Bahnstrecke Křimov–Vejprty
Bahnstrecke im Erzgebirge, Tschechien
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Die Bahnstrecke Křimov–Vejprty ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich von der k.k. priv. Buschtěhrader Eisenbahn (BEB) erbaut und betrieben wurde. Sie zweigt in Křimov (Krima) von der Bahnstrecke Chomutov–Reitzenhain ab und führt am Erzgebirgskamm über Měděnec (Kupferberg) und Kovářská (Schmiedeberg) nach Vejprty (Weipert), wo sie in die Bahnstrecke Vejprty–Annaberg-Buchholz unt Bf einmündet.
| Křimov–Vejprty 1913: Krima-Neudorf–Weipert | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kursbuchstrecke (SŽ): | 137 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 35,391 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenklasse: | A1 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 90[1] km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Nach einem Erlass der tschechischen Regierung ist die Strecke seit dem 20. Dezember 1995 als regionale Bahn („regionální dráha“) klassifiziert.[5]
Geschichte
Vorgeschichte und Bau
Die Genehmigung für eine „Locomotiveisenbahn von Kommotau bis Weipert an die königlich sächsischen Grenze zum Anschluss an die Chemnitz-Annaberger Bahn“ hatte die Buschtěhrader Eisenbahn am 1. Juli 1868 im Zusammenhang mit der Konzession der Linie von Prag über Komotau nach Eger erhalten. Die konzessionierte Linie sollte innerhalb von drei Jahren ab Konzessionserteilung fertiggestellt und dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Die Anlage eines zweiten Gleises war gefordert, wenn der „jährliche Rohertrag während zweier aufeinanderfolgender Jahre die Summe von 140.000 fl. überschreitet“.[6] Am 29. September 1869 wurde schließlich mit Sachsen der Staatsvertrag „über die Eisenbahnanschlüsse an der böhmisch-sächsischen Grenze bei Weipert, Georgswalde und Warnsdorf“ abgeschlossen. Als Verknüpfungspunkt mit dem sächsischen Eisenbahnnetz wurde Weipert bestimmt. Sachsen verpflichtete sich, die Strecke von Annaberg bis Weipert bis zum 1. Juli 1871 fertigzustellen. Wenn sich kein privater Investor für den Streckenbau finden sollte, war dort ein Bau auf Staatskosten vorgesehen.[7]
Die Strecke Komotau–Weipert wurde schließlich am 1. August 1872 in Betrieb genommen. Die durch die Konzession vorgegebene Baufrist wurde damit um über ein Jahr überschritten. Die Anschlussstrecke in Sachsen von Weipert nach Annaberg nahm zwei Tage später – am 3. August 1872 – ihren allgemeinen Betrieb auf.
Betrieb bis 1945
Der Sommerfahrplan von 1912 verzeichnete zwischen Komotau und Weipert vier Personenzugpaare 2. und 3. Klasse. Die Reisezeit zwischen Komotau und Weipert betrug fast zweieinhalb Stunden.[8]
Zum 1. Jänner 1924 ging die Strecke infolge der Verstaatlichung der BEB an die Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über. In den 1930er Jahren wurden in Neudorf, Böhmisch Hammer und in Weipert neue ortsnahe Haltestellen eingerichtet.
Im Winterfahrplan von 1937 gab es werktags sieben Personenzugpaare zwischen Komotau und Weipert. Sonn- und Feiertags verkehrte ein weiteres für Ausflügler.[9]
Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Oktober 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun unter der Kursbuchstrecke 140c Weipert–Komotau enthalten.[10]
Der Niedergang nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD. Auf Grund der veränderten politischen Verhältnisse fand nach 1945 kein planmäßiger grenzüberschreitender Verkehr mehr statt. Die Gleisverbindung blieb allerdings aus militärischen Gründen erhalten.
Am 20. Februar 1950 entliefen im Bahnhof Suniperk neun Wagen eines Güterzuges. Sie entgleisten mit hoher Geschwindigkeit in einem Gleisbogen am Kilometer 16,5 der Strecke Chomutov–Reitzenhain bei Krásná Lípa (Schönlind). Unter den verunfallten Güterwagen waren auch einige Kühlwagen der Norwegischen Staatsbahn (NSB) mit Seefisch für die Fischfabrik (vorm. Kalla) in Kovářská. Der Schaden betrug mehrere Millionen Kronen.[11]
Die Strecke war während ihrer regulären Betriebszeit oft von Sperrungen infolge Schneeverwehungen betroffen. Insbesondere bei Měděnec blieben Züge mehrfach in den Schneemassen stecken. Im März 1968 kam sogar eine Dampfschneeschleuder der Deutschen Reichsbahn samt Hilfskräften zum Einsatz, um einen eingeschneiten Reisezug zwischen Rusová und Měděnec zu bergen. Es war die erste Zugfahrt über die Grenzbrücke in Weipert seit 1945. Ähnliches wiederholte sich 1970, 1988 und 2005.

In den 1980er Jahren bestanden Bestrebungen seitens der Deutschen Reichsbahn, die grenzüberschreitende Verbindung über Vejprty für den Leerwagenaustausch wieder in Betrieb zu nehmen, was allerdings von tschechoslowakischer Seite nicht erwünscht war.
Seit 1. August 1993 ist die grenzüberschreitende Verbindung in Vejprty für den Personenverkehr wieder in Betrieb. Ende der 1990er Jahre wurde auch die Grenzbrücke über den Pöhlbach mit EU-Fördermitteln komplett erneuert. Seitdem wird die Strecke bei Bedarf auch wieder für den grenzüberschreitenden Güterverkehr benutzt. Einziger regelmäßiger Nutzer war bislang nur die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft, die bis 2004 Lokomotivkohle für die Schmalspurbahn Cranzahl–Oberwiesenthal aus Tschechien bezog.
Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 wurde der Reisezugverkehr durch den verantwortlichen ÖPNV-Aufgabenträger Ústecký kraj abbestellt. Als Grund für die Einstellung wurde vor allem die geringe Auslastung der Züge genannt.[12]

Seit dem 9. Dezember 2007 wurde nur noch ein touristisch orientierter Verkehr mit zwei Zugpaaren an den Wochenenden aufrechterhalten, darunter eine durchgehende Verbindung Leipzig–Chemnitz–Chomutov der Erzgebirgsbahn. Vom 14. Dezember 2014 bis zum 1. Mai 2016 gab es zwischen Cranzahl und Vejprty keinen planmäßigen Reiseverkehr mehr. Seit 2015 ist der Betrieb zwischen Chomutov und Vejprty auf die Sommermonate von Mai bis September beschränkt. Seit Mai 2016 fuhren Reisezüge dann auch wieder zwischen Cranzahl und Vejprty.[13]
Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 werden die Züge unter der neu eingeführten touristischen Linie T7 geführt. Nach einer Neuausschreibung wird der saisonale Reiseverkehr seit 2020 durch Die Länderbahn (DLB) betrieben.[14]
Neue Perspektiven als Versuchsstrecke
Im November 2023 gab die Infrastrukturverwaltung bekannt, die Teilstrecke über Vejprty zukünftig zusammen mit der benachbarten Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg in Deutschland als grenzüberschreitende Teststrecke zur Entwicklung neuer Technologien im Eisenbahnverkehr zu nutzen. Der tschechische Staat möchte so eine freie Forschungsumgebung für Universitäten und Industrieunternehmen schaffen. Mit dem sogenannten Smart Rail Connectivity Campus der Technischen Universität Chemnitz mit Sitz in Annaberg-Buchholz unt Bf ist eine Zusammenarbeit zur grenzüberschreitenden Interoperabilität geplant. Bislang gibt es in Tschechien zwei solche Strecken im Eigentum von AŽD Praha, die nur für die Entwicklung der eigenen Produkte genutzt werden.[15]
Streckenbeschreibung
Verlauf
Die Strecke führt ab Křimov parallel zum Erzgebirgskamm, der kurz vor dem Bahnhof Rusová am Preßnitzer Pass überschritten wird. Der Scheitelpunkt der Strecke liegt allerdings erst zwischen Měděnec zastávka und Kovářská městys auf der flachen Wasserscheide zwischen Preßnitz- und Schwarzwassertal. Aufgrund der dortigen neigungsarmen Trassierung liegen die Bahnhöfe in diesem Abschnitt oft weit von den namensgebenden Ortschaften entfernt. Ab České Hamry verläuft das Gleis an der rechten Talflanke des Pöhlbaches in stetem Gefälle nach Vejprty.
Betriebsstellen
Křimov ⊙

Der Bahnhof Křimov (bis 1945: Krima-Neudorf) besaß als Ausgangspunkt der Zweigstrecke nach Reitzenhain ein großzügig dimensioniertes Empfangsgebäude und einen zweiständigen Lokschuppen.[16] In der einstigen Lokomotiveinsatzstelle ist der Eisenbahnverein společnost LOKO-MOTIV ansässig. Er wollte dort ein kleines Museum zur Geschichte der Strecke aufbauen.[17] Das Aufnahmsgebäude haute ist in Privatbesitz.
Nová Ves u Křimova ⊙
Die Haltestelle Nová Ves u Křimova (bis 1938: Nová Ves u Hory Svatého Šebestiána, deutsch bis 1945: Neudorf (b Sebastiansberg)) wurde am 1. Juni 1933 eröffnet. Sie befindet sich am südlichen Rand des zu Hora Svatého Šebestiána (Sankt Sebastiansberg) gehörigen Ortsteils Nová Ves (Neudorf). An Hochbauten besitzt die Station nur eine massive Wartehalle.
Výsluní ⊙

Die heutige HaltestelleVýsluní (bis 1945: Sonnenberg, bis 1950: Suniperk v Krušných horách) besteht seit der Streckeneröffnung. Sie liegt über zwei Kilometer nordwestlich der Stadt in den Wäldern am Erzgebirgskamm. Die Gleise der Station wurden bis auf das durchgehende Streckengleis abgebaut.
Rusová ⊙

Der Bahnhof Rusová (bis 1945: Pressnitz-Reischdorf) besteht seit der Streckeneröffnung. Er liegt heute in der freien Landschaft südöstlich der Talsperre Preßnitz (tschech.: Vodní nádrž Přísečnice) ohne Bezug zu einer Ortschaft. Der zum Bahnhof gehörige, nördlich der Station gelegene Ort Rusová (Reischdorf) wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Talsperre Preßnitz Anfang der 1970er Jahre geräumt und bis 1974 abgerissen. Das 2012 abgerissene Aufnahmsgebäude des Bahnhofs war das letzte erhaltene Gebäude des Ortes. Seitdem befindet sich an der Station eine massive Wartehalle. Ende des Jahres 2017 wurde das verbleibende Ausweichgleis abgebaut, seitdem ist die Station Rusová nur noch eine Haltestelle.[18]
Měděnec ⊙
Der Bahnhof Měděnec (bis 1945: Kupferberg) befindet sich im Nordosten von Měděnec an der südlichen Flurgrenze zu Kotlina (Köstelwald) an der Straßenabzweigung nach Petlery (Bettlern). Die Hochbauten der Station wurden bis auf den Güterschuppen im Jahr 2010 abgerissen, sodass es am Standort heute neben diesem Gebäude lediglich eine hölzerne Wartehütte gibt. Weiterhin wurden alle Gleise bis auf das Streckengleis entfernt, sodass die Station bezüglich der Funktion heute nur noch ein Haltestelle ist.
Měděnec zastávka ⊙
Die Haltestelle Měděnec zastávka wurde am 31. Mai 1959 am Standort des neu aufzubauenden Erzbergwerkes dul Měděnec eröffnet. Bis 2010 gab es einen Gleisanschluss vom Haltepunkt aus. Das kleine, zum Schluss devastierte Stationsgebäude wurde in jüngerer Zeit durch einen standardisierten Betonunterstand ersetzt.
Kovářská městys ⊙
Der Haltestelle Kovářská městys (bis 1945: Markt Schmiedeberg, bis 1948: Šmídeberk městys) wurde am 1. August 1908 eröffnet. Sie befindet sich außerhalb des Orts im Osten von Kovářská. Die Station verfügt lediglich über eine hölzerne Wartehütte.
Kovářská ⊙

Der Bahnhof Kovářská (bis 1945: Schmiedeberg, bis 1948: Šmídeberk) liegt abseits des Orts im Südwesten von Kovářská. Der 1872 eröffnete Bahnhof besitzt heute noch drei der vier Gleise. Die Station besaß weiterhin zwei Güterrampen, welche auf ein einst erhöhtes Güteraufkommen schließen lassen. An Hochbauten besaß der Bahnhof Schmiedeberg neben dem Empfangsgebäude einen Güterschuppen, ein Wasserhaus und ein Wärterhaus.
Im Jahr 2015 wurden das eingestürzte Dach und die eingestürzten Decken des Empfangsgebäudes wieder neu aufgebaut. Der baufällige Güterschuppen wurde hingegen abgerissen. Eine Rampe, das Wasserhaus und das Wärterhaus sind noch vorhanden.[19]
České Hamry ⊙

Der Haltepunkt České Hamry (bis 1945: Böhmisch Hammer) wurde am 16. Dezember 1934 eröffnet. Er liegt am Ortsteil České Hamry (Böhmisch Hammer) der Stadt Vejprty. Der Haltepunkt befindet sich oberhalb im Osten des Orts. Er verfügt lediglich über eine hölzerne Wartehalle.
Vejprty zastávka ⊙
Der Haltepunkt Vejprty zastávka (bis 1945: Weipert Neugeschrei) ist der Haltepunkt des Ortsteils Nové Zvolání (deutsch: Neugeschrei) der Stadt Vejprty. Der Ort besaß bei Eröffnung der Bahnstrecke im Jahr 1872 noch keine eigene Station. Die Einrichtung des Haltepunkts wurde erst im späten 19. Jahrhundert durch den Posamentenfabrikanten Kanneberger erreicht. Die am 1. Mai 1909 eröffnete Haltestelle verfügt lediglich über eine massive Wartehalle. Die deutsche Übersetzung des heutigen Stationsnamens Vejprty zastávka bedeutet Weipert Hp. Diese Bezeichnung wurde bis 1945 für den im Süden von Vejprty liegenden Haltepunkt benutzt, welcher heute Vejprty koupaliště (deutsch: Weipert Bad) genannt wird.[20]
Vejprty koupaliště ⊙
Die Haltestelle Vejprty koupaliště wurde am 15. Mai 1934 als Haltestelle Vejprty zastávka / Weipert Haltestelle im Süden der Stadt Vejprty eröffnet. Von 1938 bis 1945 trug die Betriebsstelle den Namen Weipert Hp. Sie verfügt lediglich über eine massive Wartehalle.
Der heutige Name Vejprty koupaliště (deutsch: Weipert Bad) bezieht sich auf das sich in der Nähe befindliche Freibad. Der frühere Name Vejprty zastávka wird heute für die Haltestelle in Nové Zvolání verwendet.[21]
Vejprty ⊙

Der Bahnhof Vejprty (bis 1945: Weipert) ist Grenzbahnhof zwischen Tschechien und Deutschland. Er befindet sich im Norden der Stadt Vejprty. Die einst umfangreichen Anlagen des Bahnhofes sind seit der Einstellung des grenzüberschreitenden Verkehrs nach 1945 in einem fortschreitenden Verfall begriffen. Das große Empfangsgebäude wurde im Frühjahr 2012 weitgehend abgerissen. Erhalten ist nur noch der nördliche, ehemals durch die sächsischen Beamten genutzte Flügel. Er wurde 2008 renoviert.[22]
Fahrzeugeinsatz

Die Länderbahn setzt Triebwagen des Typs RegioSprinter ein.
Literatur
- Jan Kadlec: Krušnohorská železniční trať Chomutov–Vejprty, Eigenverlag, Chomutov 2016, ISBN 978-80-88075-06-6
- Siegfried Bufe, Heribert Schröpfer: Eisenbahnen im Sudetenland, Bufe-Fachbuchverlag, Egglham 1991, ISBN 3-922138-42-X
Weblinks
- Chomutov–Vejprty auf www.zelpage.cz
- Historische Karten und Pläne z. B. Bahnhof Reitzenhain und Bahnhof Weipert
- Beschreibung und Fotos (tschechisch)
- Krušnohorským Semmeringem do Saska. In: ceskatelevize.cz. Abgerufen am 23. Mai 2019 (tschechisch, ab etwa 6. Minute Bericht über die Bahnstrecke (3. Filmabschnitt)).