Asperglen

Dorf und seit 1972 ein Ortsteil der Gemeinde Rudersberg im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Asperglen (früher Asberglen; mundartlich Aschberglen) ist ein Dorf und seit 1972 ein Ortsteil der Gemeinde Rudersberg im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Der Ort liegt vollständig im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Schnelle Fakten Gemeinde Rudersberg ...
Asperglen
Gemeinde Rudersberg
Wappen von Asperglen
Koordinaten: 48° 52′ N,  32′ O
Höhe: 275 m ü. NN
Eingemeindung: 25. Februar 1972
Postleitzahl: 73635
Vorwahl: 07183
Karte
Lage von Asperglen (grün) in der Gemeinde Rudersberg
Ansicht aus dem 17. Jahrhundert
Ansicht aus dem 17. Jahrhundert
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Geographie

Asperglen liegt im Wieslauftal, unmittelbar am Zusammenfluss des Weilerbachs mit der Wieslauf. Der Ort wird der Landschaft Berglen zugerechnet.

Umliegende Ortschaften sind Schlechtbach (Ober-, Mittel- und Unterschlechtbach), Michelau, Steinenberg, Miedelsbach, Buhlbronn, Vorderweißbuch und Lindental (im Uhrzeigersinn).

Zur Altgemeinde Asperglen gehören die Weiler Krehwinkel und Necklinsberg.

Geschichte

Asperglen

Asperglen wurde 1333 erstmals unter dem Namen Assperg erwähnt. Nach dem Historiker Lutz Reichardt bedeutet der Ortsname Siedlung am Eschenberg. Nach einer anderen, früher verbreiteten Ansicht geht der Ortsname auf Espe zurück. Weitere historische Namensvarianten sind Asperk (1344), Aspach in der Wislaffen (1363), Aspach in dem Ramstal (1379) und Asperg (1411). Der heutige Ortsname kam erstmals im 17. Jahrhundert in Gebrauch.[1]

Im Ort waren die Herren von Urbach und die von Zyllnhart begütert. Jörg von Urbach verkaufte sein Eigentum im Dorf 1411 an die Prämonstratenser vom Kloster Adelberg. Ein anderer Teil des Orts war im Besitz von Kloster Gotteszell. Mit der Reformation kam Kloster Adelberg und damit auch Adelbergs Anteil an Asperglen unter württembergische Herrschaft. 1541 erwarb Württemberg auch die ehemals zu Gotteszell gehörenden Güter. Im 17. Jahrhundert hieß der Ort Asbergle. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft und der Konsolidierung Württembergs wurde Asperglen 1819 von der Gemeinde Steinenberg gelöst und bildete fortan mit den Weilern Krehwinkel und Necklinsberg eine selbständige Gemeinde. Administrativ gehörte Asperglen zum Oberamt Schorndorf. Wichtigste Erwerbsquellen im 19. Jahrhundert waren Acker-, Obst- und etwas Weinbau. Man pflanzte Silvaner und Elbling. Der Wein war jedoch qualitativ schlechter als der des Remstals. Besonders gut geriet das Steinobst. Aus den Kirschen wurde Kirschgeist gebrannt und verkauft. Die Rindviehzucht war vergleichsweise schlecht. Man zog eher Hühner und Gänse auf. Der Viehhandel wurde fast vollständig von ortsfremden Juden abgewickelt, welche die Tiere auf die Märkte trieben. Handwerk war kaum vorhanden, mit Ausnahme von ein paar wenigen Leinenwebern.

Während der NS-Zeit wurde Asperglen der 1938 in den neuen Landkreis Waiblingen eingegliedert.

Vor dem Zweiten Weltkrieg waren noch etwa 70 % der Einwohner von Asperglen in der Land- und Forstwirtschaft tätig.

Krehwinkel

Der Weiler Krehwinkel im Tal des Weilerbachs wurde 1344 erstmals als Kraenwinkel erwähnt. Der Ortsname bedeutet Ecke der Krähen und hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert. In früheren Zeiten hieß der Weiler auch Krähwinkel.[2]

Necklinsberg

Necklinsberg ist erstmals 1293 als Necklinsperg nachgewiesen. Der Ortsname bedeutet wohl Siedlung des Necklin auf dem Berg. Necklin bedeutet wahrscheinlich Nagelschmied.[3]

Religion

Im Mittelalter gehörte Asperglen zur Pfarrei Buoch. Im 15. Jahrhundert kam der Ort an die Pfarrei Oppelsbohm. Seit der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich ist Asperglen evangelisch geprägt. 1839 wurde Asperglen der Kirchengemeinde Steinenberg zugeteilt; Krehwinkel folgte 1877. Lediglich Necklinsberg blieb kirchlich immer bei Oppelsbohm.

Politik

Schultheißen und Bürgermeister

Die Schultheißen waren zumeist wohlhabende und angesehene Landwirte, die man umgangssprachlich auch Bauraschultes (Bauernschultes) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß offiziell durch Bürgermeister ersetzt.

Liste der Schultheißen und Bürgermeister (unvollständig, Amtszeiten teilweise unklar):

  • 1946–1948: Gotthilf Bay (in Personalunion mit Steinenberg)
  • 1948–1950: Knorr (in Personalunion mit Unterschlechtbach)
  • 1950–1952: Siegle
  • 1952–1956: Eugen Kühnle
  • 1956–1972 Gerhard Kontermann (in Personalunion mit Steinenberg)

Wappen und Flagge

Ehemaliges Gemeindewappen

Die Altgemeinde Asperglen führte ein Wappen und eine Flagge.

Die Blasonierung des ehemaligen Gemeindewappens lautet: Auf goldenem (gelbem) Wappenschild ein roter Dreiberg, aus dessen mittlerer Kuppe ein grünes Espenblatt wächst.

Wappenbegründung: Der Dreiberg steht für die drei Orte Asperglen, Krehwinkel und Necklinsberg. Das Espenblatt ist ein Hinweis auf den Ortsnamen, der von Espe abgeleitet wurde.

Mit der Auflösung der Gemeinde Asperglen im Zuge der Verwaltungsreform von 1972 ist das Wappen erloschen. Das Wappen kann jedoch von lokalen Vereinen und Privatpersonen zur Traditionspflege, etwa als Abzeichen, Autoaufkleber oder Wimpel weiterhin verwendet werden.

Bildungseinrichtungen

Eine Dorfschule mit Lehrerwohnung im ersten Stock wurde 1904 erbaut und bestand bis 1969.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Asperglen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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