Deng Jiaxian

chinesischer Kernphysiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Deng Jiaxian (chinesisch 邓稼先; * 25. Juni 1924; † 29. Juli 1986)[1][2] war ein chinesischer Kernphysiker der entscheidende Beiträge zum chinesischen Kernwaffenprogramm „Zwei Bomben, ein Stern“ (chinesisch 两弹一星功勋奖章) lieferte.[3][4][5]

Deng Jiaxian bei seiner Graduation als PhD in Kernphysik an der Purdue University 1950. Er kehrte nach China zurück und widmete sich rund drei Jahrzehnte lang der nationalen Sicherheit der VR China.

Deng gilt als führende Persönlichkeit des chinesischen Programms, da er es über mehrere Jahrzehnte hinweg begleitete.[6] Der letzte aktive Test der VR China am 29. Juli 1996[7] wurde ihm zum zehnten Todestag gewidmet.[8]

Deng wird zugesprochen, der „Vater der chinesischen Atombombe“ zu sein. Er dementierte jedoch: „Das Atomwaffenprogramm wurde durch die Anstrengungen von Zehntausenden von Menschen erreicht; ich habe nur einen kleinen Teil der Arbeit geleistet, die hätte geleistet werden müssen.“ Er steht zu seinen damaligen Entscheidungen und kommentiert: „Die Entscheidung für Atomwaffen bedeutet, sich für Opfer und Hingabe zu entscheiden. Ich werde meine Entscheidung jedoch niemals bereuen.“ „Wenn ich nach meinem Tod wiedergeboren werden könnte, würde ich mich dennoch für China und die nukleare Sache entscheiden.“[6]

Werdegang

Deng Jiaxian wurde am 25. Juni 1924 in eine Gelehrtenfamilie im Kreis Huaining in der Provinz Anhui geboren. Sein Vorfahre in sechster Generation war Deng Shiru, ein berühmter Kalligraph der Qing-Dynastie. Sein Vater, Deng Yizhe, studierte an der Waseda-Universität in Japan und an der Columbia University in den Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr nach China lehrte er an der Peking-Universität, der Tsinghua-Universität und anderen Institutionen und war ein anerkannter Ästhetiker und Kunsttheoretiker.

Der Name „Jiaxian“ bedeutet etwa „geerntetes Getreide“ und symbolisiert Verwurzelung, Fülle und Reife. Deng besuchte eine Grundschule in Beiping (Peking) und später die Chongde-Mittelschule. Er lernte täglich alte Gedichte auswendig und widmete sich später fleißig dem Studium von Englisch und Mathematik. Seine formale Erziehung durch seinen Vater begründeten sein kulturelles Fundament für seine späteren Studien und Forschungen.

Sein Vater empfahl ihm: „Du musst Naturwissenschaften studieren, mach es nicht wie ich, studiere keine Literatur. Ein naturwissenschaftliches Studium ist nützlich für das Land.“ Zu diesem Zeitpunkt sorgte der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke für Aufmerksamkeit und Dengs Ablehnung gegenüber dem Kaiserreich Japan und der kaiserlichen Armee.

Ab 1941 studierte er als Teil der Physik-Fakultät der Southwest Associated University und graduierte 1945. Er gab Unterricht an zwei Mittelschulen in Kunming und trat dem „Demokratischen Jugendverband“, einer externen Organisation der Kommunistischen Partei (CCP) bei. Die Organisation wandte sich gegen die Kuomintang.

Ab 1946 wurde er dann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Physik der Universität Peking und fungierte gleichzeitig als Vorsitzender der Gewerkschaft der Universitätsangehörigen.

1948 schrieb er sich in den USA an der Purdue University, mit dem Ziel sein Wissen zu erweitern, um daheim seinem Land damit dienen zu können. Er graduierte zwei Jahre später und trat dem renommierten Institute of Modern Physics der Chinese Academy of Sciences (CAS) bei. Ebenfalls wurde er 1956 volles Mitglied der CCP.

Im Jahr 1958 wurde er von Qian Sanqiang (damaliger Direktor des Institute 401) angesprochen „Das Land wird einen ‚großen Knaller‘ zünden“ – das geheime Kernwaffenprogramm – und Deng wurde der Direktor der Theoretischen Abteilung des 9. Büros des 2. Ministeriums für Maschinenbauindustrie. Dieses 9. Büro war das geheime Institut für Kernwaffenforschung (chinesisch 核武器研究院) und die Forschungsgruppe war später bekannt als 9. Akademie, welche Jahrzehnte später (ab 1992) in der China Academy of Engineering Physics (CAEP) aufging.[9][10]

Seinen Studenten und Mitarbeitern kündigte er an: „Wer diese Art von Arbeit machen will, muss bereit sein, ein stiller Held zu sein. Es gibt keinen Ruhm, keinen Gewinn, und man muss Entbehrungen ertragen. Man kann nicht einmal Artikel über die erzielten wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlichen.“ Der Standort des Programms war die Basis 221, bei Qinghai. Dort war auch Deng.

Deng war rund 28 Jahre im Verborgenen am Kernwaffenprogramm beteiligt und führte 32 Tests durch, wovon 15 unter seiner wissenschaftlichen Leitung standen. Die Tests fanden in Lop Nor statt, dort wurde die Basis Malan nördlich des Bosten-Sees aufgebaut und stand unter der Leitung der People’s Liberation Army (PLA). Die führenden Generale waren Nie Rongzhen und Zhang Aiping.

Die Arbeiten von Deng führten am 16. Oktober 1964 zum erfolgreichen ersten A-Bomben-Test. In Zusammenarbeit mit Yu Min wurde das Design der H-Bombe erarbeitet, die am 17. Juni 1967 getestet wurde. Für ihre Berechnungen benutzten sie einen handbetriebenen Rechner.[11]

Deng riskierte 1979 sein Leben, als er die Überreste einer nach einem missglückten Test (Problem mit dem Fallschirm) abgefallenen H-Bombe suchte, um die Ursache zu verstehen und die Teile des Geräts zu bergen.[9][12] Das Gebiet war Sperrgebiet, da durch die Fehlzündung eine größere Menge des hochpotenten Alphastrahlers Plutonium-239 mit hoher Halbwertszeit verteilt wurde. Er wurde kontaminiert und hatte das radioaktive Material in sich aufgenommen, was über Urinproben nachgewiesen wurde.

Nach Jahrzehnten der Arbeit im Umfeld von Kernwaffen wurde bei ihm im Jahr 1985 Darmkrebs diagnostiziert.

Deng publizierte einige Fachartikel und zusammen mit Zhou Guangzhao eine technische Zusammenfassung des Kernwaffenprogramms „A Summary of Theoretical Research on China's First Atomic Bomb“ für Studenten und andere Nachfolger.

Er erlag im Jahr 1986 den Folgen von Darmkrebs.

Deng war verheiratet mit Xu Luxi, einer Ärztin und Professorin[13], und hatte eine Tochter, Deng Zhidian und einen Sohn, Deng Zhiping.

Seine Motto war „Nicht um Ruhm zu erlangen, nicht um Profit zu machen, sondern um nach Weltklasse-Standards zu streben.“

Commons: Deng Jiaxian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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