Bernstadt a. d. Eigen

Stadt im Landkreis Görlitz, Sachsen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernstadt auf dem Eigen (amtlich: Bernstadt a. d. Eigen, sorbisch Bjernadźicy[2]) ist eine sächsische Landstadt im Landkreis Görlitz. Sie gehört zur Oberlausitz und liegt inmitten des Städtedreiecks Görlitz-Zittau-Löbau. Sie ist Teil und Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Bernstadt/Schönau-Berzdorf, die der kulturhistorischen Landschaft des Eigenschen Kreises weitgehend entspricht.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Bernstadt a. d. Eigen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bernstadt a. d. Eigen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 3′ N, 14° 50′ O
Bundesland:Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs­gemeinschaft: Bernstadt/Schönau-Berzdorf
Höhe: 231 m ü. NHN
Fläche: 52 km²
Einwohner: 3083 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02748
Vorwahl: 035874
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 030
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bautzener Straße 21
02748 Bernstadt a. d. Eigen
Website: bernstadt.de
Bürgermeister: Markus Weise (parteilos)
Lage der Stadt Bernstadt a. d. Eigen im Landkreis Görlitz
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Karte
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Geographie

Stadtgliederung und Eingemeindung

  • Bernstadt auf dem Eigen,

1957:

1994:

Geschichte

Karte von Oberreit mit Bernstadt auf dem Eigen um 1845

Mittelalter

Der Ort geht vermutlich auf die Ansiedlung zugewanderter, überwiegend fränkischer Bauern zurück und bestand bereits um das Jahr 1200. Auf dem höchsten Punkt des Dorfes, dem heutigen Kirchplatz, befand sich zu dieser Zeit eine einfache Hallenkirche. Bernstadt auf dem Eigen wurde am 22. September 1234 erstmals in einer Urkunde des Bischofs von Meißen als »Bernhardistorf« erwähnt.[3]

Das Landstädtchen gehörte Jahrhunderte zur Herrschaft der Äbtissinnen des Klosters St. Marienstern. Die Wahrnehmung der klösterlichen Rechte und Pflichten oblag dem Klostervogt, dessen Sitz sich in Kunnersdorf – dem heutigen Ortsteil von Bernstadt – befand. Gegen den Willen ihrer Herrschaft führten die Bernstädter in der Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation ein, was zu jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit den Äbtissinnen führte.

Als Gründer von Bernstadt werden die wohl edelfreien Herren von Schönburg vermutet. Bernstadt war Hauptort des Eigenschen Kreises in der Oberlausitz, der 1403 erstmals als „von dem Eygen“ erwähnt wurde. Hier gab es vorrangig Eigengüter, die also frei von Lehnsverpflichtungen waren. Um 1200 war der Eigensche Kreis durch Schenkung des Kaisers an das Bistum Meißen gekommen. Die Bischöfe verkauften den Eigenschen Kreis um 1240 an das Haus Schönburg. Die Schönburger gaben diesen Besitz an die mit ihnen verschwägerten Herren von Kamenz weiter. Durch Stiftungen und Verkauf gelangte dieser Besitz der Schönburger und Kamenzer Herren im Jahr 1285 an das 1248 durch Bernhard III. von Kamenz, Bischof von Meißen, gegründete Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern bei Kamenz.[4]

Die ursprünglich mit einer schlichten Holzdecke ausgestattete Hallenkirche wird im Jahr 1250 zur heutigen Kreuzform erweitert. Gleichzeitig erfolgt im oberen Bereich des Dorfes die Anlage der Stadt nach einem frühdeutschen Plan. Im Jahr 1280 wird der obere Teil von Bernhardisdorf erstmals als Stadt („civitas Bernhardisdorf“) erwähnt.

Bereits im Jahr 1352 erhielten die aus dem flämischen Raum stammenden Tuchmacher durch die Äbtissin des Klosters (Adelheyd von Colditz) ihre Innungsrechte. Mit der 1370 geweihten Schwarzfärberei entstand eine der ältesten ihrer Art in ganz Sachsen.

Am 25. Dezember 1430 wurde Bernstadt von den Hussiten überfallen, geplündert und niedergebrannt. Die Einwohner, die sich hinter der Kirchmauer verschanzt hatten, blieben verschont und erhielten einen Geleitbrief. Der Landvogt von Colditz ordnet 1431 den Abbruch der Bernstädter Kirche an, um den Hussiten bei weiteren Feldzügen keinen strategisch nutzbaren Stützpunkt zu lassen. Der Wiederaufbau der Kirche wurde 1462 abgeschlossen. Sie erhielt statt der früheren geraden Holzdecke ein gotisches Netzgewölbe, das heute unter Denkmalschutz steht.

Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert

1547 wendete sich ein großer Teil der Bernstädter Bevölkerung dem evangelischen Glauben zu, nachdem Martin Luther 1517 mit seinen Thesen den Beginn der Reformation ausgelöst hatte. Äbtissin Anna von Baudissin stellte 1554 der Stadt Bernstadt die kommunalen Privilegien wieder her, die bis 1545 bestanden hatten, über die jedoch der damalige Klostervogt Nikol von Metzrad zuvor eigenmächtig verfügt hatte. Diese Privilegien umfassten die untere Gerichtsbarkeit, das Bürgerrecht, den Bierzwang, das Marktrecht sowie das Schankrecht. 1573 legte der katholische Geistliche der Stadt sein Amt aufgrund der inzwischen überwiegenden evangelischen Bevölkerung nieder. In den folgenden Jahrzehnten wechseln katholische und evangelische Pfarrer wiederholt. Der Religionskonflikt hält bis über das Jahr 1619 hinaus an. In diesem Jahr bestätigt die Äbtissin schließlich die dauerhafte Einsetzung des evangelischen Pfarrers Abraham Richter. Unter seiner geistlichen Leitung festigte sich die protestantische Konfession in Bernstadt und die Kirche blieb dauerhaft ein evangelisches Gotteshaus.

Während des Dreißigjährigen Krieges war der Eigensche Kreis mehrfach Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen. 1631 plünderten kaiserliche Truppen die Stadt und töteten auf dem Marktplatz 19 Bürger. Die Bernstädter Kirche wurde in den Jahren 1634 und 1637 erneut geplündert. 1649 lag die zuvor florierende Tuchmacherei infolge des Krieges vollständig am Boden. Durch die Einwanderung der Tuchmachermeister Abraham Riccius und Johann Jakobitz erlebte das Handwerk jedoch einen Wiederaufschwung, der Bernstadt bis ins 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Tuchmacherstadt machte.

1686 vernichtete ein großer Stadtbrand am 20. November insgesamt 158 Wohnhäuser, das Rathaus, die Kirche, die Schule sowie 19 Scheunen.

Evangelische St.-Marien- und Heiligkreuz-Kirche

Der Kirchturm wurde im Jahr 1701 errichtet, nachdem die Kirche zuvor nur einen kleinen Dachreiter an der Westseite besaß. Aufgrund statischer Gegebenheiten, insbesondere des steilen Abfalls zur Pließnitz, erfolgte der Bau an der Ostseite, was für Kirchen dieser Zeit ungewöhnlich ist. Die Bauarbeiten wurden 1706 abgeschlossen.

Im Jahr 1716 entstand der sogenannte „Bierkrieg“ gegen den Schönauer Pfarrer Frenzel, der zur Hochzeit seiner Töchter die in Bernstadt festgelegte „Biermeile“ umging und auswärtiges Bier bezog. Dieses Ereignis verdeutlichte die wachsende Auseinandersetzung der Bernstädter Braucommune mit den Dörfern, die den bestehenden Bierzwang missachteten. Weitere Konflikte dieser Art ereigneten sich 1728 gegen den Berzdorfer Lehrer Ullrich und bereits 1630 gegen den Dittersbacher Pfarrer Albinus. 1743/44 erhob die Braucommune, die keine eigene Innung besaß, Klage beim Amtshauptmann zu Bautzen gegen Schankwirte aus Dittersbach, Kiesdorf und Schönau wegen des Ausschanks von Görlitzer und Zittauer Bier. Der Prozess, in den auch der sächsische Kurfürst Friedrich August II. einbezogen wurde, endet mit einem Urteil, das den Dörfern erlaubte, neben Bernstädter Bier auch Görlitzer und Zittauer Bier zu führen. Dabei musste das Bernstädter Bier jedoch den Hauptanteil ausmachen.

Etwa ab 1750 führte die zunehmende gewerbliche Entwicklung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung Bernstadts. Die Handelskontakte der Tuchmacher reichen über die Landesgrenzen hinaus. Neben der Tuchmacherinnung und der Braucommune bestanden in der Stadt fünfzehn weitere Handwerkerinnungen.

Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) bezog der preußische König Friedrich II. im August 1757 in Bernstadt Quartier und wohnte im Haus der heutigen Bautzener Straße 15. Der gesamte Eigensche Kreis litt zu dieser Zeit unter Truppendurchzügen und Einquartierungen.

Am 21. Mai 1786 zerstörte ein Brand die gesamte Neustadt. Es handelte sich um den ersten größeren Stadtbrand seit 1686. Insgesamt wurden 29 Häuser sowie ein Bauerngut ein Opfer der Flammen.

Während der Befreiungskriege von 1813 gegen Napoleon Bonaparte zogen große russische Truppenverbände (Quellen berichteten vom Gros der russischen Armee) durch Bernstadt. Kosakenregimenter lagerten auf den Höhen zwischen Kemnitz und Kunnersdorf. Die russische Armee befand sich auf dem Marsch zur Völkerschlacht bei Leipzig. Ein Teil der durchziehenden Truppen nahm an der Schlacht bei Ebersdorf teil (Denkmal am Löbauer Stadion)[5].

Am 16. Juni 1828 zerstörte der zweite große Stadtbrand, der durch Brandstiftung gelegt worden war, 140 Häuser und alle öffentlichen Gebäude. Das historische mittelalterliche Stadtbild mit dem Fachwerkrathaus und den Laubengängen vor den Giebelhäusern rings um den Markt wurde vernichtet und nicht wieder aufgebaut.

Bernstadt um 1840

Im Jahr 1848 wurde im Zuge der bürgerlichen Revolution in Bernstadt eine Kommunalgarde (Bürgerwehr) gebildet, bestehend aus drei Kompanien – zwei mit Gewehren und eine mit Lanzen. Die sächsischen Kommunalgarden wurden 1851 wieder aufgelöst.

Die Gerichtsbarkeit des Klosters über die Stadt und den Eigenschen Kreis („Bernstädter Pflege“) endete am 31. Dezember 1852 und ging an das Königreich Sachsen über. Der Amtsgerichtsbezirk Bernstadt wurde gebildet und das 1829 errichtete Rathaus am Markt wurde Amtsgericht. Damit endete die fast 600-jährige Herrschaft des Klosters St. Marienstern über den Eigen. Die Herrschaft des Klosters prägte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Bernstadts nachhaltig. Unter seinem Einfluss erhielt der Ort frühzeitig Marktrechte und weitere Privilegien, die den Aufstieg zu einem lokalen Zentrum des Handels und Handwerks begünstigten. Das Innungswesen wurde gezielt gefördert und schuf die Grundlage eines lebendigen städtischen Gewerbes. Neben Leinenwebern, Töpfern, Bierbrauern und Pfefferküchlern prägten vor allem die Tuchmacher das wirtschaftliche Erscheinungsbild der Stadt.

Der Zittauer Unternehmer Heinrich Michaelsen kaufte im Jahr 1857 vom Kloster den Amtshof und richtete dort eine Spinnerei und Weberei (Kattunfabrik) ein. Damit begründete er den späteren Hauptzweig der Industrie in Bernstadt. Nach mehreren Besitzerwechseln und einem Konkurs entstand daraus im Jahr 1889 die Baumwollspinnerei Wilhelm Schüller & Co.

Der gesamte Eigen musste während des Krieges zwischen Preußen und Österreich im Jahr 1866 die Besetzung durch preußische Truppen ertragen.

Im Jahr 1874 wurde die Brunnensäule in der Marktmitte – die „Erdachse“ – errichtet. Sie entwickelte sich zu einem bleibenden historischen Wahrzeichen der Stadt. Der Erdachsenbrunnen wurde erst 1939 anstelle der Säule errichtet.

Das untere (östliche) Ende der Görlitzer Gasse in Bernstadt während der Flut 1880

Ein verheerendes Hochwasser verwüstete am 14. Juni 1880 die Ortschaften an der Pließnitz. In Altbernsdorf, Bernstadt und Kunnersdorf forderte die „Jahrhundertflut“ 24 Menschenleben. Infolge dieser Naturkatastrophe kam es am 11. August 1880 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Schmalspurbahn Herrnhut–Bernstadt wurde am 1. Dezember 1893 eröffnet. Im Jahr 1899 erhielt die Stadt vom Elektrizitätswerk in der Mittelmühle den ersten Licht- und Kraftstrom.

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Vereinsgründungen. Es entstanden 19 Vereine, davon 12 allein in den letzten beiden Jahrzehnten. Die Vereine betrafen alle Lebensbereiche: christliche, sportliche, kulturelle, vaterländische und gewerbliche Vereinigungen.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts führte zudem die Einführung mechanischer Spinn- und Webmaschinen zu einem tiefgreifenden Strukturwandel. Das traditionelle Tuchmacherhandwerk verlor an Bedeutung und an seine Stelle traten Fabrikbetriebe, die sich auf die Verarbeitung von Baumwolle und Grobgarn spezialisierten. Diese Industriezweige bestimmten das wirtschaftliche Profil Bernstadts bis zur politischen Wende 1989/90 maßgeblich.

20. Jahrhundert bis heute

In den Jahren 1914 bis 1918 forderte der Erste Weltkrieg im Kirchspiel Bernstadt 85 Gefallene. Die Bernstädter Bevölkerung litt, wie überall, unter den Auswirkungen des Krieges. Die vermehrten Holz-, Feld- und Tierdiebstähle, besonders im Jahr 1917, stellten einen Ausdruck der bestehenden Hungersnot dar. Zusätzlich erschwerte der lange und harte Winter 1916/17 mit strengem Frost und großen Schneemassen bis in den März sowie ein Frühjahrshochwasser im April 1917 die Lebensbedingungen erheblich.

1925 fand in Bernstadt die bedeutende Ausstellung, die Landwirtschafts-, Gewerbe- und Tierschau – GELAT – statt.

1930 wurden Brenn- und Startversuche mit einer Minimumrakete im Rahmen der Forschungsreihe „Flüssigkeitstreibstoff“ von Klaus Riedel durchgeführt und stellten einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von Raketen für den Weltraum dar.

Maßnahmen zur Stadtverschönerung – darunter die Marktgestaltung, der Brunnenbau, die Pflanzung der Marktlinde und die Anlage der Promenade – wurden 1938 durch den drohenden Krieg überschattet und bei dessen Beginn abgebrochen.

Zwischen 1939 und 1945 hinterließ der Zweite Weltkrieg deutliche Spuren: Von 1941 bis 1944 wurden Schulklassen aus bombengefährdeten Städten aufgenommen, 1940/41 war eine Sanitätskompanie einquartiert. Es kam zu Einschränkungen im Post- und Verkehrswesen, die Versorgung wurde rationiert und eine Ausgangssperre verhängt. Zahlreiche Geschäfte mussten schließen. In der Umgebung fanden Kämpfe statt, mehrere Wohnhäuser wurden in Brand geschossen oder durch Brandlegung zerstört. Insgesamt wurden 103 Gefallene beklagt. Am 8. Mai 1945 wurden Bernstadt, Altbernsdorf und Kunnersdorf von der Roten Armee besetzt. 1945 wurde unter der Kontrolle der sowjetischen Stadtkommandantur die antifaschistisch-demokratische Ordnung errichtet. Als erste Parteien gründeten die KPD und die SPD ihre neuen Ortsgruppen, bald folgten die CDU und die LPD, 1948 schließlich die NDP.

Bernstadt wird 1971 bei der 24. Internationalen Friedensfahrt als bestgeschmückter Durchfahrtsort ausgezeichnet.

1990 wurde durch die Produktion von Gesundheitsschuhen der Firma Birkenstock (jetzt S.P.P.) in der ehemaligen Baumwollspinnerei ein neuer Industriezweig in der Stadt ansässig.[6]

Ortsnamenformen

1234: Bernhardistorf, 1245: Bernardistorf, 1280: Bernhartstorf, 1285: Bernhardus et Otto fratres dicti de Bernhartsdorf, 1290: Bernhardsdorph, 1339: civitas Bernardi, 1352: Bernhartsdorff, 1384: Bernersdorf, 1401: Bernstorph, 1425: Bernsdurff, 1497: Bernstat, 1516: Bernstadt, 1566: Bernstettel.

Den sorbischen Namen gab Filip Rězak 1920 mit Bjenadźicy und Bjarnaćicy an,[7] Walter Wenzel gab ihn 2008 als Bjernadźicy aber auch als Bjenadźicy wieder, erwähnte aber auch Benadźice als Namensform von 1719.[2] Da die Stadt außerhalb des sorbischen Siedlungsgebietes liegt, gibt es keine amtlich verbindliche Form.

Verwaltungszugehörigkeit

1835–1932: Kreishauptmannschaft Bautzen, 1932–1943: Kreishauptmannschaft Dresden-Bautzen, später Regierungsbezirk Dresden-Bautzen, 1952–1994: Kreis Löbau (Landkreis Löbau), 1994–2008: Landkreis Löbau-Zittau, seit 2008: Landkreis Görlitz.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1600 34 besessene Mann
1777 304 besessene Bürger
1834 1.608
1871 1.731
1890 1.228
1910 1.435
1925 1.548
1939 1.518
1946 1.994
Jahr Einwohner
1950 2.127
1964 2.565
1990 2.342
2000 4.435
2007 3.959
2012 3.558
2013 3.510
2015 3.439
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Quelle: Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen[8]

Politik

Stadtratswahl 2024
Wahlbeteiligung: 69,4 % (2019: 67,2 %)
 %
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
90,0 %
10,0 %
n. k.
FWG a
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
+12,9 %p
−2,1 %p
−10,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 
Freie Wählergemeinschaft Bernstadt

Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 14 Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 verteilen sie sich folgendermaßen auf die einzelnen Listen und Parteien:[9]

  • Freie Wählergemeinschaft Bernstadt: 13 Sitze
  • AfD: 1 Sitz
Weitere Informationen Liste, Sitze ...
letzte Stadtratswahlen
Stadtrat ab 2024
13
1
13 1 
Insgesamt 14 Sitze
Liste 2024[10] 2019[11] 2014[12]
Sitze in % Sitze in % Sitze in %
Freie Wählergemeinschaft Bernstadt 13 90,0 12 77,1 5 32,3
AfD 1 10,0 1 12,1
CDU 1 10,8 3 18,5
KL 3 18,8
DL 1 10,8
AL 1 8,0
BI 1 7,6
Linke 4,0
Wahlbeteiligung 69,4 % 67,2 % 58,9 %
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Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2015 Markus Weise.

Weitere Informationen Wahl, Bürgermeister ...
letzte Bürgermeisterwahlen
Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %)
2022 Markus Weise FWG – vereinigte Bürgerliste 96,5
2015 KL 65,1
2008 Gunter Lange Lange 95,8
2001 97,0
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Wappen

Die Wappengeschichte des Oberlausitzer Ortes Bernstadt weist einige Besonderheiten auf. Das heutige Wappen zeigt auf blauem Grund eine feste Mauer mit einem Turm, was den Stadtstatus symbolisiert. Allerdings besaß Bernstadt nie eine geschlossene Stadtmauer; stattdessen gab es nur drei Stadttore, die im Jahr 1828 durch einen Großbrand zerstört wurden.

Das heute gültige Wappen wurde im Jahr 1900 bestätigt und stützt sich stark auf eine Form aus dem Jahr 1538. Zwischenzeitlich existierte ein Wappen mit einer waagerecht verlaufenden, zinnenlosen Mauer. Der genaue Zeitpunkt der Verleihung dieses Wappens ist nicht überliefert. Es wird angenommen, dass das Wappen vom damaligen Besitzer Bernstadts, dem Kloster Marienstern bei Kamenz, verliehen wurde.[13]

Partnerschaften

Bernstadt unterhält Partnerschaften mit zwei Gemeinden, die ebenfalls den Namen Bernstadt tragen. Dies sind seit 1. Juni 1991 Bernstadt in Baden-Württemberg und seit 10. Mai 1997 die Stadt Bierutów (deutsch: Bernstadt an der Weide) in Polen.

Seit dem Oktober 2005 gibt es weitere Beziehungen zur Gemeinde Zawidów (deutsch: Seidenberg) in Polen, das betrifft die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Freiwilligen Feuerwehr und der Schulen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Erdachsenbrunnen auf dem Marktplatz von Rudolf Born (1939)

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Bernstadt a. d. Eigen erfasst.

Sehenswürdigkeiten

  • Marktplatz mit dem Erdachsenbrunnen und der evangelischen Kirche (800 Jahre)
  • die historische geschlossene Stadtanlage aus dem Mittelalter
  • und die einzigartige „Dachlandschaft“
  • das Pließnitztal in Kunnersdorf (einige Fachwerkhäuser)
  • der Kulturpark in Kemnitz
  • Dittersbach mit einigen Umgebinde- und Fachwerkhäusern
  • Altbernsdorf mit den typischen 3- und 4-Seitenhöfen

Museen

Museum in der Kirchgasse
  • Heimatmuseum Bernstadt auf dem Eigen und Umgebung
  • Heimatstube Dittersbach
  • Traktorenmuseum Kemnitz

Bauwerke

Restaurierte Häuser am Markt mit Turm der Marienkirche
  • St.-Marien- und Heiligkreuz-Kirche der evangelischen Pfarrgemeinde mit ihrem 64 m hohen Turm, dem sie umgebenden Kirchplatz und der Kirchmauer aus dem 12. Jh.[14]
  • Weitere Kirchbauten in Dittersbach und Kemnitz mit Friedhofsanlagen
  • Kleine katholische Kirche in Kunnersdorf
  • Bernstädter Friedhof mit der Kapelle
  • Königlich-sächsischer Meilenstein (Abzweigstein) vom Postkurs Bernstadt–Löbau an der Russenstraße (Russenhäuser)
  • Reste der ehemaligen Schmalspurbahn Herrnhut–Bernstadt

Gedenkstätten

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Erdachsenschmieren (Veranstalter: Stadtverwaltung Bernstadt/Freiwillige Feuerwehr Bernstadt)
  • Oberlausitzer Oktoberfest in Kemnitz O/L
  • Hexenfeuer mit Hexencontest am 30. April in Bernstadt, Kunnersdorf, Dittersbach und Altbernsdorf
  • Traktortreffen in Kemnitz (Ende August)
  • Reit- und Fahrsportveranstaltungen in Kemnitz und Dittersbach
  • zahlreiche Sportveranstaltungen: Handball, Fußball, Volleyball, Badminton, Erdachsenturnen, Gymnastik
  • Wettkampf der Feuerwehren unter Flutlicht in Altbernsdorf (im September)
  • Rassegeflügelausstellungen (Januar und Oktober)
  • Dittersbacher Kirmes (Oktober)
  • Fotoausstellung (Januar)

Freizeit- und Sportanlagen

  • Waldbad
  • Heimatmuseum
  • Stadthaus mit Saal
  • Sporthalle Pließnitztal in Kunnersdorf
  • Ortschaftszentrum Dittersbach mit Heimatstube
  • Ortschaftszentrum Kemnitz mit Kindergarten
  • Sport- und Mehrzweckhalle in Dittersbach
  • Sportplätze in Bernstadt, Dittersbach und Kemnitz
  • Kindergarten in Bernstadt, Kemnitz und Kunnersdorf
  • Jugendclub in Kunnersdorf, Altbernsdorf, Dittersbach
  • „Berzdorfer See“ Badestrand „Blaue Lagune“

Naturschutz

Bildung

Sicherheit

Die Freiwillige Feuerwehr in Altbernsdorf, Bernstadt (Kunnersdorf), Dittersbach und Kemnitz sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Folgenden Personen wurde das Ehrenbürgerrecht zugesprochen[17]:

  • 1849: Carl Friedrich Braeske, Verdienste um die Entwicklung des Tuchhandels und für seine Tätigkeit als Senator (Stadtrat)
  • 1864: Karl Theophil Borott, Direktor der Bernstädter Schule von 1823 bis 1867
  • 1874 (2. Januar): Adolf Hanspach, Mitglied des Stadtrates
  • 1895: Otto von Bismarck
  • 1999: Karl-Werner Günzel (* 4. Oktober 1914 in Bernstadt; † 29. März 2013 in Höxter), Maler, Arzt und Schriftsteller, Stifter der Karl-Werner Günzel-Stiftung[18]
  • 2002: Peter Schöne (Kunnersdorf a. d. Eigen) Ortschronist seit 1960, Mitbegründer des Heimatmuseums Bernstadt 1986, verstorben 2016

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Johann Mentzer (1658–1734), Pfarrer in Kemnitz (1696–1734), Kirchenlieddichter (1704 „O daß ich tausend Zungen hätte“)
  • Adolf Ernst Hensel (1811–1862), deutscher Politiker, Präsident der II. Kammer des Sächsischen Landtags
  • Klaus Riedel (1907–1944), Raketenpionier

Quellen und weiterführende Literatur

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