundene – Fahrzeuge übernehmen muss. Somit wurden diese Einheiten, 650 009–017, an Arriva vlaky verkauft, welche diese Strecke seit Dezember 2023 bedient und die Fahrzeuge in weiterer Folge mit ETCS ausgestattet hat.[17][18]

Die ČD vermarktet diese Fahrzeuge und die Folgeserien auch aktiv als RegioPanter, dieser Name ist auf den Zügen in Form eines Schriftzuges mit einer stilisierten Großkatze angebracht.

Region Südmähren: 18Ev und 19Ev

Im Dezember 2019 unterzeichnete der Jihomoravský kraj (Region Südmähren) einen Vertrag zur Lieferung von 31 vierteiligen (18Ev, Baureihe 530) und 6 zweiteiligen (19Ev, Baureihe 550) Triebzügen für den Einsatz im Ballungsraumverkehr um Brünn, um dort die überalterten Züge der Reihe 560 zu ersetzen. Die Vereinbarung hat ein finanzielles Volumen von 6,5 Milliarden Kronen.[19][20] Wie bei den Zügen für die ZSSK wird ein Teil der Produktion, die Montage und Fertigstellung von 29 Zwischenwagen, durch ŽOS Trnava übernommen.[21]

Auch wenn diese Züge durch die ČD betrieben werden, erfolgte die Beschaffung im Gegensatz zu den Fahrzeugen für die anderen Regionen durch die Gebietskörperschaft selbst. Die Region Südmähren ist Eigentümer der Fahrzeuge, weshalb diese Fahrzeuge auch in dessen rot-weiß-schwarzen Design versehen sind. Die in Tschechien als Weinanbaugebiet bekannte Region hat die einzelnen Fahrzeuge nach Rebsorten benannt, welche in Südmähren vorkommen. Die gesamte Flotte wird auch als Moravia bezeichnet, nach der ersten Lokomotive, die von Brünn nach Wien fuhr.[22]

Folgebeschaffungen der ČD: 15Ev und 20Ev sowie Akkuzüge 15Ev3 und 15Ev5

Im gleichen Jahr unterzeichneten die ČD einen Auftrag über bis zu 50 Zweiwagenzüge (Typ 15Ev), die schließlich als Baureihe 650.2 bestellt und ab 2020 ausgeliefert wurden. Äußerlich sind die Fahrzeuge vor allem an geänderten Scheinwerferumrandungen zu erkennen.

Im November 2020 schloss die ČD einen Rahmenvertrag im Wert von umgerechnet etwa 360 Millionen Euro über maximal 60 Dreiwagenzüge der Baureihe 640.2 (Typ 20Ev) ab. In einem ersten Abruf wurden 29 Züge bestellt. Sie werden seit 2023 ausgeliefert. Die Züge besitzen rund 240 Sitzplätze und erhalten das europäische Zugsicherungssystem ETCS.[23]

Im Dezember 2021 riefen die ČD weitere 31 dreiteilige Einheiten aus dem Rahmenvertrag mit Škoda Transportation ab, welche für die Regionen Mittelböhmen, Ústí nad Labem und Hradec Králové vorgesehen sind. 22 Züge (640 234–255) sind für das PID-Netz um Prag vorgesehen und erhielten die grau-rote PID-Farbgebung. Sie besitzen 16 Sitzplätze in der 1. Klasse und damit doppelt so viele wie die RegioPanter der anderen Regionen. Insgesamt sind 225 Sitze eingebaut.[24]

Baureihe 690.2 im Batteriebetrieb

2023 beschlossen die ČD und Škoda, die vier letzten Züge der Serie zusätzlich zur regulären Zweisystemausrüstung mit Traktionsbatterien auszurüsten. Dafür sind zur üblichen elektrischen Ausrüstung drei LTO-Akkumulatoren auf dem Dach eingebaut. Die Reichweite im Akkumulatorbetrieb soll mindestens 80 Kilometer betragen. Im Mai 2024 wurden Probefahrten mit dem Triebzug 690 247 durchgeführt.[25][26] Seit dem Dezember 2024 sind vier Züge des Typs Škoda 15Ev3 auch auf nicht-elektrifizierten Strecken in der mährisch-schlesischen Region im Osten Tschechiens im Einsatz auf der Linie S6 Ostrava – Veřovice im Einsatz. Sie erhielten die Baureihenbezeichnung 690.2 (Typ 15Ev3) und eine angepasste Lackierung mit grünen Elementen.[27] Die Akkumulatorfahrzeuge sind rund 1,4 Millionen Euro teurer als die reinen Oberleitungsfahrzeuge.[28]

Da beide insgesamt 110 Einheiten umfassenden Rahmenverträge vollständig ausgeschöpft waren[29], wurde 2022 eine weitere Ausschreibung gestartet, um 15 weitere Akkuzüge für die mährisch-schlesische Region zu beschaffen.[30]

Im Jahr 2024 wurden als Ergebnis der Ausschreibung 15 Fahrzeuge des modifizierten Typs Škoda 15Ev5 als Baureihe 690(.0) bestellt. Die zweiteiligen Züge mit einer Dauerleistung von 1360 kW erhalten 150 Sitzplätze, davon acht in der 1. Klasse. Im Unterschied zu den 15Ev3 haben die 15Ev5 Akkumulatoren von ABB statt Toshiba. Sie haben eine höhere Kapazität und ermöglichen eine höhere Traktionsleistung (10,9 kW/t). Zudem wurde die Sitzplatzzahl erhöht, indem einer der vier Eingangsbereiche entfiel.[31][32][33][34]

RegioJet; 15Ev, 20Ev sowie Dieselbatterie-Hybridzüge 27Ev

Im Mai 2024 bestellte RegioJet 23 RegioPanter, die ab 2026 im Regionalverkehr um Ústí nad Labem eingesetzt werden sollen. Die 15 Zweiwagen- und 8 Dreiwagenzüge werden wie die weitgehend baugleichen für die ČD gelieferten Züge in die Baureihen 650.2 und 640.2 eingereiht. Sie sind 53 beziehungsweise 80 Meter lang und bieten 142 oder 228 Sitzplätze. Für die Fahrgäste sind WLAN, Steckdosen und USB-Ladebuchsen verfügbar.[35][36][37]

Im September 2025 stellte Škoda das Konzept eines um einen Dieselmotor ergänzten batterieelektrischen RegioPanter vor. Zusätzlich zur Zweisystemausrüstung (3 kV und 25 kV) werden Traktionsbatterien und ein Diesel-Powerpack mit Generator eingebaut. Der Dieselmotor erhöht die Reichweite und soll mit HVO-Kraftstoff betrieben werden. Ist kein Bedarf für die hohe Reichweite vorhanden, können die Dieselmotoren ausgebaut werden. Bis Dezember 2029 soll RegioJet 18 zweiteilige und 16 dreiteilige Triebzüge (Typ 27Ev) erhalten und wird sie anschließend im Nordosten Böhmens einsetzen.[38][39]

Übersicht

Weitere Informationen Typ, Baureihe ...
Typ Baureihe Nummern Eigentümer Bild Anzahl Baujahre Konfiguration Stromsystem Anmerkungen
18Ev 530 001–031 Jihomoravský kraj 31 2022 vierteilig 25 kV, 50 Hz~
19Ev 550 001–006 Jihomoravský kraj 6 zweiteilig 25 kV, 50 Hz~
7Ev 640 001–008 České dráhy 8 2012–2014 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
7Ev 640.1

(ex 440)

101–112 České dráhy 12 2012–2014, Umbau 2021/2022 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
Umbau von Einsystem- (3 kV=) auf Mehrsystemfahrzeuge (3 kV= und 25 kV, 50 Hz~) und Umbenennung von 440 auf 640
20Ev 640.2 201–260 České dráhy 60 2022–2024 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
20Ev 640.2 261–268 Regiojet 8 2025–2026 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
7Ev 650 001–008 České dráhy 8 2012–2018 zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
7Ev 650 009–017 Arriva vlaky

(ex České dráhy)

9 2012–2018 zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
Fahrzeuge wurden 2023 im Zuge des Übergangs des Verkehrsvertrags von der ČD an Arriva verkauft
15Ev 650.2 201–246 České dráhy 46 2021–2024 zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
15Ev 650.2 251–265 Regiojet 15 2025–2026 zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
15Ev5 690 001–015 České dráhy 15 2025– zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~ mit Batterie
15Ev3 690.2 247–250 České dráhy 4 2024
27Ev Regiojet 16 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~ mit Batterie und Dieselpowerpack
27Ev 692 Regiojet 18 zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~ mit Batterie und Dieselpowerpack
Summe 256
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Fernverkehr (10Ev InterPanter)

Im August 2014 bestellte die ČD zudem 14 Einheiten für den innerstaatlichen Fernverkehr. Der Auftrag umfasst zehn fünfteilige und vier dreiteilige Triebzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, die unter beiden in Tschechien vorhandenen Stromsystemen einsetzbar sind.[40][41] Die erste Einheit wurde am 25. Juni 2015 in Velim vorgestellt. Im Gegensatz zu den Regionalbaureihen werden die Züge von ČD und Škoda als „InterPanter“ beworben.[5][6] Am 4. November 2015 nahmen die ersten Triebzüge den planmäßigen Betrieb auf der Strecke Olomouc – Přerov – Břeclav – Brno auf.[42]

Weitere Informationen Typ, ČD-Baureihe ...
Typ ČD-Baureihe Bild Stückzahl Konfiguration Stromsystem
10Ev 660.0 4 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
10Ev 660.1 10 fünfteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
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Deutschland

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen National Express hatte sich an der Ausschreibung für den Betrieb der S-Bahn Nürnberg ab 2018 beteiligt und dafür 38 fünfteilige Züge mit 425 Sitzplätzen bei Škoda geordert.[43] Der Auftrag hatte einen Umfang von rund 360 Mio. Euro.[44][45] Anfang Februar 2015 gab die Bayerische Eisenbahngesellschaft den Gewinn für beide Lose bekannt. Es wurde jedoch Einspruch seitens des Mitbewerbers eingelegt. In dessen Folge gab National Express im Oktober 2016 bekannt, dass aufgrund der Verzögerungen beim Vergabeverfahren eine fristgerechte Aufnahme des Betriebes nicht möglich sei und man sich deshalb als Betreiber der Nürnberger S-Bahn zurückziehe.[46] Der Auftrag für Škoda wurde storniert.

Slowakei

Einheiten der Reihen 660 und 661 in Žilina

Das staatliche slowakische Eisenbahnverkehrsunternehmen Železničná spoločnosť Slovensko (ZSSK) bestellte im März 2018 insgesamt 25 Triebzüge für den Regionalverkehr. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem slowakischen Eisenbahnausbesserungswerk ŽOS Trnava hergestellt, welche die Verantwortung für die Montage der Zwischenwagen trägt.[47] Geordert wurden 13 dreiteilige Züge mit 247 Sitzplätzen und 12 vierteilige Züge mit 343 Sitzplätzen in Zweisystemausführung (3 kV Gleichspannung / 25 kV, 50 Hz Wechselspannung) und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der Vertrag hat ein Volumen von insgesamt 160 Millionen Euro.[48][49] Die ersten beiden fertiggestellten Triebzüge wurden im Juli 2019 zum Versuchsring Velim überführt.[50]

Seit Dezember 2020 werden die Züge von Žilina aus planmäßig im Regionalverkehr eingesetzt. Zunächst verkehren sie auf den Linien Žilina – Trenčín, Žilina – Čadca – Zwardoń und Žilina – Liptovský Mikuláš.[51]

Im September 2021 bestellte die ZSSK neun Vierwagenzüge mit einer Option auf elf weitere Züge. Fünf Fahrzeuge dieser Option wurden ein Jahr später bestellt, diese Serie ist für die Ostslowakei vorgesehen und soll ab 2025 geliefert werden.[52] Die letzten sechs Panter aus der Option wurden im November 2024 geordert, im Mai 2026 soll das letzte Fahrzeug übergeben werden.[53]

Im Dezember 2025 schloss die ZSSK einen Rahmenvertrag über 36 zweiteilige Akkumulatortriebzüge des Typs 15Ev ab. Aus diesem wurden zunächst 16 Fahrzeuge um 144 Millionen Euro bestellt, diese sollen bis Mitte 2028 ausgeliefert werden. Die Endmontage soll ebenso bei ŽOS Trnava erfolgen. Sie sind für den Einsatz auf den Strecken Trnava – Leopoldov – Nitra – Nové Zámky, Žilina – Rajec und Žilina – Martin – Banská Bystrica – Zvolen vorgesehen.[54] Die Akkumulatortriebzüge sind für 80 Kilometer Reichweite ausgelegt.[55]

Weitere Informationen Typ, ZSSK-Baureihe ...
Typ ZSSK-Baureihe Bild Stückzahl Konfiguration Stromsystem
14Ev 660 32 vierteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
14Ev 661 13 dreiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~
15Ev 16 zweiteilig 3 kV=
25 kV, 50 Hz~

mit Batterie

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Lettland

Innenraum eines lettischen RegioPanters

Am 30. Juli 2019 bestellte das staatliche lettische Eisenbahnverkehrsunternehmen Pasažieru Vilciens insgesamt 32 vierteilige Triebzüge des Typs 16Ev, die im Nahverkehr von Riga nach Aizkraukle, Tukums, Skulte und Jelgava eingesetzt werden sollen. Der Vertrag hat ein Volumen von über sechs Milliarden Kronen. Die Lieferung der Züge war in den Jahren 2020 bis 2023 vorgesehen.[56][20]

Die Vierwagenzüge sind breitspurig, fast 110 Meter lang und 3,43 Meter breit. Das breite Profil erlaubt eine Sitzanordnung von 3+2, sodass 436 Sitzplätze vorhanden sind. Die Züge besitzen zwei Türen pro Wagen und Seite; die Einstiegshöhe der Züge liegt bei 600 Millimetern über der Schienenoberkante.

Der erste Triebzug wurde am 23. Februar 2022 im Werk in Ostrava vorgestellt. In Folge des Kriegs in der Ukraine findet der Transport nicht wie geplant mit der Schiene durch die Ukraine und Belarus, sondern auf der Straße statt.[57] Am 15. Dezember 2023 nahmen die ersten Züge den Fahrplanbetrieb auf.[58]

Einen weiteren Auftrag erhielt Škoda im Dezember 2025. Das Unternehmen wird ab 2029 neun zweiteilige Akkumulatortriebzüge vom Typ 28Ev liefern. Es besteht eine Option über sieben weitere Züge. Sie erhalten 188 Sitze, davon 24 in der ersten Klasse. In der zweiten Klasse wird es eine 3+2-Bestuhlung geben, wobei mit 3,43 Meter breiten Wagenkästen das große Lichtraumprofil ausgenutzt wird. Vor dem Einsatzbeginn sollen sieben Ladestationen mit 25 kV Wechselspannung gebaut werden. Maximal sollen 80 Kilometer lange oberleitungslose Abschnitte befahren werden.[59]

Weitere Informationen Typ, Bild ...
Typ Bild Stückzahl Konfiguration Länge Breite Höhe Sitzplätze Leistung Höchstgeschwindigkeit Stromsystem
16Ev 32 vierteilig 109 820 mm 3430 mm 4575 mm 436 6 × 550 kW 160 km/h 3 kV =
25 kV, 50 Hz ~ nach Umstellung
28Ev 9 zweiteilig 56 540 mm 3430 mm 4560 mm 188 160 km/h,

120 km/h (Akkumulatorbetrieb)

3 kV =
25 kV, 50 Hz ~ nach Umstellung
Akkumulator
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Estland

Die estnische Eisenbahngesellschaft Elron bestellte 2021 sechs breitspurige Dreiwagenzüge. Im Januar 2023 wurde die Option über den Kauf von zehn weiteren Zügen eingelöst. Die RegioPanter des Typs 21Ev werden in zwei Varianten geliefert: Elf Züge sind für längere Strecken vorgesehen und erhalten 236 Sitze, davon 32 in der ersten Klasse, die übrigen fünf haben 263 Sitze, aber keine erste Klasse. Das große Lichtraumprofil Estlands erlaubt einen Sitzteiler von 2+3. Im Fahrgastraum sind Klimaanlage, WLAN und Steckdosen vorhanden. Die Zweisystemzüge können unter 3 kV Gleichspannung und 25 kV/50 Hz Wechselspannung verkehren und erreichen maximal 160 km/h.[60][61] Die Züge sollen von 2024 bis 2027 ausgeliefert werden.[62] Wie bereits bei den Zügen für Lettland findet der Transport von Tschechien bis Lettland auf der Straße statt.[63]

Die Züge verkehren seit November 2025 auf der Linie Tallinn–Klooga und ab Januar 2026 auf der Linie Tallinn-Tapa.[64]

Weitere Informationen Typ, Bild ...
Typ Bild Stückzahl Konfiguration Stromsystem
21Ev 16 dreiteilig 3 kV =
25 kV, 50 Hz ~
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Usbekistan

Die Oʻzbekiston Temir Yoʻllari bestellten im Oktober 2023 insgesamt 30 vierteilige Triebzüge mit einem Auftragswert von 320 Mio. Euro mit einer Option der Vergrößerung des Auftrags auf bis zu 100 Triebwagen. Der Bau der Triebzüge, die weitestgehend identisch zu den nach Lettland und Estland gelieferten Zügen sein sollen, soll ab 2024 durchgeführt werden, wobei die Produktion hauptsächlich in Ostrava und die Montage in Usbekistan durchgeführt werden sollen.[65][66]

Aufgrund von Finanzierungsproblemen kam der Auftrag in dieser Form nicht zustande.[66] Im April 2026 wurde zwischen tschechischen und usbekischen Regierungsvertretern mit Unterstützung von EU-Institutionen ein Übereinkommen unterzeichnet, welches nun die Lieferung von zehn Fahrzeugen vorsieht.[67]

Bulgarien

Im September 2024 bestellten die Bălgarski Dăržavni Železnici (BDŽ) 20 vierteilige Triebzüge mit einem Auftragswert von 511,4 Mio. Lewa (261,4 Mio. Euro).[68] Die dabei vereinbarte Option für fünf weitere Triebzüge wurde im Dezember desselben Jahres eingelöst. Die Fahrzeuge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt und erhalten das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 2. Die Triebzüge verfügen über eine Kapazität von 333 Sitzplätzen und im Fahrgastraum über eine Klimaanlage und WLAN. Außerdem beinhaltet der Auftrag die Instandhaltung der Triebfahrzeuge über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren.[69][70] Die Züge sollen im bulgarischen Regional- und Fernverkehr eingesetzt werden[71] und werden bei der BDŽ als Baureihe 34 geführt.[72]

Im November 2025 wurde der erste Zug der von Škoda als 18Ev2 bezeichneten Serie in Pilsen vorgestellt. Die ersten acht Triebwageneinheiten nahmen am 14. August 2026 den Fahrgastbetrieb auf, bis 20. August 2026 sollen die ersten 20 Fahrzeuge in Betrieb sein.[73]

Weitere Informationen Typ, Bild ...
Typ Bild Stückzahl Konfiguration Stromsystem
18Ev2 25 vierteilig 25 kV, 50 Hz ~
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Siehe auch

Literatur

  • Železniční magazín (ŽM) 9/2010
Commons: Škoda RegioPanter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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