Beschwitz

meißnisches Adelsgeschlecht From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Familie Beschwitz, auch Peschwitz, Petzschwitz o. ä., ist ein meißnisches Adelsgeschlecht, das 1635 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde.

Wappen derer von Beschwitz (Genealogisches Handbuch des Adels)

Geschichte

Über die Herkunft der Familie gibt es unterschiedliche Ansichten, so wird Petzschwitz in der Lommatzscher Pflege oder Pöschwitz bei Altenburg als Stammhaus vermutet. Als erster Vertreter wird 1227 Marquardus de Besvviz (Markward de Beswicz) genannt, und die Stammreihe führt fort unter der Bezeichnung Osterländischer Stamm mit Otto von Beczschwicz, urkundlich 1467, † 1505. Er besaß Lehen auf Bösau, Mödenitz, Grunau, Groß-Grimma, Zangenberg, Fokendorf und Gerstenberg.[1][2]

Wilhelm von Petschwiz war Doktor beider Rechte und im Jahr 1510 Domherr zu Meißen und kursächsischer Rat.[3] 1519 wurde er (Wilhelm von Betzschitz) zum kursächsischen Prokurator berufen.[4]

Am 13. August 1635 wurden die beiden Brüder Moritz und Heinrich von Peschwitz in den Reichsfreiherrenstand erhoben.[5][1] Ersterer war Oberstleutnant im Dienst des Kaisers.[6]

Der sächsische Oberst Hans Christoph von Beschwitz (* 29. September 1699 in Neidtschütz; † 28. Dezember 1768 in Neu-Liebel) war Stammvater zweier Hauptlinien derer von Beschwitz. Er war verheiratet mit Susanna Eleonore von Feilitzsch a. d. H. Treuen.[7][8]

Sein Urenkel Ludwig Wilhelm Ferdinand Freiherr von Beschwitz (* 26. Dezember 1798 auf Arnsdorf; † 26. November 1874 in Dresden) begründete eine davon. Er war großherzoglich sächsischer Kammerherr und Ehrenritter des Johanniterordens. Er erhielt am 6. April 1857 die österreichische Freiherrenstandsbestätigung und am 10. Januar 1859 auch seitens des Königreichs Sachsen eine Bestätigung im Freiherrenstand.[9][1]

Des vorherigen Hans Christophs Urururenkel und Begründer der zweiten Linie, Moritz Maximilian Freiherr von Beschwitz (* 14. März 1845 in Großschweidnitz bei Löbau), empfing am 16. September 1903 eine Eintragung in das Adelsbuch des Königreichs Sachsen als königlich sächsischer Rittmeister z. D. und Freiherr auf Arnsdorf, sowie am 28. Februar 1907 einen Eintrag als königlich sächsischer Kammerherr und Geheimrat auf Ober-Oderwitz.[10] Er war auch Rechtsritter des Johanniterordens.

Seine Kinder waren Marie Elisabeth Catharina, Moritz Christoph Werner, Hans Christoph und Moritz Alexander Ulrich.

  • Catharina (* 18. März 1881 in Dresden), seit 1906 verheiratet mit Ewald von Kries, preußischer Oberstleutnant im Ulanen-Regiment Nr. 4.
  • Werner (* 14. Juni 1884) war königlich sächsischer Leutnant im Garde-Reiter-Regiment. Im Jahr 1911 heiratete er im Vogtland Benigna Karin von Schlieben.
  • Hans Christoph (* 5. September 1885) war Dr. Juris Referendar.
  • Ulrich (* 15. Juli 1891 in Blasewitz) war zunächst sächsischer Kadett in Dresden, später Kammerherr, Oberst und Rechtsritter des Johanniterordens in München.[11][12]

Besitzungen (Auswahl)

Bekannte Vertreter

  • Wilhelm von Peschwitz 1609/10 Erbsass zu Altenburg und Hauptmann zu Nienburg

Wappen

Wappen derer von Beschwitz (Wappen-Sammlung in Buntdruck)
Wappen derer von Beschwitz (Betschwitz) in Horst Appuhns Neuauflage von Siebmachers Wappenbuch, Abteilung Ritterschaft und Adel zu Meißen: Mitte
  • Blasonierung: In von Silber und Rot gespaltenem Schild eine entwurzelte siebenblättrige grüne (goldene) Holunderstaude. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein sitzender, von Silber und Rot gespaltener (goldener) Löwe, in den Vorderpranken je drei braune Schilfkolben an grünen Stielen haltend.[13][14]

Literatur

  • Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 1: Aa – Boyve, Friedrich Voigt, Leipzig 1859, S. 380–381.
  • Heinrich Ferdinand Mannstein: Ober- und niedersächsisches Adelslexikon, Band 1, Ausgabe 1, Dresden und Leipzig 1843, S. 139 f. Digitalisat
  • GGT:
    • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Jg. 1858; 1912 Digitalisat; 1940, Justus Perthes, Gotha (Druck jeweils im Vorjahr). Letztausgabe zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft.
    • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1918, Justus Perthes, Gotha 1917 S. 63–65. (Anmerkung: Der Buchtitel variiert mehrfach). Digitalisat
    • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1936, A (Uradel), Justus Perthes, Gotha 1935.
  • Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA). ISSN 0435-2408:
    • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser, A (Uradel), Band I, Band 4 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1952, S. 5–7.
    • Hans Friedrich von Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser, A, Band V, Band 30 der Gesamtreihe. 1963. S. 8–10.
    • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser, A (Uradel), Band VII, Band 34 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1965, S. 7–9.
    • Walter von Hueck: GHdA, Adelslexikon, Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 362–363.
  • Siebmachers Wappenbuch

Einzelnachweise

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