15 Jahre
Film von Chris Kraus (2023)
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15 Jahre ist ein deutsch-österreichisch-luxemburgischer Spielfilm vom Regisseur Chris Kraus aus dem Jahr 2023 mit Hannah Herzsprung, Albrecht Schuch, Hassan Akkouch und Christian Friedel. Es handelt sich um die Fortsetzung des Gefängnisdramas Vier Minuten (2006).[3]
| Film | |
| Titel | 15 Jahre |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland, Österreich, Luxemburg |
| Originalsprache | Deutsch, Arabisch, Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 144 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | Four Minutes Filmproduktion, Dor Film, Samsa Film, Senator Film |
| Stab | |
| Regie | Chris Kraus |
| Drehbuch | Chris Kraus |
| Produktion | Ulf Israel, Danny Krausz |
| Musik | Annette Focks |
| Kamera | Daniela Knapp |
| Schnitt | Uta Schmidt |
| Besetzung | |
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| Chronologie | |
Handlung
Die Karriere des Klavier-Wunderkindes Jenny endete 15 Jahre zuvor, als sie mit ihrem damaligen Freund dessen Vater ermordete und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, während er freikam – zu Unrecht, da sie nur die Waffe besorgt, er aber die Tat begangen hatte.
Nach der Haftentlassung besucht sie eine christliche Rehabilitationsgruppe, doch ihr rebellisches und gefühlskaltes Wesen macht es ihr schwer, sich an auferlegte Beschränkungen zu halten oder auch nur freundlich mit anderen umzugehen. Vor allem kann sie sich nicht dazu durchringen, ihrem Freund aufrichtig zu vergeben, was als Voraussetzung für eine seelische Heilung betrachtet wird.
Bei einer Raumpflege-Tätigkeit im Konservatorium wird sie von einem ehemaligen Mitstudenten erkannt, der ihr anbietet, sie mit Omar, einem vom IS verstümmelten syrischen Pianisten, in der speziellen Talenteshow Unicorn zu platzieren. Star-Moderator von Unicorn ist ihr damaliger Freund, der unter dem Namen „Gimmiemore“ Karriere gemacht hat. Nach erstem Widerstreben sieht sie hier einen Weg, ihre eigene Geschichte zu bewältigen, und willigt ein.
In der Show haben die zwei großen Erfolg, doch als ihnen ein Einspielervideo präsentiert wird, das sie beide stark verzerrt darstellt, um die Zuschauer emotional einzunehmen, sind sie entsetzt. Jenny besucht Gimmiemore in seinem luxuriösen Privathaus für eine Aussprache und rammt ihm schließlich ein Messer in den Bauch, anschließend stürzt sie sich vom Dach des Fernsehstudios. Beide überleben und treffen einander später im Krankenhaus wieder, wo Gimmiemore auch wegen seiner schweren Krebserkrankung in Behandlung ist. Dort kommt es zu einem fast freundschaftlichen Abschied, da Jenny immer noch unsterblich in Gimmiemore verliebt ist, er andererseits ihr Verhalten versteht und ihr vergeben kann.
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten fanden von Februar bis April 2022 in Deutschland, Österreich und Luxemburg statt. Drehorte waren unter anderem Wien, Berlin und Nürnberg.[3][4][5]
Unterstützt wurde die Produktion vom Deutschen Filmförderfonds, von der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, dem FilmFernsehFonds Bayern, der Filmförderungsanstalt, dem Bayerischen Bankenfonds, der Filmförderung Luxemburg,[3] vom Österreichischen Filminstitut, von FISA Filmstandort Austria und dem Filmfonds Wien,[5] beteiligt waren der Österreichische Rundfunk, SWR/SR und Arte.[3][4][5]
Produziert wurde der Film von der Berliner Four Minutes Filmproduktion GmbH, der österreichischen Dor Film (Produzent Danny Krausz), der Luxemburger Samsa Film und der Münchner Senator Film Produktion GmbH (Produzent Ulf Israel), den Vertrieb übernahm Wild Bunch.[3][4][5]
Die Kamera führte Daniela Knapp, die Musik schrieb Annette Focks, Singer-Songwriter Max Prosa steuerte deutschsprachige Songs bei.[6] Die Montage verantwortete Uta Schmidt und das Casting Nina Haun. Den Ton gestalteten Carlo Thoss, Philipp Mosser und Reinhard Schweiger, das Kostümbild Gioia Raspé, das Szenenbild Silke Buhr und Iris Schilhab und die Maske Anna-Lisa Pritsch, Juliane Hübner, Sabine Schumann und Tatjana Luckdorf.[3][4]
Veröffentlichung
Der Film wurde am 19. September 2023 auf der Filmkunstmesse Leipzig vorgestellt.[3] Am 24. Oktober 2023 wurde die Produktion als Eröffnungsfilm der Internationalen Hofer Filmtage gezeigt.[7]
Der deutsche Kinostart war am 11. Januar 2024,[3] in Österreich kam der Film am darauffolgenden Tag in die Kinos.[5]
Auf Arte wurde der Film am 18. Februar 2026 erstmals ausgestrahlt.[8]
Rezeption
Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de acht von zehn Punkten. Der Film kombiniere ein tragisches Personenporträt mit Elementen eines Rachethrillers, Musik und satirischen Seitenhieben auf das Showgeschäft. Das Ergebnis sei ein Sammelsurium, das auch im Hinblick auf die Figuren sehr vielfältig sei. Auch wenn vielleicht nicht alles zusammenpasse, sei es doch sehr spannend.[9]
Rüdiger Suchsland urteilte auf swr.de, dass man allein schon wegen Hannah Herzsprung, aber auch um ihrer Mitspieler wie um der sehr besonderen Filmmusik willen, den Film nicht versäumen solle. Das Werk sei eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Szenen, die kraftvoll sei und emotional zwingend, gelegentlich tief, auch manchmal kitschig, aber immer unterhaltend.[10]
Moritz Holfelder meinte auf br.de, dass Hannah Herzsprung wie in Vier Minuten wieder grandios spiele. Nur leider sei der Film um sie herum diesmal ein ziemliches Desaster. Als Film funktioniere 15 Jahre nie wirklich: zu grell, zu konstruiert, zu sehr auf emotionale und visuelle Effekte aus. Die Produktion sei ein Film, der nie zur Ruhe kommen will, keine Balance zwischen Tragödie und TV-Satire finde, der an seinem Ehrgeiz, noch toller zu sein als Vier Minuten, grandios scheitere. Nur die guten Schauspieler, allen voran Hannah Herzsprung, machten das halbwegs erträglich.[11]
Michael Wurmitzer schrieb auf DerStandard.at, dass was da in über zwei Stunden geschieht, würde Jenny einerseits abschätzig Schmalz nennen. Andererseits kranke der Film am Mehr-ist-mehr-Bauplan: 15 Jahre versuche sich neben dem Porträt einer Schmerzensfrau auch als Medienschelte. Das ergebe mit dem bitter-süßen Ende eine maue, typisch deutsche Kinokomödie.[12]
Anna Wollner bezeichnete den Film auf ndr.de als „mitunter überfrachtet, zu sehr gewollt und überladen“ und lobte ebenfalls die „überragende Leistung“ von Hannah Herzsprung, die in der Rolle als Jenny von Loeben über sich hinauswachse. Sie werde zu einer schauspielerischen Naturgewalt, für die allein es sich lohne, ins Kino zu gehen.[13]
Auch Julia Schafferhofer befand in der Kleinen Zeitung, dass sich Kraus leider nicht auf das furiose Spiel von Herzsprung verlasse, sondern zusätzlich noch eine kitschige Lovestory, eine tragische Krebsdiagnose, Vaterfreuden, ein Kriegsdrama sowie die Migrationsthematik in den Film pfropfe. Das hätte es nicht gebraucht und lenke nur von der spannenden Figur Jenny von Loeben und dem famosen Schauspiel von Herzsprung ab.[14]
Auszeichnungen und Nominierungen
- 2023: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) – Prädikat „besonders wertvoll“[3][15]
- 2023: Kinofest Lünen: Auszeichnung mit dem Hauptpreis für den besten Film (Lüdia, Chris Kraus)[16]
- 2024: Bayerischer Filmpreis 2023 in der Kategorie Beste Darstellerin (Hannah Herzsprung)[17]
- 2024: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle (Adele Neuhauser), zwei weitere Nominierungen (Beste weibliche Hauptrolle – Hannah Herzsprung, Beste männliche Nebenrolle – Christian Friedel)
- 2024: Bambi-Verleihung: Nominierung in der Kategorie Schauspielerin national (Hannah Herzsprung)[18]
Weblinks
- 15 Jahre bei IMDb
- 15 Jahre bei crew united
- 15 Jahre im Lexikon des internationalen Films
- 15 Jahre auf hofer-filmtage.com