Cesare Berra

Schweizer Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Cesare Berras Vater Davide war ein Tessiner Architekt, der mit seiner Ehefrau Maria Cerfoglio ins Russische Kaiserreich auswanderte und hier reich wurde. Cesare wurde 1850 in der Hauptstadt Sankt Petersburg geboren, bereits 1853 zog die Familie aber wieder zurück ins Tessin, wo er dann aufwuchs. Er besuchte die Schule in Como und studierte zwischen 1868 und 1874[1] bei Giovanni Strazza an der Accademia di Brera in Mailand. 1871 stellte er hier einen Johannes der Täufer aus, für den er eine Goldmedaille erhielt. 1876 erscheint er noch als freier Künstler in Mailand. Zwischenzeitlich ging er nach Nizza und Sankt Petersburg, ehe er 1882 ein Atelier in Certenago eröffnete.[2]

Neben seiner offenbar sehr fruchtbaren Tätigkeit als Bildhauer verfolgte Berra auch eine Karriere als Pädagoge. Er unterrichtete eine Weile an der Scuola di disegno e plastica in Lugano und wurde schliesslich von der Kantonsregierung zu deren Leiter berufen. Mit Antonio Ciseri und Giacomo Martinetti sass er in der Kommission, welche die Zeichenschulen des Kantons überprüfte.[2] Im September 1897 trat er eine Stelle am Technikum in Freiburg an, wo er die Bildhauerabteilung leiten sollte, verstarb aber kurz darauf, am 17. Februar 1898, überraschend mit 48 Jahren.[3] Sein Nachfolger wurde sein Landsmann Ampellio Regazzoni.[4]

Werke

In seinem grundsätzlich klassizistisch-akademistischen Stil verarbeitete Berra Anregungen aus der Kunst der klassischen Antike und der Renaissance,[1] aber auch der Scapigliatura.[5] Alle seine Gipsmodelle, Marmorskulpturen, Zeichnungen und weiteren Dokumente, die in seinem Atelier aufbewahrt waren, gingen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren, weswegen nur noch seine Beiträge zu Grabmälern bekannt sind.[2] Diese umfassen:

  • 1875: Grabmal von Giuseppe Andreoli, Friedhof Carona (heute Stadtteil von Lugano)
  • 1880: Grabmal der Familie De Signori, Friedhof Gentilino
  • 1885: Porträt von Anna Airoldi Riva, heute am Grabmal der Familie Airoldi, Monumentalfriedhof Lugano
  • 1887: Grabmal des Bischofs Eugène Lachat, Herz-Jesu-Kirche, Lugano
  • 1895: Grabmal der Familie Foglia, Friedhof Grancia
  • 1895: Putten auf einem Kindergrab in der Grabnische der Familie Airoldi, Monumentalfriedhof Lugano
  • 1898: Reliefs der drei Altäre im Grand Séminaire, Freiburg

Literatur

Commons: Cesare Berra – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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