Alireza Arafi
iranischer schiitischer Führer, Geistlicher und Mitglied des iranischen Interimsführungsrats sowie 2026 stellvertretender Oberster Führer
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Alireza Arafi (auch Aliresa Arafi; persisch علیرضا اعرافی; geboren 1959 in Meybod, Iran) ist (von mehreren Quellen als tot gemeldet)[1][2][3][4][5][6][7] ein iranischer Politiker, Jurist und Ajatollah. Er wurde als juristisches Mitglied des dreiköpfigen Provisorischen Führungsrats benannt, der von 1. März 2026 bis zum 8. März 2026 die Führung in der Islamischen Republik Iran nach der Tötung Ali Chameneis vorübergehend übernommen hatte. Er vertrat in diesem Gremium den Wächterrat.

Er gilt als Hardliner und befehligte die Basidsch-Miliz, organisatorisch eine Abteilung der Islamischen Revolutionsgarde.[8]
Leben
Arafi wurde 1959 in Meybod, in der zentraliranischen Provinz Yazd, geboren und stammt aus einer klerikalen Familie. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde er inhaftiert, weil er sich gegen das Regime von Schah Mohammad Reza Pahlavi auflehnte. Im Jahr 1971 zog er nach Ghom, um dort seine islamwissenschaftlichen Studien zu beginnen. Dort absolvierte er theologische Seminare. Er spricht fließend Arabisch sowie Englisch und ist Autor von über zwei Dutzend Büchern.[9][10] Zudem war er als Freitagsgebet-Leiter in seiner Geburtsstadt Meybod und später auch in Ghom tätig.[11]
Bei der Wahl zum Expertenrat im Februar 2016 verlor er überraschend seinen Sitz in Teheran, da er nicht genügend Stimmen erhielt. Seinen Sitz im Expertenrat erlangte er schließlich durch eine Wahl im Juni 2021 zurück. Bei der Wahl im März 2024 wurde er dann sogar zum Spitzenreiter mit den meisten Stimmen in Teheran. Innerhalb des Expertenrats bekleidet er das Amt des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden.[9]
Er war von 2009 bis 2018 Präsident der Internationalen Al-Mustafa-Universität in Ghom, die sich der weltweiten Verbreitung des schiitischen Islam widmet. Er leitet das gesamte System der islamischen Seminare im Iran.[9]
Nach der Tötung von Ali Chamenei am 28. Februar 2026 wurde Alireza Arafi offiziell vom Schlichtungsrat als Mitglied in den dreiköpfigen Provisorischen Führungsrat gewählt, dem außer ihm noch Massud Peseschkian und Gholamhossein Mohseni-Esche'i angehören. Während der israelisch-US-amerikanischen Angriffe auf den Iran 2026 soll der Führungsrat die Stabilität des Regimes und den Übergangsprozess bis zur Wahl eines neuen „Obersten Führers“ durch den Expertenrat gewährleisten.[12][13]
Politik
Der Rechtsgelehrte und Ajatollah gilt als loyaler Systemvertreter, der maßgeblich daran beteiligt ist, die Vereinbarkeit staatlicher Handlungen mit der schiitischen Interpretation der Scharia sicherzustellen.[12] Arafi plädiert öffentlich für eine politisch engagierte Version des schiitischen Islam. Er hält den Rang eines Mudschtahid, was ihn offiziell dazu berechtigt, eigenständige islamische Rechtsurteile (Idschtihād) zu fällen.[11]
Arafi befürwortet die Modernisierung iranischer Institutionen und setzt sich für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb der religiösen Regierungsführung und zur Verbreitung der Ideologie ein.[9]