Cama GR

Gemeinde im Kanton Graubünden, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Cama ist eine Ortschaft und eine politische Gemeinde im italienischsprachigen Teil des Kantons Graubünden in der Schweiz. Sie gehört zur Region Moesa.

GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Camaf zu vermeiden.
Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Cama
Wappen von Cama
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Moesa
BFS-Nr.: 3831i1f3f4
Postleitzahl: 6557
Koordinaten: 733462 / 125758
Höhe: 366 m ü. M.
Höhenbereich: 333–2590 m ü. M.[1]
Fläche: 14,99 km²[2]
Einwohner: 720 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 48 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
30,4 %
(31. Dezember 2024)[4]
Website: www.cama.swiss
Cama (im Vordergrund) mit der Nachbargemeinde Verdabbio
Cama (im Vordergrund) mit der Nachbargemeinde Verdabbio
Lage der Gemeinde
Karte von Cama
Karte von Cama
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Geographie

Blick auf Cama von Norden
Blick auf den Lagh de Cama (Oktober 2008)

Die Gemeinde liegt im südlichen Misox auf beiden Seiten der Moesa und besteht aus den beiden Ortsteilen Al Pont und Norantola. Vom gesamten Gemeindegebiet von 1506 ha sind 905 ha Wald und Gehölz, 498 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge), 63 ha landwirtschaftliche Nutzflächen und 40 ha Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden sind Grono und Lostallo im Kanton Graubünden sowie Dosso del Liro, Gordona und Livo in Italien.

Zur Gemeinde Cama gehört das Val Cama mit seinem sehenswerten Bergsee Lagh de Cama. Das Tal ist nur zu Fuss zu erreichen. Markierte Bergpfade führen von hier über den Laghet de Sambrog und die Bocchetta de Cressim ins Val d'Arbola (Lostallo), über die Bocchetta del Notar ins italienische Valle Bodengo und über die Alp de Vazzola ins Val Leggia.

Beim See liegen zwei private Hütten mit Restaurant, die während der Sommersaison bewirtet sind. Die Alpen am Lagh de Cama werden seit kurzem wieder mit Grossvieh bestossen. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Übergänge zwischen dem Val Cama und Italien oft von italienischen Schmugglern begangen.

Nördlich der Fraktion Norantola liegen die Ruinen der Burg Norantola.

Geschichte

Der Ort ist 1219 als Camma bezeugt. Im Hochgericht Misox gehörte das Dorf zur mittleren Squadra, kirchlich zum Vikariat Roveredo. Die 1219 erwähnte Pfarrkirche San Maurizio trennte sich 1611 von der Mutterkirche San Vittore und wurde 1656 bis 1662 vergrössert. Im Kirchenschiff befindet sich ein Tonnengewölbe von 1860. In der 1419 bezeugten Kapelle S. Lucio befinden sich Stuckaturen von 1660.[5]

1955 bis 1975 beschäftigte eine Kleiderfabrik 50 Arbeiter. Seit 1987 existiert eine Metallkonstruktionsfirma. Die meisten Erwerbstätigen arbeiten in Roveredo oder Bellinzona, einige wandern periodisch in die Deutschschweiz aus. Bei Touristen beliebt sind die Grotti von Cama.[5]

Wappen

Wappen von Cama GR
Wappen von Cama GR
Blasonierung: «In Gold (gelb) ein rotes Mauritiuskreuz (Kleeblattkreuz), oben beseitet von zwei sechsstrahligen roten Sternen»

Der heilige Mauritius ist der Patron der örtlichen Pfarrkirche, die Sterne dienen der Unterscheidung von ähnlichen Wappen. Farben der Freiherren von Sax.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr18261860 18701888190019501970198019902000[5] 200420102020 2024
Einwohner171272 271221250254336353374474459462589 720
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Die Zahl der Bewohner nahm zwischen 1826 und 1860 stark zu, stagnierte dann ein Jahrzehnt lang und verringerte sich durch Abwanderung bis 1888. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl stark und erreichte im Jahr 2000 einen Höchststand. Nach einer Stagnation steigt sie seit 2010 wieder deutlich.

Sprachen

Die Gemeinde gehört zu den italienischsprachigen Gemeinden des Kantons Graubünden.

Weitere Informationen Sprachen, Volkszählung 1980 ...
Sprachen in Cama
SprachenVolkszählung 1980Volkszählung 1990Volkszählung 2000
AnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteil
Deutsch102,83 %184,81 %245,06 %
Italienisch32892,92 %34792,78 %41888,19 %
Einwohner353100 %374100 %474100 %
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1990 gaben fünf Personen Portugiesisch und drei Personen Französisch als Hauptsprache an; 2000 gaben je elf Personen Portugiesisch und Serbokroatisch und vier Personen Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

Bahnhof der ehemaligen Bahnstrecke Bellinzona–Mesocco (2009)

Ursprünglich war die gesamte Einwohnerschaft römisch-katholisch. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen hat sich dies geändert. Dennoch ist auch jetzt noch die grosse Mehrheit katholisch. Im Jahr 2000 gab es 86,50 % römisch-katholische, 3 % evangelisch-reformierte und je 1 % christkatholische und orthodoxe Christen. Daneben findet man 3 % Konfessionslose und 1,27 % Muslime. 4 % der Bevölkerung machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität

Von den Ende 2004 459 Bewohnern sind 388 (84 %) Schweizer Bürger. Bei der letzten Volkszählung waren 82 % Schweizer Staatsangehörige. Darunter waren 15 Doppelbürger. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien und Portugal.

Sehenswürdigkeiten

Ruine Burg Norantola
  • Die Katholische Pfarrkirche San Maurizio[6][7]
  • Ruinen der Burg Norantola
  • Die Grotti von Cama sind historische Weinkeller westlich des Dorfes entlang des Lehrpfades „Cammino del Gusto“. Die rund 50 kleinen Steinbauten bilden eine Siedlung im Kastanienhain und sind mehrere Jahrhunderte alt. Sie wurden zur Lagerung von Lebensmitteln verwendet.[6][8]

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Cama – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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