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Anschlag an der Brown University 2025

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Der Anschlag an der Brown University in Providence, RI, Vereinigte Staaten war ein Amoklauf gegen Studierende der Brown University mit einer Schusswaffe am 13. Dezember 2025. Zwei Studierende wurden getötet und neun Personen wurden verletzt. Der Täter erschoss dann zwei Tage später den Leiter des Plasma Science and Fusion Center des Massachusetts Institute of Technology in Brookline, Massachusetts.

Steckbrief des FBI

Ablauf

Der Täter mietete zunächst im November 2025 einen Lagerraum in Salem (New Hampshire). Am 1. Dezember mietete er einen grauen Nissan Sentra in Boston. Er benutzte hierbei Kreditkarten unter falschem Namen. Der Leihwagen wurde an diesem und den folgenden elf Tagen von Überwachungskameras auf und bei dem Campus der Brown University erfasst.[1] Einem Hausmeister der Universität war der Täter im Barus and Holley Building in den Wochen vor dem Anschlag aufgefallen. Er hatte ihn der Campus-Sicherheit zweimal gemeldet, da er davon ausging, dass er stehlen wollte.[2]

Zum Zeitpunkt der Tat am 13. Dezember waren von 14:00 bis 17:00 Uhr Abschlussexamen für das Herbstsemester angesetzt, und der Personenverkehr in das Barus and Holley Building, das der Ingenieurs- und Physikfakultät dient, fiel entsprechend hoch aus.[3] Gegen 16:00 Uhr wurde der Amoklauf gemeldet.[4] Der Tatort war ein nach hinten ansteigender Hörsaal, in dem eine Wiederholungsveranstaltung des Kurses Principles of Economics, eines der meistbesuchten Kurse der Brown University, zur Examensvorbereitung stattfand. Der Täter betrat den Saal durch eine Tür hinten, rief etwas und eröffnete das Feuer nach unten in die Zuhörerschaft. Es brach eine Panik aus. Er tötete zwei Studenten, und neun wurden verletzt.[5] Die Todesopfer waren die Vizepräsidentin der College Republicans der Universität, Ella Cook, und der aus Usbekistan stammende Mukhammad Aziz Umurzokov.[6] Nach der Tat verließ der Täter das Barus and Holley Building in Richtung Hope Street.[3]

Um 16:22 Uhr wurde die Studentenschaft mit einer Textnachricht auf den Mobiltelefonen alarmiert und angewiesen, sich einzuschließen. Die Evakuierungsanweisung wurde erst um 5:40 Uhr des Folgetages aufgehoben.[7]

Der Täter fuhr unterdessen von Providence nach Massachusetts, wo er das Nummernschild an dem Leihwagen durch ein altes aus Maine ersetzte.[1]

Es war 2025 die 76. Massenschießerei in einer Bildungseinrichtung in den Vereinigten Staaten, die 391. Massenschießerei landesweit; und die beiden Opfer gehörten zu den knapp 14.000 Todesopfern durch Schusswaffengebrauch in den USA in dem Jahr.[8] Der Angriff geschah fast genau am Jahrestag des Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School 2014, bei dem zwanzig Schüler und sechs Erwachsene getötet worden waren.[9]

Am Montag, dem 15. Dezember 2025, wurde der Leiter des Plasma Science and Fusion Center des Massachusetts Institute of Technology, Professor Nuno F.G. Loureiro, in seiner Wohnung in Brookline, Massachusetts, erschossen. Die Behörden verneinten zunächst einen Zusammenhang der Taten.[10]

Der Täter

Der Täter beim Anmieten des bei den Taten genutzten Kraftfahrzeugs

Als Täter konnte der 48-jährige Portugiese Claudio Manuel Neves Valente ermittelt werden. Er war das einzige Kind einer Mittelstandsfamilie in Entroncamento.[11] Neves Valente war ein ausgezeichneter Schüler und vertrat sein Land bei der Internationalen Physikolympiade.[12] Er hatte von 1995 bis 2000 am Instituto Superior Técnico in Lissabon am Institut für Plasmen und Kernfusion studiert, zu derselben Zeit als auch Nuno F.G. Loureiro dort studiert hatte.[13] Claudio Manuel Neves Valente schloss als Jahrgangsbester ab und lehrte dann als Assistent an dieser Institution.[12] Er war später in einem Doktorandenprogramm der Brown University eingeschrieben. Vom Herbst 2000 bis zum Frühjahr 2001 besuchte er dort Veranstaltungen, unter anderem im Barus and Holley Building. Im April 2001 ließ er sich beurlauben und gab das Studium im Juli 2003 offiziell auf.[13]

Nach dem Ende seiner akademischen Karriere in Physik kehrte er zunächst nach Portugal zurück und arbeitete in der Softwareentwicklung für das portugiesische Internetportal Sapo.[11] Er war dort bis 2013 beschäftigt.[14] 2017 erhielt er eine Green Card in der Greencard-Lotterie und wohnte zuletzt in Miami, Florida.[13] Zum Zeitpunkt der Tat war Claudio Manuel Neves Valente arbeitslos, hatte keinen Kontakt zu seiner Familie und hatte keine Freunde.[15]

Nach Erkenntnissen des FBI hatte der Täter die Taten seit 2022 geplant. Er habe eine überhöhte Selbsteinschätzung gehabt. Als in seinem Leben die Fehlschläge seine Erfolge überwogen hätten, habe er sich zunehmend ungerecht behandelt gefühlt. Es hätte sich über Jahre ein Groll angesammelt. Eine vorhandene Paranoia habe sich verstärkt. Durch mangelnde soziale Kontakte seien frühe Warnhinweise nicht erkannt worden.[15]

Eine Autopsie ergab, dass er am 16. Dezember 2025 durch Selbstmord in einem von ihm angemieteten Lagerraum in Salem in New Hampshire starb. Bei ihm wurden zwei Pistolen gefunden, eine mit der die Tat an der Brown University begangen worden war, und eine, die mit der Mordwaffe in Brookline übereinstimmte.[16] Die beiden Glock-Pistolen waren mit Laseraufsätzen ausgestattet. Gefunden wurden bei ihm fünf Magazine mit 200 Schuss Munition und 900 Dollar in Bargeld. In dem von ihm benutzten Kraftfahrzeug fanden Ermittler USB-Sticks, ein Nummernschild, noch mehr Munition und eine schusssichere Weste.[17]

Ermittlungen

Das Barus and Holley Building nach der Schießerei

Am Sonnabend, dem 13. Dezember meldete FBI-Direktor Kash Patel auf dem sozialen Netzwerk X, dass das FBI einen Verdächtigen in einem Hotel in Coventry (Rhode Island) festgenommen hätte.[18] Am Sonntagmorgen bestätigte der Bürgermeister von Providence, dass ein Verdächtiger (person of interest) festgenommen worden war.[3] Einige Stunden später wurde der Mann wieder laufengelassen. Die örtlichen Behörden teilte dies der Presse mit,[19] während Patel darauf verzichtete, die Freilassung zu erwähnen.[20] Der Generalstaatsanwalt von Rhode Island Peter Neronha begründete die Entlassung damit, dass nur wenige Hinweise den Mann mit der Tat in Verbindung brächten.[19] Später wurde bekannt, dass das Mobiltelefon laut Funkzellenabfrage zu keiner Zeit Nähe des Tatortes lokalisiert worden war. Ballistische Untersuchungen und eine DNA-Analyse entlasteten ihn ebenfalls.[21]

Die Behörden veröffentlichten nun Fotos und ein Video eines Verdächtigen. Der Verdächtige trug schwarze Kleidung und einen Gesichtsschutz. Die Bevölkerung wurde aufgerufen Hinweise zu dieser Person zu geben.[22] Es wurde außerdem ein Mann gesucht, der in der Nähe des Täters gesehen worden war.[23] Es wurde vor durch künstliche Intelligenz generierten Fahndungsbildern gewarnt, die in sozialen Medien verbreitet wurden.[24]

Aufnahme einer Überwachungskamera vom Fahrzeug des Täters Claudio Manuel Neves Valente in Providence

Drei Tage nach der Tat erhielten die Behörden einen Hinweis, dass sie nach einem grauen Auto der Marke Nissan Sedan Ausschau halten sollten. Der Zeuge hatte den Täter zwischen 13:45 und 14:00 Uhr beobachtet. Nach der Tat erwähnte er das Detail auf Reddit, bevor er sich schließlich an die Polizei wandte. Mit der Information konnte der Leihwagen des Täters ermittelt werden und der Name des Täters: Claudio Manuel Neves Valente. Durch Aufnahmen von Überwachungskameras konnte auch die Fahrt zum Tatort des Mordes an Professor Nuno F.G. Loureiro und schließlich zu einem Lagerhaus in Salem in New Hampshire nachgewiesen werden. Dort wurde der Täter am 18. Dezember tot mit einem Ranzen und zwei Schusswaffen aufgefunden.[25]

Folgen

Niedergelegte Blumen

Die Kurse und Tests an der Universität wurden für den Rest des Herbstsemesters abgesagt.[22] Ein Basketballspiel am Sontag, dem 14. Dezember zwischen den Hochschulmannschaften der Brown University und der University of Southern California in Los Angeles wurde abgesagt.[26] Universitätspräsidentin Christina Paxson teilte am 22. Dezember mit, dass der Leiter der Campus-Polizei beurlaubt sei. Dies sei ein normals Vorgehen bei der Untersuchung solcher Vorgänge. Die höchsten Gremien der Hochschule würden die Reaktionen der Polizei der Universität und die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Universitätsgelände untersuchen.[27] Auch U.S. Bildungsministerin Linda McMahon kündigte ebenfalls Untersuchungen ihres Ministeriums zu den Sicherheitsmaßnahmen der Universität an und ob diese Bundesvorgaben entsprachen.[28]

Wie bei früheren Massenschießerein begannen Politiker beider Parteien über Einschränkungen des freien Zugangs zu Waffen zu diskutieren. So warf der demokratische Senator Chris Murphy Präsident Donald Trump am Sontag nach der Tat auf CNN vor, Kriminellen und anderen unzuverlässigen Personen den Zugang zu Waffen zu erleichtern. Sein republikanischer Amtskollege Bill Cassidy entgegnete, dass es zu früh für solche Vorwürfe sei.[29]

In sozialen Medien geriet Kash Patel in die Kritik für die verfrühte Meldung einer Festnahme, wie schon im Fall der Ermordung von Charlie Kirk, und sein Rücktritt wurde gefordert.[18] Der Abgeordnete im Repräsentantenhaus für Rhode Island Seth Magaziner warf Patel auf CNN vor, zu eifrig zu sein Neuigkeiten zu verkünden, bevor diese bestätigt seien.[19] Präsident Trump nahm Patel am 15. Dezember 2025 in Schutz und gab der Brown University die Schuld, dass der Täter noch frei sei. Das FBI sei erst nach der Tat eingetroffen und werde hervorragende Arbeit leisten.[30] Der Druck nahm zu, nachdem der Fall vor allem durch den Redditnutzer gelöst wurde, aber nicht Patels FBI.[31] Zur Kritik trug auch bei, dass er kurz nach der Bekanntgabe der Festnahme bei Laureen Ermittlungen Katie Miller zusammen mit seiner Geliebten Alexis Wilkins ein Podcast-Interview zu ihrer Beziehung gab. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom merkte an, dass es gut zu wissen sei, dass Patel während Ermittlungen Zeit fände, um auf ein von Steuerzahlern bezahltes Flugzeug zu springen, um mit seiner Freundin ein Podcast-Interview zu geben. Miller erklärte, dass das Interview vor Sonntag aufgezeichnet worden sei.[32] Patel wurde in Anspielung auf die Slapstick-Serie Keystone Kops als Keystone Kash verspottet.[18]

In den sozialen Medien wurde von konservativer Seite unter anderem vom Bundesvorsitzenden der College Republicans die Verschwörungstheorie verbreitet, dass die getötete Ella Cook wegen ihrer konservativen Ansichten Ziel des Anschlages gewesen sei. Andere äußerten, dass die Jagd auf Konservative eröffnet sei.[33] Der Senator für Cooks Heimatstaat Tommy Tuberville äußerte, dass ihm niemand erzählen könne, Ella Cobbs Cook sei nicht Ziel des Täters gewesen, weil sie Republikanerin und Christin gewesen sei. Er forderte Durchgreifen an Universitäten.[34] Ähnlich zum Motiv äußerten sich rechtsgerichtete Influencer wie Laura Loomer. Loomer behauptete außerdem, dass der Täter „Allahu akbar“ gerufen habe. Naomi Wolf deutete an, dass das Motiv Antisemitismus gewesen sein könnte.[35] Ein palästinensischer Erstsemesterstudent aus dem Libanon geriet dabei besonders in das Fadenkreuz.[36] Die Universität veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme gegen das Doxxing des Studenten in der Folge der Schießerei.[37] Zohran Mamdani traf sich als Bürgermeister von New York später mit dem betroffenen Studenten.[38]

Die US-Regierung setzte das Diversity-Immigrant-Visa-Programm (die sogenannte „Greencard-Lotterie“) vorläufig aus. Sie begründete diesen Schritt damit, dass der mutmaßliche Täter seine Greencard über dieses Programm erhalten habe.[39]

Einzelnachweise

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