Bonhoeffer (Gelehrtenfamilie)

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Die Familie Bonhoeffer (bzw. Bonhöffer) stammte aus Nimwegen und trug ursprünglich den Namen van den Boenhoff (dt.: vom Bohnenhof). Seit Beginn des 16. Jahrhunderts war die Familie in Schwäbisch Hall ansässig. Angehörige der Familie arbeiteten zunächst als Goldschmiede, später auch als Ärzte und Pfarrer. Die Familie stellte 78 Ratsherren, deren Porträts sich in der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Michael befinden, mehrere Familienmitglieder bekleideten das Bürgermeisteramt. Der Jurist Friedrich von Bonhoeffer wurde im 19. Jahrhundert nobilitiert.

Wappen der Familie Bonhoeffer (von 1590)
Bonhoeffer-Haus in Schwäbisch Hall
Schloss Eltershofen war im 18. Jahrhundert im Besitz der Bonhoeffer
Die Keckenburg: Der mittelalterliche Adelssitz fiel im 19. Jahrhundert an die Bonhoeffer

Geschichte

Die Familie wurde 1513 mit dem Neubürger Caspar von Bonhoffen erstmals in Schwäbisch Hall erwähnt. Die Schreibweise des Familiennamens änderte sich in der Zeit noch recht häufig. Neben Bonhoffen finden sich auch die Varianten Bonhoven, Bunhoffen, Bobenhofen und Bubenhofen. Johann Philipp Bonhöffer, Goldschmied und Mitglied des inneren Rats der Freien Reichsstadt Schwäbisch Hall, erhielt 1590 mit seinen Brüdern Claus und Joseph Bonhöffer einen Wappenbrief.[1] Das Wappen zeigt in blauem Wappenschild einen goldenen gekrönten Löwen, der in der rechten vorderen Pranke eine Bohnenranke hält. Als Helmzier dient ebenfalls ein goldener und gekrönter Löwe, der eine Ranke hält. Die Helmdecken sind Blau-Gold.[2]

Johann Friedrich Bonhöffer (1710–1778) und Ludwig Franz Bonhöffer (1746–1802) wurden Bürgermeister (Stadtschultheiß) von Schwäbisch Hall.

Besitzungen

Mehrere Generationen der Familie lebten in dem so genannten Bonhoeffer-Haus (Klosterstraße 7). Das prächtige Patrizier-Stadthaus mit Fachwerkgiebel und Torbogen weist Buckelquader auf, die in die Zeit der Staufer datiert werden. Im 18. Jahrhundert erwarb die Familie Bonhoeffer Schloss Eltershofen, welches zuvor den Senft von Suhlburg und den Nagel von Eltershofen gehört hatte. Im 19. Jahrhundert fiel die Keckenburg (Untere Herrengasse 10) durch eine Erbschaft an die Bonhoeffer.[3]

Bekannte Angehörige

Bilder

Literatur

  • Renate Bethge: Bonhoeffers Familie und ihre Bedeutung für seine Theologie (Memento vom 27. Januar 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei; 607 kB); Berlin: Gedenkstätte Dt. Widerstand, 1987
  • Hans Christoph von Hase: Dietrich Bonhoeffer und seine Familie; Vortrag auf dem IX. Haseschen Familientag am 19. September 1981 auf dem Gleitberg bei Gießen. Selbstverlag, Kassel, 1981. Kurzfassung in: Bonhoeffer-Rundbrief, Mitteilungen der internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, Nr. 77, 2005, S. 19–27.
  • Sabine Leibholz-Bonhoeffer: Weihnachten im Hause Bonhoeffer. Gütersloher Verlags-Haus, Gütersloh, 200513, ISBN 3-579-07118-1
  • Sabine Leibholz-Bonhoeffer: Vergangen, erlebt, überwunden. Schicksale der Familie Bonhoeffer. Gütersloher Verlags-Haus, Gütersloh, 200510, ISBN 978-3-579-07122-0
  • Elke Endraß: Bonhoeffer und seine Richter. Ein Prozess und sein Nachspiel. Kreuz Verlag, Stuttgart, 2006; ISBN 3-7831-2764-5

Einzelnachweise

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