Paradiso TI

Gemeinde im Kanton Tessin in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Paradiso (bis 1929 Calprino) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie bildet zugleich den Kreis Paradiso und gehört zum Bezirk Lugano.

TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Paradisof zu vermeiden.
Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Paradiso
Wappen von Paradiso
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Paradiso
BFS-Nr.: 5210i1f3f4
Postleitzahl: 6900
Koordinaten: 716692 / 94395
Höhe: 274 m ü. M.
Höhenbereich: 270–641 m ü. M.[1]
Fläche: 0,89 km²[2]
Einwohner: 4853 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 5453 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
61,5 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Ettore Vismara (FDP)
Website: paradiso.ch
Lugano Paradiso und Monte San Salvatore
Lugano Paradiso und Monte San Salvatore
Lage der Gemeinde
Karte von ParadisoVal Mara
Karte von Paradiso
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Geographie

Luftbild aus 400 m von Walter Mittelholzer (1919)
Capo San Martino. Historisches Luftbild von Werner Friedli (1950)

Paradiso liegt am Luganersee am Fusse des Monte San Salvatore. Die auf schweizerischem Gebiet nur an Lugano angrenzende Gemeinde geht nahtlos in diese über und wird daher fälschlicherweise oft nur als Stadtteil Luganos angesehen.

Paradiso hat eine internationale Seegrenze mit der italienischen Exklave und Gemeinde Campione d’Italia.

Geschichte und Ortsname

Die Gemeinde heisst erst seit 1929 Paradiso, davor hiess sie jahrhundertelang Calprino. Die Fraktionen Calprino (am Nordhang des Monte San Salvatore), Fontana (am See) und Guidino (ebenfalls am Nordhang des Monte San Salvatore, aber östlich von Calprino gelegen) sind jeweils aus dem 12. bis 14. Jahrhundert erstmals bezeugt; die ebenfalls am See gelegene Fraktion Paradiso wird erstmals 1713 als «Paradiso di Fontana» erwähnt.[5]

In Fontana wurde im Juli 1924 ein Grab wahrscheinlich etruskischen Ursprungs entdeckt. 1591 besass Fontana eine dem heiligen Eusebius geweihte Kapelle, die heute Santa Maria della Gerretta heisst.[6]

Bevölkerung

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten[7][8]

Politik

4
2
11
3
4 2 11 3 
Insgesamt 20 Sitze
  • SP/Grüne/Più Donne: 4
  • Mitte: 2
  • FDP/GLP: 11
  • Lega/SVP: 3

Die Legislative von Paradiso ist der Consiglio comunale (Gemeindeparlament), der 20 Sitze umfasst. Die Zusammensetzung für die Legislaturperiode 2024–2028 (Wahlen vom 14. April 2024, Grafik rechts): 11 Partito Liberale Radicale (FDP) / Verdi Liberali (GLP); 4 PS (SP) / Verdi (Grüne) / Più Donne; 2 Il Centro (Die Mitte), 3 Lega / UDC (SVP).[9]

Die Exekutive bildet der siebenköpfige Municipio (Gemeinderat). Für die Legislaturperiode 2024–2028 setzt er sich wie folgt zusammen: 4 FDP/Grünliberale, 1 Mitte, 1 Lega/SVP, 1 SP/Grüne/Più Donne.[9] Ihm steht seit 2015 als Sindaco (Gemeindepräsident) Ettore Vismara (FDP) vor.[10]

Wappen

Wappen von Paradiso
Wappen von Paradiso
Blasonierung: «Im geteilten Schild, oben in Grün ein gold bewehrter und bezungter, wachsender goldener Löwe, unten in Silber drei grüne Wellenbalken.»

Wirtschaft und Verkehr

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Paradiso mit seinen an der Uferpromenade gelegenen Hotels ein im Vergleich zum geschäftigen Lugano ruhiger Erholungsort. Anfänglich wurde der Ort durch die Strassenbahn Lugano bedient, auf die der inzwischen ebenfalls eingestellte Trolleybus Lugano folgte. Inzwischen sind Paradiso und Lugano mit einer Autobuslinie verbunden. Es gibt ferner eine Schiffsverbindung zum Luganeser Debarcadero Centrale (der Hauptschiffsanlegestelle) sowie einen zwei Kilometer langen, aussichtsreichen Fussweg, den «Lungolago».

Nicht nur Hotels bestimmten Paradiso, sondern auch zahlreiche Villen in Hanglage (etwa die Villa Mersmann), hinter denen zugleich mit der Eröffnung der Gotthardbahn der Bahnhof Paradiso eingerichtet wurde. Die Uferstrasse verläuft von Paradiso entlang des Sees, unterhalb der Felswände des Monte San Salvatore, nach dem Ponte Diga, der Brücke zum Ostufer. Dort in Bissone gibt es eine Abzweigung nach Campione d’Italia, einer italienischen Enklave mit bekanntem Spielcasino. Hauptstrasse, Autobahn und Bahn verlaufen nun weitgehend parallel bis Chiasso, dem schweizerisch-italienischen Grenzort. Vor der Seebrücke bei Melide biegt die westliche Seeuferstrasse ab zum alten Handelsplatz und Fischerort Morcote.

Seit 1980 wurde Paradiso vom starken Durchgangsverkehr abschnittsweise durch den Bau der Autobahn entlastet, die von Paradiso Centro ausgehend, den Monte San Salvatore bis Ponte Diga untertunnelt und in Chiasso das Schweizer Autobahnnetz mit dem italienischen verbindet.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts wandelte Paradiso sein Gesicht. An die Stelle historischer, teils behäbiger Hotels traten und treten zunehmend Grossbauten, die sowohl von Dienstleistern genutzt werden als auch Wohneigentum mit Seeblick anbieten.

Tourismus

Für Touristen ist Paradiso vor allem wegen der Talstation der San-Salvatore-Bahn von Bedeutung. Vom Monte San Salvatore (912 m ü. M.) aus hat man Aussicht über Lugano und den Luganersee. Viel genutzt wird der Wanderweg, der vom Gipfel südwärts nach Carona führt, mit dem dortigen Freischwimmbad und einem umfassenden Blick bis zum Monte Rosa. Von Carona aus ist auch der Alpengarten Parco San Grato leicht zu erreichen. Gleiches gilt für die landschaftlich wie kulturhistorisch interessante Collina d’Oro, welche eine Halbinsel im Luganersee bildet.

Rathaus von Paradiso

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Spirito Santo[11]
  • Kapelle Santa Maria della Gerretta
  • Palazzo Roeschli, Architekt: Arnoldo Ziegler[11]
  • Hotel Victoria au Lac[11]
  • Centro Cinque Continenti, Architekt: Mario Botta[11]
  • historischer Palazzo[11]
  • Castello Cattaneo, Architekt: Gino Coppedè[11]
  • Villa Antonietti im Ortsteil Morchino[11]
  • Uferanlage mit Wasserträgerin-Brunnen

Persönlichkeiten

Sport

  • Football Club Paradiso[22]

Bilder

Literatur

Einzelnachweise

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