1999 Super Deluxe

überarbeitete Neuauflage des Prince-Studioalbums 1999 From Wikipedia, the free encyclopedia

1999 Super Deluxe ist eine postume Neuauflage von Prince’ fünftem Studioalbum 1999 und erschien am 29. November 2019 über NPG Records und Warner Bros. Records. Das Fünffach-CD-Set enthält 65 Songs, die Prince zwischen 1981 und 1983 aufnahm, arrangierte, komponierte und produzierte. 24 davon sind zuvor unveröffentlichte Studioversionen.

Schnelle Fakten Studioalbum von Prince, Veröffent-lichung ...
1999 Super Deluxe
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung

29. November 2019

Aufnahme

November 198119. Januar 1983

Label(s)

NPG Records / Warner Bros. Records

Format(e)

Fünffach-CD-Album + DVD, 10-LP-Boxset + DVD, Download

Genre(s)

Contemporary R&B, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop, Rock, Rockabilly

Titel (Anzahl)

65 (ohne DVD)
1. CD – 11 (Remastered Album)
2. CD – 18 (Promo Mixes & B-Sides)
3. CD – 13 (Vault, Part 1)
4. CD – 11 (Vault, Part 2)
5. CD – 12 (Live in Detroit – November 30, 1982)
DVD – 12

Länge

5:53:13 (ohne DVD)
1. CD – 1:10:23 (Remastered Album)
2. CD – 1:18:00 (Promo Mixes & B-Sides)
3. CD – 1:06:49 (Vault, Part 1)
4. CD – 1:04:40 (Vault, Part 2)
5. CD – 1:13:21 (Live in Detroit – November 30, 1982)
DVD – 1:08:29

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Michael Howe (Archiv-Produzent)

Studio(s)

Kiowa Trail Home Studio (Chanhassen)
Sunset Sound Studio (Los Angeles)

Chronologie
Originals
(2019)
1999 Super Deluxe Sign o’ the Times Super Deluxe
(2020)
Singleauskopplung
keine
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Die Edition enthält außerdem ein Livekonzert vom 30. November 1982 aus dem Masonic Temple in Detroit während der 1999-Tour auf CD. Ergänzt wird sie durch eine Live-DVD des Konzerts vom 29. Dezember 1982 im The Summit in Houston, Texas.

Die Musik der zuvor unveröffentlichten Songs zählt zu den Genres Contemporary R&B, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop, Rock und Rockabilly, wobei die Liedtexte Themen wie Liebe, Spiritualität, Sex und Wollust behandeln. Als Gastmusiker wirkten Lisa Coleman und Morris Day mit. Musikkritiker lobten 1999 Super Deluxe als herausragend.

Das kommerziell erfolgreiche Originalalbum erschien im Oktober 1982 als Doppelalbum. Für die Neuauflage wurden 2019 alle Songs digital nachbearbeitet. In den internationalen Hitparaden wurde 1999 Super Deluxe nicht separat geführt; die Verkaufszahlen flossen in die Statistik des Originalalbums ein, das als „Wiedereinstieg“ verzeichnet wurde.

Entstehung

Das Originalalbum 1999 stellte Prince am 14. August 1982 im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles fertig und wurde am 27. Oktober 1982 als Doppelalbum auf Schallplatte von Warner Bros. Records veröffentlicht. Zusammen mit Purple Rain und Diamonds and Pearls zählt es zu seinen drei kommerziell erfolgreichsten Alben. Am 10. September 2019 kündigte The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) an, Ende November eine überarbeitete Ausgabe von 1999 zu veröffentlichen.[1]

Aufnahmen Vault, Part 1 (November 1981 bis April 1982)

Prince, 1981
  1. Feel U Up
  2. Irresistible Bitch
  3. Money Don’t Grow on Trees
  4. Vagina
  5. Rearrange
    Im Januar 1981 lebte Prince in einem Haus in Chanhassen (Minnesota), in dem er das Heimstudio Kiowa Trail Home Studio einrichtete. Vermutlich nahm er dort im November 1981 die Songs Feel U Up und Irresistible Bitch auf, die er direkt hintereinander einspielte. Die auf 1999 Super Deluxe enthaltenen Versionen waren zuvor unveröffentlicht, überarbeitete Fassungen veröffentlichte Prince später. Wahrscheinlich entstanden dort auch Money Don’t Grow on Trees und Vagina; letzterer war ursprünglich für das Debütalbum seines Nebenprojekts The Hookers vorgesehen, einer von ihm gegründeten Girlgroup, die er später in Vanity 6 umbenannte. Vagina erschien jedoch nie. Rearrange nahm er am 8. Dezember 1981 im gemieteten Sunset Sound Studio in Los Angeles auf.[2][3]
  6. You’re All I Want
  7. Bold Generation
  8. International Lover (Take 1, Live in Studio)
  9. Colleen
  10. Turn It Up
    Während einer dreiwöchigen Pause der Controversy-Tour mietete Prince erneut das Sunset Sound Studio und nahm am 11. Januar 1982 You’re All I Want auf. Der 11. Januar war der Geburtstag seiner damaligen Assistentin und Toningenieurin Peggy McCreary, die zunächst wenig begeistert war. Nach zwölf Stunden Arbeit erstellte sie eine Kompaktkassette mit dem Song, die Prince ihr in der Tür übergab und mit „Happy Birthday“ überreichte. Rückblickend sagte McCreary: „Ich habe einen unveröffentlichten Prince-Song. Für ihn war das eines der größten Geschenke, die er mir je geben konnte. Er fragte nie, ob mir das Stück gefiel. So war er eben.“ Später überarbeitete Prince den Song, benannte ihn 1991 in U’re All I Want und 2000 in U’re All Eye Want um, veröffentlichte beide Versionen jedoch nicht.[4][5]
    Am 12. Januar 1982 nahm Prince Bold Generation auf, das er ursprünglich für das Album What Time Is It? von The Time vorgesehen hatte, später jedoch von der Tracklist wieder entfernte. Im Dezember 1989 überarbeitete er den Song, benannte ihn New Power Generation und veröffentlichte ihn auf Graffiti Bridge (1990). Es folgten Studioaufnahmen von International Lover (Take 1, Live in Studio) am 14. Januar, dem Instrumentalstück Colleen am 15. Januar sowie Turn It Up am 19. Januar.[6] Anschließend setzte Prince die Controversy-Tour fort und beendete sie am 14. März 1982 im Riverfront Coliseum in Cincinnati, Ohio.
  11. If It’ll Make U Happy
  12. Something in the Water (Does Note Compute) (Original Version)
  13. How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio)
    Nach Abschluss der Controversy-Tour arbeitete Prince erneut im Sunset Sound Studio und nahm am 6. April 1982 If It’ll Make U Happy auf. Am 28. April folgten die Aufnahmen von Something in the Water (Does Note Compute) (Original Version) und How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio).[6]

Aufnahmen Vault, Part 2 (Mai 1982 bis Januar 1983)

  1. Delirious (Full Length)
  2. Possessed (1982 Version)
  3. Purple Music
  4. Yah, You Know
    Im Mai 1982 nahm Prince drei Songs auf: Delirious (Full Length) am 9. Mai im Sunset Sound sowie Possessed (1982 Version) und Purple Music am 22. Mai im Kiowa Trail Home Studio. Eine überarbeitete Fassung von Possessed (1982 Version) erschien später auf Purple Rain Deluxe (2017). Das Stück Purple Music veröffentlichte Prince zu Lebzeiten nicht, spielte es jedoch regelmäßig auf seiner letzten Tournee 2016 („Piano & A Microphone“), wobei er es in Welcome 2 the Freedom Galaxy umbenannte. Am 5. Juni 1982 nahm er zudem Yah, You Know im Kiowa Trail Home Studio auf.[7]
  5. Moonbeam Levels
  6. No Call U
  7. Do Yourself a Favor
    Im Sommer 1982 nahm Prince drei weitere Songs auf: Moonbeam Levels am 6. Juli im Sunset Sound sowie No Call U am 23. Juli im Kiowa Trail Home Studio.[6][8] Zusätzlich entstand dort Do Yourself a Favor, das auf dem Song If You See Me basiert. Diesen hatte Prince bereits als 17-Jähriger am 4. Dezember 1975 in den Cookhouse Studios in Minneapolis aufgenommen, als er als Studiomusiker für Pepé Willie (* 1948; † 2025) tätig war und Gitarre für dessen Band 94 East spielte.[9]
  8. Can’t Stop This Feeling I Got
  9. Don’t Let Him Fool Ya
  10. Teacher, Teacher
    Die Songs Can’t Stop This Feeling I Got, Don’t Let Him Fool Ya und Teacher, Teacher nahm Prince im Herbst 1982 im Kiowa Trail Home Studio auf; die genauen Aufnahmedaten sind nicht überliefert. Eine überarbeitete Fassung von Teacher, Teacher war im April 1986 für das unveröffentlichte Album Dream Factory vorgesehen und erschien schließlich 2020 auf Sign o’ the Times Super Deluxe.[6]
  11. Lady Cab Driver / I Wanna Be Your Lover / Head / Little Red Corvette (Tour Demo)
    Im Januar 1983 legte Prince während der laufenden 1999-Tour eine vierwöchige Pause ein und nahm am 19. Januar im Lakeland Civic Center in Lakeland (Florida) das Medley Lady Cab Driver / I Wanna Be Your Lover / Head / Little Red Corvette (Tour Demo) auf. Es diente als Intro für den zweiten Abschnitt der Tournee ab dem 1. Februar 1983.[10]

Gestaltung des Covers

1999 Super Deluxe umfasst fünf CDs und eine DVD, die jeweils in separat aufklappbaren Papphüllen untergebracht sind. Alle sechs Hüllen verfügen über ein eigenes Cover und sind in einer CD-Box zusammengefasst.

Das Booklet umfasst 52 Seiten; die Liner Notes stammen von folgenden vier Personen:

  • Andrea Swensson (* 1983), US-amerikanische Autorin, Musikjournalistin und Radiomoderatorin aus Minnesota
  • David Fricke (* 1952), US-amerikanischer Musikjournalist und damaliger leitender Redakteur des US-Musikmagazins Rolling Stone
  • Duane Tudahl (* 1970), US-amerikanischer Autor von Prince-Büchern und seit Anfang der 1990er Jahre in der Unterhaltungsindustrie tätig
  • Duff McKagan (* 1964), US-amerikanischer Bassist der Band Guns N’ Roses

Zudem enthält das Booklet Prince’ handgeschriebene Liedtexte zu den meisten Songs von 1999 Super Deluxe sowie Abbildungen analoger Bandspulen aus dem Archiv. Die Fotografien stammen von dem aus Minneapolis stammenden Fotografen Allen Beaulieu (* 1952), der von 1980 bis 1983 mit Prince zusammenarbeitete.

Musik und Liedtexte

Remastered Album

Promo Mixes & B-Sides

Vault, Part 1

Die Musik von 1999 Super Deluxe verbindet Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Rockabilly. Prince verwendet Synthesizer und den Linn LM-1 als Drumcomputer, wodurch Elemente von Electro Funk und Elektronische Tanzmusik entstehen. Das Album enthält zudem Balladen. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang nutzt Prince auch tiefere Stimmlagen. Die Liedtexte behandeln Themen wie Liebe, Spiritualität, Sex und Wollust. Als Gastsängerin tritt Lisa Coleman auf.

  1. Feel U Up
  2. Irresistible Bitch
    Prince nahm die beiden Songs direkt hintereinander auf, sodass sie ineinander verschmelzen und keine Pause aufweisen. Beat und Rhythmus ähneln sich, wobei Feel U Up weniger funky wirkt als die 1989 veröffentlichte Version. Der Liedtext behandelt Wollust; Prince erklärt, es gehe ausschließlich „um körperliche Anziehung“. Die männliche Perspektive bleibt emotional distanziert: Ein „One-Night-Stand“ erscheint ihm bereits übertrieben, sein Ziel ist lediglich „sie zu befummeln“. Irresistible Bitch weist Elemente der Elektronische Popmusik auf, und Prince singt den Text in einer heiser wirkenden Stimmlage. Obwohl er eine feste Freundin hat, trifft er sich heimlich mit einer „unwiderstehlichen Schlampe“ und ist fasziniert von ihrer Art zu sprechen und zu küssen.[6][11][12]
  3. Money Don’t Grow on Trees
    Das fröhliche, lebhafte Stück gehört zu Pop und R&B. Im Liedtext motiviert Prince’ Mutter ihn, hart zu arbeiten, weil „Geld nicht auf Bäumen wächst“. Er solle von „9 bis 17 Uhr“ arbeiten, es sei denn, er könne „wie Fred Astaire tanzen“ – was nicht zutrifft.
  4. Vagina
    Der Song gehört zum Rock-Genre und wird von Prince’ Gitarrenspiel dominiert, das durch Handclaps ergänzt wird. Der Text handelt von einer Protagonistin namens „Vagina“, die „Halbjunge, Halbmädchen – das Beste aus beiden Welten“ verkörpert. Toningenieur David Z. Rivkin (* 1953), dessen Bruder Bobby Schlagzeuger bei The Revolution ist, kommentierte den im Falsett gesungenen Song: „Es war nicht einmal suggestiv, es war ein obszönes Lied“. Für das Jahr 1982 hatte Prince die Sängerin Denise Katrina Matthews für Vanity 6 engagiert und ihr zunächst den Künstlernamen „Vagina“ gegeben; sie lehnte diesen ab und wählte Vanity (dt. Eitelkeit) als Pseudonym.[4]
  5. Rearrange
    Den E-Gitarre-betonten R&B- und Rocksong verglich Toningenieurin Susan Rogers (* 1956) mit Purple Music: Er sei kein „herausragender“ Song und ähnele Purple Music, sei aber „viel kürzer“. Im Text von Rearrange betont Prince, man solle im Leben offen für Veränderungen sein, „wenn du etwas erreichen willst“. 1988 erstellte er einen Remix, der jedoch nicht veröffentlicht wurde.[13]
  6. Bold Generation
    Im Funk-Track spielt Morris Day Schlagzeug. Musik und Text ähneln dem Song New Power Generation vom Album Graffiti Bridge (1990). Sie handeln davon, dass „Liebe und Musik machen“ das Einzige sind, „wofür es sich zu kämpfen lohnt“. Außerdem fordert der Text, alte Ideen hinter sich zu lassen und offen für Veränderungen im Leben zu sein.
  7. Colleen
    Das gitarrenlastige Instrumentalstück benannte Prince nach dem zweiten Vornamen seiner Toningenieurin Peggy McCreary. Die Titelauswahl erfolgte spontan: Als McCreary den ursprünglich namenlosen Song archivieren wollte, fragte sie Prince nach dem Namen. Er erkundigte sich nach ihrem zweiten Vornamen und sagte: „Nenn’ es ‘Colleen’“. Laut McCreary wurde der Song nie fertiggestellt und hatte keinen Liedtext.[14]
  8. International Lover (Take 1, Live in Studio)
    In der R&B-Ballade spielt erneut Morris Day Schlagzeug, das im Vordergrund steht. Im Gegensatz zur Albumversion auf 1999 (1982) singt Prince nicht im Falsett, und die Aufnahme wirkt teilweise wie ein Rehearsal. Der Liedtext entspricht weitgehend der zuvor veröffentlichten Version.
  9. Turn It Up
    Die schnelle, von Rockabilly beeinflusste Nummer basiert auf einem einfachen Beat aus Drumcomputer und Synthesizer-Bass. Zusätzlich setzt Prince high-pitched Synthesizerspiel ein. Er singt überwiegend im Falsett, und der sexuell anzügliche Text vergleicht seinen Körper mit einem Radio; er bittet seine Geliebte, „mit seinen ‚Bedienungselementen‘ zu spielen“: „Dreh es auf, dreh es auf, Baby, arbeite mit mir wie ein Radio“, lautet der Refrain. Turn It Up erinnert teilweise an Delirious, weshalb Prince den Song möglicherweise zu Lebzeiten nicht veröffentlichte.[13]
  10. You’re All I Want
    Der schnelle, fröhliche Rocksong im Rockabilly-Stil basiert auf Blues-Elementen. Prince’ Gitarrenspiel dominiert, und das Stück ähnelt Horny Toad (1983), der B-Seite der Single Delirious. Er singt ausschließlich im Falsett und wiederholt ein Motiv, das als Lead-Synthesizer-Linie für Horny Toad dient. Gitarren-Arrangement und Schlagzeugspiel von You’re All I Want erinnern zudem an Jack U Off (1982) vom Album Controversy. Der Text zeigt Prince frisch verliebt; er kann kaum erwarten, mit seiner neuen Freundin Sex zu haben.[4][5]
  11. Something in the Water (Does Note Compute) (Original Version)
    Im Gegensatz zur zuvor veröffentlichten Version enthält diese Aufnahme Klavierspiel von Prince, einen prominenten E-Bass und unterschiedliche Stimmlagen. Das Klavierspiel verschiebt die Einordnung des Songs stärker in Richtung Soul, ergänzt durch zusätzliche Instrumentalmusik.[11] Der Text blieb unverändert und thematisiert, wie Prince mit dem Schicksal hadert, nachdem er von einer Frau abgelehnt wurde, die er begehrt.
  12. If It’ll Make U Happy
    Das Stück gehört zur Popmusik und weist Einflüsse aus dem Reggae auf. Drei Akkorde wiederholen sich konstant, während ein Synthesizer-Bass drei Noten von Anfang bis Ende spielt. Im Text bedauert Prince, seine Freundin verlassen zu haben, doch wenn sie zu ihm zurückkehrt, ist er bereit, sein Leben zu ändern, und beruhigt sie mit: „Ich liebe dich wirklich, Baby, egal was deine Freunde sagen“.[15]
  13. How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio)
    Der zuvor in anderer Version veröffentlichte Song ist eine R&B-Ballade, die Prince ausschließlich auf dem Klavier spielt. Er basiert auf einer wiederholten Folge von vier Akkorden und enthält einen kurzen Refrain. Prince’ mehrspurige Gesangsharmonie im Refrain erzeugt eine Gospel-ähnliche Stimmung. Im Text schildert er eine für ihn typische Situation: Er ist weiterhin in eine Frau verliebt, die ihn verlassen hat. Aus seiner Sicht gab es keinen Grund zur Trennung, was seine Lage umso ungerechter und seine Treue eindringlicher macht. Gegen Ende kniet Prince und fleht, dass sie zurückkehren möge, untermauert durch Kommentare wie: „Warum um alles in der Welt kannst du nicht einfach den Telefonhörer abnehmen?“ und die Anmerkung, dass dies nur einen „lausigen Cent“ koste.[16]

Vault, Part 2

  1. Possessed (1982 Version)
    Im Vergleich zu Possessed (1983 Version) (2017 auf Purple Rain Deluxe veröffentlicht) wirkt Possessed (1982 Version) melodischer. Der Song gehört zu Elektronischer Tanzmusik und Electro Funk und enthält ein stets wiederkehrendes Synthesizer-Leitmotiv. Der Text ist identisch und handelt, typisch für Prince in den 1980er Jahren, von einer jungen Frau: Er ist von ihr besessen („possessed“) und kann ihr nicht widerstehen.[17]
  2. Delirious (Full Length)
    Da diese Version längere Instrumentalparts enthält, ist sie zwei Minuten länger als die Albumversion auf 1999 (1982). Ansonsten sind beide Songs weitgehend identisch und weisen Einflüsse aus Rock ’n’ Roll und Rockabilly auf. Auch der Text ist gleich und beschreibt Prince’ Begehren nach einer jungen Frau, der er sexuell nicht widerstehen kann.
  3. Purple Music
    Die monotone Up-tempo-Nummer basiert auf einem Linn LM-1-Drumcomputer und einem Synthesizer-Bass. Eine abgehackt gespielte Rhythmusgitarre verleiht der von Synthesizern dominierten Textur zusätzliche Würze. Den Begriff „Purple Music“ verwendet Prince als Metapher für seine eigene Musik. Der Text enthält eine Anti-Drogen-Botschaft: Er vergleicht seine Musik mit der Wirkung von Drogen und singt im Refrain: „Don’t need no reefer, don’t need cocaine. Purple Music does the same to my brain, and I’m high, so high“ („Ich brauche keinen Joint, kein Kokain. Purple Music macht dasselbe mit meinem Gehirn, und ich bin high, so high“). Prince’ Stimme wurde elektronisch manipuliert, um den Eindruck zu erwecken, er sei tatsächlich high von seiner eigenen Musik.[13]
  4. Yah, You Know
    Das schwungvolle Stück bezeichnete Saxofonist Eric Leeds als „niedlichen, aber kitschigen mid-tempo-Song“, während Toningenieurin Susan Rogers es als „schnellen, funky Jam“ beschrieb. Sie erklärte außerdem, dass die Redewendung „Yah, You Know“ von Leuten verwendet werde, „wenn sie darüber nachdenken, wie toll sie waren“.[18] Im Text ist Prince von einem männlichen Protagonisten genervt, der sein Leben nicht in den Griff bekommt.
  5. Moonbeam Levels
    Der melodische Mid-Tempo-Song gehört zum Genre Rockmusik. Typisch für Prince schildert der zuweilen spirituell angehauchte Text die Sicht eines männlichen Protagonisten, der seine Freundin in einem „Regensturm“ verloren hat – ein für ihn schmerzhafter Verlust. Er wünscht sich, dass ihm „Mondstrahl Ebenen“ geschickt werden, um „einen besseren Platz zum Sterben“ zu finden. Im Verlauf des Textes erlebt der Protagonist eine Wendung: Er möchte „all die guten Dinge wiederholen, die er schon einmal getan hat“ und „für die perfekte Liebe kämpfen“. Am Ende entscheidet er sich, nicht sterben zu wollen. 1992 komponierte Prince den Song 3 Chains o’ Gold, der teilweise auf Strophen von Moonbeam Levels basiert und auf dem Album Love Symbol erschienen ist.[19]
  6. No Call U
    Der Song aus dem Genre Rockabilly erinnert gelegentlich an Turn It Up; Synthesizer-Bass und Drumcomputer dominieren die Instrumentation. Im Text wartet Prince auf einen Telefonanruf seiner potenziellen neuen Freundin, um die Bestätigung zu erhalten, dass er der Einzige Mann in ihrem Leben ist. Unter anderem singt er: „Mein Körper will dich anrufen, aber mein Ego sagt, ich muss widerstehen“. Die Textzeile „call your ass up on the phone“ findet sich auch in Irresistible Bitch. Prince nahm zudem eine Version von No Call U mit Gesang von Jill Jones auf, die jedoch unveröffentlicht blieb.[13]
  7. Can’t Stop This Feeling I Got
    Die knapp zwei Minuten kürzere Version unterscheidet sich teils deutlich von der auf Graffiti Bridge (1990). Während dort E-Bass und E-Gitarre dominieren, stehen hier Schlagzeug und Synthesizer im Vordergrund. Im Text begehrt Prince eine Frau so stark, dass er „nachts nicht schlafen kann“ und sie „nie aus den Augen verlieren“ will. Spirituell angehauchte Passagen, wie sie in der Graffiti-Bridge-Version vorkommen, fehlen hier.
  8. Do Yourself a Favor
    Der Song gehört zum Genre Popmusik. Im Text trifft Prince in einem Lokal zufällig seine Ex-Freundin und möchte ihr mit seinem Geld imponieren. Als sie liiert waren, hatte er kein Geld, „aber das ist jetzt alles anders“. Zudem enthält der Text eine humorvolle Passage, in der Prince einen alten Mann imitiert; seine Stimme wird als „Jamie-Starr-Stimme“ bezeichnet – Jamie Starr war Anfang der 1980er Jahre ein Pseudonym von Prince, das er damals bewusst dementierte.[11]
  9. Don’t Let Him Fool Ya
    Der Song aus dem Genre Funk basiert auf einem Arrangement mit Fokus auf E-Bass und Schlagzeug, ergänzt durch Keyboards und Rhythmusgitarre. Prince singt in seinem typischen Falsett. Im Text wird eine Frau vor einem Mann gewarnt, der nach ihr giert und Reichtum vortäuscht, den er in Wirklichkeit nicht besitzt. Außerdem sucht das FBI nach ihm.[15]
  10. Teacher, Teacher
    Der Song gehört zum Genre Popmusik und zeichnet sich durch eine markante Melodie aus. Den teils anzüglichen Text singt Prince aus der Perspektive einer Frau, die schildert, wie ein Lehrer ein Schulmädchen begehrt. Er bietet ihr bessere Noten als Gegenleistung für Sex an, doch sie zeigt kein Interesse.[13] Eine von Prince überarbeitete Version mit Lisa Coleman und Wendy Melvoin erschien 2020 auf Sign o’ the Times Super Deluxe.
  11. Lady Cab Driver / I Wanna Be Your Lover / Head / Little Red Corvette (Tour Demo)
    Das Medley komponierte Prince gezielt als Intro für seine 1999-Tour; er ließ es jedoch nur am 1. Februar 1983 im Lakeland Civic Center in Lakeland über die PA-Anlage abspielen. Im Gegensatz zu anderen Konzerten der Tour fielen die Kritiken überwiegend negativ aus, weshalb Prince das Medley vermutlich auf den folgenden 49 Auftritten nicht mehr präsentierte.[10] Das Medley setzt sich aus mehreren Songs zusammen: Lady Cab Driver und Little Red Corvette sind Instrumentalversionen, I Wanna Be Your Lover erschien 1979 auf dem Album Prince, und Head auf Dirty Mind (1980).

Titelliste und Veröffentlichungen

Remastered Album / Promo Mixes & B-Sides

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Disc Dauer Original-Tonträger
CD-1/1 1999 Remastered Album 6:13 1982: 1999
CD-1/2 Little Red Corvette Remastered Album 5:03 1982: 1999
CD-1/3 Delirious Remastered Album 3:59 1982: 1999
CD-1/4 Let’s Pretend We’re Married Remastered Album 7:19 1982: 1999
CD-1/5 D.M.S.R. Remastered Album 8:17 1982: 1999
CD-1/6 Automatic Remastered Album 9:26 1982: 1999
CD-1/7 Something in the Water (Does Not Compute) Remastered Album 4:01 1982: 1999
CD-1/8 Free Remastered Album 5:07 1982: 1999
CD-1/9 Lady Cab Driver Remastered Album 8:17 1982: 1999
CD-1/10 All the Critics Love U in New York Remastered Album 5:57 1982: 1999
CD-1/11 International Lover Remastered Album 6:37 1982: 1999
CD-2/1 1999 (7″ Stereo Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:36 1982: Vinyl-Single
CD-2/2 1999 (7″ Mono Promo-Only Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:35 1982: B-Seite von 1999 (7″ Stereo Edit) (Promo-Single)
CD-2/3 Free (Promo-Only Edit) Promo Mixes & B-Sides 4:35 1982: B-Seite von 1999 (Promo-Maxisingle)
CD-2/4 How Come U Don’t Call Me Anymore? Promo Mixes & B-Sides 3:54 1982: B-Seite von 1999
CD-2/5 Little Red Corvette (7″ Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:08 1983: Vinyl-Single
CD-2/6 All the Critics Love U in New York (7″ Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:15 1983: B-Seite von Little Red Corvette (US-Single)
CD-2/7 Lady Cab Driver (7″ Edit) Promo Mixes & B-Sides 5:05 1983: B-Seite von Little Red Corvette (UK-Single)
CD-2/8 Little Red Corvette (Dance Remix Promo-Only Edit) Promo Mixes & B-Sides 4:33 1983: B-Seite von Little Red Corvette (Edit) (Promo-Single)
CD-2/9 Little Red Corvette (Special Dance Mix) Promo Mixes & B-Sides 8:30 1983: Vinyl-Maxisingle
CD-2/10 Delirious (7″ Edit) Promo Mixes & B-Sides 2:38 1983: Vinyl-Single
CD-2/11 Horny Toad Promo Mixes & B-Sides 2:13 1983: B-Seite von Delirious
CD-2/12 Automatic (7″ Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:39 1983: Vinyl-Single
CD-2/13 Automatic (Video Version) Promo Mixes & B-Sides 8:20 1983: Musikvideo von Automatic
CD-2/14 Let’s Pretend We’re Married (7″ Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:44 1983: Vinyl-Single
CD-2/15 Let’s Pretend We’re Married (7″ Mono Promo-Only Edit) Promo Mixes & B-Sides 3:43 1983: B-Seite von Let’s Pretend We’re Married (7″ Edit) (Promo-Single)
CD-2/16 Irresistible Bitch Promo Mixes & B-Sides 4:13 1983: B-Seite von Let’s Pretend We’re Married
CD-2/17 Let’s Pretend We’re Married (Video Version) Promo Mixes & B-Sides 4:02 1983: Musikvideo von Let’s Pretend We’re Married
CD-2/18 D.M.S.R. (Edit) Promo Mixes & B-Sides 5:05 1984: Soundtrack von Lockere Geschäfte
Spieldauer: 148:23 min.
Autor aller Songs ist Prince
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1999 Super Deluxe (5 CDs + DVD oder 10 LPs + DVD) wurde am 29. November 2019, 37 Jahre nach dem Originalalbum vom 27. Oktober 1982, veröffentlicht.[20] Die Neuauflage ist außerdem als „Remastered Album“ (CD oder Doppel-LP) oder als „Deluxe Edition“ (Doppel-CD oder 4 LPs) erhältlich. Die 10 LPs sind nicht – wie sonst bei The Prince Estate üblich – in lilafarbenem Vinyl gepresst; lediglich das Remastered-Doppelalbum kann separat in lilafarbenem Vinyl bestellt werden. Das Boxset enthält zudem einen Flyer mit einem Code, mit dem 1999 Super Deluxe kostenlos heruntergeladen werden kann.

Das „Remastered Album“ enthält die elf Songs des Originalalbums, die 2019 digital nachbearbeitet wurden. Die CD „Promo Mixes & B-Sides“ umfasst 18 Tracks aus Promo-Tonträgern und B-Seiten. Acht dieser Songs waren zuvor bereits auf CD erschienen: D.M.S.R. (Edit) erschien 1984 auf dem Soundtrack der US-Filmkomödie Risky Business (Lockere Geschäfte), die sechs Songs 1999 (7″ Stereo Edit), How Come U Don’t Call Me Anymore?, Little Red Corvette (7″ Edit), Delirious (7″ Edit), Horny Toad und Irresistible Bitch sind auf der Greatest-Hits-Kompilation The Hits/The B-Sides (1993) enthalten, und die Maxi-Single Little Red Corvette (Special Dance Mix) wurde 2006 auf Ultimate veröffentlicht.

Vault, Part 1 / Vault, Part 2

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer Disc
CD-3/1 Feel U Up 6:41 Vault, Part 1
CD-3/2 Irresistible Bitch 4:39 Vault, Part 1
CD-3/3 Money Don’t Grow on Trees 4:19 Vault, Part 1
CD-3/4 Vagina 3:28 Vault, Part 1
CD-3/5 Rearrange 6:11 Vault, Part 1
CD-3/6 Bold Generation 5:53 Vault, Part 1
CD-3/7 Colleen (Instrumental) 5:29 Vault, Part 1
CD-3/8 International Lover (Take 1, Live in Studio) 7:19 Vault, Part 1
CD-3/9 Turn It Up 5:23 Vault, Part 1
CD-3/10 You’re All I Want 3:00 Vault, Part 1
CD-3/11 Something in the Water (Does Note Compute) (Original Version) 3:59 Vault, Part 1
CD-3/12 If It’ll Make U Happy 4:11 Vault, Part 1
CD-3/13 How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio) 6:11 Vault, Part 1
CD-4/1 Possessed (1982 Version) 8:47 Vault, Part 2
CD-4/2 Delirious (Full Length) 5:59 Vault, Part 2
CD-4/3 Purple Music 10:58 Vault, Part 2
CD-4/4 Yah, You Know 3:10 Vault, Part 2
CD-4/5 Moonbeam Levels 4:22 Vault, Part 2
CD-4/6 No Call U 4:29 Vault, Part 2
CD-4/7 Can’t Stop This Feeling I Got 2:40 Vault, Part 2
CD-4/8 Do Yourself a Favor 9:00 Vault, Part 2
CD-4/9 Don’t Let Him Fool Ya 4:34 Vault, Part 2
CD-4/10 Teacher, Teacher 3:36 Vault, Part 2
CD-4/11 Lady Cab Driver / I Wanna Be Your Lover / Head / Little Red Corvette (Tour Demo) 6:59 Vault, Part 2
Spieldauer: 131:29 min.
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Neun der 24 Songs waren zuvor in anderen Versionen erschienen: Die drei Tracks Delirious, International Lover und Something in the Water (Does Not Compute) erschienen auf dem Album 1999. How Come U Don’t Call Me Anymore? diente als B-Seite der im September 1982 veröffentlichten Single 1999 und ist zudem auf dem Soundtrack von Girl 6 (März 1996) enthalten. Irresistible Bitch ist die B-Seite der im November 1983 ausgekoppelten Single Let’s Pretend We’re Married. Possessed wurde erstmals auf der VHS Prince and the Revolution: Live (Juli 1985) veröffentlicht; postum erschien eine Studioversion auf Purple Rain Deluxe (2017). Feel U Up diente als B-Seite der im August 1989 veröffentlichten Single Partyman aus dem Album Batman. Eine überarbeitete Version von Can’t Stop This Feeling I Got veröffentlichte Prince im August 1990 auf Graffiti Bridge. Das Stück Moonbeam Levels erschien postum 2016 auf der Greatest-Hits-Kompilation 4Ever.

Live in Detroit – November 30, 1982

Masonic Temple in Detroit, 2007
Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer Original-Tonträger
1 Controversy 5:41 1981: Controversy
2 Let’s Work 5:26 1981: Controversy
3 Little Red Corvette 4:17 1982: 1999
4 Do Me, Baby 7:18 1981: Controversy
5 Head 4:12 1980: Dirty Mind
6 Uptown 2:54 1980: Dirty Mind
7 Interlude 2:15 2019: 1999 Super Deluxe
8 How Come U Don’t Call Me Anymore? 7:03 1982: B-Seite von 1999
9 Automatic 7:02 1982: 1999
10 International Lover 8:40 1982: 1999
11 1999 10:24 1982: 1999
12 D.M.S.R. 8:02 1982: 1999
Spieldauer: 64:40 min.
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Die 1999-Tour begann am 11. November 1982 im Soldiers and Sailors Memorial Auditorium in Chattanooga (Tennessee) und endete am 10. April 1983 im UIC Pavilion in Chicago (Illinois).[21] Die Tournee fand ausschließlich in den USA statt, umfasste 88 Konzerte und spielte zehn Millionen US-Dollar (damals ungefähr 25 Millionen DM) ein.[22]

Das Konzert Live in Detroit – November 30, 1982 fand am 30. November 1982 im Masonic Temple in Detroit (Michigan) statt und war mit 4.322 Zuschauern ausverkauft. Es war das 15. von 88 Konzerten der Tour. Track 7, Interlude, ist ein Interlude, ein musikalisches Zwischenspiel, das Lisa Coleman am Keyboard spielt.

DVD: Live in Houston – December 29, 1982

The Summit, seit 2004 als Lakewood Church Central Campus bekannt
Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer Original-Tonträger
1 Controversy 4:54 1981: Controversy
2 Let’s Work 5:27 1981: Controversy
3 Do Me, Baby 6:35 1981: Controversy
4 D.M.S.R. 4:26 1982: 1999
5 Keyboard Interlude 3:39 2019: 1999 Super Deluxe
6 Piano Improvisation 1:38 2019: 1999 Super Deluxe
7 How Come U Don’t Call Me Anymore? 8:14 1982: B-Seite von 1999
8 Lady Cab Driver 3:02 1982: 1999
9 Automatic 5:44 1982: 1999
10 International Lover 9:50 1982: 1999
11 1999 8:08 1982: 1999
12 Head 6:02 1980: Dirty Mind
Spieldauer: 73:21 min.
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Zusätzlich zu den fünf CDs enthält die Super-Deluxe-Edition die DVD Live in Houston – December 29, 1982. Das Konzert fand am 29. Dezember 1982 im The Summit in Houston (Texas) im Rahmen der 1999-Tour statt. Es war das 34. von 88 Konzerten und mit 11.000 Zuschauern ausverkauft.

Track 5, Keyboard Interlude, ist dasselbe Stück, das Lisa Coleman am Keyboard spielt und auf Live in Detroit – November 30, 1982 nur als Interlude bezeichnet wird. Track 6, Piano Improvisation, dient als Intro für den nachfolgenden Song How Come U Don’t Call Me Anymore? und wird von Prince am Klavier gespielt. Die Setlist der Live-DVD ist repräsentativ für die 1999-Tour.

Während der 1999-Tour setzte sich Prince’ Begleitband aus sechs Mitgliedern zusammen:[23]

  • Bobby Z. (* 9. Januar 1956 als Robert B. Rivkin) – Backing Vocals, Schlagzeug
  • Brown Mark (* 8. März 1962 als Mark Brown) – Backing Vocals, E-Bass
  • Dez Dickerson (* 7. August 1955 als Desmond D’andrea Dickerson) – Backing Vocals, Gitarre
  • Dr. Fink (* 8. Februar 1958 als Matthew Robert Fink) – Backing Vocals, Keyboard
  • Jill Jones (* 11. Juli 1962) – Backing Vocals im Song 1999
  • Lisa Coleman (* 17. August 1960) – Backing Vocals, Keyboard

Nach Abschluss der 1999-Tour verließ Dez Dickerson die Band und wurde von Wendy Melvoin ersetzt. Die vier Musiker Bobby Z., Brown Mark, Dr. Fink und Lisa Coleman gehörten damals wie heute zu The Revolution. Jill Jones arbeitete bis 1989 wiederholt mit Prince zusammen, nahm jedoch an keinen weiteren Tourneen teil.

Singles

Von 1999 Super Deluxe wurden keine Singles ausgekoppelt. Zwei Songs erschienen jedoch vor der Albumveröffentlichung als Download bei verschiedenen Musikstreaming-Anbietern: International Lover (Take 1, Live in Studio) am 11. Oktober 2019 und Don’t Let Him Fool Ya am 8. November 2019.

Musikvideos

Ein Musikvideo entstand ausschließlich zu Don’t Let Him Fool Ya. Es zeigt das Originalalbumcover als Standbild mit dem Aufkleber des Masterbands des Songs, bezeichnet als Don’t Let Him Fool You und datiert auf den 28. Juni 1985. Ob Prince an diesem Tag weitere Arbeiten am Stück vorgenommen hat, ist nicht bekannt.

Coverversionen

Von allen Stücken des Originalalbums von 1982, einschließlich der B-Seiten How Come U Don’t Call Me Anymore? und Irresistible Bitch, existiert mindestens eine Coverversion, die von Musikern auf ihren Studioalben veröffentlicht wurde.[24][25][26] Für die zuvor unveröffentlichten Songs der 1999 Super Deluxe-Edition sind keine Coverversionen bekannt.

Mitwirkende

Musiker

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst, ergänzt durch folgende Musiker:[27][28]

Technisches Personal

  • Alex Tenta – Albumdesign und Artdirector
  • Allen Beaulieu – Fotografie
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Don Batts – Toningenieur-Assistenz
  • Michael Howe – A&R und Archiv-Produzent
  • Niko Bolas – Mixing in Can’t Stop This Feeling I Got, Colleen, Feel U Up, How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio), International Lover (Take 1, Live in Studio), Irresistible Bitch, Money Don’t Grow On Trees, No Call U, Purple Music, Rearrange, Something in the Water (Does Note Compute) (Original Version), Teacher, Teacher, Turn It Up, Vagina, Yah, You Know und You’re All I Want
  • Peggy McCreary – Toningenieur
  • Trevor Guy – Albumdesign und Artdirector

DVD

  • Craig Anderson for Craigman Digital – DVD-Erstellung
  • David Dieckman for Craigman Digital – Videobearbeitung
  • Duane Tudahl – Executive Producer für DVD-Restaurierung
  • Niko Bolas – Audio-Verbesserung

Rezensionen

Weitere Informationen Professionelle Bewertungen, Quelle ...
Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[29] 95 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
American Songwriter[30] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Pitchfork Media[31] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Record Collector[32] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (DE)[33] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (USA)[34] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
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Die Neuauflage erhielt von Musikkritikern ähnliche Anerkennung wie das Originalalbum von 1982, wobei besonders Prince’ Live-Qualitäten hervorgehoben wurden. Die Website AOTY (Album of the Year) ermittelte aus zehn englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 95 %.[29]

Paul A. Thompson von Pitchfork Media vergab die Höchstnote von zehn Punkten. Auf der CD Promo Mixes & B-Sides bezeichnete er viele Songs als „wirklich essentiell“, darunter das kurze, lebhafte Horny Toad und die Klavierballade How Come U Don’t Call Me Anymore?. Besonders hob er die zuvor unveröffentlichten Tracks wie Money Don’t Grow on Trees und Rearrange hervor, die Prince gesanglich lebendig interpretiere und mit prägnanter E-Gitarre begleite. Die CD Live in Detroit – November 30, 1982 zeichne sich durch die Energie aus, die Prince routinemäßig auf die Bühne brachte. Thompson resümierte, das Fünffach-Album biete „den Nervenkitzel der Entdeckung, das Gefühl, dass ein wirklich großartiger Song endlich frei ist“ – etwas, das Boxsets selten liefern.[31]

Hal Horowitz vom US-Magazin American Songwriter vergab die Höchstpunktzahl von fünf Punkten. Das ausgedehnte Fünffach-Album versammelt nahezu sämtliches Material aus den Jahren 1981 bis 1982 und illustriert Prince’ Produktivität sowie seine beständige Kreativität. Die CD Promo Mixes & B-Sides enthält seltene B-Seiten wie das dynamische Horny Toad und die Ballade How Come U Don’t Call Me Anymore?, die zu seinen emotionalsten Vocals zählt. Horowitz bezeichnete die beiden CDs Vault, Part 1 und Vault, Part 2 als besonders aufschlussreich; Tracks wie Feel U Up, Vagina und You’re All that I Want zeigen Prince in verspielter, sexuell gelöster Stimmung. Die beiden Live-Konzerte fangen seine Energie und Intensität ein. Dass die Neuauflage viele Wiederholungen enthält – etwa fünf Versionen von 1999 – sei nicht überraschend; meist werden Songs rund dreimal dupliziert, doch im Sinne der Vollständigkeit sei dies positiv. Abschließend resümierte Horowitz, alle Tracks auf 1999 Super Deluxe, ob Studio- oder Liveaufnahme, bewahrten die kraftvolle und magnetisch-dynamische Energie, die Prince vor fast vier Jahrzehnten auszeichnete.[30]

Jason Draper vom britischen Magazin Record Collector vergab ebenfalls fünf Sterne. Er bezeichnete die Neuauflage als längst überfälliges, kraftvolles Remaster und begrüßte die Veröffentlichung des Live-Konzerts auf CD. Den Track Vagina lobte er als einen der bemerkenswertesten Studio-Outtakes, außerdem hob er die Versionen von How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio) und International Lover (Take 1, Live in Studio) hervor. Insgesamt sei an den zuvor unveröffentlichten Tracks „nichts zu beanstanden“.[32]

Sassan Niasseri von der deutschen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone bewertete das Album mit viereinhalb von fünf Sternen. Viele zuvor unveröffentlichte Songs der Neuauflage, darunter Bold Generation, Can’t Stop This Feeling I Got und Feel U Up, seien laut Niasseri so gelungen, dass Prince sie später als Albumtracks oder für Nebenprojekte nutzte oder einplante. Die CD Promo Mixes & B-Sides nannte Niasseri hingegen „Platzverschwendung“ und kritisierte, dass Songs wie Extraloveable, Lust U Always oder die Klavier-Demo von Raspberry Beret (1982) hätten enthalten sein sollen. Die Liveaufnahmen, insbesondere die DVD Live in Houston – December 29, 1982, bezeichnete er hingegen als „von unschätzbarem Wert“.[33]

Kory Grow vom US-Musikmagazin Rolling Stone bewertete das Album ebenfalls mit viereinhalb von fünf Sternen. Zwar sei Purple Rain (1984) Prince’ meistverkauftes und „wohl bestes Album“, doch 1999 habe die größere Bedeutung gehabt. Die Neuauflage vereine das Originalalbum mit zwei Zusatz-CDs und „elektrisierenden Liveaufnahmen aus dieser Zeit“ – sie wirke „wie ein alternatives Universum für das Album“. Die Keyboard-Linie in Feel U Up wirke wie eine Erweiterung des „Synthie-Meisterwerks“ D.M.S.R.; Grow bezeichnete zudem International Lover (Take 1, Live in Studio) und How Come U Don’t Call Me Anymore? (Take 2, Live in Studio) sowie das Gitarrensolo in Rearrange als „atemberaubend“. Can’t Stop This Feeling I Got sei ein Rocksong mit Farfisa-Orgel-Akzent, während If It’ll Make U Happy Reggae-Elemente aufweise. Den Titel Vagina nannte Grow „bedauerlich“, den Song selbst jedoch einen „Gitarren-Rocker“, der „perfekt“ in die Ära von Dirty Mind (1980) und Controversy (1981) passe. 1999 Super Deluxe enthalte zudem Tracks wie Possessed (1982 Version), die Prince-Fans „schon lange kannten, aber nie gehört hatten“, und in Purple Music singe Prince erstmals über seine Lieblingsfarbe Lila. Zwar seien die Bonussongs nicht besser als die Originaltitel, doch zeigten sie Prince’ „Neugier“, neue Ideen auszuprobieren und musikalische Themen zu entwickeln, die er in den folgenden Jahrzehnten weiter erforschte. Die Neuauflage verdeutliche „nicht nur das Genie von Prince, sondern auch die Bandbreite seiner damaligen Brillanz“.[34]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Wiedereinstieg durch 1999 Super Deluxe im Jahr 2019

Weitere Informationen ChartsChart­plat­zie­rungen, Höchst­platzie­rung ...
ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[35]37 (1 Wo.)1
 Österreich (Ö3)[36]72 (1 Wo.)1
 Schweiz (IFPI)[37]26 (1 Wo.)1
 Vereinigte Staaten (Billboard)[38]45 (1 Wo.)1
 Vereinigtes Königreich (OCC)[39]46 (1 Wo.)1
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Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weitere Informationen Land/Region, Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe) ...
Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Kanada (MC) Gold50.000
 Neuseeland (RMNZ) Gold10.000
 Vereinigte Staaten (RIAA)  Platin4.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI) Platin300.000
Insgesamt 2× Gold
5× Platin
4.360.000
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Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe

Grammy-Nominierung

1999 Super Deluxe war bei den Grammy Awards 2021 in der Kategorie „Best Historical Album“ nominiert, gewann aber nicht.

Literatur

  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag, 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
  • Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1-5381-1462-9.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9.
  • Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.

Einzelnachweise

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