Chinas erste Forschungsstation für Atomwaffen

Museum in der Volksrepublik China From Wikipedia, the free encyclopedia

Chinas erste Forschungsstation für Atomwaffen (chinesisch 第一个核武器研制基地旧址, Pinyin Dì-yī gè héwǔqì yánzhì jīdì jiùzhǐ) war der 1. Standort chinesischer Aktivitäten als Teil des Zwei Bomben, ein Stern (chinesisch 两弹一星功勋奖章)-Programms.[1][2] Es wurde von General Nie Rongzhen u. a. geleitet. Aus dem Vorhaben entstanden die chinesischen Atomstreitkräfte, die 2. Artillerie, heute die landbasierte Raketentruppe der PLA sowie die seebasierten und luftbasierten nuklearen Streitkräfte.

Atomdenkmal im heutigen Xihai City am Qinghai-See. Die Forschungsanlagen und die Produktion befanden sich außerhalb der Stadt.

Der Standort (1. Station) ist gleichbedeutend mit der Fabrik 221 bzw. Basis 221 und lag im Kreis Haiyan des Autonomen Bezirks Haibei der Tibeter im Nordosten der nordwestchinesischen Provinz Qinghai.[3] Die Basis liegt in der Jinyintan-Steppe (chinesisch 金银滩草原, Pinyin Jīnyíntān cǎoyuán) leicht nördlich dem Ort Xihai und östlich vom Qinghai-See.

Geschichte

Denkmalstätte der 1. Station der chinesischen Kernwaffenentwicklung als Teil des Zwei Bomben, ein Stern-Programms. Die Anlagen lagen in Qinghai/Xihai und waren als Basis 221 bekannt.

Die geheime Militärbasis 221 umfasste eine Fläche von über 1000 km² und wurde ab 1958 aufgebaut. Der Ort wird heutzutage auch als Atomstadt bezeichnet.[4][5][6][7] Die VR China baute nicht nur ihre nuklearen Kapazitäten hier auf, sondern entwickelte auch ihre Raketentechnik bis hin zu den ballistischen Raketen für militärische Zwecke.

An der Basis waren auch Wissenschaftler der 9. Akademie an der Forschung und Entwicklung tätig. Dazu zählten Qian Sanqiang, Deng Jiaxian, Yu Min, Wang Ganchang u. a. In Qinghai wurden Chinas erste Atom- und Wasserstoffbomben entwickelt und hergestellt.

Die Tests der neuen explosiven nuklearen Geräte fand jedoch hunderte Kilometer weiter westlich statt. Nördlich des Bosten-Sees wurde die militärische Basis Malan gegründet und die Tests wurden in dem großen Gebiet Lop Nor durchgeführt. Die Testleitung oblag dem General Zhang Aiping von der People’s Liberation Army (PLA).

Die chinesischen Wissenschaftler waren viele Jahre an der Basis 221 aktiv, jedoch zogen sie an einen neuen Standort, Liangdancheng, Zitong City, Bezirk Zitong[8] um – auch bekannt als die 2. Station der 9. Akademie. Ab 1992, nach dem Ende des Kalten Kriegs, folgte der Umzug nach Mianyang. Dort ist die China Academy of Engineering Physics (CAEP) die 3. und aktuellste Station der Kernwaffentechnik der VR China. Die 9. Akademie ging in der CAEP auf.

Die Basis 221 war bis in die 1990er Jahre in Betrieb. Seitdem wird sie zurückgebaut oder Teile davon zu einem Denkmal oder Museum gestaltet.[9]

Die Stätte steht seit 2001 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (5-512).

Literatur

  • John Wilson Lewis, Litai Xue: China Builds the Bomb (= ISIS Studies in International Policy). Stanford University Press, Stanford, CA 1988, ISBN 978-0-8047-1452-5 (englisch, Online).
  • Hui Zhang: The Untold Story of China’s Nuclear Weapon Development and Testing. A Technical History (= Belfer Center Studies in International Security). The MIT Press, Cambridge, Massachusetts London, England 2026, ISBN 978-0-262-05182-8 (englisch, Online).
Commons: Atomstadt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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