Barfussia
Gattung der Familie Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
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Die Pflanzengattung Barfussia gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).[1] Die etwa fünf Arten sind in der Neotropis verbreitet.
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Barfussia platyrhachis | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Barfussia | ||||||||||||
| Manzan. & W.Till |
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Barfussia-Arten sind immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanzen. Es sind meist Epiphyten,[1] sie wachsen also meist auf Bäumen, selten wachsen sie terrestrisch. Die Sprossachsen sind meist gestaucht.[1] In diesen Trichterbromelien werden Wasser und Nährstoffe gesammelt. Sie brauchen viele Jahre bis zur Bildung ihres Blütenstandes.
Die dicht in Rosetten angeordneten, mesomorphen Laubblätter sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Auf den deutlich ausgebildeten Blattscheiden sind Saugschuppen vorhanden. Die einfachen, parallelnervigen, ganzrandigen Blattspreiten[1] sind zungenförmig mit spitzem oberen Ende und mit Saugschuppen bedeckt.[1]
Generative Merkmale
In der Mitte der Blattrosetten befindet sich ein mehr oder weniger langer, meist aufrechter Blütenstandsschaft. Im immer rosafarbenen, unverzweigten bis einfach-verzweigen, ährigen Blütenstände befinden sich die Blüten dicht zweireihig angeordnet.[1] Die auffälligen rosafarbenen Deckblätter sind kahl und lange haltbar.[1] Die Blütenstandsachse ist meist mehr oder weniger geflügelt.[1]
Die oft duftenden, zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei freien Kelchblätter sind mehr oder weniger symmetrisch.[1] Die drei freien, violett-blauen[1] Kronblätter sind an ihrer Basis zu einem Nagel verschmälert und die ausgebreitete Platte ist vergrößert.[1] Die Kronblätter besitzen keine Schüppchen (Ligulae, Nektarschuppen).[1] Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie sind deutlich kürzer als die Kronblätter und überragen die Blütenkrone nicht.[1] Die Staubfäden sind frei und zungenförmig sowie an ihrem oberen Ende verschmälert.[1] Die Staubbeutel sind basifix.[1] Bei den sulcaten Pollenkörnern ist die Exine netzartig.[1] Bei den dreilappigen Narben sind die Narbenlappen gefaltet.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Samenanlagen sind schlank-zylindrisch und mehr oder weniger stumpf.[1] Der Griffel ist sehr kurz und ist tief in der Blütenkrone versenkt.[1] Die Narben sind zusammengerollt verkehrt-kegelförmig.[1]
Die Kapselfrüchte öffnen sich septizid. Die Samen haben nur am oberen Ende ein winziges Anhängsel.[1] Es ist ein kegelförmiges oder zylindrisches Endostom vorhanden.[1] Beim Embryo ist die Radicula mehr oder weniger gut ausgebildet.[1]
Systematik und Verbreitung
Taxonomie
Die Gattung Barfussia wurde 2016 durch José Manuel Manzanares und Walter Till in Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton J. C. Leme, Juan P. Pinzón, José M. Manzanares, Heidemarie Halbritter, Rosabelle Samuel und Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, S. 001–097. aufgestellt.[1] Der Gattungsname Barfussia ehrt den Österreichischen Botaniker Michael H. Barfuss, der auch Mitautor der Revision war.[2] Typusart ist Tillandsia wagneriana L.B.Sm. mit dem neuen Namen Barfussia wagneriana (L.B.Sm.) Manzan. & W.Till.[3]
Innere Systematik
Die Gattung Barfussia Manzan. & W.Till gehört zur Tribus Tillandsieae Rchb. in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliaceae.[1] Die Systematik der Unterfamilie Tillandsioideae ist wegen der Abgrenzungsproblematik der Gattungen und phylogenetischer Untersuchungen steten Veränderungen unterworfen. Bei Barfuss et al. 2016 wurde mit Multi-Lokus-DNA-Sequenz-Phylogenie (durch plastid DNA loci rpoB-trnC-petN, trnK-matK-trnK, ycf1 und Kern-DNA-Gen-PHYC) und neuer Auswertung der morphologischen Merkmale die natürlichen Verwandtschaften ermittelt. Der Umfang der bisherigen Gattungen wurde verändert und Arten in neue Gattungen verschoben.[1] Diese Arten waren in der Gattung Tillandsia eingegliedert. Die am nächsten verwandten Gattungen von Barfussia sind Lemeltonia, Gregbrownia, Wallisia, Pseudalcantarea, Racinaea sowie Tillandsia s. str.[1]
Arten und ihre Verbreitung
Die Gattung Barfussia ist im westlichen Südamerika, besonders in den Anden verbreitet. Das Zentrum der Artenvielfalt von Barfussia scheinen das nördliche Peru sowie das südliche Ecuador zu sein.[3]
| Barfussia Barfuss & W.Till: Sie wurde 2016 aufgestellt mit vier Arten, die aus der Gattung Tillandsia ausgegliedert wurden.[1] Sie enthält seit 2021 fünf Arten:[4][3] |
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Nutzung
Barfussia wagneriana und die gärtnerisch erzeugte Hybride Barfussia ‘Sexy Pink’ werden aufgrund ihre rosafarbenen, lange haltbaren Blütenstände gelegentlich als Zierpflanzen verwendet.[2]