Bartholomäus Pethan

italienischer Steinmetzmeister From Wikipedia, the free encyclopedia

Bartholomäus Pethan (auch Bethan, Petay oder Patoi) war ein Hofsteinmetzmeister aus Oberitalien.[1]

Bauten für den Kaiser

Errichtung der Stallburg 1552–1559

Hofburg, Arkadenhof der Stallburg 1559

Den Platz für die Stallungen des Kaisers zu schaffen, auch als Rüstkammer, Wagenremise wurde das Gebäude geplant. Verantwortlich war Baumeister und Maler Pietro Ferrabosco, die beiden Steinmetzen Antonio Pozzo und Bartholomäus Bethan sind archivalisch überliefert.[2.1]

1564 erfolgten Steinlieferungen für die Erdgeschoßarkaden, 27 Pfeiler und dazugehörige Bögen, weiters für den „Obristengang“, der von der Stallburg in den Hoflustgarten führte. 1565 forderten Pozzo und Bethan für die 27 Bögen des obersten Ganges und 7 Bögen beim Eingang im Erdgeschoß sowie für 2 Kamine 2.450 Gulden.[2.2]

Schloss Ebersdorf

Kaiser Ebersdorf, Handzeichnung von Wolfgang Wilhelm Prämer

1564/65 arbeiteten Pethan und Pozzo an Fenstern und Türen für Schloss Ebersdorf.[3]

Seit den 1550er Jahren erhielt er mit seinen Gesellen Aufträge bei den kaiserlichen Bauten.[4] In den Archivalien wird er, wie sein Mitmeister Antonius Pozzo aus Dornbach bezeichnet. 1573 erhielt Pethan ein Häuschen in Dornbach als Ergötzlichkeit geschenkt.[5] Auch die Steinmetzmeister Alexius Payos und Augustin Rigobello arbeiteten einige Jahre im Rodauner Steinbruch, bevor sie in den kayserlichen Steinbruch kamen.

Am 7. November 1564 erhielt er ein Gnadengeld von 20 fl.[6]
Pethan wollte den Winter 1565/66 mit seinen Gesellen in der Heimat verbringen, wofür ihm Kaiser Maximilian II. am 15. November einen Passbrief ausstellte.[7]

Schloss Neugebäude

Schloss Neugebäude, Handzeichnung von Prämer

Pethan und Pozzo waren seit 1569 im Neuen Lustgarten tätig,[8] mit dabei sein Geselle Alexius Payos.[9]

1576 Neuer Steinbruch am Leithaberg, 1579 Ihro kayserl. Majestät Steinbruch am Leithaberg

1576 ist erstmals der Neue Steinbruch am Leithaberg bei Steinmetzarbeiten und Lieferungen für das Neue Fasangartengebäude im Hofkammerarchiv dokumentiert. Wir erfahren, dass die beiden Steinmetzmeister Bartholomäus Pethan und Antonius Pozzo die Säulen für die westliche Galerie. .. den großen Gang gegen den Deucht (Teich) mit runden Säulen und Steinwerch .. ausführen. Kaiserstein (Gestein)#Kaiserstein für den Römisch-deutschen Kaiser Maximilian II. im Schloss Neugebäude

Am 17. April hatte die Kammer dem Pfleger der Herrschaft Trautmannsdorf aufgetragen, die Brücke über die Leitha auszubessern, damit die Fuhrleute mit ihren für das Neugebäude bestimmten Steinlieferungen nicht behindert würden.

Der im Kaisersteinbruch gebrochene Stein galt als der beste in Niederösterreich.[4.1][10]

Nach des Kaisers Ableben gingen die Bauarbeiten beim Neugebäude nur schleppend weiter. 1579 standen auch die Säulen der östlichen Galerie, was wir aus einer an Kaiser Rudolph II. gerichteten Bittschrift der Steinmetzmeister Bartholomäus Pethan und Antonius Pozzo Anfang 1580 entnehmen können. Es wurde beiden für ihre beschwerliche und nicht ungefährliche Arbeit zusätzlich je 200 fl versprochen, aber dann nicht ausgehändigt.

An Fensterrahmungen und ähnlichen Profilen des Neugebäudes findet sich als Steinmetzzeichen häufig ein „B“, was vermutlich Bartholomäus oder Bethan bedeutet. Meister Friedrich Opferkuh hat davon einen Abrieb gemacht und mit seinem Kommentar versehen.

Vom Neugebäude zur Gloriette im Schönbrunner Schlossgarten

Residenz von Erzherzog Ernst (Amalienburg) 1582–1585

Hofburg, Amalientrakt 1585

1585 waren die Arbeiten abgeschlossen, durch die Aufzählung der ausständigen Honorare ist Bethan dabei dokumentiert, er wird als Hofsteinmetzmeister bezeichnet, sein ständiger Arbeitskollege Antinio Pozzo wird nicht mehr genannt, war also verstorben.[2.3]

Literatur

Einzelnachweise

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