Bahnstrecke Stollberg–St. Egidien

Nebenbahn in Sachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Stollberg–St. Egidien ist eine Nebenbahn in Sachsen. Sie zweigt in Stollberg/Erzgeb. von der Bahnstrecke Zwönitz–Chemnitz Süd ab und führt über Oelsnitz/Erzgeb. nach St. Egidien, wo sie in die Bahnstrecke Dresden–Werdau einmündet. Hauptzweck des Streckenbaues war seinerzeit der Abtransport der im Lugau-Oelsnitzer Revier geförderten Steinkohle.

Weitere Informationen Stollberg (Sachs)–St Egidien ...
Stollberg (Sachs)–St Egidien
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Streckennummer (DB):6641; sä. StE
Kursbuchstrecke (DB):523
Streckenlänge:19,455 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 19 
Minimaler Radius:291 m
Streckengeschwindigkeit:80 km/h
Zugbeeinflussung:PZB (AZB 2000)
Strecke (außer Betrieb)
von Zwönitz
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
von Niederwürschnitz (geplant)
Kopfbahnhof Strecke bis hier außer Betrieb
0,330 Stollberg (Sachs) 444m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Chemnitz Süd
Haltepunkt / Haltestelle
1,024 Stollberg Schlachthofstraße (seit 2002) 440m
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
1,375 Infrastrukturgrenze City-Bahn Chemnitz / RISS
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
von Chemnitz Süd
ehemalige Blockstelle
1,870 Abzw Stollberg Bogendreieck
Brücke
2,048 Bundesautobahn 72 (60m)
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Stollberg (Sachs) (geplant)[1]
ehemalige Blockstelle
2,805 Abzw Niederwürschnitz (geplant)[2]
Haltepunkt / Haltestelle
3,340 Niederwürschnitz (ehem. Bf) 415m
Abzweig geradeaus und ehemals von links
Anst VEB Textima
Brücke
4,220 Brücke Würschnitztal (86m)
Brücke
5,160 Brücke Höhlbach (19m)
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
von Wüstenbrand
Bahnhof
5,790 Neuoelsnitz früher Höhlteich 407m
Brücke
6,794 Brücke Wirtschaftsweg (14m)
Haltepunkt / Haltestelle
6,990 Mitteloelsnitz 381m
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
7,260 Anst Vereinsglück-Schächte
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
7,590 Mitteloelsnitz
Brücke
7,685 EÜ (10m)
Brücke
7,935 Brücke Hegebachtal (110m)
Haltepunkt / Haltestelle
8,548 Oelsnitz Bahnhofstraße (seit 2003)
Brücke
8,934 EÜ Tunnelweg (10m)
Abzweig geradeaus und ehemals von links
Anst Deutschlandschacht
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
von Kaisergrube
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
Anst Vereinigt-Feld-Schächte
Bahnhof
9,450 Oelsnitz (Erzgeb) 380m
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Anst Steinkohlenbauverein Gersdorf
Brücke
10,226 EÜ Helenestraße (18m)
Haltepunkt / Haltestelle
11,115 Hohndorf Mitte (seit 2003)
Brücke
11,208 EÜ Obere Angerstraße (11m)
Brücke
11,990 Brücke Wirtschaftsweg (10m)
Brücke
12,350 Viadukt Rödlitzbachtal (150m)
Haltepunkt / Haltestelle
12,745 Rödlitz-Hohndorf 350m
Haltepunkt / Haltestelle
14,105 Lichtenstein Hartensteiner Straße (seit 2003)
Brücke
15,310 Bundesstraße 173 (29m)
Bahnhof
15,650 Lichtenstein (Sachs) 321m
Brücke
15,832 EÜ Rümpfstraße (12m)
Haltepunkt / Haltestelle
16,415 Lichtenstein Ernst-Schneller-Siedlung (seit 2003)
Strecke mit Straßenbrücke
Bundesstraße 173
Abzweig geradeaus und nach links
17,600 Awanst Gewerbegebiet „Am Auersberg“
Haltepunkt / Haltestelle
17,730 Lichtenstein Gewerbegebiet (seit 2003)
Brücke
18,830 Viadukt Lungwitzbachtal (114m)
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
19,461 Infrastrukturgrenze RISS/DB Netz
Abzweig geradeaus und von rechts
von Dresden Hbf
Brücke
19,523 EÜ Bahnhofstraße (10m)
Bahnhof
19,790 St Egidien (Inselbahnhof) 283 m
Strecke
nach Werdau Bogendreieck

Quellen: [3][4]
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Geschichte

Planung und Anfangsjahrzehnte

In den 1840er Jahren wurden im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier die ersten größeren Kohleschächte geteuft. In den 1850er Jahren wollte man den Abschnitt Chemnitz–Zwickau der Niedererzgebirgischen Staatsbahn bereits über Lichtenstein und den Mülsengrund führen. Aufgrund einer wesentlich aufwendigeren Streckenführung über mehrere Täler hinweg wählte man den wesentlich einfacheren Weg über Glauchau.[5] Mit der Strecke Wüstenbrand–Lugau erhielt das Bergbaurevier im östlichen Revierbereich den ersten Bahnanschluss. Weitere Überlegungen für den Bahnbau um Oelsnitz gab es dann Ende der 1860er Jahre.[6] Als ab Anfang der 1870er Jahre mehrere Gesellschaften neue Schächte im westlichen Revierteil abteuften, wurde ein Eisenbahnanschluss dringend benötigt. Ein ähnliches Vorhaben sah auch eine Bahn von Hohenstein nach Oelsnitz vor. Obwohl sich der sächsische Staat eine Privatbahn wünschte, kam bis 1876 keine Finanzierung zustande. Erst in der Sitzungsperiode 1875/76 stimmte der sächsische Landtag dem Bau einer Bahn von St.Egidien über Oelsnitz nach Stollberg zu. Genehmigt wurde auch der Bau einer Zweigbahn zu den Schächten Konkordia und Kaisergrube sowie einer kurzen Verbindungsbahn zur Chemnitz-Würschnitzer Eisenbahn nach Lugau. Nun wollte der Staat doch die Baukosten übernehmen und genehmigte eine Bahnstrecke von St. Egidien über Lichtenstein nach Stollberg. Zusätzlich wurde die Strecke von Lugau bis zum Bahnhof Höhlteich verlängert. Zudem sollten zahlreiche Schächte im Raum Oelsnitz Anschlussbahnen erhalten, dafür war ein ausreichend dimensionierter Sammelbahnhof für den Güterverkehr vorgesehen.[7]

Viadukt Rödlitzbachtal bei km 12,35

Im April 1877 begannen die Bauarbeiten an der Strecke. Bei Niederwürschnitz, Oelsnitz, Lichtenstein und St.Egidien war der Bau größerer Viadukte notwendig. Am 15. Oktober 1878 konnte der Kohlenverkehr aufgenommen werden; ab dem 15. Mai 1879 verkehrten dann auch Personen- und Güterzüge für den allgemeinen Verkehr.

Der Abschnitt Höhlteich–St. Egidien wurde am 1. Mai 1892 zur Hauptbahn erhoben.[8] Die gesamte Strecke gehörte zusammen mit der benachbarten nach Wüstenbrand um 1900 zu den lukrativsten in Sachsen.[9] So wurden alleine im Bahnhof Oelsnitz 1910 fast 1,4 Mio. Tonnen umgeschlagen.[10] Um 1912 bestanden direkte Zweiggleise zu den Schächten Merkur und Pluto in Gersdorf, Ida, Helene und Vereinigt-Feld in Hohndorf bzw. Deutschland und Vereins-Glück in Oelsnitz. Über die Zweigbahn Oelsnitz–Kaisergrube waren die Schächte Hedwig, Concordia, Frieden und Kaisergrube angeschlossen.[11]

Viadukt Hegebachtal um 1900, im Hintergrund die Vereinsglück-Schächte

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg reduzierte man im Bergbaurevier die Fördermenge. Trotz Rationalisierungsmaßnahmen in den 1920er Jahren erhöhte sich das Fördervolumen nicht wieder.[12] Enorme Probleme bereiteten die durch den Bergbau verursachten Geländeabsenkungen. So kam es etwa beim Viadukt Hegebachtal Mitte der 1920er Jahre zu Gewölbestauchungen, die letztlich nur durch ausbetonieren zweier Gewölbebögen repariert werden konnten.[9] Mit der Herabstufung des Abschnitts Neuoelsnitz–St. Egidien im Dezember 1924 wurde die komplette Strecke wieder als Nebenbahn geführt.[13] So betrug der Kohleversand vom Bahnhof Oelsnitz 1928 nur noch circa 820.000 t jährlich.[6]

Im Frühjahr 1945 gab es noch einige Luftangriffe in unmittelbarer Nähe, den Krieg überstand die Strecke dennoch weitgehend unbeschädigt. Im April 1945[14] kam der Bahnverkehr mit dem Vorrücken der US-Armee vorerst zum Erliegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Auch nach Kriegsende war vorerst kein Verkehr möglich. Der nördliche Streckenteil bis Oelsnitz wurde von der US-Armee gehalten, während der südliche Teil unbesetzt blieb (siehe auch: Freie Republik Schwarzenberg). Nach dem Rückzug der Amerikaner Anfang Juni auf die in der Konferenz von Jalta beschlossenen Besatzungsgrenzen befand sich die Strecke dann komplett in der Sowjetischen Besatzungszone und der Verkehr wurde wieder aufgenommen.

Güterzug in Hohndorf (1980er Jahre)

Die Geländeveränderungen führten dazu, dass 1953 die letzten drei Brückenbögen des Hegebachviadukts ausbetoniert wurden.[9] Zwischen Neuoelsnitz und Oelsnitz war die Erdoberfläche zum Teil bis zu 17 Meter (!) abgesunken. In diesem Bereich war die Gradiente der Strecke auf einigen Teilabschnitten massiv gestört. Der Bahnhof Neuoelsnitz musste deshalb nach der Einstellung des Bergbaus komplett neu nivelliert werden.

Schon vor dem Ende des Steinkohlenbergbaus 1971 wurden neue Industriezweige in der Region angesiedelt. So gehörten nun Maschinenbau- und Metallbearbeitungbetriebe, Textil- und Holzindustrie sowie ein großes Betonwerk zu den wichtigsten Güterkunden.[6][15] Dennoch wurden weniger Güter transportiert.[16] Der Bahnhof Oelsnitz diente zudem den 1970er Jahren als Sammelpunkt für leere Kesselwagen aus dem Raum Westsachsen. Täglich verkehrten mehrere Ganzzüge zu den Chemiewerken in Tröglitz und Rositz.[17] Diese Aufgabe wurde 1979 an den Bahnhof Wüstenbrand abgegeben,[15] stattdessen wurden in Oelsnitz fortan Güterwagen in Richtung der RGW-Staaten gesammelt.[17]

Seit 1989

Personenzug im Bahnhof Oelsnitz (1994)

Mit der politischen Wende 1989/90 und den damit verbundenen wirtschaftlichen Veränderungen brach der Güterverkehr vollständig zusammen, ebenso kam es im Personenverkehr zu einem spürbaren Rückgang. In den 1990er Jahren wurde wegen der geringen Verkehrsleistung mehrfach die Stilllegung der Strecke diskutiert. Letztlich entschied sich der im November 1997 gegründete Verkehrsverbund Mittelsachsen für die Weiterführung des Betriebes. Ebenso wurde die Strecke bis mindestens Mitte der 1990er Jahre im Güterverkehr bedient. Eine letzte Bedienfahrt zum ehemaligen Kaiserin-Augusta-Schacht fand 1996 statt, dabei wurden eine Dampflok und ein Güterwagen für das Bergbaumuseum Oelsnitz überführt. Seitdem bestand nur noch Güterverkehr von St. Egidien bis zum 1992 neu eingerichteten Anschluss Gewerbegebiet Lichtenstein.

Der Personenverkehr wurde ab dem 10. Juni 2001 auf der kompletten Strecke Stollberg–St. Egidien vorerst im Schienenersatzverkehr durchgeführt.[18] Im Februar 2002 wurde die Strecke durch die Regio Infra Service Sachsen (RISS) von Kilometer 1,375 bis Kilometer 19,461 von der DB Netz gepachtet.[19] In der Folge wurde die Strecke ab Sommer 2002 umfassend modernisiert, was neben der Erneuerung der Gleise auch die Sanierung der vier großen Viadukte mit einschloss. Darüber hinaus wurden in Stollberg, Oelsnitz und Lichtenstein im Vorlauf auf das Chemnitzer Modell insgesamt fünf neue Haltepunkte eingerichtet. Die Steuerung der Strecke erfolgt seitdem zentral vom elektronischen Stellwerk in Stollberg,[20] alle anderen Stellwerke wurden aufgelassen. Bis Kilometer 1,375 ist die Strecke als Teil des Bahnhofs Stollberg von der City-Bahn Chemnitz gepachtet worden.[19] Die Betriebsführung selbst hat die City-Bahn Chemnitz in Analogie zum angrenzenden Streckenabschnitt Stollberg–Abzw Zwönitzbrücke an die RISS übertragen.

Regioshuttle der City-Bahn Chemnitz bei Niederwürschnitz (2012)
Zugkreuzung im Bahnhof Oelsnitz (Erzgeb) (2015)

Am 15. Februar 2003 wurde der planmäßige Reisezugverkehr mit modernen Niederflurtriebwagen der City-Bahn Chemnitz wieder aufgenommen.[21] Seitdem verkehren die Züge werktags im Stundentakt. Die Züge wurden i.d.R. bis Glauchau, vereinzelt sogar bis Meerane durchgebunden. Infolge gekürzter Finanzmittelzuweisungen des Freistaats Sachsen kann durch den zuständigen Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2011 jedoch nur noch ein reduziertes Fahrtenangebot finanziert werden. Werktags wird zwar weiterhin ein angenäherter Stundentakt angeboten, allerdings verkehren nur noch vier Zugpaare über St.Egidien hinaus bis Glauchau (und dies auch nicht während der Sommerferien). Samstags, sonn- und feiertags besteht ein Zweistundentakt zwischen Stollberg und St.Egidien. Ab dem 24. Februar 2020 verkehrt die City-Bahn von Stollberg wieder werktags im Stundentakt bis Glauchau, wo der Anschluss an Züge in Richtung Zwickau, Chemnitz/Dresden und Gößnitz besteht.[22]

Im Güterverkehr wurde das Gewerbegebiet Lichtenstein bis mindestens 2020 bedient.

Ausblick

Mit Stufe 5 des Chemnitzer Modells ist beabsichtigt, die Strecke Stollberg–St.Egidien mittels einer ca. 3,5 km langen Neubaustrecke von Niederwürschnitz südlich in den Bahnhof Stollberg (Sachs) einzubinden, zwischen dem zukünftigen Abzweig Niederwürschnitz und St. Egidien zu elektrifizieren und einen neuen Haltepunkt Mitteloelsnitz anzulegen. Dadurch soll die Linie C11 im 30-Minuten-Takt über Stollberg hinaus bis nach Oelsnitz verlängert werden. Dies wird umsteigefreie Fahrten zwischen Oelsnitz, Niederwürschnitz und der Chemnitzer Innenstadt ermöglichen.[1][2]

Ursprünglich war vorgesehen, die Strecke von Niederwürschnitz bis Oelsnitz mit 750 Volt Gleichspannung zu elektrifizieren, die verkehrliche Inbetriebnahme war anfänglich für Ende 2021 vorgesehen.[23] Undatierten Informationen vom Mai 2020 zufolge musste die Entwurfsplanung jedoch „in Hinblick auf das künftige elektrische Fahrzeugkonzept“ noch einmal überarbeitet werden. Je nach Fortgang des Planfeststellungsverfahrens sollte die zweijährige Hauptbauzeit (einschließlich der Neubaustrecke) dann in den Jahren 2023 und 2024 liegen. Parallel dazu wurde geprüft, ob die Stufe 5 des Chemnitzer Modells bis nach St.Egidien verlängert werden könne.[24] Am 26.Juni 2020 informierte der Verkehrsverbund Mittelsachsen, dass im Rahmen des Chemnitzer Modells nunmehr die Gesamtstrecke von Stollberg bis St.Egidien elektrifiziert werden soll. Die geplante Linie C11 solle über Oelsnitz (Erzgeb) hinaus elektrisch weiter geführt werden, zum Einsatz sollen elektrische Zweisystemfahrzeuge kommen, die sowohl mit 750V Gleich- als auch mit 15kV Wechselspannung verkehren können.[25] Da die Gleise des Bahnhofs StEgidien bereits mit 15kV Wechselspannung elektrifiziert sind, die von Chemnitz nach Stollberg führende Strecke jedoch mit 750V Gleichspannung, wird zwischen Stollberg und St. Egidien die Einrichtung einer Systemtrennstelle erforderlich. Diese soll sich nahe der Ortslage Niederwürschnitz unmittelbar an der Einbindung der Neubaustrecke von Stollberg befinden.[26] Die Bestandsstrecke Stollberg–St.Egidien wird daher nahezu vollständig mit 15kV Wechselspannung elektrifiziert, lediglich die ersten rund 2,6km zwischen dem Bahnhof Stollberg (Sachs) und dem Einbindepunkt der Neubaustrecke verbleiben ohne Fahrleitung. Die Gesamtfertigstellung der Stufe 5 des Chemnitzer Modells einschließlich der Neubaustrecke soll 2027 erfolgen.[27]

Infrastruktur

Betriebsstellen

Stollberg (Sachs)

Empfangsgebäude des Bahnhofs Stollberg (2021)

Der Bahnhof Stollberg (Sachs) wurde am 15. Oktober 1878 als Ausgangspunkt der Bahnstrecke Stollberg–St.Egidien eröffnet. Seit 1889 war er Kreuzungspunkt mit der Bahnstrecke Zwönitz–Chemnitz Süd. Mit der Einstellung des Eisenbahnverkehrs nach Zwönitz ist der Bahnhof Stollberg (Sachs) seit 1967 End- bzw. Startpunkt von zwei Bahnstrecken. Mit der Einführung des Chemnitzer Modells verkehren nun Dieseltriebwagen der City-Bahn Chemnitz nach St.Egidien und elektrische Gleichstromtriebwagen nach Chemnitz.

Stollberg Schlachthofstraße

Haltepunkt Stollberg-Schlachthofstraße (2016)

Der Haltepunkt Stollberg Schlachthofstraße wurde mit der Einführung des Chemnitzer Modells am 15. Dezember 2002 eröffnet. Er besitzt zwei Außenbahnsteige, je einen an den hier parallel verlaufenden, jeweils eingleisigen Strecken nach Chemnitz und nach St. Egidien. Am elektrifizierten Gleis halten die Züge von und nach Chemnitz, am nicht elektrifizierten die Züge von und nach St. Egidien. Der Haltepunkt besitzt ein modernes Wartehäuschen pro Bahnsteig.

Niederwürschnitz

Haltepunkt Niederwürschnitz (2016)

Der Haltepunkt Niederwürschnitz wurde am 9. Dezember 1895 eröffnet und hatte zunächst nur einen Bahnsteig mit Wartehalle. Am 1. Mai 1903 wurde die Station zum Bahnhof hochgestuft, zudem wurden die Anlagen um einen Güterschuppen, eine Ladestraße und eine kombinierte Kopf-/Seitenladerampe ergänzt. In den 1970er Jahren wurde der Bahnhof durch den Ausbau zweier Weichen wieder zum Haltepunkt, allerdings besaßen bis 1990 die Bäuerliche Handelsgenossenschaft in der Station einen Gleisanschluss. Von 1963 an war ebenfalls in unmittelbarer Nähe eine Anschlussbahn zum VEB Textima vorhanden. Das alte Wartehallengebäude wurde 1998 abgerissen, heute besitzt der Haltpunkt bahnrechts einen Bahnsteig mit einem modernen Wartehäuschen.[28] Der Haltepunkt befindet sich im Süden des Orts direkt an der Bundesstraße 180. Selbige ist seit 1976 mit einer Schrankenanlage gesichert.[29]

Neuoelsnitz

Stellwerk 2 beim Bahnübergang Neuoelsnitz (2016)

Der Bahnhof Neuoelsnitz wurde am 15. Oktober 1878 als Ladestelle eröffnet. Die Eröffnung als Haltestelle für den Personenverkehr erfolgte am 15.Mai 1879 zusammen mit dem Personenverkehr auf den Bahnstrecken Stollberg–St. Egidien und Neuoelsnitz–Wüstenbrand.

Er wurde 1979 in einen Haltepunkt mit Abzweigstelle umgewandelt. 1989/90 wurde der Personenverkehr nach Wüstenbrand am 10. August 1990 eingestellt. Das Empfangsgebäude, welches durch Bergschäden bereits seit 1988 geschlossen war, wurde schließlich im August 1993 abgerissen. Am 27. September 1996 erfolgte die Einstellung des Restgüterverkehrs nach Lugau, sodass nur der unbesetzte Haltepunkt Neuoelsnitz verblieb. Im Zuge der Übernahme der Strecke Stollberg–St.Egidien durch die Regio Infra Service Sachsen wurde der Bahnsteig 2002/03 um ca. 200 m Richtung Mitteloelsnitz verlegt, um den Reisenden einen kürzeren Weg bis zum Oelsnitzer Ortsteil Neuoelsnitz zu bieten. Von ursprünglichen Gebäuden ist außer dem Stellwerk 2 nichts mehr erhalten geblieben.

Mitteloelsnitz

Haltepunkt Mitteloelsnitz (2016)

Der Haltepunkt Mitteloelsnitz wurde am 1. Mai 1894 eröffnet und bestand aus einem Bahnsteig mit Wartehalle samt Dienstraum. Zunächst nur als Haltepunkt Ölsnitz bezeichnet, wechselte der Namen der Station in den folgenden Jahren mehrfach.[28] Der ursprüngliche Standort befand sich bei Kilometer 7,59 an der Stadionstraße. Im Zuge der Sanierung der Strecke wurde er zum Kilometer 6,99 verlegt und mit einem modernen Wartehäuschen versehen. Der neue Halt liegt an der Inneren Neuwieser Straße.

Mit Realisierung der Stufe 5 des Chemnitzer Modells soll wieder ein Haltepunkt im Bereich des alten Bahnhofs entstehen.[30]

Oelsnitz Bahnhofstraße

Der Haltepunkt Oelsnitz Bahnhofstraße wurde erst im Zuge der Streckensanierung am 15. Februar 2003 eingerichtet. Der Halt im Zentrum von Oelsnitz ist über die Bahnhofstraße erreichbar und mit einem modernen Wartehäuschen ausgestattet.

Oelsnitz (Erzgebirge)

Bahnhof Oelsnitz (Erzgeb) vor der Sanierung (2012)

Der Bahnhof Oelsnitz (Erzgeb) ist die bedeutendste Station der Strecke. Sie wurde am 15. Oktober 1878 eröffnet. Große Bedeutung erlangte der Bahnhof im Zusammenhang mit dem Steinkohleabbau im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier. In der Nähe des Bahnhofs zweigten einige Anschlussbahnen zu Schächten ab. Die Züge der Bahnstrecke Neuoelsnitz–Wüstenbrand endeten meist im Bahnhof Oelsnitz (Erzgeb).

Im Jahr 2015 fand auf dem stillgelegten Teil des Bahnhofs die sächsische Landesgartenschau statt. Dafür wurde auch das Empfangsgebäude saniert. Das 15 Hektar große Gelände der Schau bleibt als vielfältig nutzbarer Freizeitpark erhalten. Mit großzügig angelegten Pflanzungen, Liegewiesen, Eisenbahn- und Wasserspielplatz, Skatepark, Naturlehrpfad, Kneippanlage und Gradierwerk dient es als Freizeit- und Erholungsgelände. Im Entrée des Parks befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz der Brunnen „Schwarzes Gold“, der an die Steinkohleförderung im Revier erinnert und auf die zukünftige Solenutzung verweist.

Hohndorf Mitte

Der Haltepunkt Hohndorf Mitte wurde im Zuge der Streckensanierung am 15. Februar 2003 eingerichtet. Der Halt im Zentrum von Hohndorf ist über die Untere Angerstraße erreichbar. Der Haltepunkt Hohndorf Mitte verfügt über ein modernes Wartehäuschen.

Rödlitz-Hohndorf

Haltepunkt Rödlitz-Hohndorf (2016)

Der Haltepunkt Hohndorf wurde am 10. Januar 1891 eingerichtet und bestand aus einem Bahnsteig mit hölzerner Wartehalle samt Dienstraum. Zusätzlich wurde ein Geräteschuppen und ein Freiabort errichtet sowie zwei Wagenkästen aufgestellt. Seit 1930 heißt die Station Rödlitz-Hohndorf. Der Halt befindet sich im Nordwesten von Rödlitz unweit des Rödlitzer Viadukts und der Ortsgrenze zu Hohndorf. Er ist die Bahnhofstraße erreichbar und verfügt über ein modernes Wartehäuschen, das ursprüngliche Gebäude wurde 1998 abgerissen.[31]

Lichtenstein Hartensteiner Straße

Der Haltepunkt Lichtenstein Hartensteiner Straße wurde erst im Zuge der Streckensanierung am 15. Februar 2003 eingerichtet. Er befindet sich im Süden der Stadt Lichtenstein in der Nähe des örtlichen Krankenhauses und ist über die Hartensteiner Straße erreichbar. Der Haltepunkt verfügt über ein modernes Wartehäuschen.

Lichtenstein (Sachs)

Bahnhof Lichtenstein/Sa.

Der Bahnhof Lichtenstein (Sachs) wurde am 15. Oktober 1878 eröffnet. Bis 1938 trug er den Namen Lichtenstein-Callnberg. Das Empfangsgebäude ist ein Typenbau, bestehend aus einem zentralen eingeschossigen Mittelbau, der beidseitig von zweigeschossigen Flügelbauten ergänzt wird. Die Dächer sind als flaches Satteldach ausgeführt, alle Fenster- und Türöffnungen sowie die Gesimse sind aus Sandstein. Gegenüber befanden sich die Ladestraße, eine kombinierte Kopf-/Seitenladerampe sowie der Güterschuppen. Die Station wurde im Dezember 1995 in einen Haltepunkt umgewandelt,[31] bei der Streckensanierung 2002/2003 wurde wieder ein Kreuzungsgleis eingebaut.[32] Das stattliche Bahnhofsgebäude ist ungenutzt.

Lichtenstein Ernst-Schneller-Siedlung

Der Haltepunkt Lichtenstein Ernst-Schneller-Siedlung wurde im Zuge der Streckensanierung am 15. Februar 2003 eingerichtet. Er befindet sich im Norden der Stadt Lichtenstein ist über die gleichnamige Siedlung bzw. die Glauchauer Straße erreichbar. Der Haltepunkt verfügt über ein modernes Wartehäuschen.

Lichtenstein Gewerbegebiet

Gleise im Gewerbegebiet „Am Auersberg“ in St.Egidien / Lichtenstein/Sa. (2016)

Der Haltepunkt Lichtenstein Gewerbegebiet wurde im Zuge der Streckensanierung am 15. Februar 2003 eingerichtet. Er befindet sich bereits auf der Gemarkung der Gemeinde St. Egidien und dient der Anbindung des Lichtensteiner Gewerbegebiets. Der Haltepunkt verfügt über ein modernes Wartehäuschen. Der Anschluss zum Gewerbegebiet selbst wurde 1992 eröffnet, neben drei Gleisen mit einer Ladestraße bestanden auch mehrere Anschlussgleise zu verschiedenen Firmen. Das erste Anschlussgleis wurde vor 2012 abgebaut, 2022 wurde auch das Ladestraßengleis samt Ladestraße durch eine Firmenvergrößerung überbaut.[33] Seitdem bestehen nur noch zwei Gleise und zwei Gleisanschlüsse, die aber derzeit nicht genutzt werden.

St. Egidien

Bahnhofsseite der Strecke nach Stollberg (2014)

Der Bahnhof StEgidien wurde am 15. November 1858 als Halt an der Bahnstrecke Dresden–Werdau eröffnet. Seit 1878 ist der Bahnhof auch Endpunkt der Bahnstrecke Stollberg–St.Egidien, dafür wurden 1877 die Gleisanlagen umfangreich ergänzt. In den 1950er Jahren wurde eine Anschlussbahn zur Nickelhütte St. Egidien eingerichtet, die seit den 1990er Jahren nicht mehr existiert. Auch die Gleisanlagen auf der Stollberger Seite des Inselbahnhofs wurden mittlerweile zum großen Teil zurückgebaut.

Galerie Brücken

Fahrzeugeinsatz

Zuständig für den Lokomotiveinsatz waren das Bahnbetriebswerk Glauchau und teilweise auch die Bahnbetriebswerke Chemnitz-Hilbersdorf und Chemnitz Hauptbahnhof. Lokeinsatzstellen für den Fahrzeugeinsatz auf der Strecke bestanden in Stollberg, Oelsnitz und bis 1928 auch Lugau. Nach der Auflösung des Bw Glauchau 1994 wurden die Aufgaben bis 2001 vom Betriebshof Zwickau übernommen.[34]

In den Anfangsjahrzehnten kamen Loks der Baureihen IIIb T und V T zum Einsatz. In den 1930er Jahren waren mehrere Loks der Baureihe 57.10–35 im Einsatz, die 1934[35] durch fabrikneue Lokomotiven der Baureihe 86 abgelöst wurden. Zwischenzeitlich wurden auch Loks der Baureihe 71.3 und 91.3–18[36] eingesetzt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren neben Loks der Baureihe 86 solche der Baureihen 75.5, 94.5–17 und 94.19–21 im Einsatz.[37][38]

Ende der 1960er Jahre kam die Baureihe 52 zum Einsatz,[39] bevor sie durch die Baureihe 58.30 ersetzt wurde. Mitte der 1970er Jahre wurden die letzten Loks der Baureihe 86 durch Dieselloks der Baureihe 110 ersetzt.[17] Nach Abstellung der Baureihe 58.30 Anfang der 1980er Jahre wurde kurzzeitig die Baureihe 110/112 eingesetzt. Da diese aber die Güterzüge nur in Doppeltraktion befördern konnten, wurde diese zeitnah durch die Baureihe 118 ersetzt.[40] Von 1982 bis zum Sommer 1988 kamen dann wieder Dampflokomotiven der Baureihe 50.35 zum Einsatz.[41]

Personenzug mit der Baureihe 202 in Stollberg (1994)

Nach 1988 bis 2001 kamen nur noch Dieselfahrzeuge zum Einsatz. Neben lokbespannten Zügen mit den Baureihen 202, 228 und 219 verkehrten 1995–1998 Triebwagen der Baureihe 628 sowie 1998–2000 solche der Baureihe 772. Seit 2003 werden ausschließlich Triebwagen RS 1 eingesetzt,[40] diese tragen zudem Namen der von der City-Bahn bedienten Gemeinden wie Hohndorf, Stadt Lichtenstein oder Stadt Oelsnitz.

Literatur

Einzelnachweise

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