AN-M54

US-amerikanische Stabbrandbombe From Wikipedia, the free encyclopedia

Die AN-M54 ist eine Stabbrandbombe, die während des Zweiten Weltkrieges in den Vereinigten Staaten entwickelt und produziert wurde.

Schnelle Fakten Allgemeine Angaben, Technische Daten ...
AN-M54


AN-M54

Allgemeine Angaben
Typ: Brandbombe
Herkunftsland: Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Ordnance Department, Chemical Warfare Service (CWS)
Entwicklung: 1941
Indienststellung: 1942
Einsatzzeit: 1942–1945
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 1,81 kg
Länge: 0,599 m
Durchmesser: 42,9 mm
Spannweite: 42,9 mm
Ausstattung
Gefechtskopf: 0,73 kg Thermit
Zünder: Aufschlagzünder
Waffenplattformen: Bomber
Liste von Bomben nach Herkunftsnation
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Entwicklung

Ab 1941 produzierten die Vereinigten Staaten die Stabbrandbomben AN-M50 und AN-M52. Millionen dieser kleinen Bomben wurden an die United States Army Air Forces (USAAF) und im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes an die Royal Air Force geliefert. Diese warfen die Bomben massenweise bei Luftangriffen auf die Städte in Europa ab. Allerdings konnte die U.S.-Kriegswirtschaft die Magnesium-Legierung Elektron für die Bombenkörper nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stellen. Daraufhin entwickelten das Ordnance Department und der Chemical Warfare Service (CWS) eine neue Stabbrandbombe ohne einen Elektron-Bombenkörper. Das neue Bombenmodell bekam die Bezeichnung AN-M54. Im Dezember 1941 bestellte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten 20 Millionen dieser Bomben, woraufhin im Edgewood Arsenal die Produktion begann. Nach der Herstellung von 13 Millionen AN-M54 wurde die Produktion gestoppt, da die Industrie mittlerweile genügend Magnesium für die etablierten AN-M50-Bomben bereitstellen konnte.[1][2]

Technik

Die AN-M54 war eine Stabbrandbombe die verpackt in Streubomben abgeworfen wurde. Sie wurde im Flächenbombardement gegen dichtbebaute Stadtgebiete mit möglichst hohem Anteil an brennbaren Materialien eingesetzt. Gegenüber den AN-M50 und AN-M52-Stabbrandbomben hatte die AN-54 eine deutlich höhere Durchschlagskraft, so dass sich diese z. B. auch zum Einsatz gegen Industrieanlagen mit Stahlbeton-Decken eignete. Die Bomben konnten aus mittlerer sowie großer Flughöhe abgeworfen werden. Sie wurden beim Aufschlag auf der Erdoberfläche gezündet.[3]

Bomben

Aufbau einer AN-M54

Die AN-M54 hatte eine längliche Rumpfform. Der Bombenkörper bestand aus einem Stahlrohr. Dieses hatte einen Durchmesser von 42,9 mm und eine Länge von 0,345 m. Hinten im Bombenkörper war der mechanische Aufschlagzünder mit der Zündladung verbaut. Ebenso waren dort drei seitliche Bohrungen im Bombenkörper niedergebracht, welche die anfängliche Redoxreaktion des Thermits unterstützten. Befüllt war der Bombenkörper mit 0,73 kg TH3-Thermit. Dies war eine Mischung aus 68,7 % Thermit, 29 % Bariumnitrat, 2 % Schwefel und 0,3 % Bindemittel wie z. B. PBAN. Das sechseckige Heckteil war 0,254 m lang und bestand aus gefalzten Blechen. Das hohle Heckteil war mit drei Schrauben am Bombenkörper befestigt. Die Grundfarbe der Bombe war grau und ein violetter Streifen am Heck der Bombe kennzeichnete die AN-M54 als Brandbombe.[4][5][6]

Die Bomben wurden für den Abwurf in Streubehälter und Streubomben gepackt. Dabei wurde ein seitlich am Bombenkörper angebrachter, federbelasteter Sicherungsstift durch die Nachbarbombe eingedrückt. Dieser blockierte die Zündnadel des Aufschlagzünders. Nach dem Abwurf der Streubombe folgte diese einer Wurfparabel. Nach einer vorbestimmten Zeit wurden die Sprengringe und dadurch die Bombenbeplankung weggesprengt. Mit dem Ausstoßen aus der Streubombe trennten sich die AN-M54 aus dem Bündel und wurden dadurch scharf. Die AN-M54-Bomben verteilten sich nun nach dem Gießkannenprinzip über der Zielfläche. Beim Aufprall schlug ein Schlagbolzen auf die Zündladung und nach einer kurzen Verzögerung begann das Thermit zu brennen. Die AN-M54 brannte während 1–2 Minuten bei einer Brenntemperatur von bis zu 2400 °C. Dabei trat eine heftige Stichflamme aus der dem Bombenkörper hervor und zerschmolz diesen zu einer weißglühenden, brennenden Metallschmelze. Ein direktes Löschen der AN-M54 mit Wasser oder Sand war nicht möglich. Sich einer abbrennenden AN-M54 zu nähern, war durch die teilweise verbauten Sprengladungen im Bombenkopf gefährlich. Von der AN-M54-Bombe entstanden die folgenden Modelle:[4][5][7]

  • AN-M54: 1. Serienversion.
  • AN-M54X: Mit 11 g Schießpulver hinter dem Bombenkopf. Dieses explodierte nach rund einer Minute und verstreute das brennende Thermit.
  • AN-M54XA1: Mit einer kleinen Ladung Tetryl im Bombenkopf, welche nach einer Verzögerung von rund einer Minute explodierte. Die Explosion zerlegte den Bombenkopf in Splitter und verstreute das brennende Thermit.

Einsatz

Der erste Einsatz der AN-M54 erfolgte beim Doolittle Raid im April 1942. Danach wurde dieses Bombenmodell nur vereinzelt von der United States Army Air Forces bei den Luftangriffen auf Deutschland sowie bei den Luftangriffen auf Japan verwendet. Bis zum Kriegsende wurden knapp 13 Millionen AN-M54 als Kriegsreserve gelagert und dann delaboriert.[1]

Nutzerstaaten

Einzelnachweise

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