American Finance Association

Organisation From Wikipedia, the free encyclopedia

Die American Finance Association (AFA) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die sich dem Studium und der Förderung finanzökonomischen Wissens verschrieben hat. Der gegenwärtige Präsident der AFA ist Campbell Harvey.

Geschichte

Die Association wurde bei einem Treffen im Dezember 1939 in Philadelphia geplant. Die erste Zeitschrift der American Finance Association wurde American Finance genannt und in 1942 herausgegeben. Die Zeitschrift wurde im August 1946 in The Journal of Finance umgetauft und erschien fortan in regelmäßig erscheinenden Ausgaben. 2021 hatte die AFA über 10.000 Mitglieder.[1]

Präsidenten

Zweck, Ziele

Das Ziel der American Finance Association ist es:[2]

  • die Vereinigung von Personen mit Interesse an Finanzökonomik zu fördern,
  • das öffentliche Verständnis von finanzökonomischen Problemen zu verbessern,
  • die Förderung des Austauschs finanzökonomischen Ideen durch die Verteilung von Periodika und anderer Medien,
  • die Ermutigung zum Studium der Finanzökonomik an Colleges und Universitäten,
  • die Durchführung anderer Aktivitäten sowie es für eine professionelle Non-Profit-Organisation im Bereich der Finanzökonomik angemessen ist.

Jahrestreffen

Ein Jahrestreffen wird im Januar abgehalten im Verbund mit der American Economic Association und den Nordamerikanischen Wintertreffen der Econometric Society als Teil der Allied Social Sciences Association. Hierbei spricht der Präsident der AFA über ein gewähltes Thema und es werden verschiedene finanzökonomische Forschungsbeiträge vorgestellt. Die AFA und die Western Finance Association Meetings werden als zwei der wichtigsten allgemeinen finanzökonomischen Konferenzen weltweit angesehen.

Die Jahrestreffen 2021 und 2022 fanden virtuell statt, davor wechselte der Ort von Jahr zu Jahr.[3][4]

Preise und Auszeichnungen

Die Organisation vergibt folgende Preise und Auszeichnungen:[5]

Fischer-Black-Preis

Alle zwei Jahre vergibt der Verband bei ihrem Jahrestreffen den Fischer-Black-Preis, benannt nach dem Ökonomen Fischer Black, in Anerkennung eines herausragenden jungen Akademikers dessen originäre Forschung einen bedeutenden Beitrag zum Gebiet der Finanzökonomik geleistet hat.[6]

Brattle Group Prizes

Die Brattle Group Prizes, teilweise auch verkürzt Brattle Prizes genannt, werden jährlich beim Jahrestreffen der AFA für hervorragende Forschungsartikel zum Thema Corporate Finance vergeben.

Hintergrund und Geschichte

Mit den Brattle Group Prizes werden jährlich seit 1999 drei herausragende Artikel ausgezeichnet, die im Journal of Finance im Bereich Corporate Finance – zu allen weiteren Themenfeldern existieren die unten beschriebenen Dimensional Fund Advisors Prizes – erschienen sind. Der erste Preis („First Prize“) ist dabei mit 25.000 US-Dollar dotiert, für die beiden weiteren Preise für herausragende Artikel („Distinguished Paper“) ist ein Preisgeld von jeweils 10.000 US-Dollar ausgelobt. Die Preisgelder werden vom namensgebenden US-amerikanischen Beratungsunternehmen Brattle Group gestiftet, das mit dem Massachusetts Institute of Technology verknüpft ist.

Die Gewinnerartikel werden von den Mitherausgebern des Journal of Finance ausgewählt. Für die Preise eines bestimmten Jahres kommen alle Artikel in Frage, die in den ersten fünf Ausgaben dieses Jahres sowie in der Dezemberausgabe des Vorjahres erschienen sind. Die Preise werden beim AFA-Jahrestreffen überreicht. Artikel können zwar gleichzeitig für die Dimensional Fund Advisors Prizes und die Brattle Group Prizes nominiert werden, es ist jedoch nur in einer Kategorie eine Auszeichnung möglich. Im Zweifelsfall können die Mitherausgeber des Journal of Finance in einer gesonderten Abstimmung die jeweilige Zuordnung anstoßen.

Bis 2005 wurde nur je ein erster Preis und ein Preis für herausragende Artikel vergeben. 2012 wurde der erste Preis zum bis dato ersten und einzigen Mal geteilt.

Bisherige Preisträger des „First Prizes“

  • 1999: Clifford G. Holderness, Randall Kroszner und Dennis P. Sheehan
  • 2000: John R. Graham
  • 2001: Per Strömberg
  • 2002: Malcolm Baker und Jeffrey Wurgler
  • 2003: Antoinette Schoar
  • 2004: Belen Villalonga
  • 2005: Christopher A. Hennessy und Toni M. Whited
  • 2006: Joshua D. Rauh
  • 2007: Ilya A. Strebulaev
  • 2008: Heitor Almeida und Thomas Philippon
  • 2009: Ulf Axelson, Per Strömberg und Michael Weisbach
  • 2010: Andrew Hertzberg, José Mariá Liberti und Daniel Paravisini
  • 2011: Efraim Benmelech und Nittai K. Bergman
  • 2012: Marianne Bertrand und Adair Morse
  • 2013: Francisco Pérez-González und Hayong Yun
  • 2014: Douglas W. Diamond und Zhiguo He
  • 2015: Shai Bernstein
  • 2016: Johannes Stroebel
  • 2017: Emily Breza und Andres Liberman
  • 2018: Anthony A. DeFusco
  • 2019: Arpit Gupta
  • 2020: Barney Hartman-Glaser und Benjamin Hebert
  • 2021: Peter DeMarzo und Zhiguo He
  • 2022: Andreas Fuster, Paul Goldsmith-Pinkham, Tarun Ramadorai und Ansgar Walther
  • 2023: Daniel Paravisini, Veronica Rappoport und Philipp Schnabl
  • 2024: Doron Levit, Nadya Malenko und Ernst Maug
  • 2025: Julia Fonseca und Lu Liu

Dimensional Fund Advisors Prizes

Alljährlich zeichnet die AFA bei ihrem Jahrestreffen mit den Dimensional Fund Advisors Prizes die drei besten Artikel im Journal of Finance in jedem Gebiet außer Corporate Finance aus. Zuvor waren die Preise aufgrund Sponsorvereinabrungen mit Smith Breeden bzw. nach deren Übernahme durch Amundi unter anderen Namen bekannt.

Morgan Stanley-AFA Award for Excellence in Finance

Beginnend in 2008 vergibt die AFA alle zwei Jahre den Morgan Stanley-AFA Award for Excellence in Finance für die geistigen Pionierleistungen einer Person im Bereich der Finanzökonomik.[7]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI