Benedikt Prevost

Schweizer Ordensgeistlicher, Abt von Disentis From Wikipedia, the free encyclopedia

Benedikt Prevost[1] OSB (* 12. März 1848 in Müstair als Johann Anton Prevost; † 13. Juni 1916 in Disentis/Mustér) war ein Schweizer Ordensgeistlicher und Abt des Klosters Disentis.

Benedikt Prevost, Abt des Klosters Disentis

Lebensbeschreibung

Prevost war der leibliche Bruder von Karl Prevost (1840–1907). Er besuchte das Gymnasium in Bozen, bestand 1869 die Maturitätsprüfung mit Auszeichnung und trat dann in das Stift Gries ein. Er legte dort am 21. November 1870 die einfachen Ordensgelübde ab, empfing am 6. August 1871 die Priesterweihe und primizierte am 15. August 1871, wobei sein Bruder Karl die Primizpredigt hielt.

Danach wirkte er als Katechet in St. Georgen (Gries) und war nach vollendetem Studium zugleich Lektor der Philosophie und Theologie. Er bereitete sich zudem auf die Pfarrkonkursprüfung vor und bestand sie in Trient mit Auszeichnung. Von März 1878 bis 1880 bekleidete er das Amt des Novizenmeisters.

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Wichtige interessante Daten aus seiner Regierungszeit im Kloster Disentis, dessen geistlicher und materieller Neugründer er war:

  • 1885 Der Hochaltar der Klosterkirche stammte ursprünglich aus der Wallfahrtskirche Maria in der Rose bei Deggendorf wurde von Melchior Stadler geschaffen. Der Altar gelangte zu einem günstigen Preis 1885 nach Disentis als Ersatz für den 1799 zerstörten alten Hauptaltar von Johann Ritz von Selingen (1666–1729).
  • 1899 Einweihung der von ihm erbauten Marienkirche durch Bischof Johannes Fidelis Battaglia von Chur
  • 1912 Einweihung und Eröffnung der Rhätischen Bahn Ilanz – Disentis
  • 1913 Silbernes Abtjubiläum. Im gleichen Jahre Wahl zum Vizepräses und zweiten Visitator der Schweizerischen Benediktinerkongregation.
  • Zum Schuljahr 1913/14 wurde dem bisherigen Progymnasium die VI. Klasse angegliedert und die Restauration des Chores der Abteikirche samt Höherlegung des Hochaltares in Angriff genommen.
  • 1914 fand eine dreitägige Feier des dreizehnhundertjährigen Jubiläums der Klostergründung statt.

Die vielen Sorgen, Arbeiten und Kümmernisse seiner Amtsverwaltung führten ein frühes Altern und einen Kräftezerfall herbei, dem eine unbeachtete Lungenentzündung ein unerwartet schnelles Ende bereitete. Er starb in der ersten Stunde nach Mitternacht am 13. Juni 1916.[2]

Lebensdaten

  • 1861–1869: Franziskanergymnasium Bozen
  • 21. November 1870: Profess
  • 6. August 1871: Priesterweihe in Trient
  • 15. August 1871: Primiz in der Stiftskirche Gries
  • 18. April 1888: Austritt in Gries infolge der Wahl zum Abt des Benediktinerklosters Disentis

Ämter

  • 1873–1878: Katechet in St. Georgen, Gries
  • 1873–1878: Lektor der Moraltheologie in Gries
  • 1878–1880: Novizenmeister in Gries
  • 1880–1888: Einsatz im Kloster Disentis als Prior und Novizenmeister
  • 18. April 1888: Wahl zum Abt von Disentis
  • 22. April 1888: Abtbenediktion durch den Abtpräses Basilius Oberholzer von Einsiedeln unter Assistenz von Abt Augustin Grüniger

Verwandtschaft

Eltern

  • Ulrich Prevost, Lehrer, und Maria Rosa Conrad.[3]

Geschwister

Onkel

  • Abt Bonaventura Foffa, Kloster Muri-Gries.
  • Chrysostomos Foffa OSB, Konventuale des Klosters Einsiedeln (Missionar)[4].

Literatur

  • Urban Affentranger: Die Renovation der Klosterkirche Disentis im 19. und 20. Jahrhundert. In: Bündner Monatsblatt. Zeitschrift für Bündner Geschichte, Landeskunde und Baukultur. 1, 2012, 2, S. 186–209.
  • Urban Affentranger: Benedikt Prevost. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 16. August 2024, abgerufen am 21. Februar 2026.
  • Dominikus Bucher: Abt Benedikt Prevost von Disentis. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. 6 resp. 37, 1917, S. 411–412.
  • Dominikus Bucher: Abtwahl zu Disentis in der Schweiz. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. 6 resp. 37, 1917, S. 419.
  • Carli Fry: Die Restauration des Klosters Disentis im 19. Jahrhundert. In: Jahresbericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden. 79, 1949, S. 1–88.
  • Rudolf Henggeler: Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei U. L. F. zu Einsiedeln (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band III). Zug 1933.
  • Rudolf Henggeler: Professbücher der Benediktinerabteien St. Martin in Disentis, St. Vinzenz in Beinwil und U. L. Frau von Mariastein, St. Leodegar und St. Mauritius im Hof zu Luzern, Allerheiligen in Schaffhausen, St. Georg zu Stein am Rhein, Sta. Maria zu Wagenhausen, Hl. Kreuz und St. Johannes Ev. zu Trub, St. Johann im Thurtal (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band IV). Zug 1956.
  • Odo Lang: Die Säkularisation und die Schweizer Benediktiner. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. Band 115, St. Ottilien 2004, S. 383–341.
  • Iso Müller: Die Restauration des Klosters Disentis durch die schweizerische Benediktinerkongregation 1880/81. In: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte. 63, 1969, S. 140–187.
  • P. O.: † Abt Benedikt Prevost von Disentis. In: Neuer Einsiedler Kalender. 25, 1917.
  • J. B. Rusch: Dr. phil. P. Benedikt Malin OSB. Stiftsdekan zu Disentis. In: Schweizerische Kirchenzeitung. 1952 Nr. 18, S. 232–233.
  • Schmidlin, Polykarp: Ein seltenes Klosterjubiläum. In: St. Benedikts-Stimmen. 38, 1914, 7, S. 254–264.
  • Adalgott Schumacher: Album Desertinense oder Verzeichnis der Äbte und Religiosen des Benediktiner-Stiftes Disentis. Eine Festgabe auf die Jubelfeier seines dreizehnhundertjährigen Bestehens 614–1914. Disentis 1914.
  • Ambros Trafojer: Das Kloster Gries (Bozen) – Vom Chorherrenstift in der Au und in der Burg zum Benediktinerkloster Muri-Gries. 2., neu bearbeitete Auflage. Bozen 1982.
  • Dominicus Willi: Album Wettingense – Verzeichnis der Mitglieder des exemten und konsistorialen Cistercienser-Stiftes B. V. M. de Marisstella zu Wettingen-Mehrerau. Zweite, verbesserte Auflage. Limburg an der Lahn 1904 (archive.org [abgerufen am 26. April 2021]).
  • Abtwahl in Disentis. In: Studien und Mitteilungen aus dem Benediktiner- und dem Cistercienser-Orden. 9, 1888, S. 289–291.
  • Abtweihe in Disentis. In: Schweizerische Kirchenzeitung. 1888, Nr. 17, S. 130–131.
  • Professbuch: Nr. 691.
  • Nachlass P. Benedikt Prevost. StiAMG Gries N.691.
Commons: Benedikt Prevost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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