Wikiwand AI

Herzhausen (Vöhl)

Ortsteil von Vöhl From Wikipedia, the free encyclopedia

Herzhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Vöhl im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Schnelle Fakten Gemeinde Vöhl ...
Herzhausen
Gemeinde Vöhl
Koordinaten: 51° 11′ N, 8° 54′ O
Höhe: 252 m ü. NHN
Fläche: 7,56 km²[1]
Einwohner: 466 (2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Eingemeindet nach: Ittertal
Postleitzahl: 34516
Vorwahl: 05635
Karte
Lage von Herzhausen in Vöhl
Südliche Ortseinfahrt von Herzhausen mit Eder-Flusslauf
Südliche Ortseinfahrt von Herzhausen mit Eder-Flusslauf
Schließen

Geographische Lage

Herzhausen liegt rund vier Kilometer (Luftlinie) westsüdwestlich von Vöhl, dem Kernort der Gemeinde, direkt am Einfluss der Eder (bei Flusskilometer 70,2) in das westliche Ende des Edersees bzw. an jenem der Itter in die Eder. Es befindet sich im äußersten Nordwestteil des Naturparks Kellerwald-Edersee, der den südlich des Stausees gelegenen Nationalpark Kellerwald-Edersee einrahmt. Das „NationalparkZentrum Kellerwald“ liegt südlich von Herzhausen entlang der durch das Dorf und das Edertal zum Gemeindeteil Kirchlotheim führenden Bundesstraße 252. Gegenüber liegt die Freizeitanlage Teichmann mit Badesee, Campingplatz und Gastronomie. Durch Herzhausen führen mehrere Fernwanderwege, darunter der Kellerwaldsteig.

Geschichte

Ortsgeschichte

In der Gegend Herzhausens gibt es Zeugen früher Besiedlung: Mehrere Hügelgräber aus der Bronzezeit liegen auf den Höhen beiderseits der unteren Itter. Nordwestlich des Dorfes befinden sich noch Reste einer alten Fliehburg aus der Latènezeit, der Höckelsburg. Auf dem „Ossenbühl“, südlich der Ortschaft, wird ein alter Gerichtsplatz (Thingstätte) erwähnt.

Im 8. oder 9. Jahrhundert wurde nordöstlich von Herzhausen die Ehrenburg erbaut. Im Jahre 1254 wird der Ort erstmals im Inventarverzeichnis des Klosters Haina urkundlich erwähnt.

Im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts ließ Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt den Bergrat Brumm und dann auch den Berginspektor Ludwig Balthasar Müller bei Herzhausen an der Itter und deren Zuflüssen Marbeck und Wennebach Goldwäsche versuchen, was aber nach erheblichen Investitionen als unrentabel eingestellt wurde. (Müller fand 1709 abbauwürdiges Kupfererz bei Thalitter und begründete dann den dortigen ertragreichen Kupferbergbau.)

Herzhausen gehörte zunächst zur Landgrafschaft Hessen, seit 1806 zum Großherzogtum Hessen. Dort lag es in dessen Provinz Oberhessen. Nach Auflösung der Ämter im Großherzogtum 1821 gehörte es zum Landratsbezirk Vöhl und zum Bezirk des Landgerichts Vöhl. Die Gemeinde gehörte zu den Landesteilen, die das Großherzogtum nach dem verlorenen Krieg von 1866 mit dem Friedensvertrag vom 3. September 1866 an Preußen abtreten musste. Dort wurde es dem Landkreis Frankenberg und dem Amtsgericht Vöhl zugeordnet.[2]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Februar 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen zunächst die Gemeinden Dorfitter, Thalitter und Herzhausen freiwillig zur neuen Gemeinde Ittertal.[3] Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Ittertal kraft Landesgesetz mit Hessenstein (bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Buchenberg, Ederbringhausen, Harbshausen, Kirchlotheim, Niederorke, Oberorke und Schmittlotheim), Marienhagen, Obernburg und Vöhl zur neuen Großgemeinde Vöhl zusammengeschlossen.[4][5] Verwaltungssitz der Gemeinde ist der Ortsteil Vöhl. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Herzhausen angehört(e):[2][7][8]

Historische Bahnstrecke

Die Bahnstrecke Warburg–Sarnau wurde 1900 mit einem Bahnhof in Herzhausen in Betrieb genommen, jedoch 1987 stillgelegt. Jahrelang wurde eine Wiederinbetriebnahme gefordert. Seit dem 11. September 2015 halten wieder Züge auf der Bahnstrecke Warburg–Sarnau in Herzhausen. Die Linie verbindet Brilon und Korbach über Herzhausen mit Frankenberg (Eder) und Marburg (Lahn); in Korbach besteht Anschluss nach Kassel. Statt des südlich vom Ort gelegenen alten Bahnhofs wurde ein ortsnaher Haltepunkt eingerichtet, welcher den Beinamen Nationalparkbahnhof erhielt.[14][15]

Weitere Informationen Linie, Verlauf ...
Linie Verlauf Takt
RE97
RB97
Lahn-Sauerland-Express:
Brilon Stadt – Brilon Wald – Willingen – Usseln – Korbach Hbf – Korbach Süd – Vöhl-Thalitter (nur RB 97) – Vöhl-Herzhausen – Vöhl-Schmittlotheim (nur RB 97) – Vöhl-Ederbringhausen (nur RB 97) – Frankenberg-Viermünden – Frankenberg-Goßberg – Frankenberg (Eder) – Burgwald-Birkenbringhausen – Wiesenfeld – Ernsthausen – Münchhausen – Simtshausen – Wetter (Hessen) – Cölbe – Marburg (Lahn)
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
60/120 min
Schließen

Bevölkerung

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Herzhausen 462 Einwohner. Darunter waren 3 (0,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 81 Einwohner unter 18 Jahren, 177 waren zwischen 18 und 49, 87 zwischen 50 und 84 und 114 Einwohner waren älter.[16] Die Einwohner lebten in 204 Haushalten. Davon waren 63 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 63 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 117 Haushaltungen leben keine Senioren.[16]

Einwohnerentwicklung

Herzhausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2014
Jahr  Einwohner
1791
  
196
1800
  
228
1806
  
246
1829
  
256
1834
  
315
1840
  
326
1846
  
323
1852
  
322
1858
  
285
1864
  
272
1871
  
244
1875
  
245
1885
  
258
1895
  
244
1905
  
278
1910
  
253
1925
  
227
1939
  
232
1946
  
467
1950
  
435
1956
  
359
1961
  
323
1967
  
342
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
462
2014
  
466
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Gemeinde Vöhl[1]; Zensus 2011[16]

Historische Religionszugehörigkeit

  • Im Jahr 1885 waren von den 258 Einwohnern 256 evangelisch (was 99,2 % entspricht), einer katholisch (0,4 %) und ein Einwohner bekannte sich zum jüdischen Glauben (0,4 %).
  • 1961 wurden 282 evangelische (87,3 %) und 33 katholische (10,2 %) Christen gezählt.[2]
Commons: Herzhausen (Vöhl) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks