1999 (Album)

Studioalbum aus dem Jahr 1982 von Prince From Wikipedia, the free encyclopedia

1999 ist das fünfte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es erschien am 27. Oktober 1982 als Doppelalbum bei Warner Bros. Records. Musikalisch ist das Album den Genres Contemporary R&B, Electro Funk, Elektronische Tanzmusik, Funk und Pop zuzuordnen; die Liedtexte handeln überwiegend von Lust und sexuellen Anspielungen. Als Gastsängerinnen wirkten Jill Jones, Lisa Coleman, Vanity und Wendy Melvoin mit. 1999 gilt neben Purple Rain (1984) und Sign “☮” the Times (1987) als eines der drei bedeutendsten Werke von Prince.[1]

Veröffent-
lichung

27. Oktober 1982

Aufnahme

14. Januar 1982 – 14. August 1982

Format(e)

CD, Doppel-LP, Download, LP, MC

Schnelle Fakten Studioalbum von Prince, Veröffent-lichung ...
1999
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung

27. Oktober 1982

Aufnahme

14. Januar 1982 – 14. August 1982

Label(s)

Warner Bros. Records

Format(e)

CD, Doppel-LP, Download, LP, MC

Genre(s)

Contemporary R&B, Electro Funk, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop

Titel (Anzahl)

11

Länge

1:10:33 (Doppel-LP, CD)
40:08 (LP)
1:02:16 (erste CD-Edition)

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Prince

Studio(s)

Kiowa Trail Home Studio (Chanhassen)
Sunset Sound (Los Angeles)

Chronologie
Controversy
(1981)
1999 Purple Rain
(1984)
Singleauskopplungen
24. September 1982 1999
9. Februar 1983 Little Red Corvette
17. August 1983 Delirious
August 1983 Automatic
23. November 1983 Let’s Pretend We’re Married
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Mit 1999 gelang Prince 1983 der Crossover in den USA; zugleich war es sein erstes Album, das die Top Ten der US-Charts erreichte. Es verkaufte sich über vier Millionen Mal und erhielt Mehrfachplatin. Zudem enthält es mit Little Red Corvette seinen ersten Top-Ten-Singlehit in den USA. Auch die 1999-Tournee war kommerziell erfolgreich und spielte rund zehn Millionen US-Dollar ein.

Musikkritiker bewerteten das Doppelalbum sehr positiv; 2008 wurde 1999 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen. 2020 platzierte das US-Musikmagazin Rolling Stone das Album auf Rang 130 der Liste Die 500 besten Alben aller Zeiten.

Am 29. November 2019 veröffentlichten NPG Records und Warner Bros. Records postum eine überarbeitete Fassung des Albums unter dem Titel 1999 Super Deluxe.

Entstehung

Linn LM-1 Drum Computer

Alle elf Songs nahm Prince 1982 auf, überwiegend im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles (Kalifornien); dabei nutzte er bei fast jedem Stück den damals neu eingeführten Linn LM-1-Drumcomputer. Dieser ermöglichte ihm, Songs und Alben schneller als zuvor aufzunehmen. Als Toningenieurin wirkte unter anderem Peggy McCreary mit, mit der Prince bis 1986 zusammenarbeitete.[2] Parallel zu den Aufnahmen war Prince zudem an Alben seiner Nebenprojekte The Time und Vanity 6 beschäftigt.

Am 14. Januar 1982 nahm Prince im Sunset Sound den Song International Lover auf, der ursprünglich für das Album What Time Is It? (August 1982) von The Time vorgesehen war. Später entschied er sich jedoch dagegen.[3] Postum erschien im November 2019 auf 1999 Super Deluxe eine Version mit Morris Day von The Time am Schlagzeug. Zudem enthält Piano & A Microphone 1983 (2018) eine Akustikversion, die Prince im Oktober 1983 aufnahm und ausschließlich am Klavier einspielte. Diese Fassung unterscheidet sich deutlich von der Albumversion.

Der erste Song, den Prince gezielt für 1999 einspielte, war am 21. Januar All the Critics Love U in New York. Er nahm das Stück im Sunset Sound auf, während er mit der Controversy-Tour unterwegs war.[2] Vom 25. März bis 9. April 1982 arbeitete er erneut im Sunset Sound und nahm dort am 30. März Let’s Pretend We’re Married auf.[3] Mitte April nahm er Something in the Water (Does Not Compute) in seinem privaten Heimstudio, dem Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen (Minnesota), auf.[3]

Vom 20. April bis 10. Mai 1982 mietete Prince erneut für drei Wochen das Sunset Sound und nahm weitere Songs auf; am ersten Tag entstand D.M.S.R., am 25. April folgte Free.[4] Drei Tage später mischte er Something in the Water (Does Not Compute) ab; die Originalfassung erschien später auch auf 1999 Super Deluxe. Am 2. Mai nahm er Automatic auf, am 9. Mai Delirious.[3]

Am 20. Mai 1982 nahm Prince Little Red Corvette im Kiowa Trail Home Studio auf;[5] es war der erste Song, den er mit einem Ampex MM1200-24-Mehrspurrekorder einspielte.[3] Im Juli 1982 mietete Prince für wenige Tage erneut das Sunset Sound in Los Angeles und nahm dort am 7. Juli Lady Cab Driver auf.[6]

Während der Aufnahmen entschied Prince, 1999 als Doppelalbum zu veröffentlichen. Die Chief Executive Officer von Warner Bros. Records zeigten sich skeptisch und argumentierten, der höhere Verkaufspreis könnte potenzielle Käufer abschrecken.[7] Seine Manager Bob Cavallo und Steve Fargnoli überzeugten Warner schließlich vom Gegenteil. Cavallo beschrieb Prince’ Reaktion: „Er brüllte uns an, dann verschwand er nach Minneapolis und nahm weiter auf“.[8]

Am 14. Juli 1982 nahm Prince im Kiowa Trail Home Studio mit dem Titelstück 1999 den letzten Song für das Album auf.[9] Die Abschlussarbeiten führte er vom 10. bis 14. August 1982 im Sunset Sound in Los Angeles durch.[3] Toningenieurin Peggy McCreary beschrieb die Zusammenarbeit als überwiegend „anstrengend“, da Prince ein „Workaholic“ gewesen sei und auch „morgens um vier“ arbeitete. Der Druck sei „unglaublich“ gewesen.[10] Keyboarder Dr. Fink erklärte 2016 nach Prince’ Tod: „Für 1999 habe ich kaum etwas eingespielt. Dez Dickerson spielte etwas Gitarre in Little Red Corvette, und es gab einige Backgroundsänger, doch den Großteil spielte Prince selbst ein. Er konnte alles alleine erledigen.“[11]

Im Januar 1983 legte Prince eine vierwöchige Pause seiner 1999-Tournee durch die USA ein. Er reiste nach Los Angeles und nahm dort vom 7. bis 14. Januar im Sunset Sound eine Maxi-Single zu Little Red Corvette auf.[12][13]

Gestaltung des Covers

Prince entwarf das Albumcover selbst und verlieh der Farbe Purple erstmals eine besondere Bedeutung;[14] Es ist in einem violetten Farbton gehalten und mit zahlreichen kleinen weißen Punkten versehen. Auf dem Cover stehen lediglich die Schriftzüge „1999“ und „Prince“, wobei das „i“ in seinem Namen die Ergänzung „and The Revolution“ in winzigen Buchstaben in Spiegelschrift enthält.[15] Das Cover der Single-LP, das Prince in einem Zimmer zeigt, enthält hingegen nicht die Ergänzung „and The Revolution“.[16]

1999 ist das erste Album von Prince, das auf der Vorderseite kein Porträtfoto von ihm zeigt. Auf der LP-Innenhülle und im CD-Booklet wurden erstmals die Liedtexte eines Prince-Albums abgedruckt,[17] ausgenommen die Passagen in Automatic, Lady Cab Driver und Let’s Pretend We’re Married, die als sexuell anstößig gelten. Ferner zeigt das Album ein Bild von Prince, nackt auf dem Bauch in einem Bett liegend, wobei lediglich eine Bettdecke seinen Unterkörper bedeckt.

Musik und Liedtexte

Albumsongs

Die Musik kombiniert Contemporary R&B, Electro Funk, Elektronische Tanzmusik, Funk und Pop; zudem enthält das Album Balladen. Das Album ist im Wesentlichen ein Ein-Mann-Projekt von Prince; lediglich Dez Dickerson spielt ein Gitarrensolo in Little Red Corvette. In den meisten Stücken nutzt Prince den Synthesizer, meist von Oberheim, als Hauptinstrument für Basslinien, Fills, Hintergrundmusik und Leadsheets. Er erzeugt dichte Synthesizer-Texturen, indem er mehrere Schichten mit unterschiedlichen Voicings aufnimmt. Der Linn LM-1 Drumcomputer kommt in den meisten Stücken zum Einsatz. Einige Stücke enthalten zudem elektronische Drums, meist in Kombination mit einem Drumcomputer. Neu auf dem Album ist der variable Gesang, mit dem Prince in einigen Stücken seine Stimme verlangsamt oder beschleunigt. Songs wie Free und Little Red Corvette zeigen zudem, dass sich Prince zu einem Melodiker und Pop/Rock-Songwriter entwickelte.[18]

Die Liedtexte thematisieren überwiegend Lust und Sex und behandeln kaum Liebe oder tiefere Gefühle. Prince setzt Sex ein, um Einsamkeit zu überwinden, sich die Zeit zu vertreiben oder Frustration abzubauen. Mehrere Texte zeigen eine ambivalente Haltung gegenüber Frauen und stellen ihn als hilfloses Opfer dar, abhängig von einer oder seiner Geliebten. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang verwendet Prince auch tiefere Stimmlagen. Als Gastsängerinnen treten Jill Jones (in den Liner Notes als „J. J.“ genannt), Lisa Coleman, Wendy Melvoin und Vanity auf.[17][18][19]

  1. 1999
    Das Titelstück gilt als einer der ausgereiftesten und prägnantesten Songs in Prince‘ Karriere. Der Track gehört zu den Genres Elektronische Tanzmusik und Funk und kombiniert Strophen, die um eine fanfarenartige Synthesizer-Figur aufgebaut sind. Der raffiniert programmierte Drumcomputer erzeugt einen markanten rhythmischen Beat. Prince steigert den Song, indem er den feierlichen „Party“-Gesang wiederholt, bevor er alles auf ein Rhythmusgitarren-Lick und Schlagzeug reduziert. Ursprünglich nahmen Prince, Dez Dickson und Lisa Coleman die ersten Strophen gemeinsam auf. Beim Abmischen entschied Prince, die Gesangsspuren zu trennen, sodass jeder eine eigene Strophe singt. Zwar behandelt der Text Ängste vor Atomkriegen, doch dieses apokalyptische Motiv ist für das Album nicht repräsentativ. Der Titelsong feiert das Leben, enthält jedoch auch eine Warnung vor dem Ende. Obwohl „das Leben nur eine Party ist“, verdeutlicht Prince, dass man mit dem Wissen leben muss, dass „Partys nicht für die Ewigkeit gemacht sind“. Durch den Einsatz elektronischer Geräte klingt seine Stimme teils verfremdet, und der Song endet mit der Frage: „Mami, warum hat jeder eine Bombe?“[17][18][20][21]
  2. Little Red Corvette
    Chevrolet Corvette C3, 1982
    Der energetische und melodische Rocksong ist im Midtempo gehalten. Prince kontrastiert zurückhaltende Strophen in Moll mit einem kräftigen, druckvollen Refrain. Im Text beschreibt er eine Begegnung mit einer Frau; Corvette ist dabei als Metapher für die Vagina zu verstehen. Weitere Lustmetaphern in Little Red Corvette sind Jockeys für Männer sowie Pferde und Trojaner für Kondome.[18][22]
  3. Delirious
    Das Stück weist Einflüsse von Rock ’n’ Roll und Rockabilly auf und basiert auf einem traditionellen Drei-Akkord-12-Takt-Blues-Muster. Prince nutzt jeden zweiten 12-Takt als Refrain und ergänzt eine markante Synthesizer-Hookline. Im Text begehrt er eine junge Frau, der er sexuell nicht widerstehen kann: „Baby, du musst aufhören. Denn wenn du es nicht tust, werde ich explodieren. Und, Girl, ich habe viel“, singt er. Delirious endet mit dem Sample Happy Baby aus dem Album Authentic Sound Effects Vol. 8 (1964) von Jac Holzman, das ein fröhliches Baby zeigt. Prince erwähnte das Sample in den Liner Notes nicht.[18][23]
  4. Let’s Pretend We’re Married
    Die energiegeladene, schnelle und von Synthesizern dominierte Nummer weist einen pulsierenden Rhythmus auf. Der Song wird von einem treibenden Drumcomputer-Beat und einem eintönigen Synthesizer-Bass begleitet, der Achtelnoten spielt. Der zuweilen anstößige Text ist ein augenzwinkernder Lobgesang auf Casual Sex und enthält eine Referenz auf einen Blowjob. Die Handlung beschreibt, dass Prince nach dem Ende einer Beziehung mit seiner Ex-Partnerin sexuelle Intimität mit einer neuen Partnerin sucht, der er „wirklich den Geschmack“ aus ihrem „Mund ficken“ will.[18]
  5. D.M.S.R.
    Die Abkürzung D.M.S.R. steht für „Dance“, „Music“, „Sex“ und „Romance“. Die Dance-Hymne besitzt einen funkigen Groove, der durch einen knirschenden Bass, eine Synthesizer-Figur und eine Rhythmusgitarrenphrase entsteht. Im Text feiert Prince das Leben und die Freude daran. Er singt: „Ich will nur tanzen. Musik machen, Sex, Romantik und mein Bestes geben, um mich nie zu langweilen.“ Außerdem singt er „Jamie Starr ist ein Dieb“, eine Anspielung auf ein damaliges Pseudonym, das er in den 1980er Jahren öffentlich absichtlich dementierte. In den Backing Vocals sind unter anderem Carol McGovney und Jamie Shoop zu hören, die damals für Prince’ Management arbeiteten.[18]
  6. Automatic
    Der Song gehört erneut den Genres Elektronische Tanzmusik und Funk an. Automatic verfügt über eine düstere, bedrohlich wirkende Synthesizer-Kulisse sowie einen mechanischen Drumcomputer-Beat. Minimalistische Synthesizer-Motive wiederholen sich über einen einzigen Akkord, wodurch der Song teils eintönig wirkt. Im Text beschreibt Prince, auf welche Weise er automatisch auf seine Geliebte reagiert. Der Text enthält zudem eine Anspielung auf Dominanz und Unterwerfung; Prince beschreibt eine Abhängigkeit vom Schmerz seiner Partnerin. Die Backing Vocals stammen von Jill Jones und Lisa Coleman.[8][18]
  7. Something in the Water (Does Not Compute)
    Der Song gehört den Genres Electro Funk und Elektronische Musik an und verfügt über ein reduziertes Arrangement, das ein ruckartiges Drumcomputer-Pattern sowie einen langsam zwischen zwei Akkorden oszillierenden Synthesizer umfasst; E-Bass und Gitarren fehlen. Im Text thematisiert Prince seine Verzweiflung darüber, dass begehrte Frauen ihn ablehnen; im Refrain spekuliert er: „Es muss etwas im Wasser sein“, das die Frauen trinken, was ihr Verhalten erkläre.[18]
  8. Free
    Das Stück ist eine sanfte Popballade, die von Prince’ Klavierspiel getragen wird. Er nutzt die klassische Strophe-Refrain-Struktur, ergänzt jedoch eine Bridge zur Variation. Im Intro sind über Soundeffekte marschierende Stiefel und ein schlagendes Herz zu hören. Prince’ Gesang erfolgt überwiegend im Falsett und wirkt leidenschaftlich. Die Backing Vocals stammen von Jill Jones, Lisa Coleman, Vanity und Wendy Melvoin. Der spirituell gefärbte Text vermittelt die Botschaft, dass man die genossene Freiheit zu schätzen weiß. 2008 nahm Prince eine Version auf, die ausschließlich auf einer akustischen Gitarre gespielt wird. The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) veröffentlichte diese am 6. Juni 2025 digital als Free (Acoustic Version), stilisiert als FR33 (Acoustic).[18]
  9. Lady Cab Driver
    Das minimalistische Stück gehört den Genres Elektronische Tanzmusik und Funk an und basiert auf Prince’ perkussivem Bassspiel sowie energischem Live-Schlagzeug, ergänzt durch Handclaps eines Drumcomputers. Zu Beginn und am Ende fügte er über Soundeffekte Straßenverkehrslärm hinzu. Die Backing Vocals stammen von Jill Jones. Im Text beschreibt Prince eine sexuelle Begegnung mit einer Taxifahrerin und gesteht seine Einsamkeit. Der Text deutet symbolisch an, dass der sexuelle Akt der Begegnung die Macht besitzt, persönliche und gesellschaftliche Übel zu beeinflussen. Gegen Ende deutet der Text eine Versöhnung zwischen Prince und der Welt an, die ihn zuvor isoliert zurückgelassen hatte.[6][18][20]
  10. All the Critics Love U in New York
    New York City, 2005
    Das monotone Stück gehört dem Genre Elektronische Tanzmusik an und wird von einer schnellen, eindringlichen Bassfigur sowie einem gleichmäßigen Drum-Beat getragen. Das Arrangement wird durch einige Gitarrensoli ergänzt. Die Titelphrase „all the critics love you in New York“ wird gesungen, während der Großteil des Textes in Sprechgesang vorgetragen wird. Der Text ist eine satirische Reaktion auf Prince’ wachsende Popularität; scheinbar ungewöhnliche oder exzentrische Verhaltensweisen werden akzeptiert, solange man in der Gunst der Kritiker steht, insbesondere in New York City. Ab 2002 passte Prince bei Liveauftritten den Ortsnamen „New York“ meist an die jeweilige Stadt oder das Land an, etwa „All the Critics Love U in London“.[18]
  11. International Lover
    Der letzte Albumsong ist eine langsame R&B-Ballade, die Prince überwiegend im Falsett vorträgt. Der Text behandelt Verführung und romantische Annäherung. Zu Beginn fragt Prince: „Darf ich diesen Tanz haben?“ Er inszeniert sich als „internationaler Lover“ und verkörpert den Piloten eines Flugzeugs namens „Verführung 747“. An Bord befindet sich nur die Frau, die er begehrt; das Flugzeug ist „mit allem ausgestattet, was dein Körper begehrt“. Bei einem „Druckabfall in der Kabine“, werde „ich mich automatisch absenken, um mehr Druck aufzubringen, um den Fluss der Erregung zu aktivieren“. Im Falle „einer Übererregung kann dein Sitzkissen als Schwimmhilfe benutzt werden“, singt Prince. Abschließend bedankt er sich bei der Frau, dass sie „Prince International geflogen ist“.[18]

Die B-Seiten

  1. How Come U Don’t Call Me Anymore?
    Am 28. April 1982, zeitgleich mit Something in the Water (Does Not Compute), nahm Prince How Come U Don’t Call Me Anymore? im Sunset Sound auf. Der Song erschien als B-Seite der Vorab-Single 1999. Für die Aufnahme hatte er etwas Wein getrunken; Toningenieurin McCreary brachte ihm auf Wunsch eine Flasche, um die passende Stimmung für die Ballade zu erzeugen. McCreary berichtete, Prince habe „wirklich hervorragende Laune“ gehabt, und man könne „seine Füße auf den Klavierpedalen hören“. Musikalisch basiert der Song auf einer wiederholenden Vier-Akkord-Progression mit kurzem Refrain. Der mehrspurige Gesangsharmonie-Refrain wirkt teilweise Gospel-artig. Im Text beschreibt Prince, von einer Frau verlassen zu werden, die er noch liebt; er sieht sich selbst dabei nicht schuldig und empfindet die Situation als ungerecht. Gegen Ende fleht er die Frau an, zurückzukommen, was durch klagende Kommentare wie „Warum um Himmels Willen kannst du nicht einfach ans Telefon gehen?“ und „Es kostet nur einen lausigen Cent“ vermittelt wird.[4][24] Eine weitere Version ist auf 1999 Super Deluxe (2019) enthalten.
  2. Horny Toad
    Prince nahm das Stück am 5. Juni 1982 im Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen auf. Der Track erschien als B-Seite der im August 1983 ausgekoppelten Single Delirious. Horny Toad ist eine lebhafte Rock-’n’-Roll-Nummer mit Einflüssen von Rockabilly. Der Song basiert auf einer Standard-Drei-Akkord-Blues-Progression und einer Synthesizer-Leadline, die Prince von seinem damals unveröffentlichten Stück You’re All I Want übernahm, das auf 1999 Super Deluxe enthalten ist. Der Titel ist ein Wortspiel mit „Horned Toad“, einer Krötenechsenart mit hornartigem Fortsatz auf dem Kopf. Im Text bezeichnet sich Prince selbst als „Horny Toad“ und thematisiert eine romantische Beziehung zu einer Frau. Am Ende des Songs rät er seiner Geliebten, sie soll ihrem Freund sagen, dass sie von nun an „auf einem Seerosenblatt mit einer geilen Kröte leben“ werde.[24][25]
  3. Irresistible Bitch
    Prince nahm Irresistible Bitch am 15. September 1983 im Sunset Sound auf. Ursprünglich hatte er den Song 1981 aufgenommen; diese Version ist auf 1999 Super Deluxe enthalten. Später überarbeitete er das Stück vollständig. Der Song erschien als B-Seite der im November 1983 veröffentlichten Single Let’s Pretend We’re Married und ist ein sparsam arrangierter Funk-Titel. Er basiert auf einem Grundakkord; eine Bridge im James-Brown-Stil sorgt für Variation. Subtile Synthesizer-Verzierungen und ein Glockenton ergänzen das Stück, wobei der Fokus auf dem rhythmischen Bassspiel liegt. Die Basslinie stammt aus Cloreen Bacon Skin, das Prince im März 1983 mit Morris Day aufnahm und 1998 auf Crystal Ball veröffentlichte. Im Text zählt Prince die verschiedenen Verfehlungen seiner Freundin auf, bleibt ihr jedoch loyal. Die Backing Vocals stammen von Lisa Coleman und Wendy Melvoin.[24][26]

Titelliste und Veröffentlichungen

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer
1 1999 6:18
2 Little Red Corvette 4:55
3 Delirious 3:58
4 Let’s Pretend We’re Married 7:21
5 D.M.S.R. 8:16
6 Automatic 9:28
7 Something in the Water (Does Not Compute) 4:01
8 Free 5:06
9 Lady Cab Driver 8:18
10 All the Critics Love U in New York 5:58
11 International Lover 6:37
Spieldauer: 70:33
Autor aller Songs ist Prince
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Cover von der UK-Promo-Maxi-Single D.M.S.R.

1999 erschien am 27. Oktober 1982 in den USA. Das Album erschien mit elf Titeln auf MC und als Doppel-LP auf Schallplatte. Am 4. März 1983 folgte die Veröffentlichung außerhalb der USA als Einzel-LP mit sieben Titeln; die Stücke All the Critics Love U in New York, Automatic, D.M.S.R. und International Lover wurden gestrichen. Die ersten CD-Ausgaben enthalten D.M.S.R. nicht; spätere Pressungen und die digitale Version umfassen alle elf Titel. Am 29. November 2019 veröffentlichten NPG Records und Warner Bros. Records mit 1999 Super Deluxe eine überarbeitete Neuauflage des Albums.[27]

Singles

Von dem Album erschienen fünf Singles. Das Titelstück 1999 kam am 24. September 1982 als auf 3:36 Minuten gekürzte Edit-Version heraus; als B-Seite erschien das zuvor unveröffentlichte How Come U Don’t Call Me Anymore?.[28] Little Red Corvette folgte am 9. Februar 1983 in einer 3:08 Minuten langen Fassung, als B-Seite fungierte das auf 3:15 Minuten gekürzte All the Critics Love U in New York.[29]

Delirious erschien am 17. August 1983 als dritte Single, jedoch nicht weltweit, in einer auf 2:56 Minuten gekürzten Edit-Version; als B-Seite diente das zuvor unveröffentlichte Horny Toad.[30] Die nur in Australien veröffentlichte Single Automatic folgte ebenfalls im August 1983 in einer auf 3:38 Minuten gekürzten Fassung, als B-Seite fungierte Something in the Water (Does Not Compute).[31] Let’s Pretend We’re Married erschien am 23. November 1983 in einer auf 3:40 Minuten gekürzten Singlefassung; als B-Seite diente das zuvor unveröffentlichte Irresistible Bitch. Auch diese Single wurde nicht weltweit veröffentlicht.[32]

Außerdem erschien D.M.S.R. im Sommer 1983 ausschließlich in England als Promo-Maxi-Single; sowohl A- als auch B-Seite enthalten die Albumversion des Songs.[33]

Musikvideos

Die Minneapolis Armory (2018), in der Prince drei Musikvideos produzierte

Prince veröffentlichte vier Musikvideos zu Songs des Albums: 1999, Automatic, Let’s Pretend We’re Married und Little Red Corvette. Die Videos zu 1999, Automatic und Let’s Pretend We’re Married entstanden Anfang November 1982 im Minneapolis Armory in Minneapolis und zeigen Prince mit seiner Begleitband auf der Bühne. In den Videos zu 1999 und Automatic ist Jill Jones mit blonden Haaren zu sehen; 1999 war im Dezember 1982 eines der ersten Musikvideos eines schwarzen Künstlers auf dem Musiksender MTV. Das Video zu Automatic ist 8:22 Minuten lang und endet mit einer Bondage-Szene zwischen Prince, Lisa Coleman und Jill Jones. Regisseur der drei Videos war Bruce Gowers.[34][35]

Das Musikvideo zu Little Red Corvette entstand am 19. Februar 1983 in der Mehrzweckhalle im Jacksonville Coliseum in Jacksonville (Florida) und zeigt Prince mit seiner Begleitband im Playback-Gesang. Am selben Abend gab Prince dort ein Konzert im Rahmen der 1999-Tour. Lisa Coleman erinnerte sich, dass das Video kurzfristig produziert wurde, da Little Red Corvette im Radio erfolgreich war. Die Choreographie stammte von Prince selbst. Regisseur Bryan Greenberg (* 1950) wurde von Warner Bros. Records aus Los Angeles nach Jacksonville eingeflogen, die Entfernung beträgt rund 3.500 km. Das Budget des Videos betrug 20.000 US-Dollar (damals rund 51.000 DM). Die Spagat-Szene wurde erst beim dritten Take erfolgreich gefilmt. Produzentin Beth Broday durfte Prince zunächst nicht ansprechen. Trotzdem „ging ich zu ihm“ und sagte: „So kann ich nicht arbeiten. Ich muss mit Ihnen kommunizieren, sonst wird das nichts, okay? Und er sagte: ‘Okay’. Das war alles, was er gesagt hat, aber wenigstens war es etwas“, erzählte sie nach Prince’ Tod.[36][37] Am selben Tag entstand im Jacksonville Coliseum auch die Party-Szene für das Musikvideo zu Drive Me Wild von Vanity 6.[35] Für die Single Delirious wurde kein Musikvideo produziert.

Coverversionen

Zahlreiche Musiker veröffentlichten Coverversionen von Songs des Albums 1999, wobei das Titelstück am häufigsten gecovert wurde.[38][39][40] 1999 nahmen unter anderem Big Audio Dynamite (1990), Gary Numan (1992), Bif Naked (1999), Matthew Good (1999), Party Animals (2005) und The Whiffenpoofs (2023) neu auf. Little Red Corvette coverten unter anderem Sandra Bernhard (1989), Bob Belden (1993), Paul Kelly (2001), Jeanne Added (2011) und das Vitamin String Quartet (2023); 1995 nahm zudem das Royal Philharmonic Orchestra sowohl 1999 als auch Little Red Corvette auf. Let’s Pretend We’re Married nahmen Tina Turner (1983), School of Fish (1991), Self (1997) und die Frankfurt City Blues Band (2001) neu auf, Delirious coverte der Jazzmusiker David Helbock (2012).

Auch die B-Seiten How Come U Don’t Call Me Anymore? und Irresistible Bitch wurden gecovert. How Come U Don’t Call Me Anymore? nahmen unter anderem Stephanie Mills (1983), Joshua Redman (1998), Alicia Keys (2001), Bilal (2001), Soulounge feat. Roger Cicero (2004), Danielle Nicole (2018) sowie Scary Pockets & Hunter Elizabeth feat. Joe Bonamassa (2022) neu auf, Irresistible Bitch coverte Mellow Man Ace (1999).

Mitwirkende

Musiker

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst, ergänzt durch folgende Musiker:[6][41]

  • Brown Mark – Backing Vocals und Handclaps in D.M.S.R.
  • Carol McGovney – Backing Vocals und Handclaps in D.M.S.R.
  • Dez Dickerson – Backing Vocals und Gitarrensoli in Little Red Corvette; Co-Leadgesang in 1999
  • Jamie Shoop – Backing Vocals und Handclaps in D.M.S.R.
  • Jill Jones – Backing Vocals in Automatic, Free und Lady Cab Driver; Co-Leadsängerin in 1999
  • Lisa Coleman – Backing Vocals in 1999, Automatic, D.M.S.R., Delirious, Free und Little Red Corvette
  • Peggy McCreary – Backing Vocals und Handclaps in D.M.S.R.
  • „Poochie and the Count“ – Backing Vocals und Handclaps in D.M.S.R.
  • Vanity – Backing Vocals in Free
  • Wendy Melvoin – Backing Vocals in Free

Technisches Personal

  • Prince – Mixing
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Don Batts – Toningenieur-Assistenz
  • Peggy McCreary – Toningenieurin
  • Persönliches Management von Prince – Bob Cavallo (* 1939), Joseph Ruffalo und Steve Fargnoli (* 28. August 1949; † 14. September 2001)

Tournee

Schnelle Fakten Präsentationsalbum, Anfang der Tournee ...
1999 Tour
von Prince
Präsentationsalbum 1999
Anfang der Tournee 11. November 1982
Ende der Tournee 10. April 1983

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 88
Show Acts Vanity 6 und The Time
Einnahmen 10 Millionen US-Dollar
Chronologie
Controversy Tour
(1981–1982)
1999 Tour Purple Rain Tour (1984–1985)
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Die 1999-Tour begann am 11. November 1982 im Soldiers and Sailors Memorial Auditorium in Chattanooga (Tennessee) und endete am 10. April 1983 im UIC Pavilion in Chicago (Illinois). Die Tournee umfasste 88 Konzerte ausschließlich in den USA und spielte rund zehn Millionen US-Dollar ein.[28][42] Little Red Corvette nahm Prince erst 1983 in die Setlist auf, nachdem die Single ab Februar die US-Singlecharts erreichte; die Single Delirious spielte er auf der 1999-Tour hingegen nur sporadisch.[43] Ein Teil der Konzerte stand unter dem Motto „The Triple Threat“ („Die dreifache Bedrohung“), da neben Prince auch seine Nebenprojekte Vanity 6 und The Time als Vorgruppe auftraten; Vanity 6 spielten etwa 20, The Time etwa 40 Minuten, bevor Prince als Headliner für 60 bis 75 Minuten auftrat.[44] Seine Begleitband bestand aus sechs Mitgliedern:[43]

  • Bobby Z. (* 9. Januar 1956 als Robert B. Rivkin in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul) – Schlagzeug
  • Brown Mark (* 8. März 1962 als Mark Brown in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals und E-Bass
  • Dez Dickerson (* 7. August 1955 als Desmond D’andrea Dickerson in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals und Gitarre
  • Dr. Fink (* 8. Februar 1957 als Matthew Robert Fink in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul) – Backing Vocals und Keyboard
  • Jill Jones (* 11. Juli 1962 in Lebanon, Ohio) – Backing Vocals bei der Vorgruppe Vanity 6 und Gastsängerin bei dem Song 1999
  • Lisa Coleman (* 17. August 1960 in Los Angeles, Kalifornien) – Backing Vocals und Keyboard

Bobby Z., Brown Mark, Dr. Fink und Lisa Coleman waren von 1983 bis 1986 zudem Mitglieder von The Revolution.

Ab 1983 entstanden während der Tournee Spannungen zwischen Prince und seinen Bandmitgliedern; Gitarrist Dez Dickerson fehlte bei einigen Soundchecks, und The Time trat seltener als Vorgruppe auf; eine offizielle Erklärung blieb aus. Auch mit der Band Vanity 6 kam es zu Spannungen.[43] Zudem ließ Prince sich von seinem Bodyguard Charles Huntsberry (* 11. März 1941; † 2. April 1990), Spitzname „Big Chick“, gegenüber The Time und Vanity 6 abschirmen.[45][46]

Rezensionen

Weitere Informationen Professionelle Bewertungen, Quelle ...
Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[47] 92 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
AllMusic[48] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Chicago Sun-Times[49] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Pitchfork Media[50] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (USA)[51] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Wilson & Alroy’s Record Reviews[52] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
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1982 gab Prince nur ein Interview zur Musikpromotion für das Album 1999. Es erschien am 21. November 1982 in der Los Angeles Times und wurde von Robert Hillburn (* 1939) geführt. Prince war sehr wortkarg, nutzte das Interview jedoch, um Gerüchte über ihn zu kommentieren. Er betonte: „Erstens: Mein Name ist Prince“, den er nicht „ausgedacht“ habe; „zweitens: Ich bin nicht schwul. Und drittens: Ich bin nicht Jamie Star“. Weitere Interviews gab Prince erst 1985.[51]

Das Doppelalbum erhielt sehr positive Bewertungen von Musikkritiker. Die Website AOTY (Album of the Year) ermittelte aus acht englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 92 %.[47]

Maura Johnston von Pitchfork Media bewertete das Album begeistert mit der Höchstpunktzahl von zehn. Sie bezeichnete 1999 als „das beste Album, das je das Feiern als Weg in die Vergessenheit thematisiert“ habe. Zur Zeit des Kalten Krieges habe das Album die Welt „plötzlich ein wenig wärmer“ erscheinen lassen. Bis auf International Lover besprach sie alle Songs und lobte Musik, Texte und Gesang. Insgesamt beurteilte sie das Album als „Meilenstein“.[50]

Stephen Thomas Erlewine von AllMusic bewertete das Album mit fünf Sternen und schrieb, Prince habe ein von Computer-Funk geprägtes Album geschaffen, wobei sein Songwriting „sprunghaft verbessert“ sei. Das Titelstück feiere „die Apokalypse mit einem P-Funk-Groove, der viel tighter sei als alles, was George Clinton je gemacht habe“. Little Red Corvette sei „purer Pop“, während Delirious Rockabilly-Riffs ins Computerzeitalter bringe. Anschließend werfe Prince „alle Regeln über den Haufen“: Let’s Pretend We’re Married sei ein „anzüglicher, ausgedehnter Lustbrief“, Free eine elegische Hymne, All the Critics Love U in New York ein „bösartiger Angriff auf Hipster“, und Lady Cab Driver mit seiner „berüchtigten Bridge“ der Höhepunkt von Prince’ sexuellen Fantasien. Erlewine zog das Fazit, dass das Album „eine atemberaubende Zurschaustellung“ sei.[48]

Miles Davis (1984) war von Prince’ Musik beeindruckt

Martin Keller von der Chicago Sun-Times vergab vier Sterne und bemerkte: „Bedenkt man, dass Prince das Zeug zu einem der größten Stars der Musikgeschichte hat, scheint er noch auf dem Weg nach oben zu sein“.[49]

Michael Hill vom US-Musikmagazin Rolling Stone vergab viereinhalb von fünf Sternen. Prince schaffe „den Energielevel der Songs stets aufrechtzuerhalten und zugleich einfallsreiche Schockmomente und Überraschungen einzubauen.“ Außerdem sei „nach Disko, Punk und New Wave endlich wieder scharfer Stoff“ hörbar.[19][51][53][54]

Die beiden Musikkritiker David Wilson und John Alroy vergaben vier von fünf Sternen. Prince verzichte auf „schwere Gitarren“ und konzentriere sich auf „Post-Disco-Dance-Songs“ wie das Titelstück, Delirious und Let’s Pretend We’re Married sowie die Balladen International Lover und Little Red Corvette. Zwar biete das Album „nicht viel stilistische Abwechslung“, doch seien die Melodien großartig, der Gesang zu seinen besten und die Produktion sorge dafür, dass „die Sache nicht ins Stocken“ gerate; beispielsweise empfehle man, Prince’ Gitarrensolo in Automatic zu hören oder zu beachten, wie er in Lady Cab Driver „alle ihm zur Verfügung stehenden Tricks“ einsetzt. Mit knapp über 70 Minuten Spieldauer biete das Doppelalbum auf Schallplatte „kein unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis“, auf CD sei es jedoch „ein Muss“, so Alroy und Wilson.[52]

Miles Davis bezeichnete in seiner Autobiografie (1990) Prince’ Musik als „die aufregendste“, die er 1982 gehört habe.[55]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Weitere Informationen ChartsChart­plat­zie­rungen, Höchst­platzie­rung ...
Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[56]37 (1 Wo.)1
 Österreich (Ö3)[57]72 (1 Wo.)1
 Schweiz (IFPI)[58]26 (4 Wo.)4
 Vereinigte Staaten (Billboard)[59]7 (163 Wo.)163
 Vereinigtes Königreich (OCC)[60]28 (26 Wo.)26
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (1983)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)[61]5
ChartsJahres­charts (1984)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)[62]22
ChartsJahres­charts (1985)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)[63]95
ChartsJahres­charts (2016)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)[64]200
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Im Vereinigten Königreich und in den USA erreichte das Album seine Höchstplatzierung im Mai 2016 nach Prince’ Tod. In Deutschland, Österreich und der Schweiz resultierten die Höchstplatzierungen aus dem Dezember 2019, bedingt durch die überarbeitete Version von 1999 Super Deluxe. Die Verkaufszahlen dieser Neuauflage wurden dem Originalalbum zugerechnet.

Weitere Informationen Jahr, Titel ...
Jahr Titel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[65]
(Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US
1982 1999 DE75
(5 Wo.)DE
UK10
Gold
Gold

(18 Wo.)UK
US12
(30 Wo.)US
UK: 26. Mai 2022: Gold (+ 400.000)[66]
Höchstplatzierung in Deutschland postum im April 2016
Höchstplatzierung im Vereinigten Königreich im Januar 1999
1983 Little Red Corvette UK54
Silber
Silber

(13 Wo.)UK
US6
(24 Wo.)US
UK: 1. Juli 2022: Silber (+ 200.000)[66]
Delirious UKn.v.UK US8
(18 Wo.)US
Nicht weltweit ausgekoppelt
Automatic DEn.v.DE ATn.v.AT CHn.v.CH UKn.v.UK USn.v.US
Nur in Australien ausgekoppelt, aber nicht platziert
Let’s Pretend We’re Married DEn.v.DE ATn.v.AT CHn.v.CH UKn.v.UK US52
(10 Wo.)US
Nicht weltweit ausgekoppelt
1984 1999 / Little Red Corvette UK2
(12 Wo.)UK
USn.v.US
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In den USA erschien 1999 im September 1982 als Vorabsingle und erreichte zunächst Platz 44. Am 30. April 1983 gelang Prince mit der zweiten Single Little Red Corvette sein erster Top-Ten-Hit in den US-Charts. Dank dieses Erfolgs stieg 1999 am 4. Juni 1983 erneut in die Charts ein und erreichte Platz zwölf.[67]

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weitere Informationen Land/Region, Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe) ...
Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Kanada (MC) Gold50.000
 Neuseeland (RMNZ) Gold10.000
 Vereinigte Staaten (RIAA)  Platin4.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI) Platin300.000
Insgesamt 2× Gold
5× Platin
4.360.000
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Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe

Preise

Prince erhielt für die 1999-Ära folgende Auszeichnungen und Preise:

Rolling Stone

Am 3. März 1983 wählten Musikkritiker des US-Musikmagazins Rolling Stone Prince zum „Artist of 1982“.[68] 2023 erschien in derselben Zeitschrift die Liste Die 500 besten Alben aller Zeiten, in der 1999 Platz 130 belegte.[69] 2024 platzierte der Rolling Stone den Song 1999 auf Platz 340 und Little Red Corvette auf Platz 360 der Liste Die 500 besten Songs aller Zeiten.[70]

Minnesota Music Awards

16. Mai 1983: Prince gewann die Kategorien „Male Vocalist“, „Musician of the Year“, „Band of the Year“ und „Record Producer“. Zudem erhielt 1999 die Auszeichnung „Album of the Year“ und Little Red Corvette „45 or EP of the Year“.[71][72]

21. Mai 1984: Ein Jahr später erhielt Prince erneut die Auszeichnung „Record Producer“. Zudem wurde er als „Bester Songwriter“ geehrt und in die Minnesota Music Hall of Fame aufgenommen.[73]

Grammy-Nominierung

28. Februar 1984: Bei den Grammy Awards 1984 wurde Prince erstmals für einen Grammy nominiert, und zwar in zwei Kategorien: das Album in der Kategorie „Best Male Pop Vocal Performance“ und der Song International Lover in der Kategorie „Best Male R&B Vocal Performance“. In beiden Kategorien blieb er jedoch ohne Auszeichnung.

Die Neuauflage 1999 Super Deluxe erhielt bei den Grammy Awards 2021 eine Nominierung in der Kategorie „Best Historical Album“. Sie blieb jedoch ohne Auszeichnung.

Grammy Hall of Fame

10. Februar 2008: Das Album 1999 wurde in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.[74]

Literatur

  • Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Ben Greenman: Dig If You Will the Picture – Funk, Sex and God in the Music of Prince. Faber & Faber Ltd, London 2017, ISBN 978-0-571-33326-4.
  • Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
  • Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1-5381-1462-9.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times. Jawbone Press, London 2008, ISBN 978-1-906002-18-3.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Jon Ewing: Prince – CD Books. Carlton Books, Rastatt 1994, ISBN 3-8118-3986-1.
  • Jürgen Seibold: Prince. Verlagsunion Erich Pabel-Arthur Moewig, Rastatt 1991, ISBN 3-8118-3078-3.
  • Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
  • Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
  • Roland Mischke: Vom Nobody zum Pop-Prinzen. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3-404-61157-8.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.

Einzelnachweise

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