Arne Boyum
norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher
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Arne Ellendson Boyum (* 7. April 1833 in Balestrand, Sogn, Norwegen; † 29. Juli 1913 in Arendahl Township, Minnesota) war ein norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher, der von 1876 bis 1887 Kirchenpräsident der Hauge-Synode war.

Biographie
Boyum wurde in Balestrand geboren und wuchs auf dem Hof seines Onkels im nahegelegenen Dorf Fjærland, wo seine Eltern Häusler waren, am Fuße des Jostedalsbreen auf. Er besuchte die örtliche Gemeindeschule und wurde 1848 konfirmiert. Schon bald darauf besuchte er erstmals geistliche Laienversammlungen der Haugianer. Mit sechzehn Jahren verließ er sein Elternhaus und verdingte sich als Knecht auf Höfen in der Region. In seinem achtzehnten Lebensjahr gab es eine größere Erweckungsbewegung im Umland, die auch Boyum dazu veranlasste, sich intensiver mit geistlicher Literatur auseinanderzusetzen. 1853 plante er, mit seiner Familie seiner älteren Schwester nach Amerika zu folgen, doch eine Erkrankung seines Vaters bewirkte, dass nur Boyum und seine Schwester Gjertrud im Mai die Seereise von Bergen aus antraten. Beide ließen sich zuerst bei Verwandten im Dane County in Wisconsin nieder.[1]
Im Herbst ging er als Landarbeiter in das Marquette County, wo er, nachdem es auch dort zu einer Erweckungsbewegung gekommen war, erstmals öffentlich bei haugianischen Versammlungen auftrat. Er besuchte auch andere kirchliche Treffen in Norway Grove und Spring Prairie, wo er die Brüder A. C. und H. A. Preus predigen hörte. 1854 begann er an norwegischen Schulen zu lehren und nahm im Folgejahr erstmals an einer Synodalversammlung der acht Jahre zuvor von Elling Eielsen organisierten Synode in Spring Prairie teil. Im Winter 1855 bereiste er gemeinsam mit Eielsen eine Reihe von norwegischen Siedlungen in Wisconsin und Illinois und lehrte für einige Monate an der Schule in Long Prairie. 1857 zog er mit seiner Familie nach North Prairie im Fillmore County in Minnesota, wo er einen Hof errichtete. Nachdem er bereits auf den Synoden 1856 in Primrose und 1857 in Koshkonong als Kandidat für das Pfarramt gehandelt worden war, wurde er am 10. Juli 1858 von Eielsen in Spring Prairie ordiniert, nachdem ihn die Gemeinden in seiner Heimat North Prairie und der Stavanger-Siedlung in Iowa berufen hatten. Da es zu dieser Zeit neben Boyum und Eielsen nur zwei weitere Pfarrer in der Synode gab, reiste Boyum viel zwischen den einzelnen Gemeinden und predigte in der ganzen Grenzregion von Minnesota, Wisconsin und Iowa. Weil im Verlauf der nächsten zehn Jahre immer mehr Geistliche in der Synode ordiniert wurden, konnte Boyum seine weitläufige Reisetätigkeit einstellen und sich auf seine Predigtstelle an der Arendahl Lutheran Church konzentrieren.[1] Die Pfarrstelle in Arendahl hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1896 inne, predigte aber bis zu seinem Tod 1913 noch regelmäßig dort.
Boyum blieb weiterhin in den Gremien der Synode aktiv. Nachdem Eielsen 1876 nach einem Konflikt über die Revision der Kirchenverfassung ausgetreten war und Østen Hanson die Synode kurzzeitig geleitet hatte, wurde Hanson 1876 zum Präsidenten der Synode gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1887 inne, als er es wiederum an Hanson übergab. Zugleich gehörte er auch dem Kirchenrat der Synode an.[2] Er nahm an fast allen Versammlungen der Synode zwischen 1855, als er erstmals mit Eielsen in Kontakt gekommen war, und seinem Tod 1913 teil. Anlässlich seines 50-jährigen Ordinationsjubiläums wurde er 1908 von der Synode und ihrem Präsidenten Martin Gustav Hanson geehrt.[3]
Boyum heiratete 1859 Anne E. Iverson, die 1899 verstarb. Als Witwer heiratete er nicht wieder.[2] Er verstarb am 29. Juli 1913 in seinem Haus in Arendahl an einem Schlaganfall und wurde dort unter großer Anteilnahme bestattet.[4]
Weblinks
- Arne Boyum in der Datenbank Find a Grave
- Ausführliche Autobiographie Boyums bis etwa 1862