Montagnola
Dorf und ehemalige Gemeinde in Collina d’Oro im Kanton Tessin, Schweiz
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| Montagnola | ||
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| Staat: | ||
| Kanton: | ||
| Bezirk: | Bezirk Lugano | |
| Kreis: | Kreis Paradiso | |
| Gemeinde: | Collina d’Oro | |
| Postleitzahl: | 6926 | |
| Koordinaten: | 714577 / 93363 | |
| Höhe: | 467 m ü. M. | |
| Fläche: | 3,14 km² | |
| Einwohner: | 2092 (31. Dezember 2000) | |
| Einwohnerdichte: | 666 Einw. pro km² | |
| Website: | www.collinadoro.com | |
| Karte | ||
Montagnola ist eine Ortschaft in der politischen Gemeinde Collina d’Oro. Sie zählt über 2100 Einwohner und liegt wenige Kilometer südwestlich der Stadt Lugano im schweizerischen Kanton Tessin. Sie besteht aus den Fraktionen Viglio, Orino, Arasio, Certenago, Poporino, Barca und Scairolo.
Bis zum 4. April 2004 war Montagnola eine eigenständige politische Gemeinde, wurde dann jedoch in einer Gemeindereform mit Agra und Gentilino zu der neuen Gemeinde Collina d’Oro zusammengefasst.
Geographie


Das Dorf liegt auf 467 m ü. M. (Ortszentrum) auf einer Anhöhe vier Kilometer südwestlich des Bahnhofs Lugano. Es bietet sich von dem ehemals kleinen Bergdorf aus ein weiter Blick auf den Luganersee. Das weite, aus zahlreichen Ortsteilen bestehende Gebiet von Montagnola umfasste den mittleren Abschnitt der Collina d’Oro von der Bucht von Agno bis zum Pian Scairolo. Das Dorf liegt zwischen dem steil aus dem Luganersee emporragenden Monte San Salvatore und dem kleinen See Lago di Muzzano auf dem sich dazwischen erstreckenden, flacheren, grün bewaldeten Höhenzug, der gleichfalls den Gemeindenamen trägt: Collina d’Oro (Goldhügel), oberhalb Luganos.
Geschichte
Das Dorf wurde 1226 als Montegnola erstmals erwähnt. Die Zusammenlegung der Klostergüter von Sant’Abbondio in Como führte 1535 vermutlich zur Einrichtung des Concilium Sancti Abundii, das neben Gentilino auch Montagnola mit den Fraktionen Viglio, Orino, Arasio, Certenago, Poporino, Barca und Scairolo umfasste. Ein Inventar des Comasker Klosters bezeugt das Vorhandensein einer Festung bei Arasio, vielleicht das Zentrum einer Kastlanei, die mit dem Concilium identisch war. Das Dorf gehört zur Pfarrei Sant’Abbondio von Gentilino. Die Kapellen S. Silvestro in Arasio und SS. Nazaro e Celso wurden 1270 bzw. 1442 erstmals erwähnt.[1]
Neben den landwirtschaftlichen Tätigkeiten spielte auch die Emigration von Architekten und Baumeistern aus den Familien Gilardi, Lucchini, Berra und Camuzzi in europäische Länder, vor allem nach Russland eine grosse Rolle (Maestranze). Mehrere dieser Baufachleute gelangten dort dank ihrer bedeutenden Werke zu grosser Bekanntheit.[1]
Das angenehme Klima und die attraktive Lage des Ortes zogen zahlreiche illustre Persönlichkeiten aus dem Ausland an, so den Schriftsteller Hermann Hesse; das ihm gewidmete Museum wurde 1997 eröffnet. 1923 bis 1927 war Montagnola Sitz der angesehenen Officina Bodoni, der Buchdruckerwerkstatt von Hans (später Giovanni) Mardersteig. Seit 1956 beherbergt der Ort eine internationale Schule, The American School in Switzerland, die 2006 von rund 450 Schülern verschiedener Nationalitäten besucht wurde. Aufgrund seiner Nähe zu Lugano wurde Montagnola zu einer Art Villenvorort der Stadt.[1]
Gemeindefusion
Bis zum 4. April 2004 war Montagnola eine eigenständige politische Gemeinde, wurde dann jedoch in einer Gemeindereform mit Agra und Gentilino zu der neuen Gemeinde Collina d’Oro zusammengefasst.
Bevölkerung
Sehenswürdigkeiten
- Oratorium Santi Nazario e Celso[4]
- Casa Camuzzi und sein Park[4]
- Grundschule Collina d’Oro (1982/1984), Architekt: Livio Vacchini[4]
- Palazzo Gilardi, Architekt: Domenico Gilardi[4]
- Oratorium San Mattia, in Certenago, Architekt: Giacomo Alberti[4]
- Villa Berra, Architekt: Costantino Berra[4]
- Terrassenwohnhaus, Via Matorell 7–7b, Architekten: Mario Campi, Franco Pessina[4]
- Oratorium San Silvestro im Ortsteil Arasio.[4]
- Oratorium Sant’Antonio abate im Ortsteil Cadepiano.[4]
Verkehr
Montagnola ist über den öffentlichen Verkehr direkt mit der Stadt Lugano verbunden. Zentrale Achse ist die Autopostale-Linie 436 (Lugano – Sorengo – Montagnola – Agra), deren offizieller Fahrplan (Kanton Tessin) Montagnola mit mehreren Haltestellen (u. a. Il Maggio, Paese, Bellevue, Poporino) ausweist und regelmäßig Fahrten vom/zum Lugano Autosilo Balestra sowie via Stazione Via Sorengo anbietet.
Wirtschaft
Die lokale Wirtschaft ist geprägt von Bildung, Kultur, Dienstleistungen und kleingewerblichen Betrieben. In Montagnola befindet sich TASIS – The American School in Switzerland, eine international ausgerichtete Tages- und Internatsschule mit Campus Via Collina d’Oro 15, die als bedeutender lokaler Arbeitgeber auftritt (Lehr-, Verwaltungs- und Betriebspersonal) und eigene Shuttle-/Transportangebote für die Schulgemeinschaft unterhält.
Kulturell-touristische Impulse gehen vom Museum Hermann Hesse in der Torre Camuzzi aus, das Dauerausstellungen, Veranstaltungen und literarische Spaziergänge anbietet und damit Besucherströme in den Ort bringt.[5]
Für die ortsansässige Geschäftstätigkeit (Gewerbe, Gastgewerbe, Dienstleistungen) führt die Gemeindeverwaltung Collina d’Oro – mit Sitz in Montagnola – ein Ufficio attività economiche (Wirtschafts-/Gewerbeamt) als Anlaufstelle für Bewilligungen und Unternehmensanliegen.[6]
Kultur
- Museum Hermann Hesse[7]
Bilder
Persönlichkeiten
Literatur
- Bernardino Croci Maspoli: Montagnola. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. März 2023.
- Giuseppe Curonici, Ambrogio Pellegrini: Gunter Böhmer pittore. I primi anni a Montagnola 1933–1940. Edizioni Fondazione culturale Collina d’Oro, Montagnola 1990.
- Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 338–339.
- Simona Martinoli: Da Francoforte a Montagnola. La casa del filosofo. In: Arte+Architettura in Svizzera. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Jahr 2011, Nummer 2, Bern 2011.
- A. Mario Redaelli, Mario Agliati: Storia e storie della Collina d’Oro. Editori Gaggini-Bizzozero, Lugano 1977.
- Celestino Trezzini: Montagnola. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5, Monopole – Neuenkirch. Attinger, Neuenburg 1929, S. 140 (Digitalisat).


