Benzylisothiocyanat

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Benzylisothiocyanat ist eine aromatische organische Verbindung aus der Gruppe der Isothiocyanate. Es ist ein Abbauprodukt des Benzylglucosinolats und kommt in Kreuzblütlern aber auch in Papayakernen vor, für deren scharfen Geschmack es verantwortlich ist. Es wird als Aromastoff verwendet und zeigt pharmakologische Wirkung gegen verschiedene Pathogene.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Benzylisothiocyanat
Allgemeines
Name Benzylisothiocyanat
Andere Namen
  • Benzylsenföl
  • Isothiocyanotaomethylbenzol
Summenformel C8H7NS
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 622-78-6
EG-Nummer 210-753-9
ECHA-InfoCard 100.009.777
PubChem 2346
ChemSpider 2256
DrugBank DB16860
Wikidata Q18341725
Eigenschaften
Molare Masse 149,21 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,125 g·cm−3 (25 °C)[1]

Siedepunkt

242–243 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302315317319334335
P: 261264280301+312302+352305+351+338[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Große Kapuzinerkresse

Benzylisothiocyanat kann aus Pflanzen verschiedener Familien extrahiert werden, unter anderem Cruciferae, Moringaceae und Caricaceae, beispielsweise in Papaya, wo es vor allem in den Kernen vorkommt,[2] Die Verbindung liegt als Benzylglucosinolat vor und wird bei Verletzung von Gewebe durch das Enzym Myrosinase daraus freigesetzt.[3] In geringen Mengen wird es auch von intakten Früchten abgesondert.[2] Neben Papayas kommt es im Zahnbürstenbaum,[4] im Braunen Senf,[5] in Knoblauchsrauke,[6] Gartenkresse[7] und der Großen Kapuzinerkresse[8] vor.

Synthese

Eine Synthesemethode nutzt die Umsetzung von Benzylamin mit Kohlenstoffdisulfid, flüssigem Ammoniak und Zinkperoxid. Dabei findet zunächst eine Additionsreaktion an das Kohlenstoffdisulfid unter Bildung eines Dithiocarbamats statt, dann eine oxidative Dimerisierung und schließlich eine Eliminierung unter Freisetzung elementaren Schwefels.[9] Eine Umsetzung eines Dithiocarbamats zum Isothiocyanat ist auch mit anderen Reagenzien möglich, beispielsweise mit Triethylamin und einer katalytischen Menge Kupfersulfat,[10] mit Triethylamin und elementarem Iod[11] oder Triethylamin mit Diacetoxyiodbenzol.[12]

Eigenschaften

Benzylisothiocyanat ist für den scharfen Geschmack von Papayakernen verantwortlich,[13] ebenso wie für die antiparasitische Wirkung, derentwegen die Kerne beispielsweise in Indien traditionell genutzt werden.[14] Die Verbindung wirkt außerdem antimikrobiell und fungizid[2][4] sowie anthelmintisch.[14]

Verwendung

Benzylisothiocyanat ist in der EU unter der FL-Nummer 12.102 als Aromastoff für Lebensmittel allgemein zugelassen.[15]

Einzelnachweise

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