Charlie Weimers
schwedischer Politiker
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Charlie Andreas Weimers (* 12. November 1982 in Karlstad) ist ein schwedischer Politiker (SD). Er ist seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments, als Teil der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer.

Leben
Weimers wurde im Jahr 1982 in Karlstad, in der Provinz Värmland geboren. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er seinen Wehrdienst im schwedischen Heer als Teil der Infanterie. Er studierte zuerst an der American University, später dann auch an der Universität Karlstad, wo er 2007 einen Abschluss machte. Beruflich war er eine Zeit lang in einer PR-Agentur aktiv, anschließend als politischer Referent des ehemaligen Vorsitzenden der Christdemokraten, Göran Hägglund, und als Mitarbeiter von Lars Adaktusson.[1]
Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.[2]
Politik
Anfänge
Weimers erste politische Aktivitäten gehen auf seine Studienzeit in den Vereinigten Staaten zurück, wo er Freiwilligenarbeit für die College Republicans, eine Bewegung verschiedener Studenten, welche die Republikanische Partei unterstützen, leistete. Nach seiner Rückkehr in Schweden war er eine Zeit lang Teil der Moderata samlingspartiet, welche als bürgerlich-konservativ gilt. 1998 wurde er Teil der Kristdemokraterna und war einige Jahre lang in der Jugendorganisation der Partei aktiv. Im Mai 2007 wurde er zum Vizepräsidenten der Youth of the European People’s Party. Er bekleidete ebenfalls verschiedene Posten innerhalb seiner Partei, der KDU.
Ab 2002 war er Teil des Munizipalrats von Hammarö, 2006 wurde er wiedergewählt. 2008 wurde er zum Vorsitzenden der KDU gewählt und rückte die Partei mit einem konservativen Kurs nach rechts. Wichtige Themen waren unter anderem härtere Strafen für schwere Verbrechen und ein möglicher NATO-Beitritt.[3]
Ab 2015 kam es erstmals zu Gerüchten rund um einen möglichen Parteiwechsel Weimers zu Sverigedemokraterna. Dieser passierte jedoch erst 2018, wobei Weimers unter anderem die Migrationspolitik seiner ehemaligen Partei als unvertretbar bewertete.[4] Die KDU schloss ihn zur gleichen Zeit, aufgrund seiner Ankündigung, für die SD zu wählen, aus der Partei aus.
Mitglied des Europäischen Parlaments

Bei den Europawahlen 2019 wurde Weimers in das Europäische Parlament gewählt. Seine Kampagne konzentrierte sich unter anderem auf die geplante Erhöhung der schwedischen Zahlungen an die EU.[5] Er ist dort Teil des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Menschenrechte. 2024 wurde er wiedergewählt. In seinem Amt unterstützte er unter anderem Motionen, welche die grauen Wölfe und die Antifa als terroristische Vereinigungen einstufen wollten.[6][7] 2022 wurde er mit weiteren EU-Parlamentariern, als Reaktion auf Sanktionen der EU, auf eine Sanktionsliste der Islamischen Republik Iran gesetzt.[8] Weimers reagierte darauf mit der Bemerkung, die Ankündigung sei „eine Ehrenauszeichnung“.[9]
Nachdem das EU-Parlament den Vorschlag, eine Schweigeminute für den in den USA ermordeten Aktivisten Charlie Kirk zu halten, abgelehnt hatte, versuchte Weimers, diese in seine Redezeit einzubauen. Dies wurde jedoch von Vizepräsidentin Katarina Barley gestoppt.[10]
Positionen
Migration
Weimers sprach sich für einen europaweiten Einsatz einer auf der Operation Sovereign Borders basierenden Migrationspolitik aus und forderte den Bau einer Mauer zur Türkei.[11] Er war ein früher Befürworter des dänischen Plans, die Asylbearbeitung von Dänemark in außereuropäische Länder zu verlagern, und bezeichnete diesen als eine „Win-Win“-Lösung.[12] Er gehörte zu den Parlamentariern, welche weitreichende Kommunikationskampagnen nach australischem Vorbild, die sich an Diaspora-Gemeinschaften richten, vorschlugen.[13]
Krieg in der Ukraine
Am 19. April 2022, nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, als der AfD-Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla die Entscheidung von Bundeskanzler Olaf Scholz lobte, keine schweren Waffen in die Ukraine zu liefern, und forderte, die Sanktionen gegen Russland zu beenden und Friedensverhandlungen aufzunehmen, antwortete Weimers mit einem Zitat des preußischen Generals Carl von Clausewitz: „Der Eroberer ist immer friedliebend, er zöge ganz gern ruhig in unseren Staat ein“ und merkte an, dass „Patrioten sich mit Patrioten verbünden sollten, nicht mit Imperialisten wie Wladimir Putin“.
Gaza-Krieg
Weimers hat Israel mehrfach besucht, sich positiv über die Kriegsführung des Landes geäußert und die Unterstützung des Terrorismus durch Palästina kritisiert.[14]
Weblinks
- Hanna Gedin in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments