Birkenbringhausen

Ortsteil der Gemeinde Burgwald From Wikipedia, the free encyclopedia

Birkenbringhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Burgwald im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Schnelle Fakten Gemeinde Burgwald ...
Birkenbringhausen
Gemeinde Burgwald
Koordinaten: 51° 1′ N,  44′ O
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 5,69 km²[1]
Einwohner: 741 (11. Dez. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 35099
Vorwahl: 06451
Ortskern von Birkenbringhausen
Ortskern von Birkenbringhausen
Schließen

Geografie

Der Ort ist der westlichste der fünf Ortsteile Burgwalds, 5 km südwestlich von Frankenberg (Eder) und 30 km nördlich von Marburg (Lahn) gelegen. Die nördliche Grenze bilden die Gemarkung des Frankenberger Ortsteils Röddenau und des Burgwalder Ortsteils Burgwald. Im Osten schließen sich der Burgwalder Ortsteil Wiesenfeld (Burgwald) und im Süden und Westen Ernsthausen an. Die nordwestliche Grenze bilden die zu Allendorf gehörenden Orte Rennertehausen und Haine, die durch die Eder markiert wird.

Birkenbringhausen liegt am westlichen Rand des Burgwalds im Tal der Eder.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Birkenbringhausen erfolgte im Jahr 1244 unter dem Namen Brůnichusen in einem Güterverzeichnis des Klosters Haina.[1] Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1] Brunicghusen (1249), Brunenkusen (1289) und Bringhausen in den Bircken (1708). Im Jahre 1999 feierte der Ort sein 750-jähriges Jubiläum.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Juli 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Birkenbringhausen, Ernsthausen und Wiesenfeld freiwillig zu einer Gemeinde mit dem Namen Burgwald.[3][4] Für Birkenbringhausen wurde, wie für die übrigen ehemals eigenständigen Gemeinden von Burgwald, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

Birkenbringhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2016
Jahr  Einwohner
1834
 
489
1840
 
519
1846
 
476
1852
 
465
1858
 
411
1864
 
425
1871
 
363
1875
 
370
1885
 
347
1895
 
372
1905
 
384
1910
 
398
1925
 
483
1939
 
539
1946
 
747
1950
 
736
1956
 
651
1961
 
657
1967
 
701
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
747
2016
 
741
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Gemeinde Burgwald:[2]; Zensus 2011[6]

Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

 1895:246 evangelische (= 99,19 %), zwei katholische (= 0,81 %) Einwohner
 1961:599 evangelische (= 91,17 %), 48 katholische (= 7,31 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burgwald-Birkenbringhausen, Ev.-Luth. Kirche

Kirche

Das Langhaus an der evangelischen Kirche wurde 1934–36 nach Plänen des Marburger Architekten Karl Rumpf errichtet[7], dabei wurden für den Chor auch Fenster von dem Marburger Glasmalers Erhardt Klonk geschaffen.[8]

Ortsneckname „Ratzverbrenner“

Der Ortsneckname Ratzverbrenner erklärt sich folgendermaßen. Hintergrund ist eine Brandkatastrophe aus dem Jahr 1868[9]. Während der Großteil der Bevölkerung draußen bei der Feldarbeit war, wurde im Dorf ein Ratz entdeckt. Ratz ist der regionale Name des Iltis, zu dessen Verhalten es gehört, dem Hausgeflügel nachzustellen. Dieser flüchtete in einen Reisighaufen. Daraufhin entschloss man sich, dem Geflügeldieb nachzustellen, indem der trockene Reisighaufen angesteckt wurde. Das Feuer griff jedoch alsbald um sich und die Häuser in der Nachbarschaft fingen Feuer und brannten ab. Wegen des trockenen Jahres war wenig Wasser zum Löschen vorhanden und die meisten Menschen mussten erst vom Feld zum Löschen ins Dorf eilen. Daher war der Brandschaden recht groß. Man erzählt sich, dass der Ratz trotz der Verfolgung unbeschadet fliehen konnte.

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1931)
  • Heimatverein (gegründet 1994)
  • Kyffhäuser Kameradschaft
  • Jugendfeuerwehr (gegründet 1983)[10]
  • Jugendclub „Die Rätze“[11] (gegründet 1992)
  • Männergesangverein (gegründet 1889)[12]
  • Turn- und Sportverein (gegründet 1912)[13]

Verkehr

Haltepunkt Birkenbringhausen

Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 118 zwischen Wiesenfeld und Haine sowie die Kreisstraße 124 nach Burgwald. Birkenbringhausen ist ein Haltepunkt an der Burgwaldbahn, auf der der Lahn-Sauerland-Express verkehrt. Das alte Bahnhofsgebäude ist noch erhalten, erfüllt jedoch nicht mehr den ursprünglichen Zweck.

Weitere Informationen Linie, Verlauf ...
Linie Verlauf Takt
RE97
RB97
Lahn-Sauerland-Express:
Brilon Stadt Brilon Wald Willingen Usseln Korbach Hbf Korbach Süd Vöhl-Thalitter (nur RB 97) Vöhl-Herzhausen Vöhl-Schmittlotheim (nur RB 97) Vöhl-Ederbringhausen (nur RB 97) Frankenberg-Viermünden Frankenberg-Goßberg Frankenberg (Eder) Burgwald-Birkenbringhausen Wiesenfeld Ernsthausen Münchhausen Simtshausen Wetter (Hessen) Cölbe Marburg (Lahn)
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
60/120 min (Brilon–Frankenberg)
60 min (Frankenberg–Marburg)
Schließen

Die Bundesstraße B253 verläuft direkt am Rand des Gemeindegebiets Richtung Frankenberg / Allendorf entlang.

Persönlichkeiten

  • Jennifer Cramer (geb. 1993), deutsche Fußballnationalspielerin, aufgewachsen in Birkenbringhausen

Literatur

  • Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Birkenbringhausen (Hrsg.): 30 Jahre Evangelischer Kindergarten Birkenbringhausen. Eine Festschrift zum Geburtstag. 1995.
  • Joachim Teetz: Das Kirchspiel Wiesenfeld mit seinen Kirchen in Wiesenfeld, Birkenbringhausen und Ernsthausen. Hrsg.: Evang. Pfarramt Kirchspiel Wiesenfeld. Kirchspiel Wiesenfeld 1974.
  • Literatur über Birkenbringhausen nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie
Commons: Birkenbringhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI