Anfin Olsen Utheim
norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher
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Anfin Olsen Utheim (* 21. Juni 1842 in Oppdal, Süd-Tröndelag, Königreich Norwegen; † 18. August 1913 in Marietta, Minnesota) war ein norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher, der von 1893 bis 1898 Kirchenpräsident der Hauge-Synode war.

Biographie
Utheim wurde in Oppdal geboren und besuchte die dortige Volksschule. Er lernte den Beruf des Schuhmachers, arbeitete im Sommer aber als Gehilfe auf Bauernhöfen. Mit 18 Jahren hatte er ein Bekehrungserlebnis und betätigte sich seitdem als Laienprediger in der haugianischen Tradition.[1] Er wanderte 1870 in die Vereinigten Staaten aus, wo er im Mai erst nach Sioux City in Iowa zog und sich als Zimmermann betätigte. Im Folgejahr ließ er sich auf einem Hof im Union County nieder.[2]
Dort wirkte er bereits 1872 bei der Gründung der Roseni-Gemeinde nahe Beresford als Gemeindevorsteher mit. 1875 wurde er – ohne je eine förmliche theologische Ausbildung genossen zu haben – in der Kirche von Arendahl zum Pfarrer der Hauge-Synode ordiniert. Er war in der Folge an der Gründung mehrerer Gemeinden im Grenzgebiet von South Dakota und Minnesota beteiligt, darunter die Singsaas Lutheran Church in Lake Hendricks, an der er von 1875 bis 1881 predigte, die Lake Hendricks Lutheran Church in Hendricks, die Racaboth-Gemeinde in Albee und die Oppdal-Gemeinde in Brookings. 1876 verlagerte er den Schwerpunkt seiner Arbeit in das Lac qui Parle County, wo er bis kurz vor seinem Tode predigte. Utheim übernahm 1876 die Pfarrstelle der Lac qui Parle Evangelical Lutheran Church nahe Dawson, die er bis 1907 innehatte. Er gründete zwei Gemeinden in Madison, wo er auch den Bau einer Kirche für die Ness Lutheran Church verantwortete, und die Trinity Lutheran Church in Boyd. Als Pfarrer betreute er neben diesen Kirchen auch von 1885 bis 1888 die Riverside Evangelical Lutheran Church in Dawson. Im Januar 1907 plante er, in den Ruhestand einzutreten, ließ sich aber bereits im Sommer wieder an die Trinity Lutheran Church in Revillo berufen, von wo aus er auch die Augusta Lutheran Church und die Mehurin Lutheran Church in Marietta, allesamt Gemeinden der Vereinigten Norwegischen Lutherischen Kirche von Amerika, bis 1912 betreute.[3]

Utheim übernahm innerhalb der Hauge-Synode eine Vielzahl von kirchenweiten Ämtern. 1884 wurde er in den Kirchenrat berufen, dem er bis 1887 angehörte, und im selben Jahr zum Vize-Präsidenten der Kirche gewählt. 1892 wurde er schließlich als Nachfolger von Østen Hanson Präsident der Hauge-Synode. Nach fünf Jahren in diesem Amt wurde er von Martin Gustav Hanson, dem Sohn seines Vorgängers, als Präsident abgelöst. Er war Superintendent der Inneren Mission, gehörte dem Bildungsausschuss (1882–90), dem Missionskomitee (1892–1900), dem Komitee für das Gesangbuch (1885–87) und dem Verfassungskomitee der Synode an. 1897 war er auch Superintendent des kirchlichen Bethesda-Kinderheims in Beresford.[2]
Noch in Norwegen hatte Utheim 1868 Marith Støland geheiratet, mit der er zwei Kinder hatte, die noch im Kindesalter verstarben. Nachdem seine erste Frau 1897 einem Krebsleiden erlegen war, heiratete er 1898 Anne Trønnes. Das Ehepaar hatte drei Kinder, von denen nur eine Tochter das Erwachsenenalter erreichte. Utheim selbst starb nach langer Krankheit, die ihn in seinen letzten zwei Lebensjahren ans Bett gefesselt hatte, am 18. August 1913 in seinem Haus in Marietta.[1]
Weblinks
- Anfin Olsen Utheim in der Datenbank Find a Grave