Braone

italienische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Braone (im camunischen Dialekt Braù) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Brescia, Region Lombardei, mit 685 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024).

Schnelle Fakten
Braone
Braone (Italien)
Braone (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Brescia (BS)
Lokale Bezeichnung Braù
Koordinaten 46° 0′ N, 10° 21′ O
Höhe 394 m s.l.m.
Fläche 13,36 km²
Einwohner 685 (31. Dez. 2024)[1]
Postleitzahl 25040
Vorwahl 0364
ISTAT-Nummer 017027
Bezeichnung der Bewohner Braonesi
Schutzpatron Candelora
Website www.comune.braone.bs.it
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Geographie

Das Gemeindegebiet von Braone im Val Camonica

Der Ort liegt im mittleren Valcamonica etwa 75 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Brescia auf einer Höhe von 394 m s.l.m. Braone erstreckt sich in leicht überhöhter Lage vom Talgrund auf der orographisch linken Seite des Flusses Oglio zu Füßen des Monte Mazzullo (2304 m), an der Mündung des Palobbio-Tals. Letzteres wird durch den Torrente Palobbio (auch Palobbio) entwässert, der sich bei Braone in den Oglio ergießt. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der in den Adamello-Presanella-Alpen liegende Monte Frerone (2645 m).

Der Ortsteil Brendibusio, der keine Fraktion bildet, liegt südwestlich des Ortskerns von Braone am alten Straßenabschnitt der Staatstraẞe SS 42, die nach dem Neubau der SS 42 zur Provinzialstraße herabgestuft wurde. In Brendibusio mündet der Torrente Cobello in den Oglio.

Die Nachbargemeinden der etwas mehr als 13 km² großen Gemeinde sind Breno, Cerveno, Ceto, Losine und Niardo. Ein Großteil des Gemeindegebiets liegt im Parco regionale dell’Adamello.[2]

Etymologie

Das Toponym taucht erstmals im Laufe des 15. Jahrhunderts als Braono auf, in der Folge auch als Bragone. Nach Dante Olivieri könnte sich der Name aus dem langobardischen braida in der Bedeutung „offene Landschaft“ oder „flache Ebene“ ableiten.[3] Andere wiederum entlehnen den Ortsnamen dem spätlateinischen bracum (=Sumpf, Schlamm) oder dem etruskischen Bra-hoidanis in der Bedeutung eines fast geschlossenen oder geschützten Ortes.[4]

Geschichte

Pfarrkirche Santa Maria della Purificazione

Die Siedlung lag an einer römischen Nebenstraße, die von Cividate Camuno über den Monte Barberino führte und in Cemmo wieder auf die Hauptstraße traf. Bei Erdarbeiten wurde 1952 der sogenannte Münzschatz von Braone gefunden. Es handelt sich dabei um den frühesten archäologischen Beweis einer frühmittelalterlichen Besiedlung des Tales. Die Münzen, darunter mehrere Goldmünzen, mit dem Konterfei einiger oströmischer Kaiser wie Leo I., Xenon und Anastasios I., lagen als Grabbeigaben in einem einfachen Grab, dass dem 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr. zugeordnet werden kann.[4]

Im 12. Jahrhundert belehnte der Bischof von Brescia die Familie Griffi mit dem Ort. Das Adelsgeschlecht der Griffi übte über mehrere Jahrhunderte großen Einfluss auf Braone aus. Im Laufe seiner Geschichte wurde der Ort mehrmals vom Torrente Palobbio zerstört. Erst nach dem Bau eines Dammes 1820 entspannte sich die Lage. 1927 wurde die Gemeinde, die aus einer Vicinia hervorgegangen war und 1820 unter den Habsburgern nach einer ersten Auflösung neu gegründet wurde, nach Breno eingemeindet. Die im Zuge der faschistischen Gemeindereform erfolgte Eingemeindung wurde 1949 wieder rückgängig gemacht.[4] In den 1960er Jahren entstanden westlich der Bahnstrecke Brescia–Iseo–Edolo im Ortsteil Brendibusio mehrere Neubausiedlungen.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft

Das wiesenreiche Gebiet begünstigte seit jeher die Zucht von Braunvieh sowie den Anbau von Roggen und Obst. Im 17. Jahrhundert war Braone vor allem für den Anbau von Birnen bekannt. Bekanntheit erlangte der Ort aber als Dorf der Steinmetze. Letztere bearbeiteten die Steine, die von den Hochwassern des Sturzbaches Pallobio angeschwemmt worden waren. Der Niedergang dieses Handwerks führte zu einer starken Abwanderung vor allem in die Schweiz.[4] Ende des 20. Jahrhunderts war die Bedeutung der Landwirtschaft stark geschrumpft und ein Großteil der lokalen Arbeitsplätze lagen im Handwerk und im Handel.[5]

Verkehr

Sehenswürdigkeiten

Trotz der verheerenden Überflutungen durch den Torrente Palobbio weisen die Gebäude des historischen Ortskerns von Braone noch ihre Struktur des 16. und 17. Jahrhunderts auf.[5]

  • Pfarrkirche Santa Maria della Purificazione, die im 15. Jahrhundert erstmals erwähnte Kirche wurde zwischen der Mitte des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts umgebaut und erweitert. Der barocke Innenraum wurde von lokalen Künstlern aus dem Valcamonica ausgeschmückt.[6]
  • Casa Bonfadini, ehemals Cocchi, Herrenhaus aus dem 15.-16. Jahrhundert mit Fenstern im Stil der Gotik und der Renaissance. Auf einem Architrav ist die Jahreszahl „MXI“ (1011) eingeritzt, eine der ältesten Inschriften im Valcamonica am Übergang zwischen Früh- und Spätmittelalter.[7]
  • San Giuseppe, kleine im 19. Jahrhundert erbaute Kirche im Ortsteil Brendibusio.[8]

Literatur

  • Braone. In: Antonio Fappani: Enciclopedia Bresciana. Band 1: A–B. La voce del popolo, Brescia o. I., S. 262 f.
  • Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
  • G. Sebastiano Pedersoli, Marcello Ricardi: Guida di Val Camonica e valli confluenti (Compresa Val di Scalve, Rogno, Costa Volpino). Edizioni Toroselle, o. O. 1999.
  • Touring Club Italiano (Hrsg.): Guide d‘Italia – Lombardia (esclusa Milano). Touring Editore, Mailand 1999, (10. Auflage), ISBN 88-365-1325-5, Braone Online
Commons: Braone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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